Artikel Statement zu ZDF heute-App: Deutsche Zeitungsverleger zwischen Kritik und Arroganz
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Statement zu ZDF heute-App: Deutsche Zeitungsverleger zwischen Kritik und Arroganz

27 Kommentare

Nach dem nicht enden wollenden Rechtsstreit über die Zulässigkeit der ARD-eigenen Tagessschau-Applikation, haben wir zum gestrigen Start der ZDF heute-App auf ruhigere Töne aus den Reihen des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger gehofft. Vielleicht zu naiv.

Die hastig ausgegebene Pressemitteilung der Zeitungsverleger – das Statement beschränk sich auf ganze drei Sätze – haut jedenfalls wieder mit der Faust auf den Tisch. Die Nachrichten-Applikation des ZDF sei, wie schon bei der Tagesschau beobachtet, viel zu textlastig. Dies kritisierte der Hauptgeschäftsführer des BDZV, Dietmar Wolff, gestern in Berlin.

Wolff:

“Nichts Neues vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Die heute-App des ZDF baut auf lange Texte.”

Flankiert wird der BDZV-Zweizeiler von einem Screenshot der ZDF-App, in der ein 150-Wort Infotext-Kasten zum Papst-Rücktritt abgebildet ist…

Geht es nach dem Bundesverband, steht die heute-App damit im “direktem Widerspruch zu der Forderung des Rundfunkstaatsvertrags”. Die Zeichen stehen also mal wieder auf Sturm.

Die Tatsache, dass sich die Verleger noch immer von der Angst treiben lassen, die Apps der Öffentlich-Rechtlichen könnten sich mit ihrem inhaltlichen Schwerpunkt zu sehr an presseähnlichen Angeboten orientieren, lässt tief Blicken und gewährt nur noch wenig Zeit den Wetteinsatz in den Korb zu legen. Unser Tipp: Noch bevor die Wetterauer-Zeitung (oder eines der anderen BDZV-Mitglieder) mit einem App-Highlight den direkten Konkurrenzkampf zur ZDF-App aufnimmt, steht der BDZV wieder vor Gericht.

Diskussion 27 Kommentare.
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  1. Die Verlegen hätten keine Konkurenz zu befürchten, wenn ihre Zeitungen selbst vernünftige Apps herausbringen würden…

    — Ich
  2. Warum sich mit eigenen Ideen anstrengen, wenn man in der Regierung Verbündete hat, die durch entsprechende Gesetzgebung die Pfründe der Zeitungsverleger sichert. Bestes Beispiel ist die heute im Bundestag zur Abstimmung stehende Gesetzesvorlage …

    Joshi
  3. Zeitungen sind am aussterben. Wer kauft schon eine Zeitung, wenn Nachrichten 1 Tag alt sind. Im Zeitalter von Multimedia, ist die reine Zeitung nicht mehr aktuell, so wie eine Telefonzelle immer mehr verschwunden ist. und mit steigenden Verkaufszahlen an PKW´s die Pferdediebstähle zurück gegangen sind. Lach

    — Michael
      • Na, wenn die Verleger meinen, dass sich das für die paar Hansel noch lohnt, nur zu.

        — Hermann Karton
      • Auch mit Nischen kann man Geld verdienen ;) Telefonzellen haben bis jetzt als Nische ja auch weiter Bestand. Nur sollen die nicht meckern das die Umsätze schwinden ;)

        — Ben
    • Gedruckte Nachrichten nur nach dem Alter zu bewerten und deswegen abzuschreiben, verkennt das Wesen einer Zeitung: Nachrichten auszuwählen, in einen Kontext zu setzen und zu kommentieren. Dafür braucht es Qaulitätsjournalismus der auch mal länger als 5min recherchiert – wenn überhaupt.

      — Phil
  4. So langsam gehen mir die vollkommen unkreativen Zeitungsverleger auf den Keks. Blinde sowie Gehörlose bezahlen in die ÖR ein und somit ist es nur natürlich, dass die darüber finanzierten Apps auch Teste anbieten.
    Die Verlage versuchen auf allen Fronten politisch, Jahre des unkreativen Ausruhens auf alten Geschäftsmodellen in die neue Zeit zu retten und meinen ihren Hintern nur in Richtung Juristen bewegen zu müssen. Dabei merken die nicht mal, welch einen Bärendienst die sich damit erweisen.

    — derdurden
  5. Zu textlastig? Dann sollten die Verleger sich mal Gedanken machen über ihre eigene Berichterstattung. Marktschreierische Überschriften mit mageren 3 Sätzen Berichterstattung, ohne Hintergründe zu beleuchten a la BILD, dann sind textlastige Berichterstattungen hintergründiger und bieten mehr Informationen.

    Dieses automatisierte Reflexgeschrei der Verleger zu den Apps von Tagesschau und heute ist kindisch, unsachlich und daneben.

    — SleepingSunBln
  6. Ich sehe nicht fern, weil mich das Zeitdiktat stört, und ich höre auch kaum Radio. Aber wenn ich Zeit und Lust habe, höre ich Podcasts, lese die ARD-App und nun sicherlich auch mal die von ZDF. Das muss schon drin sein bei den GEZ-Gebühren.

    — Rinaldo
    • Okay, dann aber auch eine Zwangsgebühr für die freie Wirtschaft. Wenn ARD und ZDF mit Zwangsgebühren neben ihren Grundversorgungsauftrag (den sie schon lange überreizen) jetzt auch noch Zeitung im Internet spielen, dann auch für die Verlage. Denn wenn es so weitergeht, gibt’s bald wirklich nur noch den Agentureinheitsbrei im Netz. Nichts anderes bieten die ÖR auf ihren Seiten, da ist nix selber erstellt. Nun sag mit aber, warum sollen Verlage ihr Angebot verschlüsseln, wenn die ÖR mit Gebühren Agenturen “kostenfrei” verbreiten… Irgendwann ist Schluss. Und in zehn Jahren fragen wir verwundert, wo die unabhängige Presse ist…
      PS; bin immer verwundert, wie oft Bild hier genannt wird. Müssen einige echt gut kennen, so wie sie drüber schreiben?! ;-)

      — Nepi
  7. Joshi schrieb:
    …Warum sich mit eigenen Ideen anstrengen, wenn man in der Regierung Verbündete hat, die durch entsprechende Gesetzgebung die Pfründe der Zeitungsverleger sichert…

    Nun – über allem schwebt das Damoklesschwert Arbeitsplätze. Heißt: geht es der Branche schlecht und sie entlässt Mitarbeiter, muss der Staat die Sozialleistungen erhöhen. Heißt weiter: negative Schlagzeilen für die regierende(n) Partei(en). Heißt: Wiederwahl gefährdet. Heißt letztendlich: Es geht einzig um die Machterhaltung und der damit verbundenen Vorteile Einzelner oder ganzer Parteien. Punkt.

    — macmercy
  8. Am iPhone gucke ich sowas nie. Das habe ich nur zum Telefonieren, mal ‘ne Fahrinfo, Navi… aber niemals lese ich da Nachrichten, dafür habe ich ein iPad und iPad-Mini. Das iPhone ist einfach nicht mehr zeitgemäß winzig, aber ich liebe nun mal Apple und hole mir kein Androidmüll. Deshalb frage ich mich, warum das keine Universal-App ist. Können andere Nachrichtensender ja auch.

    — Burhan
  9. Wenn die Verleger so weitermachen laufen sie Gefahr, dass die Verbraucher/Gebührenzahler sich Gehör verschaffen und das Ergebnis wird ihnen nicht gefallen – ich könnte auf die Idee kommen mein Zeitungsabo zu kündigen – mir tut das man wenigsten weh.

    — Vertex

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