iphone-ticker.de — Alles zum iPhone. Seit 2007. 24 608 Artikel
Screenwise Meter

Nach Facebook: Auch Google legt Schnüffel-App still und entschuldigt sich

25 Kommentare 25

Ein ereignisreicher Tag gestern: Ein Bericht des Technik-Portals Techcrunch deckt auf, dass Facebook seine Onavo-Anwendung (eine Schnüffel-VPN, die den kompletten Datenverkehr ihrer Nutzer auswertet) nach dem Ausschluss aus dem App Store an Apples Software-Kaufhaus vorbei verteilt hat.

Neu verpackt unter anderem Namen soll es das Netzwerk diesmal explizit auf Teenager und Heranwachsende abgesehen haben, um so schnell zu erkennen von welchen Mitbewerbern die jungen Leute angelockt werden und wo sich eine feindliche Übernahme bzw. der Nachbau konkurrierender Apps lohnen könnte.

Die Geschichte sorgt für Schlagzeilen und eine umgehende Reaktion Apples – in Cupertino ist man ohnehin froh, dass niemand mehr über den gravierenden FaceTime-Bug spricht. So entschied sich Apple noch im Tagesverlauf dazu, die Zertifikate, die Facebook für die Verteilung der App am App Store vorbei genutzt hat, ungültig zu machen. Das soziale Netzwerk selbst kündigt daraufhin an, die eigene „Forschungs-App“ sowieso nicht mehr weiter anbieten zu wollen. You can’t fire me, I quit!

Screenwise

…this was a mistake, and we apologize

Derweil haben die von dem Tumult angekratzten Reporter ein vergleichbares Angebot beim Suchmaschinen-Riesen Google ausgemacht. Auch dieser bot mit dem Screenwise Meter eine Schnüffel-App am App Store vorbei an, die den Datenverkehr ihrer Nutzer lückenlos auswertete.

Angesichts des starken Medieninteresses hat Google sein „Screenwise Meter“ jetzt unvermittelt abgestellt und einen „Fehler“ eingeräumt, der so nicht hätte vorkommen dürfen:

Die Screenwise Meter-App für iOS hätte nicht über Apples Developer-Enterprise-Programm verteilt werden sollen. Dies war ein Fehler und wir entschuldigen uns. Wir haben diese App auf iOS-Geräten deaktiviert. Diese App ist völlig freiwillig und war es schon immer. Wir haben unsere Anwender über die Art und Weise, wie wir ihre Daten in dieser App verwenden, informiert. […]

Donnerstag, 31. Jan 2019, 7:31 Uhr — Nicolas
25 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
Rede mit!
  • Man kann sich nicht selbst entschuldigen. Und selbst, wenn man das als Spitzfindigkeit abstuft, ist es so.

    • Können schon, und die Grossen machen es vor, wie es geht, damit man ihnen weniger an den Kragen geht. Leider. Ernsthafte Reue – ok, das Wort kennt man heute ja nicht mehr, also beide nicht.
      @Sergio, Danke
      Ich frage mich aber, wer das Techcrunch gesteckt hat, und das so kurz nach dem FaceTime-Bug ;)
      „in Cupertino ist man ohnehin froh, dass niemand mehr über den gravierenden FaceTime-Bug spricht.“

  • Ich weiss, Apple ist nicht heilig. Aber genau deswegen bin ich lieber bei iCloud als bei Gmail, FB oder Insta. Die versuchen einfach alles. Apple zeigt wenigstens Bemühungen in Richtung Datenschutz.

  • Absolut unglaublich.
    Sie entschuldigen sich, wow super vielen Dank !
    Bald sollte man echt gar keine Technik mehr nutzen.

    Wie ist es bei Android, sind da diese schnüffelsachen direkt mit drauf ?

  • Da fehlt eine starke Compliance Abteilung – und zuerst mal die Einsicht, dass solche Geschäftsmodelle falsch und schädlich sind.

  • Google kann sich nicht selbst entschuldigen, es kann nur um Entschuldigung bitten.

  • Die App ist sicherlich fragwürdig, aber ein wenig Eigenverantwortung der Nutzer darf doch auch erwartet werden oder? Ich bin sehr verwundert wie blind manche durchs Netz surfen, Apps installieren und Monetarisierungsmodelle nicht hinterfragen. Insbesondere wenn die App – wie von Facebook dargestellt – klar kommuniziert hat, was sie tut.

  • Daher nutze ich weder Dienste von Facebook, noch von Google…alle Domains habe ich in meinem Netzwerk gesperrt. Wer Dienste solcher untermenschlichen Firmen nutzt ist doch selber schuld…

    • Ich unterstelle mal zu deinen Gunsten, dass du „unmenschlich“ oder „unterirdisch“ meintest, aber nicht mit Nazi-Sprache auf dich aufmerksam machen wolltest.

      Ansonsten staune auch ich immer wieder, mit welcher Dreistigkeit Unternehmen erst ihre Kunden besch***ßen (selbstverständlich ganz gezielt!), um sich dann, wenn sie dabei erwischt wurden, am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, sich also selbst „ent-schuldigen“ (statt innezuhalten, _glaubhaft_ zu bereuen und um Entschuldigung zu _bitten_).

      Natürlich ist dieses flapsig dahingenuschelte „‚tschuldige“ nur eine Floskel: solange die Aktionäre nicht murren, bereuen sie einzig, sich haben erwischen zu lassen.

  • Genau. Wenn klar kommuniziert wurde was die App da tut.

  • Wo zur Hölle liegt eigentlich euer Problem???
    Bei keinem Nutzer wurden die Apps von FB oder Google unfreiwillig installiert… Eher im Gegenteil, man muss schon noch gezielter nach ihnen suchen, als z.b. nach einer App im Appstore.

    Bei der Installation bekommt man angezeigt, was die Apps alles machen werden: wir überwachen ihren Datenverkehr, Appnutzung, Surfverhalten…
    Dafür bekommen Sie Gutscheine oder ähnliches.

    Die App versprechen ja nicht mal, dass man neue Funktionen oder Vorteile bekommt.
    Kommunizieren ihren Zweck also ganz offen und dafür bekommt man eben, was sie einem versprechen!

    Da nennt man übrigens Marktforschung.

    Und dann wird hier erzählt, dass Google und Facebook ja soooo böse sind und sich nicht entschuldigen können.
    In dem Fall müssen sie sich meiner Meinung nach auch nicht entschuldigen! Wofür???
    Es wurde exakt das umgesetzt, was die Apps machen sollten und was dem User vorher versprochen wurde.
    Niemand wurde gezwungen, nichts wurde heimlich gemacht… Der. deal war von vornherein klar.
    Wir bekommen/du bekommst dafür

    Und Apple? Warum sperren die die Zertifikate erst jetzt? Weder Google noch FB haben die Apps ja im Darknet angeboten… Sondern völlig offen.
    Beobachtet Apple den Markt nicht??? Will mir wirklich jemand erzählen, dass Apple erst jetzt weiss, was die anderen beiden Riesen da so treiben… Das nie ein Applemitarbeiter auf die angebote gestoßen wäre???
    Das nenne ich da mal heuchelei! Und das finde ich viel schlimmer

    • Das offenkundige Problem ist, dass Facebook/Google Enterprise-Zertifikate verwendet hat, die von Apple zum insallieren von internen Apps auf den Firmen-iOS-Geräten von Facebook erstellt wurden, um damit eine App die die Freigabe im AppStore nicht bekommen hat/hätte in der Öffentlichkeit zu verteilen, das verbieten die Richtlinien von Apple zur Verwendung dieser Zertifikate und deshalb hat Apple diesen Zertifikaten die Gültigkeit entzogen.

      Apple möchte nicht dass, auf welchen Wegen auch immer, Userdaten von anderen Anbietern erhoben werden, die Umsetzung der App widerspricht den Richtlinien denen Facebook/Google zugestimmt haben als sie die Enterprise-Zertifikate erhalten haben. Daher kann Apple diese sperren.

      Wann und wie Apple von den Vorgängen erfahren hat, wissen wir nicht, alles was Du schreibst ist reine Spekulation. Apple aufgrund von Spekulationen Heuchelei vorzuwerfen, ist gewagt.

      Zumindest Google hält eine Entschuldigung für angebracht. Ob man sich selbst Entschuldigen kann, oder ob man die Person(en) die man geschädigt hat, um Entschuldigung bitten muss, ist eine Frage der Linguistik und tut hier nichts zur Sache.

      • Zu deinem ersten Absatz: Ich stimme dir zu und möchte doch ein sehr grosses ABER hinzufügen.
        Keiner kann mir weis machen, dass Apple nicht davon gewusst hat. Ja, sie verteilen Zertifikate, die limitiert sind. Zur Kontrolle müssen diese aktiviert bzw. bestätigt und somit auch gezählt werden. Gleichzeitig kann Apple auf die Geräte-/Apple-/etc.-ID zugreifen, wenn sie diese nicht schon automatisch abruft (s. EULA, DS-Erkl. …). In Kombination damit können sie feststellen, wer so ein Zertifikat benutzt, ob die Apple-ID auf Minderjährige läuft, einer Familie angehört usw. oder eben auf Nichtentwickler ausserhalb FB.
        Fazit: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

      • Es ist wie in der Politik: öffentlich wird sich per sie heftig gestritten, danach trinkt man per du in der Kneipe ein Bier. Wer tatsächlich daran glaubt, die Konzerne planen nicht vor, wie beispielsweise die dämliche Werbung von Samsung, der hat irgendwas nicht begriffen.

  • Facebook und Google sind die Tumore des freien Internets. Die machen soviel Bockmist – das ist einfach nicht mehr zu fassen. Wie kann man denn bitte die Daten von Minderjährigen abgreifen und denen noch verlockend Gutscheine anbieten, die sie beim geringen Taschengeld natürlich entgegennehmen??
    Die beiden handeln skrupellos und ich wünsch mir, dass zumindest Facebook wirklich zu Grund und Boden geklagt wird.

  • Gruselige Zustände sind das! Letztendlich sind das ganz große Halunken, denen die persönliche Freiheit und der Datenschutz komplett egal sind. Ganz vorn dabei Herr Zuckerberg. Wenn sie nicht durch Gesetze und Schlagzeilen gezwungen würden, würden sie alles machen, was auch nur irgendwie Vorteile für sie hat und Geld bringt. …

  • Zwei mal die Woche nerven Google damit, dass du erneut ihren veränderten Datenschutzbestimmungen zustimmen sollst. Das passiert meines Erachtens nur deshalb so penetrant oft, damit man irgendwann einfach nur noch zustimmt und keine individuellen Einstellungen mehr vornehmimmt, damit sie alles Abgreifen können, was du so machst im Internet. Aber das tun sie meines achtens bestimmt sowieso, gleichgültig was für Einstellungen man auch vornimmt. Das sieht man ja! Ich versuche Google deshalb so viel wie möglich zu meiden und benutze zum Beispiel StartPage.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 24608 Artikel in den vergangenen 4194 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2019 aketo GmbH   ·   Impressum   ·   Datenschutz   ·   Auf dieser Seite werben aketo GmbH Powered by SysEleven