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RCS-Fans hoffen auf Apple

Weitgehend unbemerkt: Vodafone und o2 stellen ihre Messenger ein

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Wir leiten diesen Text am besten mit einem kurze Blick zurück ein – denn wer nicht richtig tief in der Materie steckt, wird die Einführung der zu SMS-Nachfolgern erklärten RCS-Manager von Telekom, Vodafone und o2 nämlich längst wieder vergessen haben.

Call1

Also, Kalender raus und drei Jahre zurückgeblättert. Damals, im Herbst 2015, dominierte WhatsApp bereits den deutschen Markt, zudem war die Telekom gerade mit ihrem Versuch gescheitert den Messenger Joyn an den Mann zu bringen. Die deutschen Mobilfunkanbieter sahen ihre SMS- und MMS-Umsätze schwinden, die Nutzer wanderten zu iMessage, WhatsApp und Skype ab – die Frage, die damals alle interessierte: Würden sich die großen Provider einfach geschlagen geben oder hatten die hiesigen Netzbetreiber noch ein Ass im Ärmel mit dem man WhatsApp und Co. Paroli bieten könnte.

Im August 2015 beantwortete die Telefónica-Tochter o2 die Frage dann als erste und stellte ihren RCS-Messenger „o2 Message+Call“ vor. Das Gratis-Angebot kombinierte klassische Telekommunikationsservices wie Telefonie und Textnachrichten und bot mit dem RCS-Standard zusätzliche Funktionen wie WLAN Calls, Videotelefonie und den Datei-Austausch.

Im Oktober 2015 folgte die fast baugleiche App des Düsseldorfer Netzbetreibers Vodafone. Auf zwei Anwendungen aufgeteilt stellte Vodafone damals „Vodafone Call+“ und „Vodafone Message+“ vor und versorgte seine Kunden unter anderem mit einem Nachrichtendienst, mit dessen Hilfe sich Textnachrichten senden und empfangen sowie Dateien (z. B. Fotos, Video- und Audiodateien, vCards oder Standorte) mit anderen Anwendern teilen ließen.

Plus Screens

Die Telekom ließ sich bis zum Jahresende Zeit und führte ihren RCS-Messenger „Message+“ im Dezember in den Markt ein. Ebenfalls als Gratis-Download und ebenfalls ohne jegliche Gebühren angeboten, offerierten nun alle großen Netzbetreiber einen RCS-Messenger und wollten gegen WhatsApp punkten. Das Netzübergreifende Angebot sollte Handy-Kunden zurück auf die eigenen Angebote locken und dem inzwischen zu Facebook gehörenden Messenger seine Bestandskunden streitig machen.

Ein Versuch der, zumindest unter iOS, auf ganzer Linie gescheitert ist.

Vodafone zog vor einer Woche die Reißleine

Nachdem o2 seinen RCS-Messenger bereits im vergangenen Sommer einstellte und damals angab, dass die eigenen Kunden so gut wie keine Kurznachrichten geschrieben hätten, ist Vodafone in der vergangenen Woche nachgezogen.

o2 erklärte am 30. Juni 2017:

Die von den von den O2 Kunden über diese App hauptsächlich genutzte WLAN-Telefonie ist seit Herbst 2016 auch nativ im Telefónica-Netz verfügbar. Für ihre Nutzung benötigen die Kunden die O2 Message+Call App damit nicht mehr. Jenseits der WLAN-Telefonie wurden die Funktionen der O2 Message+Call App von den Kunden kaum genutzt. Daher hat das Unternehmen die Entscheidung getroffen, keine RCS-Dienste mehr anzubieten und folgt damit auch der Konzernlinie der Telefónica-Gruppe.

Bei Vodafone sieht der Rückzug etwa anders aus. So bieten die Düsseödorfer ihre Android-App noch an und haben nur die iPhone-Version der „Vodafone Message+“-App eingestellt. Die Begründung klingt allerdings ähnlich. Wie ein Konzernsprecher gegenüber ifun.de mitteilt, habe die iPhone-Version des Messengers so gut wie keine Nutzer gehabt. Auf Android-Geräten integrieren hingegen immer mehr Smartphone-Hersteller die Funktion direkt in das Betriebsystem und machen die Vodafone-App so überflüssig.

Vodafone selbst hat die iPhone-App „Vodafone Message+“ am 16. April aus dem App Store entfernt, die Sonderseite zum Messenger aber noch nicht aus dem eigene Online-Angebot gestrichen.

iPhone-Anwender, die sich an den Kurznachrichten-Austausch über den RCS-Standard gewöhnt haben, bleibt nun nichts anderes übrig als auf Apple zu hoffen.

Cupertino soll sich aktuell in Gesprächen mit Google über die systemweite Unterstützung des RCS-Standards befinden. Wie Google erst in der vergangenen Woche bekannt gab, soll RCS zukünftig zum Standard auf allen Android-Geräten werden.

Sollte der Suchmaschinen-Anbieter Apple überzeugen und als Partner gewinnen können, würde den privaten Messengern eine von allen Netzbetreibern und Smartphone-Anbietern unterstützte Alternative zur Verfügung stehen. Bis dahin bleiben deutsche iPhone-Modelle jedoch erst mal still. Keine drei Jahre nach dem Start der RCS-Messenger hierzulande haben Vodafone und o2 ihre Angebote eingestellt. Lediglich der die „Message+“-App der Telekom hält sich wacker. Noch…

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