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Marketing-Experimente:

Entfernte App-Funktionen tauchen als In-App-Käufe auf

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Mit Blick auf die zurückliegenden Aktualisierungen der beiden App Store Anwendungen Brickout und Denon Audio, scheint es angebracht, den sich im App Store ausbreitenden Trend zurückgezogener Funktionen, heute ins Rampenlicht zu zerren.

Dabei geht es uns diesmal weder um dreiste In-App-Kaufangebote noch um das ständige Preis Auf-und-Ab zahlreicher Anwendungen, die, wie etwa der „ABBYY Business Card Reader“ (AppStore-Link), ihren Verkaufspreis im Tagesrhythmus von 89 Cent auf 4,49€ und wieder zurück wechseln.

Mit beiden Strategien machen sich die verantwortlichen iOS-Entwickler zwar keine Freunde, ernsthaft kritisieren lässt sich der verzweifelte Versuch im App Store über die Runden zu kommen, aber auch nicht.

kaufen

Wir stören uns momentan eher an der Entfernung bereits vorhandener App-Funktionen, die wenige Tage später als kostenpflichtige In-App-Käufe angeboten werden.

Eine Entscheidung, die nicht nur für Verwirrung bei viele iPhone-Nutzern, sondern auch für einen unschönen Beigeschmack bei den Bestandskunden sorgt, die die betreffenden Apps bereits einmal bezahlt und frei von In-App-Angeboten erworben haben.

Beispiel I: Brickout Zero Gravity

Im März von uns vorgestellt, startete der universelle Arkanoid-Klon als 1,79€ teure Applikation in den AppStore und offerierte 100 Einzelspieler-Level. Gute Optik. Gutes Gameplay. Brickout hat uns damals so gut gefallen, dass wir das Spiel (zum Auftakt noch frei von In-App-Käufen) empfohlen haben.

Seit Mitte April sieht Brickout anders aus. Die App bietet nur noch 50 Level und sich selbst zum kostenlosen Download an. Wer alle 100 Spiele spielen möchte, muss nun auf einen In-App-Kauf ausweichen, der das persönliche iTunes-Konto mit 1,79€ belastet. Das Problem: Auch Bestandskunden die das Spiel bereits erworben haben, bekommen nur noch 50 Level angeboten.

brickout

Beispiel II: Denon Audio

In die gleiche Kerbe schlägt die Musik-Anwendung Denon Audio. Am 22. April in den ifun.de News vertreten, bot sich der Download der Musik-Anwendung, vor allem wegen ihres integrierten Equalizers an. 1000 Frequenzbänder, 10 Voreinstellungen, ein schönes Interface und nichts zu meckern.

Bis heute. Mit dem letzten Update der Denon Audio-App gibt es den Equalizers jetzt nur noch gegen Bezahlung. Auch hier mit 1,79€ ausgezeichnet und auch hier fällig für Neu- und Bestandskunden, die die App bereits im Mai 2012 gekauft haben.

Wir haben Denon um eine Stellungnahme gebeten und konnten ein promptes Feedback verzeichnen. So erklärt ein Denon-Sprecher gegenüber ifun.de:

[…] Die Lizenzgebühren für diese speziell EQ-Funktion – eine Besonderheit unter Kopfhörer-Apps – hat sich seitens des Entwicklers leider deutlich erhöht. Um diese starke Anhebung der Kosten aufzufangen, ist die Equalizer-Funktion ab der Version 1.0.8 nur noch als In-App-Purchase verfügbar. Dies gilt auch für Wiederinstallationen bzw. auch dann, wenn die App zwar installiert war, aber bisher noch nie benutzt wurde und dann auf die neue Version aktualisiert wird. Allerdings bleiben beim Update von einer früheren Version direkt auf dem iDevice, wo diese App aktuell installiert ist und mindestens einmal gestartete wurde, die EQ-Funktionen kostenlos erhalten. So entstehen für Kunden, die die App aktuell nutzen, keinerlei Nachteile. Dieser aktuelle Schritt zu einer Gebühreneinführung bei unseren Kopfhörer-Apps ist aus oben genannten Gründen leider notwendig geworden. Wir bedauern dies sehr und streben weiterhin danach, unsere Denon Apps für jeden Kunden stets kostenlos anzubieten.

denon

Fazit? Schwierig…

Man könnte Apple den Vorwurf machen, den Entwicklern keine Funktion zur Verfügung zu stellen, mit der sich App-Upgrades abrechnen lassen. Auch bietet der App Store keine Möglichkeit an, Features (für den späteren Verkauf) zu entfernen, die bisherigen Käufer davon jedoch unberührt zu lassen. Zu dem von Brickout und Denon eingeschlagenen Weg gibt es also keine wirkliche Alternative.

Andererseits, müssen wir den Zeigefinger trotzdem heben: Anstatt die ganze Zeit am Preis zu drehen, sich mal gratis und mal kostenpflichtig anzubieten nur um letztlich doch auf In-App-Käufe auszuweichen, sollten sich die App Store Entwickler einfach mal im Vorfeld der App-Veröffentlichung hinsetzen und nachdenken.

Wir könnten jedenfalls gut damit leben, wenn Apple das Drehen an der Preisschraube gar nicht erst anbieten würde und sich die App Store Applikationen einmal auf einen fixen Verkaufspreis festlegen müssten.

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14. Mai 2013 um 14:06 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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