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Am App Store vorbei installiert

Facebook zahlt für Nutzung der eigenen Schnüffel-App

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Das soziale Netzwerk Facebook hat Anwender mit Bargeldversprechen dazu überredet, eine iPhone-Applikation am App Store vorbei zu installieren, die den gesamten Datenverkehr ihrer Geräte durch einen VPN-Tunnel über die Server des Zuckerberg-Konzerns geroutet hat. Codename: Projekt Atlas.

Dies berichtet das Online-Magazin Techcrunch und zeigt Werbebanner, die in sozialen Netzwerken wie Snapchat und Instagram zum Rekrutieren neuer Anwender eingeblendet wurden.

Die VPN-Anwendung, die an Facebooks Onavo-App erinnert, eine ähnlich geartete Spionage-App, die Apple im August aus dem App Store verbannte, wurde dabei nicht über die offizielle Testplattform Testflight verteilt, sondern mit Hilfe von Konfigurationsprofilen installiert.

Facebook Install

Der Unterschied: Der Einsatz von Testflight-Anwedungen ist auf 10.000 Nutzer beschränkt und Apple sichtet die zu verteilenden Anwendungen vor der Freigabe noch mal. Apps, die über Konfigurationsprofile installiert werden unterliegen hingegen keinen inhaltlichen Beschränkungen.

Laut Techcrunch dürfte der Datenabgriff durch Facebook vor allem dazu dienen, den Markt der Mitbewerber zu beobachten:

Facebook interessiert sich besonders für das, was Jugendliche auf ihren Handys tun, da die Demografie zunehmend das soziale Netzwerk zugunsten von Snapchat, YouTube und Facebooks Erwerb von Instagram aufgegeben hat. Erkenntnisse über die Beliebtheit der chinesischen Videomusik-App TikTok und Meme-Sharing führten Facebook dazu, einen Klon namens Lasso zu starten und mit der Entwicklung einer Meme-Browsing-Funktion namens LOL zu beginnen […] Facebook gab TechCrunch gegenüber zu, dass es das Research-Programm zur Erhebung von Daten zu den Nutzungsgewohnheiten durchführt. Derzeit gibt es keine Pläne dies einzustellen.

Damit ist Apple gefragt, die von Facebook ausgegebenen Konfigurationsprofile zu sperren und die Installation der Schnüffel-App zu unterbinden.

Mittwoch, 30. Jan 2019, 7:59 Uhr — Nicolas
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  • Ein Hoch auf das Silicon Valley, das sich gelinde gesagt einen Dreck um europäische Datenschutzrechte schert. Ich bin wahrlich kein 100%!Fan Letzterer, aber es ist schon dreist wie so ziemlich alles geregelte übergangen wird, während hierzulande kleinste Shopbetreiber dichtmachen müssen, weil sie von der DSGVO überfordert sind. Aber was soll man sagen: Selbst Schuld wer solch ein Angebot annimmt.

    • Die DSVGO ist irgendein schwammig formulierter Dreck den selbst viele Anwälte nicht verstehen und nur Mutmaßen können was die einzelnen Paragraphen bedeuten sollen! Ein Hoch auf den Schwachsinn aus Brüssel, schlechter hätte es selbst eine deutsche Behörde nicht machen können. Wobei unsere deutschen Vertreter bestimmt am meisten an dem Gesetz versaut haben!

  • Tja da sieht man mal wieder wie Facebook tickt. Und es gibt immer noch Milliarden von Facebook u. WhatsApp Usern … sie haben ja schließlich nichts zu verbergen.

  • Was heisst hier überredet? Das wissen wir ja gar nicht.
    Ist ein simples Verkaufsgeschäft. Schliesslich werden die User bezahlt und die machen das freiwillig.
    Wo ist das Problem?!

    Ich würde das sicherlich nicht tun. Auch nicht gegen Geld aber muss ja jeder selber wissen.

    • Ein Problem ist, dass Facebook eine App installiert, die offiziell schon von Apple abgelehnt wurde. Der einzig richtige Schritt von Apple wäre, Facebook die Enterprise-Zertifikate permanent zu entziehen.

      • Wo ist das Problem?
        Der User stimmt dem ganzen zu und wird dafür auch noch bezahlt.
        Jeder User kann doch wohl mit seinem iPhone machen was er will, wo leben wir denn hier.

      • Für Spionage kommt man für gewöhnlich in den Knast oder in einen versteckten Bunker, je nachdem wie hoch das vergehen ist.

        Müsste doch in diesem Fall etwas ähnlich ablaufen? Ist für mich eine Art Werksspionage.
        Täusche ich mich?

      • Dann müsste jeder vpn Anbieter bestraft werden, weil sie alle die Möglichkeit haben die Daten zu verwerten, die über deren Server laufen.

      • @Nimo: Spionage? Die User haben selbst zugestimmt, da wurde nichts spioniert…

      • @Nimo
        Ja, es sei denn der User macht dies auf seinem Firmen-iPhone wo er auch entsprechende Firmeninhalte hat. Dann wäre dies etwas anderes, jedoch glaube ich das solche Sachen sicher in dem Vertrag stehen die Facebook mit den Benutzern schließt.

        Legal ist es also, da das iPhone ja für jeden frei nutzbar ist.

      • Unbedarfte User, die mit dem Wort „Safari“ überfordert sind und nur „App, mit der du spiegel.de aufmachst“ verstehen werden bestimmt nicht verstehen, was die das eigentlich machen.

        @John W. Optimaler Weise werden Installationen von fremden Profilen auf Firmengeräten durch das MDM (mobile device management) unterbunden.

  • „Facebook interessiert sich besonders für das, was Jugendliche auf ihren Handys tun“
    Wissen die das echt nicht? Dafür braucht man doch keine groß angelegten Studien.

  • Um so ein Profil zu installieren, müssen Benutzer (wie bei anderen VPN Konfigurationen) mehrere Schritte manuell auf dem Gerät machen. Dieser Profil muss jedenfalls absichtlich installiert werden. Ob diese Person vor lauter Geldgier nicht mitbekommt was sie tut, kann ich nicht beurteilen.

    Ich bezweifle dass Apple sich in ein Katz und Maus spiel mit FB einlassen wird. Ein Profil kann möglicherweise gesperrt werden. Das hindert FB nicht ein geändertes Profil zu erstellen.

    Wo soll Apple aufhören? Sollen VPN Dienste die einen anderen Standort vorgaukeln auch gesperrt werden, da Nutzer von diesen Diensten möglicherweise gegen bestimmte AGBs verstossen?

    Ich hoffe jedenfalls dass Apple mir die Freiheit nicht nimmt, solche Profile künftig auch weiterhin nutzen zu können. Ich schätze die Möglichkeit ein VPN Tunnel automatisch nach Hause aufbauen zu können, wenn ich unterwegs bin.

  • Das ist mal ne krasse Nummer.

    Aber mal ehrlich, selbst schuld wer eine VPN Verbindung über Facebook Server laufen lässt. Der gläserne Mensch in rein Form.

    Vielleicht sollte mal ein Fach IT und Datensicherheit in der Schule als Pflichtfach eingeführt werden.

    • Dann finde mal einen Lehrer, der den Unterschied zwischen www und Internet erklären kann.
      Wenn du den gefunden hast, dann hast du noch einiges vor dir, bis dieser Lehrer genug weiß um das zu unterrichten.

      • Was ist denn der Unterschied zwischen www und Internet. Achso, du meinst VPN jetzt? Aber wie genau?

    • Was ist daran krass?
      Das ein Unternehmen User für bestimmte Daten bezahlt ist doch nichts neues.
      Verstehe den ganzen Aufwand nicht.
      Wenn ein User dem ganzen zustimmt und dafür auch noch bezahlt wird dann hat sich niemand anderes darüber aufzuregen. Gibt auch zig Seiten welche Umfragen zu allen möglichen Themen machen, da geben die User auch ihre Daten freiwillig an und werden dafür bezahlt.

  • Kommt mir langsam echt so vor als wollte Facebook es sich mit allen verscherzen. Früher war es einfach echt mal nützlich und hat Spaß gemacht. Früher waren viele auch noch regelrecht begeistert davon…das hat Facebook sich aber einfach dadurch kaputt gemacht, dass sie nun in den Köpfen der Leute dieses Datenkraken Image haben. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Man sollte meinen die hätten aus Cambridge Analytica gelernt. Nach der Aktion wäre es wirklich an der Zeit die komplett aus dem AppStore zu schmeißen…Facebook hat schließlich wiederholt gegen die Entwickler Richtlinien verstoßen…Jeder kleine Entwickler wäre schön lange gesperrt worden.

    • Da muss Apple aber auch aufpassen. A) wie du schon sagst, Facebook hat eben ne Machtstellung und mit Instagram & WhatsApp das absolute weltweite Monopol (Sorry an die bestimmt 2000 Threema Nutzer hier;) )
      Und B) was glaubst du wie viele sich dann lieber ein Android holen würden, würde bekannt werden man könne Facebook/Instagram/WhatsApp nicht mehr auf dem iPhone installieren.

  • Wieviel Gabs denn dafür? Das ist für einzig wichtige Frage

  • Da verkaufen Leute freiwillig ihre Daten und der Anbieter wird verklagt. Lachhaft.

  • Apple sollte sich lieber auf die offiziellen Apps konzentrieren.
    Solche Profile werden in Zukunft nur noch aktiviert, wenn man wirklich aktiv wird. Es reicht nicht mehr aus, eine Sicherheitsabfrage abzunicken.
    Wer seine Privatsphäre für 20 Euro pro Monat verkaufen will, der soll das meinetwegen machen.
    Ich werde das nicht machen und sehe Apple hier nicht in der Pflicht, den mündigen Bürger zu bevormunden.

  • Ich habe noch unbenutzte iphones hier rumliegen. Wütde da gerne mitmachen. 60€ im Monat für Fake Daten, ich wäre dabei.

      • Fake werden die Daten nicht wirklich sein… Facebook ist erstmal egal welches Profil du erstellst. Name Adresse etc kann falsch sein. Entscheidend ist welches Profil die von Dir erstellen und das wird schnell einiges sein. Wo sich das Handy wann wie oft aufhält, wo du wohnst und arbeitest finden die schnell heraus und dann noch die Frage ob Mikrofon oder sogar Kamera abgehört werden kann… dann ist nix mehr mit leicht verdientem Geld …

  • Ich finde das Konzept ehrlich gesagt besser als das aktuelle. Momentan wird man nicht gefragt ob man seine Daten teilen möchte und die Unternehmen verdienen sich trotzdem dumm und dämlich. Dann lieber transparent zeigen, was die Daten die man da angibt Wert sind und sich das bezahlen lassen. Im Umkehrschluss muss man dann aber auch für Google oder sowas monatlich etwas bezahlen – aber die Kunden würden damit definitiv das bessere Geschäft machen.

    • Der gesamte Datenverkehr wird über Facebook geflutet, also auch Mail, Browser, alle Apps,, alles. Anrufe, messages uvm.

      • Ich meinte jetzt nicht das konkrete Prozedere mit dem VPN sondern eher, dass man für seine geteilten Daten Geld von den Unternehmen erhält, dafür aber auch für ihre Dienstleistungen mit Geld bezahlt. Viele wissen absolut nicht was Daten Wert sind/wären. Und so wie sich die Zahlungen für solche Dienstleistungen summieren würden, so würden sich auch die Einnahmen durch Daten summieren. Nur dass für den Kunden die Einnahmen deutlich höher ausfallen würden als die Ausgaben.

  • Keine Ahnung, wieso hier iFun fordert, dass die Profile gesperrt werden.
    Da bekommen Leute Geld dafür, etwas zu installieren, dass ihren Datenverkehr für FB sichtbar macht. Wo ist das Problem?
    Jeder von denen weiß, was er da tut, für wen er das tut und stimmt dem zu. Ich sehe da keinerlei juristische oder moralische Probleme.
    Es ist nichts anderes als ein ganz normales Geschäft Geld gegen Daten.

    • Kann sichergestellt werden, dass nur die Daten desjenigen weitergegeben werden, der die App installiert?
      Werden dann nicht auch alle Kontaktdaten dessen weitergegeben? So wie beim Hochladen des Telefonbuches in WhatsApp?

      • Es geht bei der Analyse doch nicht um Kontaktdaten.
        Facebook will wissen wieviele User andere Soziale Netzwerke nutzen, wie sie mit denen interagieren, wie oft sie sie benutzen etc.
        Die Kontaktdaten hat Facebook über WhatsApp doch sowieso schon. ;-)

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