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Apples 1,4-Billionen-Dollar-Zahl im Realitätscheck

App Store als Wirtschaftsmotor? Was Apples neue Studie wirklich misst

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Apple hat kurz vor der WWDC und unmittelbar nach der Ankündigung seines neuen Developer Centers in Berlin eine neue Studie zum App Store veröffentlicht. Die Botschaft ist einfach: Das App-Store-Ökosystem habe 2025 weltweit Umsätze und Verkäufe in Höhe von 1,4 Billionen US-Dollar ermöglicht. Für mehr als 90 Prozent davon seien keine Provisionen an Apple geflossen.

App Store Zahlen

Die Zahlen stammen von der Analysis Group, einem Forschungsinstitut, das seit Jahren regelmäßig Studien im Auftrag Apples erstellt. Entsprechend lohnt ein genauer Blick darauf, was hier eigentlich gemessen wird und welche Fragen unbeantwortet bleiben.

Große Zahl, unscharfe Aussage

Die zentrale Zahl der Studie wirkt auf den ersten Blick wie eine Bilanz des App Stores. Tatsächlich beschreibt sie jedoch etwas anderes. Erfasst werden nicht nur In-App-Käufe oder Abonnements, sondern sämtliche wirtschaftlichen Aktivitäten, die über Apps angestoßen werden.

Wenn Nutzer über die Amazon-App einkaufen, bei Airbnb Reisen buchen oder bei Lieferando Essen bestellen, fließen diese Umsätze in die Rechnung ein. Der größte Teil der ausgewiesenen 1,4 Billionen Dollar stammt sogar aus genau diesen Bereichen. Allein physische Waren und Dienstleistungen machen laut Studie rund 1,1 Billionen Dollar aus.

Damit stellt sich die Frage, wie viel dieser Wirtschaftsleistung tatsächlich dem App Store zugerechnet werden kann. Die meisten dieser Geschäfte würden vermutlich auch ohne Apples Plattform stattfinden. Die Studie misst daher weniger die Größe des App Stores als die wirtschaftliche Bedeutung von Smartphone-Apps insgesamt.

Auffällig ist zudem, dass Apple erneut keine Angaben zu den eigenen App-Store-Einnahmen macht. Stattdessen verweist das Unternehmen darauf, dass für mehr als 90 Prozent der erfassten Umsätze keine Provisionen angefallen seien. Das ist zwar korrekt, ergibt sich jedoch vor allem daraus, dass der größte Teil der berücksichtigten Umsätze ohnehin aus Bereichen stammt, für die Apple grundsätzlich keine Umsatzbeteiligung verlangt.

Passender Zeitpunkt für die Veröffentlichung

Die Veröffentlichung erfolgt zudem in einer Phase, in der Apple weltweit unter regulatorischem Druck steht. In Europa zwingen die Vorgaben des Digital Markets Act das Unternehmen zu Änderungen am App Store. Gleichzeitig dauern die Debatten über Gebührenmodelle, alternative Marktplätze und Wettbewerbsfragen an.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Studie eher wie ein politisches Signal. Statt über App-Store-Provisionen oder laufende Verfahren zu sprechen, rückt Apple die Rolle des Konzerns als Wirtschaftsmotor in den Mittelpunkt.

Apple Studie App Store Zahlen 2500

Ähnlich verhält es sich mit dem Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz. Die Studie hebt hervor, dass KI-Apps besonders stark wachsen. Welche Anwendungen genau darunter fallen und wie groß die Unterschiede tatsächlich ausfallen, bleibt jedoch offen. Genannt werden relative Wachstumsraten, nicht aber belastbare Detailzahlen.

Die Untersuchung liefert damit vor allem Argumente für Apples eigene Position in den aktuellen Debatten. Als Stimmungsbild über die Bedeutung von Apps ist sie interessant. Als unabhängige Bestandsaufnahme des App-Marktes sollte sie dagegen mit entsprechender Vorsicht gelesen werden.

04. Juni 2026 um 16:09 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    6 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Danke für die Einordnung! Finde ich immer schön, wenn ihr euch sowas genauer anschaut – im Gegensatz zu anderen Seiten (9to5), die eigentlich nur noch ein Apple-Pressemitteilungen-Abdruck-Dienst sind.

  • Apple wie ein Politiker am sabbeln:D
    Unglaublich wie manipulativ Apple ist
    mit dieser Studie.

    Das sie nie genau sagen wollen was sie mit dem AppStore verdienen…da sollte ein Richter / Land die endlich mal bestrafen.

    PS: Apple will das Märchen aufrecht erhalten das der kleine Entwickler dank dem AppStore zum Millionär wurde:)

    • „Die Politiker“ als homogene Masse zu betrachten, die man dann auch direkt unter Generalverdacht stellt…
      das ist einfach nur traurig ordnet aber den inhaltlichen Stellenwert Deines Beitrags gut ein!

  • Danke für die Recherche und für das genaues Hinschauen!

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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