Artikel “Digitaler Bettel-Becher”: Instacast-Update scheitert an Flattr
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“Digitaler Bettel-Becher”: Instacast-Update scheitert an Flattr

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Instacast, die kürzlich runderneuerte Podcast-Applikation der Entwickler-Schmiede Vemedio – ifun berichtete – hängt mit ihren Updates derzeit im Eingangsbereich des App Stores fest. Grund für die verzögerte Auslieferung der fehlerbehebenden Aktualisierung ist die Integration des Dienstes Micro-Payment Dienstes Flattr. Die seit Version 2.0 integrierte Option ermöglicht den Nutzern der App, Podcast-Macher mit Kleinstbeträgen zu vergüten – fährt ihre Transaktionen jedoch vorbei am Apple-eigenen iTunes-Account.

As a follow up I want to let you know that Instacast updates are delayed, because the Apple review team decided to hold updates until they make up their minds about what to do with Flattr in iOS apps.

Um die Fehler der aktuellen Instacast-Version so schnell wie möglich zu beheben, haben die Macher der Podcast-Anwendung ihr Mini-Update auf Version 2.0.1 noch mal ohne Flattr-Support eingereicht, wollen langfristig aber versuchen die Vergütungsoption in der Applikation zu behalten.

Flattr – dieses Video beschreibt das sympathische Anliegen des Dienstes – kommt vor allem in Europa zum Einsatz, nutzt hierzulande jedoch nur ganz vereinzelten “Netz-Prominenten” und hat mit einem weitläufigen Akzeptanz-Problem zu kämpfen.

So berichtet Instapaper-Entwickler Marco Arment über Flattr-Gesamteinnahmen im einstelligen Euro-Bereich und sieht die Einbindung des Dienstes in Podcast- und Online-Angebote als digitales Äquivalent zum Bettel-Becher den Webseitenbetreiber ihren Lesern in den Fußgängerzonen des WWW entgegenstrecken.

Diskussion 31 Kommentare.
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  1. “Digitaler Bettel-Becher”… Selten einen so unpassenden Vergleich gehört. Beim Betteln bekommt der Bettler etwas ohne hierfür eine Gegenleistung zu erbringen. Flattr bietet die Möglichkeit für Dienste oder Inhalte zu zahlen. Hier bekommt man also durchaus eine Gegenleistung. Es geht also nur darum, ob der Nutzer so fair ist für die von ihm in Anspruch genommen Leistungen zu zahlen oder nicht. Wenn überhaupt wäre der Nutzer der Flattr nicht verwendet und alle Inhalte kostenlos entgegen nimmt der Bettler: Er steht mit offener Hand da und nimmt Leistungen (Dienste, Inhalte, etc.) entgegen ohne etwas dafür zu geben.

    — Dextro
    • Ich finde den Vergleich hervorragend. Entweder Inhalte kostenlos ins Netz stellen oder eine Paywall davor. Ich habe mich für ersteres entschieden und komm dann auch nicht mit Flattr-Buttons angekrochen.
      Bei herausragender Gegenleistung seitens des Anbieters nimmt dieser sicher auch Spenden an, wenn man ihn kontaktiert und danach fragt.

      — Hermann Karton
      • Nur weil man Flattr einbindet heißt das noch lange nicht, dass man die Inhalte nicht mehr kostenlos ins Netz stellt

        — ezod
      • @Hermann K. Natürlich kann man auch ohne Flattr fragen ob man spenden kann, allerdings ist dabei doch die Schwelle viel höher.
        Und ich betreibe den Aufwand nach einer Bankverbindung zu fragen und eine Überweisung zu tätigen bestimmt nicht “für ne Mark oder zwei”!
        Flattr ist halt der monetäre “gefällt mir button”

        dem_onkel
    • Naja, bettler ist nicht gleich bettler. Es gibt (meiner meinung nach) fast genauso viele schlechte bis grotten schlechte straßenmusiker die einen mit schlechter musik belästigen als der opa aus armenien der dir sein schlecht beschriebenes schild hin hällt.
      Solche “musik bettler” haben auch einen bettel becher, daher passt der vergleich ganz gut ;)

      froody
  2. War letzte Woche bei meiner persönlichen App ähnlich. Ich hatte bei mir einen Spendenbutton drin, der auf eine Paypal-Seite zum Spenden verlinkt hatte.
    Die erste Version ist ohne Probleme durchgekommen und jetzt beim Einreichen eines Updates motzte das Review-Team plötzlich rum, dass ich eine Bezahlsystem ohne Apples In-App-System nutze.

    Sehr strange :)

    — Niklas Neesen
  3. ich verstehe nicht, warum ich nochmal etwas bezahlen soll, wenn ich für die Anwendung bereits 79ct bezahlt habe. Das kommt dem Betteln ohne Gegenleistung doch schon ziemlich nah.

    — eltrash
    • Bitte informiere dich, bevor du solche Kommentare ablässt.
      Flattr schüttet Geld an Inhalts-Schaffende aus, nicht an den Entwickler von Instacast.

      — Martin
    • Du hast es nicht verstanden. Bei Flattr zahlst du nichts an den App-Entwickler, sondern an den Podcaster. Kennst du Instacast überhaupt oder Podcasts?

      — esci
    • Du bezahlst doch an den Macher des Podcasts und nicht für die Nutzung von Instcast (obwohl die App es Wert wäre…)!
      Man nennt sowas dann wohl eher “wertschätzung”!
      Außerdem ist es dir freigestellt ob du flatterst oder nicht!

      dem_onkel
    • DAS frage ich mich allerdings auch, warum das dabei möglich ist, aber dann so etwas simples wie flattr oder paypal einzubinden verboten sein soll…

      — komacrew
  4. Lustig ist das die Flatter Integration bei Instacast nicht neu ist, sondern schon in einer früheren Version der App implementiert wurde. Noch lustiger fInde ich das Version 2.0 fürs iPhone durch die AppStore Durchgangskontrolle durchgewunken wurde, nicht aber die HD-Version fürs iPad.
    Ich hoffe Apple lenkt noch ein. Wäre doch schade wenn man für nen tollen Podcast den Machern nicht mal “ne Mark” in den Hut werfen kann.

    dem_onkel
  5. Den Vergleich mit dem “digitalen Bettel-Becher” finde ich, ähnlich wie Dextro, ebenfalls äußerst unpassend. Ich mag Flattr gerne und unterstütze eine ganze Reihe von Diensten / Applikationen / Inhalten durch Flatts. Dass “große” Anbieter wie Tim Pritlove tendenziell eher profitieren, ist für mich kein Problem.

    Flattr gab es in Instacast übrigens auch schon vor Version 2.0.

    Zum Vergleich mit Marco: Seine Dienste / Apps kosten Geld, weshalb man hier deutlich weniger geneigt ist, nochmals etwas zuzuschießen. Ganz anders sieht es aber mit Podcasts oder kostenlosen Apps aus. Beispiel gefällig:
    Die fantastische “Mediathek”-App hat beispielsweise schon 2600 flatts eingesammelt (was wohl ±1000€ entsprechen düfte); ganz nebenbei. Ähnlich geht es vielen anderen Anbietern / Diensten.

    Ich finde den Dienst eine tolle Möglichkeit, unkompliziert “Danke” zu sagen. Und ein Flattr-Klick ist, besonders wenn er von vielen kommt, eben im Gegensatz zu einem netten Wort auf Twitter am Monatsende auf dem Kontoauszug sichtbar.

    Ganz nebenbei finde ich eure Berichterstattung über Instacast an der Grenze zum Bashing. Habt ihr persönliche Fehden auszutragen?

    — Martin Weber
  6. Mir geht das Gebettele in jedweder Form tierisch auf die Nerven. Ob nun mit oder ohne Gegenleistung.
    Was ist das überhaupt für eine Art und Weise, betteln als Tei eines Geschäftsprinzips bzw. einer Vermarktungsstrategie zu sehen? Mir würde das meine Selbstachtung schon verbieten, fremde Leute anzubetteln, um mir eine zusätzliche Einnahmequelle zu erschließen.

    — Werner
    • Wie gesagt betteln hier höchstens die Nutzer und nicht die Anbieter! Wobei betteln hierbei auch das falsche Wort ist, denn betteln tut nur wer in Not ist. Die Nutzer haben habe keine Not sondern nehmen nach dem Motto Geiz-Ist-Geil alles was sie kriegen können ohne dafür zu zahlen. Das ist kein Betteln sondern Schmarotzertum.

      Jeder Anbieter hat in irgendeiner Form eine Leistung erbracht. Da ist es doch nur verständlich wenn man auf eine Gegenleistung hofft. Oder verschenkt Ihr eure Leistungen? Wohl eher nicht! Wenn überhaupt ist es Armutszeugnis für die Nutzer, dass die Anbieter wenigstens um eine geringe Anerkennung betteln müssen.

      — Dextro
      • Dann sind nur die Inhalte nicht gut genug, um dafür generell einen Obulus verlangen zu können.

        — Hermann Karton
      • @Hermann Karton
        Die Einstellung ist ja vollkommen OK. Jeder kann für sich entscheiden ob ihm eine Leistung etwas wert ist oder nicht. Wenn nicht, nimmt man die Leistung einfach nicht in Anspruch und gut iss.

        Aber die Einstellung “Ich nutze Leitung XY, aber das dafür auch noch Geld verlangt wird ist eine Frechheit…” finde ich erbärmlich.

        — Dextro
      • @Hermann Karton: Aber ohne die flattr Option würdest du für die Inhalte vorab bezahlen und würdest dich dann anschliessend beschweren das sie das Geld nicht wert wären…
        Ich würde auch niemals etwas dafür zahlen wenn jemand in seinen Blog ein flattr button setzt und mir einen kopierten oder einfach nur übersetzten Bericht von einem anderen Blog anbietet, aber bei wirklich nützlichem für mich kann man sich anschliessend selber frei überlegen ob man dafür etwas abtritt, anstatt vorab eine Pistole auf die Brust gesetzt zu bekommen: Geld oder keinen Inhalt ! Sowas würde ich mir gerne auch mal für die Newsstand App wünschen, da ich bei vielen Zeitschriften nur einen Artikel einmalig lesen möchte, aber dafür nicht den original Print Preis hinblättern möchte. Aber das wird definitiv an der Einstellung der Mehrheit scheitern nie etwas anschliessend dafür auszugeben

        — komacrew
    • Flatter mit Betteln in den Kontext setzen zu wollen ist ein völlig falscher Ansatz!

      Flatter ist viel mehr ein Angebot die Arbeit anderer wertzuschätzen, beziehungsweise auszuzeichnen.

      Gefällt mir ein Beitrag kann ich flattern – muss es aber nicht.

      dem_onkel
      • Dem kann ich nur zustimmen.

        Für mich ist Flattr der einfachste Weg einem Erzeuger von für mich interessanten digitalen Inhalten meine Wertschätzung auszudrücken und zu deren Weiterbestand beizutragen.

        — juhu
  7. Instacast verdient aber an den durchgeleiteten Flattr-Klicks mit, und das halte ich (und offenbar auch Apple, allerdings wohl aus anderen Gründen) für problematisch. Erst der Sturm im Wasserglas, dass man mit einer Nischen-App aufgrund fehlender Upgrade-Möglichkeiten im AppStore kein Geld verdienen könnte (so ist das nun einmal mit Angebot und Nachfrage, ein gewisses Verständnis für den potentiellen Markt sollte man schon mitbringen was dann auch in einer vernünftigen Preiskalkulation gipfeln sollte) und nun das nächste öffentliche Gejammer ums Geld. Es dürfte hierbei wohl kaum das Wohl der Inhaltslieferanten im Vordergrund stehen…

    — PreyHound
    • > Instacast verdient aber an den durchgeleiteten Flattr-Klicks mit
      Hast du eine Quelle hierzu? Würde mich interessieren.

      — Martin Weber
  8. Leute, eure unobjektive Berichterstattung über Instacast geht mir echt auf den Sack. Ist der Pocket Casts Macher ein Homie von Euch, oder was? Das Gefühl hatte ich schon beim Lesen Eures Reviews der Version 2.0…

    — TruckTurner
  9. > So berichtet Instapaper-Entwickler Marco Arment über Flattr-Gesamteinnahmen im einstelligen Euro-Bereich

    Schade, dass Dan Benjamin da nicht gleich nachgehakt und seine eigenen Einnahmen nachgeschlagen hat. 5by5 ist auch seit kurzem bei Flattr dabei, und zwar nicht schlecht:

    http://flattr.com/profile/danb.....enjamin

    Da sollte eigentlich ein mindestens dreistelliger Betrag zusammenkommen.

    Hoffentlich gibt es ein Followup.

    — Thilo
  10. Meine Erfahrung ist, das der Otto-Normalverbraucher nicht Flettr benutzt, sondern in der Regel Flattr’n die Entwicklwr sich gegenseitig… ich kenn nur 1 Person in meinem Bekantenkreis der Flttr benutzt aber nur weil er auch auf seiner Seite einen Flattr-Button hat… für mich hat das keine Zukunft… Ich hab 1 Account mit Guthaben… z.B. Apple und will damit in Zukunft alles damit bezahlen… alles andere ist eine Einbahnstraße…
    Ich würd viel lieber für einen Podcast 2-3€ im Jahr zahlen… aber MasterCard, PayPal, Flattr usw. irgendwann wird es unübersichtlich und man verliert die Lust…
    Ich bin mir sicher das man in Zukunft mit dem Apple Account fast alles bezahlen kann… einfach sicher und Gut… meine Tochter mit 11 Jahren geht in MediaMarkt kauft sich 15€ iTunes Karte… rubbelt und gibt den Code vor Ort in ihr iPhone ein… Boom fertig… sie hat noch nie was von Flttr gehört und würd ihr Taschengeld nicht dafür ausgeben wenn sie es nicht muss…
    Hinzu kommt… entweder zahlen alle oder es ist kostenlos… Flattr ist nur was für Entwickler und NICHT MASSENTAUGLICH… Sorry aber das ist die Wahrheit

    TOGOR
  11. Diese ganze Diskussion ist nur noch lachhaft!!! Podcast hat sich mal dadurch selbst definiert dass das “kostenfreie” Audioinhalte von den Machern an die Hörer waren. Kleinprojekte mit Charme und Humor und vor allen nicht den Blick auf den Brieftaschen der Nutzer. Schade das sich aus kostenfreihen Ideen immer wieder der Konsum von morgen entwickelt. Jungs und Mädels ihr braucht zu Hause kein halbes Tonstudio was sich dann wieder refinanzieren muss, dass war doch auch nie das Ziel und wer mit labbern Geld verdienen will soll zum Radio oder in Parteien gehen ups das sind ja auch austerbende Institutionen, so wie ein freies Nonkommerzieles Internet ;)

    André

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