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Automatische Schlafanalyse mit Apple-Health-Anbindung

Withings Sleep ausprobiert: Schlaftracker unter der Matratze

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Das Thema Schlaf-Tracking ist immer wieder Thema bei uns und wir haben in der Vergangenheit Apps wie das für iPhone und die Apple Watch verfügbare AutoSleep ebenfalls erwähnt wie das mittlerweile von Apple aufgekaufte Sensorband Beddit. Die Qualität der Messwerte hängt dabei maßgeblich vom verwendeten Zubehör ab, auf keinen Fall sollte man die damit verbundenen Erwartungen jedoch zu hoch hängen. Sinn des Ganzen ist kaum die allmorgendliche Analyse der vergangenen Nacht, vielmehr geht es darum, Langzeitwerte zu erfassen, etwa um auf deren Basis die eigenen Schlafgewohnheiten zu optimieren oder womöglich auch Unregelmäßigkeiten zu erkennen, die einen Arztbesuch nahelegen.

Withings Sleep Detail

Ich hatte das Beddit-Band in verschiedenen Generationen immer wieder mal in Verwendung, jedoch nie über einen längeren Zeitraum, weil dessen Verwendung den nötigen Komfort vermissen ließ. Die Messung musste anfangs noch manuell gestartet werden, neue Generationen aktivieren sich auch, wenn ein iPhone in Bluetooth-Reichweite ist. Nur die letzte, noch nicht mit deutscher App verfügbare Version 3.5 arbeitet autonom und benötigt die Bluetooth-Verbindung zum iPhone nur zur Übertragung der erfassten Daten. Großer Vorteil ist hier natürlich der Punkt, dass die Daten „im Haus“ bleiben. Ein enormes Manko von Beddit ist meines Erachtens aber die Tatsache, dass das Sensorband direkt unter dem Bettlaken liegen muss und somit zwangsläufig nicht nur spürbar ist, sondern auch immer wieder mal neu ausgerichtet werden muss.

Withings Sleep arbeitet unter der Matratze

Die konkurrierenden Sensormatte Withings Sleep wirbt mit vergleichbarem Leistungsumfang, wird allerdings unter der Matratze platziert. Das klingt nicht nur verlockend, das Produkt hält in der Tat auch was es verspricht. Einmal eingerichtet, kann man das verglichen mit dem Beddit deutlich breitere und auch etwas dickere Band komplett vergessen. Durch die Matratze hindurch ist nichts spürbar und eine gummierte Rückseite unterstützt die ohnehin durch das Gewicht der Matratze fixierte Position zusätzlich.

Withings Sleep Animation

Withings Sleep ist 19 Zentimeter breit und 60 Zentimeter lang, erfasst also auch im Doppelbett nur den Schlafbereich von einer Person. Die Verarbeitung ist ausgesprochen hochwertig, die Sensoren befinden sich in einer robusten Stoffhülle und wollen über ein mit Stoff bezogenes, ausreichend langes Anschlusskabel (ca. 2,5 Meter) per USB mit Strom versorgt werden.

Das Withings-Band funkt über WLAN und arbeitet über ein Benutzerkonto beim Hersteller. Diese Voraussetzung dürfte die Kaufentscheidung etlicher Interessenten beeinflussen. Wer ein Problem damit hat, dass die Sensordaten über den Server des Anbieters laufen, steigt an dieser Stelle aus.

Gerade die WLAN-Anbindung sorgt allerdings auch für maximalen Komfort bei der Verwendung von Withings Sleep. Die Matte arbeitet nach der initialen Installation vollständig autonom. Die erfassten Daten werden zuverlässig im Withings-Benutzerkonto gespeichert und sind über die zugehörige iOS-App Withings Health Mate einsehbar. Optional kann die Schlafaufzeichnung übrigens auch an Apple Health übertragen werden.

Umfassende Schlafdaten-Erfassung

Withings Sleep erfasst umfangreiche Daten rund um euer Schlafverhalten. Dabei verwundert die Genauigkeit der Messungen trotz der Platzierung unter der Matratze. In meinem Fall liegt das Band unter einem 10-Zentimeter-Topper im Boxspringbett. Die Sensoren erkennen dennoch zuverlässig Bett- und Schlafzeiten inklusive Leicht- und Tiefschlafphasen sowie der Herzfrequenz. Inwieweit auch die in der App aufgeführten Werte für REM-Schlafphasen passen, kann ich nicht überprüfen.

Withings Schlafanalyse Details

Darüber hinaus kann das System auf Atmungsstörungen hinweisen und erfasst Schnarchzeiten. Letztere werden durch ein integriertes Mikrofon erkannt, hier werden laut Hersteller keinerlei Aufnahmen gespeichert, sonder lediglich die erfasste Information, ob geschnarcht wurde, vorgehalten. Auf Wunsch lässt sich das Mikrofon auch deaktivieren.

Withings Schlafanalyse

Die Schnarcherkennung funktioniert auch dann, wenn weitere Personen im Raum Schlafgeräusche von sich geben. Withings Sleep erkennt die relevanten Geräusche anhand des parallel durch die Sensormatte erfassten Atmungsmusters.

Anbindung an Apple Health und IFTTT

Das System erlaubt die Anbindung an Apple Health und IFTTT. Legt man den Schalter für die Datenübertragung an Apple Health um, so werden die Schlafzeiten automatisch an Apples Health-App übertragen. Hier wird allerdings nur die Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen berücksichtigt, die Zeit bis zum Einschlafen beispielsweise fällt unter den Tisch. Wachzeiten während der Nacht werden von der Bettzeit jedoch korrekt abgezogen und so kann die Health-App die tatsächliche Schlafzeit anzeigen. Die grafische Darstellung in Apple Health ist allerdings sehr oberflächlich und lässt keinerlei Aufschluss über die Schlafphasen zu.

Withings Schlafanlyse In Apple Health

Die Anbindung an die Automatisierungsplattform IFTTT klingt zunächst etwas schräg, erlaubt jedoch einige interessante Automatismen wie beispielsweise das automatische Schalten von Licht oder Heizung sobald man ins Bett geht oder das Bett verlässt.

Ärgerlich: Coaching-Programme funktionieren nicht

Withings Sleep hinterlässt unterm Strich einen rundum positiven Eindruck, die Hardware erfreut durch ihr wertiges Äußeres und liefert, soweit sich dies beurteilen lässt, in ihrer Klasse zuverlässige Messwerte als Basis für die persönliche Schlafanalyse.

Nicht nur schade, sondern ärgerlich ist allerdings, dass die von Withings in der Health-Mate-App angebotenen Coaching-Programme teils schon seit Monaten nicht funktionieren. So wird dort unter anderem ein „Sleep Smarter“-Programm beworben, mit dessen Hilfe man auf Basis der von Withings Sleep gelieferten Ergebnisse sein Schlafverhalten verbessern soll. Ich konnte dies nicht testen, da die App beim Aufruf einen Fehler ausspuckt und bin damit offenbar nicht alleine. Seit geraumer Zeit schon beschweren sich Nutzer über diese Probleme und Withings hat mittlerweile auch angekündigt, dass die Wellness-Programme „Sleep Smarter“ und „Better Body“ durch ein neues Programm namens „Health Coach“ abgelöst werden. Offenbar hat der Hersteller hier mit den Nachwirkungen des Rückkaufs von Nokia zu kämpfen, dies entschuldigt jedoch nicht, dass die Programme trotz der vorhandenen Fehler weiter offensiv über die App beworben werden.

Withings Coaching Programme Funktionieren Nicht

Bleibt zu hoffen, dass Withings hier zeitnah nachbessert, denn ansonsten scheint mir Withings Sleep derzeit durchaus die beste und vor allem unkomplizierteste Lösung zur umfassenden Schlafüberwachung. Withings Sleep ist in Deutschland zu Preisen um die 95 Euro erhältlich.

Der wie gesagt nur mit englischsprachiger App verfügbare Apple-Konkurrent Beddit 3.5 kostet 149 Euro. Hier wurde übrigens mit dem letzten Update der App die zuvor verfügbare Schnarcherkennung entfernt.

Withings Sleep Vs Beddit

Links Withings Sleep, rechts Beddit

Produkthinweis
Withings Sleep - Schlafsensormatte, jetzt mit Erkennungsfunktion für schlafbezogene Atmungsstörungen. 133,06 EUR
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07. Aug 2019 um 21:02 Uhr von chris Fehler gefunden?


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