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Kritik an breiter Front

Apples EU-Regeln: Microsoft sieht Schritt in die falsche Richtung

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30 Kommentare 30

Die Kritik an den von Apple angekündigten Maßnahmen, um den Vorgaben des EU-Gesetzes über digitale Medien zu entsprechen, reißt nicht ab. Inzwischen hat sich in der Angelegenheit auch Microsoft in Form der Xbox-Chefin Sarah Bond zu Wort gemeldet.

Die Microsoft-Managerin bezeichnet die Pläne von Apple als einen Schritt in die falsche Richtung und drückt die Hoffnung aus, dass Apple auf die kritischen Stimmen hört und einen kooperativeren Weg einschlägt. Microsoft sei der Meinung, dass ein konstruktives Miteinander die treibende Kraft auf dem Weg zu offenen Plattformen und mehr Wettbewerb sei.

Apple sieht sich an breiter Front kritisiert

Die von Apple für die EU-Länder geplanten Maßnahmen werden allgemein eher verhalten bis kritisch bewertet. Auf dem Papier gewährt der iPhone-Hersteller Entwicklern tatsächlich die im Rahmen der neuen Gesetzgebung geforderten zusätzlichen Freiheiten, allerdings sind damit strenge und für viele Entwicklern schlicht nicht erfüllbare Voraussetzungen verknüpft. Dazu zählt auch das nicht kalkulierbare finanzielle Risiko durch die neu von Apple festgelegten „Technologiegebühren“.

In ähnlicher Richtung haben sich mal mehr und mal weniger laut bereits Apple-Gegenspieler wie Spotify und der Chef von Epic Games Tim Sweeney geäußert. Auch von den Browser-Entwicklern Mozilla waren enttäuschte Kommentare zu vernehmen. Spannend bleibt angesichts des breiten Widerspruchs nur, ob sich die EU den Kritikern anschließt, oder die Vorgaben der neuen Gesetzgebung durch die von Apple angekündigten Änderungen als erfüllt ansieht.

Legt Apple in der EU und China unterschiedliche Maßstäbe an?

Apple macht im Zusammenhang mit seinen Ankündigungen auch massiv Wind gegen die europäischen Gesetzgeber und hat diesen unter anderem vorgeworfen, dass die Regulierung die Datenschutz- und Sicherheitsbedrohungen seiner Kunden unvermeidlich erhöht habe.

Ein solcher Standpunkt ist zu achten, sofern er aufrichtig ist. Allerdings ist uns nicht bekannt, dass Apple sich in ähnlicher Weise kritisch geäußert hat als es darum ging, Maßnahmen wie das Auslagern von iCloud-Daten chinesischer Kunden auf staatlich kontrollierte Server durchzuführen oder die dort von Demonstranten genutzten AirDrop-Freiheiten zu beschneiden. Hier wurde jeweils lediglich formlos mitgeteilt, dass die Änderungen aufgrund der regionalen Gesetzgebung nötig wären.

30. Jan 2024 um 13:01 Uhr von chris Fehler gefunden?


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    30 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Nun ja, China wollte nicht die Hoheit des AppStore und damit die größte Basis für Apples Einnahmen angreifen.
    Sie haben lediglich die Beschneidung von ein paar Funktionen angeordnet, die nich die Einnahmen betreffen.

    Von daher finde ich es wenig verwunderlich, dass Apple sich hier wesentlich stärker widersetzt.

    Antworten moderated
      • Ich bin gespannt wie groß der Imageschaden für Apple wird. Und unsere Politiker sind zwar sehr träge, aber die so dreist verarscht und vorgeführt werden wie Apple dies zur Zeit macht, könnten die etwas gereizt werden.
        Dann greifen unsere Bürokratenkönige ggf. mal schneller durch!

      • „Wenig verwunderlich“ soll ja nicht heißen, dass ich es gut finde.

        Es sollte eine (in meinen Augen logische) Erklärung sein, warum es sein könnte, dass Apple exakt so gehandelt hat, wie sie es nun taten…

        Nichts mehr und nichts weniger.

    • In deren AppStore landet auch nur noch, was der chinesischen Regierung gefällt. Bzw. wenn nicht, entfernt es Apple ohne großes Aufsehen.
      Natürlich noch eine ganz andere Sache, als alternative AppStores zuzulassen, aber auch hier finden Einschränkungen statt, die Einfluss auf dem Umsatz haben.

    • Na ja, ohne Apples Kooperation, hätte es wohl ein Verkaufsverbot in China gegeben. Die Gefahr sieht mon wohl in Demokratien nicht.

      • Zudem ist man wohl auch bei Apple einfach nicht bereit/gewillt, wegen den 7% am weltweiten Gewinn, den man wohl mit dem AppStore hier in Europa macht, sein Geschäftsmodell mit dem AppStore gleich weltweit nach den Wünschen der EU umzubauen um so auch, komplett unnötig, die anderen 93% mit zu gefährden.

        Und selbst dort macht man dann eben so unkomfortabel, wie es nach dem Gesetz gerade noch zulässig ist.

  • In dieser Form werden sich nur eine paar Entwickler/Firmen auf den Deal einlassen. Gerade für kleinere ist finanzielle Risiko zu groß, falls die App zu beliebt wird und die 1 Mio. Grenze an Installationen knackt und dann die „Core Technology Fee“ fällig wird. Das fiese seitens Apple ist auch, dass es ein One-Way Ticket ist. Einmal im „EU-Tarif“ kann man nicht auf das normale Modell zurückkehren.

  • Chicken Charlie

    Die Dame hat nicht unrecht, aber auch auf Xbox und Playstation sollte es Usus sein, seine Spiele von unterschiedlichen Marktplätzen zu kaufen. Das geht aber nicht. Bei Microsoft kann man zwar per Key noch Spiele einlösen, aber bei Sony hört es schon auf. Da bist dann auf deren Onlineshop angewiesen, wo die Spiele teilweise nach 9 Monaten noch genauso viel kosten zu Release. Im Internet findest du die Spiele neu und originalverpackt für teilweise über 50 % günstiger..

    • Soweit ich weiß gibt es kein exklusives Xbox Spiel mehr. Alles was es für die Xbox gibt, kann man auch am PC kaufen.

      Ich denke MS hätte auch nichts dagegen wenn sie auf die PlayStation kommen würden oder die Switch aber da dürfen die anderen beiden sicherlich abblocken und ich glaube die wollen auch garnicht auf die anderen Konsolen.

      • Lol, natürlich hat PlayStation und switch nichts gegen Microsoft spiele, Microsoft will einfach denen nicht die 30% abgeben. Minecraft ist ja auch von Microsoft, und das läuft ja auf allen Geräten.

  • Ich kann dieses ganze rumgeheule dieser Unternehmen nicht mehr nachvollziehen. Spotify oder Google oder oder oder erheben doch auch Gebühren für die Nutzung ihrer Dienste damit die Server betrieben werden können usw. Google selbst erhebt auch Gebühren bei kostenpflichtigen Inhalten im Playstore für die Nutzung der Plattform und des Betriebssystems. Apple macht lediglich das gleiche und sagt, dafür das ihr anderweitige Bezahlmöglichkeiten anbieten wollt aber gleichzeitig unsere Plattform für die Nutzung in Anspruch nehmen wollt, dann müsst ihr eben eine Strafgebühr zahlen denn ihr nutzt ja trotzdem unser Betriebssystem für die Nutzung der Apps.

    Würde mich wundern was ein Spotify oder Google dazu sagt wenn die nichts verdienen sollen und trotzdem eine Leistung erbringen müssen. Arbeitet von euch gern jemand für lau?

  • Wenn der Weg, in die falsche Richtung bedeutet, dass die Sicherheit dadurch leidet, dann ist mir die Sicherheit die ich vorzieht wichtiger.
    Das war auch mit ein Grund, warum ich vor zehn Jahren zu Apple Produkte gewechselt bin.

    • Mein gott die sicherheit leidet nicht zwingend darunter. Apple gehts rein ums Geld. Den Sicherheitsaspekt schiebt Apple nur fürs Marketing ein.
      Und ja, ich arbeite in der IT Cyber Security. Wenn dir aktiv einen scheiss installierst, dann passiert was. Wenn nicht dann schon weniger. Ist übrigens bei Mac nicht anders. Und ich bin richtiger Apple Fanboy, aktuell ziehen sie sich aber selbst in misskredit.
      Und auch bei android muss man einen schalter umlegen um sideloqding zu betreiben. Mit Sicherheit wirds bei Apple nicht einfacher, dass im Hintergrund apps installiert werden etc. Vor allem hat ja apple für seine apps ja nach wie vor das sandboxing prinzip

      • +1

      • Danke, ja genau das ist es halt. Apples System wird dadurch nicht unsicherer, sie haben ihr unsicheres OS durch die Sandboxarchitektur entsprechend gegen Angriffe gehärtet (fun fact: davor war iOS aufgrund der fehlenden nutzerverwaltung sogar unsicherer als android). Wenn es also zu einem Vorfall kommt, liegt es nicht an einem alternativen Browser oder AppStore sondern an Apples Schludrigkeit. Das ist aktuell alles Marketing. Und auch faszinierend dass anscheinend der letzte Absatz überlesen wurde. Wenn es einem um Sicherheit geht, dann sollte es einem besonders um den Schutz vor staatlichen Einrichtungen gehen. Da hat Apple in China schon kein Problem, einfach ein weiterer Grund Apple beim Thema Datenschutz als unglaubwürdig einzustufen.

    • Klick nicht jeden Scheiß an … bisschen denken ist doch zu viel verlangt.

    • Bin erschrocken, wie viele unmündige Bürger es doch scheinbar gibt.

      Das kleinste 1mal1 der IT sollte man doch wenigstens kennen.

      Antworten moderated
  • Sicherheit ist ein sehr dehnbarer Begriff. Big Tech gehts nur um Profit. Punkt.

  • Habt hier jmd. verstanden, was Apple in der EU vorhat? Wenn ich die Kommentare lese bezweifle das.. Mit der neuen EU-Doktrin und ohne Änderung seitens Apples im AppStore, würde jeder Entwickler seine Apps for free im AppStore anbieten, aber verkaufen würden sie die Apps in anderen Märkten.. Also schön die Apps bei Apple bewerben , aber Umsatz wird wo anders gemacht..

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  • Es ist echt erstaunlich, wie Apple es geschafft hat, das eigene Ökosystem als „sicher“ zu platzieren. Und noch erstaunlicher ist es, wie Lemming-gleich das immer wieder aufgegriffen wird und Menschen diesen Unsinn einfach nachplappern. Jeder Mensch mit einem Hauch von IT-Sachverstand kann sich da eigentlich nur grölend in die nächste Ecke werfen.

    Der App Store ist nicht per se „sicher“. Es gibt haufenweise Beispiele, wo sämtliche von Apples Kontrollen schlicht versagt haben.
    Ein iPhone wird auch nicht „unsicherer“, nur weil da irgendwas drauf kommt, was nicht vorher den gnädigen Kontrollen bzw. der Zensurmaschinerie von Apple ausgesetzt war.

    Merkwürdiger Weise ist ja MacOS nach wie vor nicht zur Virenschleuder mutiert – und das, obwohl man da doch tatsächlich schon immer Software aus ganz beliebigen Quellen drauf installieren konnte. Was genau soll bitte die Argumentation sein, warum das für iOS nicht auch funktioniert?

    Das was Apple tut ist so durchschaubar wie ne Glasscheibe: Die Sicherheit vorschieben, aber eigentlich „eigene Gewinne“ meinen. Es geht Apple um nichts, nichts, nicht anderes. Wenn sie wenigstens so ehrlich wären, da zuzugeben, anstatt es hinter irgendwelchem Geschwurbel zu verstecken.

    Daher komm ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus, wenn ich einige der Kommentare zum Thema lese (ich meine nicht zwingend den, auf den ich gerade antworte). Wer die „gefühlte Sicherheit“ behalten mag, der bleibe halt bei Apple-Stores-only. Alle anderen freuen sich vermutlich, dass ihnen potentiell(*) mehr Möglichkeiten geboten werden, über die Inhalte des eigenen Gerätes selber zu bestimmen.
    Eines scheint vielen nicht so ganz klar zu sein: die Verantwortung über eigene Gerätschaften trägt man selber. „Apple kümmert sich schon, dass nix passiert“ ist einfach nur blauäugig. Mein Gerät, meine Verantwortung. Ende.

    (*) „potentiell“, da genau das aufgrund der -sagen wir mal- ‚Vorschrifts-beugenden“ Implementierung des Ganzen auch weiterhin erstmal leider nicht möglich sein wird).

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  • Microsoft hält aber weiter an den 30% im eigenen AppStore fest oder?

    • Hat Microsoft analog Epic schon vor geraumer Zeit auf 12 Prozent reduziert, mit Ausnahme von Xbox-Spielen. Aber das ist nicht alles: Bei Verwendung eines eigenen Zahlungsdienstleisters erhebt MS gar keine (!) Kommissionsgebühr – davon sind allerdings nicht nur Xbox- sondern auch PC-Spiele ausgenommen.

      Antworten moderated
    • Musst den Store aber nicht nutzen, weder als Entwickler der dort Apps platziert, noch als User der dort Apps laden muss.

  • Ich hoffe doch, dass Microsoft nun für seine Plattformen da jetzt auch mal mit gutem Beispiel voran geht und nun Drittanbieter-Stores mit den gleichen Konditionen auf die XBox lassen, die sie hier von Apple erwarten.

    Warum öffnet sich Microsoft hier denn auch nicht generell freiwillig?
    Hat man hier etwa Angst ums eigene Geschäft, wie Apple das bei seinen Plattformen hat?

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