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Es bleibt spannend

Monopol-Untersuchung gegen Apple: US-Justizministerium befragt App-Entwickler

14 Kommentare 14

Bevorzugt Apple die eigenen Apps in der Suche des App Stores? Nutzt der Konzern sein App Store-Monopol aus, um App-Anbieter konkurrierender Produkte (wie etwa Spotify) auszubremsen? Sind die 30%, die Entwickler von jedem App-Verkauf an Apple abdrücken müssen gerechtfertigt?

Fragen, mit denen sich nicht nur die Europäische Kommission auseinandersetzt. Auch der amerikanische Supreme Court steht vor einem Verfahren, bei dem es um Apples App Store-Richtlinien gehen wird und selbst das US-Justizministerium führt seit einiger Zeit vorbereitende Monopol-Untersuchungen gegen Apple, Amazon, Alphabet und Facebook durch.

Untersuchungen, in deren Verlauf offenbar auch App-Entwickler über ihre Geschäftsverhältnisse mit Apple befragt wurden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sei unter anderem das Software-Studio Mobicip von den Strafverfolgern befragt worden. Ein Unternehmen, das eine App anbietet, mit der sich die Geräte-Nutzung des Nachwuchses reglementieren lässt.

Zur Erinnerung: Mit einer seltenen öffentlichen Stellungnahme reagierte Apple im vergangenen April auf eine Recherche der New York Times, die dem Unternehmen unter Verweis auf eigene App Store-Analysen und Interviews mit betroffenen Entwicklern vorwarf, sich sukzessive einer ganzen App Store-Kategorie zu entledigen.

Bildschirmzeit

So behauptete die New York Times unter der Überschrift „Apple geht gegen Apps zur Bekämpfung von iPhone-Sucht vor“, dass Cupertino systematisch all jene Anwendungen außer Gefecht setzen würde, die dafür genutzt werden könnten, die eigene Smartphone-Sucht in den Griff zu bekommen bzw. die Geräte-Nutzung der Kinder einzuschränken.

Einer der Kernvorwürfe: Innerhalb des vergangenen Jahres soll Apple 11 der 17 populärsten Apps „Kindersicherungs-App“ aus dem App Store entfernt oder im Funktionsumfang beschnitten haben.

Apple bestätigte die Vorwürfe damals, schränkte diese gleichzeitig aber auch ein. Zwar habe man tatsächlich zahlreiche Apps der genannten Kategorie aus dem App Store entfernt, dies jedoch nicht, um die Nutzer daran zu hindern ihre Smartphone-Nutzung verantwortlich zu reglementieren, sondern um Sicherheit und Privatsphäre der Kunden zu stärken.

Nun steht fest: Das US-Justizministerium scheint sich genau hier festgebissen zu haben. Es bleibt also spannend.

Zum Nachlesen:

Mittwoch, 05. Feb 2020, 9:57 Uhr — Nicolas
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  • Sollen sie Apple in dem Zusammenhang doch gleich mal dazu verdonnern, die Sortierkategorie „Nützlichste Bewertung“ in „Für Apple nützlichste Bewertung“ um zu benennen.
    Es ist unglaublich, dass bei Apps mit Bewertungschnitt unter 2 standardmäßig nur 5- und 4-Sterne-Bewertungen angezeigt werden.

    • Das ist kein Fehler. Die nützlichsten Bewertung entstehen dadurch das User die Bewertung hilfreich oder nicht hilfreich gewählt haben. Das liegt genau 0% an Apple.

      Eine Bewertung als hilfreich zu markieren geht wenn man mit ein iPhone lange auf die Bewertung drückt.

      • Soll heißen markiere diese Bewertung als nicht hilfreich und die werden langsam verschwinden.

      • Das glaubst du doch selber nicht. Als man noch sehen konnte, wie einzelne Kommentare bewertet wurden, tauchten von den hilfreichsten negativen Bewertungen keine auf. Daran wird sich nichts geändert haben, eher wird das dadurch bestätigt, dass Apple diesen Einblick entfernt hat.

      • Aluhut?! Bei Rewe sind gerade die kernlosen Biotrauben im Angebot. Oder hat damit auch nichts zu tun?

      • Naja… wenn ggf. mehrere Jahre alte Bewertungen dominieren (das ist gar nicht so selten), ist das schon eine Verzerrung der Wahrheit. Mich nervt auch, immer erst auf „Neueste“ umstellen zu müssen.

        Übrigens weiß ich aus eigener Erfahrung, dass unliebsame Bewertungen schon häufiger mal verschwunden sind. Auch das puscht den Bewertungsspiegel nach oben. Seit dem schreibe ich, was mir für einzelne Entwickler sehr leid tut, (so gut wie) keine Bewertungen mehr.

      • Das stimmt – meine sehr kritischen (sogar Konstruktiven) Bewertungen wurden Entfernt. Ich mag da auch nix mehr schreiben. Selbst Schuld..

  • Welchen Sinn sollte es für Apple haben, bei iOS eigene Apps zu pushen. Die kosten doch nichts und sie verdienen nichts daran.

    • Das glaube ich, was den Store an sich betrifft, nicht. Denn hier herrscht ganz klar ein Monopol. Ich muss den AppStore von Apple nutzen, kann keinen zweiten nutzen (außer ich habe einen Jailbreak). Und würde es einen zweiten geben, hätte ich die Wahl ob ich über Apples Store gehe und der Entwickler 30 % abdrücken muss oder über Store X wo er vielleicht nur 20 % abdrücken müsste, mir dadurch im Preis entgegenkommen kann. Vielleicht wäre es dort auch möglich, für Updates zu zahlen und so auf ein Abo zu verzichten…
      30 % für was? Für die Infrastruktur? Im Leben nicht. Für die Bekanntheit/Reichweite? Die hätte Apple ohne die kleinen Entwickler gar nicht.

    • Wobei das Monopol nur aus Sicht des Nutzers besteht, nicht aus Sicht des Entwicklers. Der kann seine Dev Tools auch woanders kaufen.
      Wenn, dann besteht ein Monopson (Apple ist einziger „Käufer“), aber niemand kann Apple zwingen, irgendetwas zu kaufen oder irgendwelche Apps anzunehmen.
      Daher wird auch diese Untersuchung ins leere gehen.

    • Infrastruktur, Werbung, Reichweite sind wohl 30% wert. Gerade wenn die App schnell in die Millionen klickst gehen.
      Viele denke immer das sie ja nur auf „Download“ klicken müssen, da ist ja nichts dahinter.
      Wenn man aber weiß was Apple da betreibt sieht das anders aus.

      Und ein Monopole ist es nicht. Das passt mit der Definition schon nicht zusammen.
      Schließlich kannst du alles von Apple nutzen und keine 30% Abdrücken, du musst deine App nur gratis machen.
      Außerdem sind die 30% jetzt nicht so Marktfremd. Inzwischen sind halt das alle anderen runter gegangen um eine alternative für Apple zu bieten.

      Und ob man es will Oder nicht. Der AppStore mit all seinen Schwächen ist nun mal der beste AppStore den es aktuell gibt.

    • Es geht nicht darum eigene Apps zu pushen, sondern wie die Mafia 30%, „Schutzgeld“ zu nehmen.

    • Es geht darum, gelöschte Standard apps schnell auffindbar zu machen, hab ich das Gefühl.

  • Etwas zu spät, oder? Im letzten Jahr hat Apple doch die Suchfunktion überarbeitet, weil ihnen angeblich Fehler in den Algorithmen aufgefallen waren – kurz nachdem die EU eine Untersuchung angekündigt hatte.

    Tatsächlich war es bis dahin so, dass bspw. Spotify, obwohl seit Jahren in der Kategorie Musik auf Platz 1 der Apps-Charts (gratis) und selbst in den Gesamtcharts (gratis) fast immer in den Top-10, bei der Suche nach dem Schlagwort „Musik“ erst auf Platz 26 o.ä. angezeigt wurde, weit hinter irgendwelchen belanglosen Klingelton-Apps. Nach Apples „Fehlerkorrektur“ liegt Spotify bei der gleichen Suchanfrage mittlerweile auf Platz 2 hinter Apple Music.

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