iphone-ticker.de — Alles zum iPhone. Seit 2007. 37 741 Artikel

Auch "Cell Broadcast" verzögert sich

Warntag erst im Dezember: Warnungen per SMS erst ab Februar 2023

Artikel auf Mastodon teilen.
37 Kommentare 37

Eigentlich sollte der diesjährige Warntag schon im Herbst stattfinden – nach dem Debakel 2020 war dieser im vergangenen Jahr ja einfach ersatzlos gestrichen worden. Schon im Mai zeichnete sich dann jedoch ab, dass sich der für September angesetzte Termin wohl nicht halten lassen würde. Jetzt hat man dies auch im Bundesministerium des Innern und für Heimat eingesehen und informiert nun offiziell über die Verschiebung.

Warn App Hochwasser

Statt im September soll das bundesweite Event, bei dem nicht nur Sirenen auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden, sondern auch Handy-Apps wie NINA und KATWARN großflächige Testwarnungen absetzen, nun erst mit mehrmonatiger Verzögerungen zum Jahresende im Dezember stattfinden.

Die Innenministerinnen und Innenminister von Bund und Ländern hätten beschlossen den Warntag auf den 8. Dezember zu legen und die Warnungen um Punkt 11:00 Uhr auszuspielen.

Auch „Cell Broadcast“ verzögert sich

Neben dem Warntag soll sich auch die Einführung des neuen Warnkanals „Cell Broadcast“ verzögern. Vereinfacht häufig als „Warnung per SMS“ beschrieben, handelt es sich bei dem System um eine Möglichkeit Mobilfunk-Nutzer unabhängig von verfügbaren Daten-Verbindungen zu erreichen. Der Ruf „Cell Broadcast“ flächendeckend in Deutschland verfügbar zu machen, kam als Thema im Nachgang der Flutkatastrophe des vergangenen Sommers auf.

Die Politik gab dem Vorhaben den Arbeitstitel „DE-Alert“ und machte sich gemeinsam mit den Netzbetreibern an die Umsetzung, erst im Februar gab es dann auch grünes Licht von der Bundesnetzagentur und einen groben Plan: Zum Sommer 2022 ist „DE-Alert“ einsatzbereit.

Auch daraus wurde nichts. „DE-Alert“ Soll zum Warntag am 8. Dezember erstmals getestet werden und voraussichtlich erst Ende Februar 2023 in den sogenannten Wirktbetrieb überführt werden.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser kommentiert:

Wir müssen uns für die Zukunft besser für Krisenlagen wie Wetterextreme, Waldbrände oder Hochwasser wappnen. Dazu gehören vor allem moderne Systeme, um die Bevölkerung bei Gefahren schnell und zielgerichtet zu warnen. Neue Systeme müssen wir testen, um sie später präzise einsetzen zu können.

Am 8. Dezember wird es deshalb einen bundesweiten Warntag geben, bei dem auch erstmals eine Testwarnmeldung der höchsten Warnstufe bundesweit an Handys versandt wird. Das ist der erste Test für die Warnung per Cell Broadcast. Wir brauchen für eine effektive und verlässliche Warninfrastruktur verschiedene Warnsysteme. Dazu gehören auch Sirenen und unsere Warn-App NINA. Beim bundesweiten Warntag werden wir alle in Deutschland genutzten Warnmittel erproben.

20. Jul 2022 um 07:00 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    Zum Absenden des Formulars muss Google reCAPTCHA geladen werden.
    Google reCAPTCHA Datenschutzerklärung

    Google reCAPTCHA laden

    37 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
    • Ich stelle mir vor Amazon würde zum Test des Email Servers an alle Kunden eine Email schicken.

      Wie kann man nur so gestrig denkende Mitarbeiter und Entscheider in diesen Bereichen haben.

      Das Apollo Program hat das beste an Steuerungstechnik und redundante Systeme unter Computer Kontrolle hervor gebracht, was ich bisher gesehen habe.

      Solches Pionier Denken ist wieder gefragt.

      Vielleicht eine KI um den Input aller Sensoren auszuwerten. Redundanz durch die Einbindung von Bürger Aktoren (einfach einen Rauchmelder zu den Sirenen starten).

      Das geht nur wenn alle im Team an die Aufgabe glauben und bereit sind für etwas Neues.

  • Wieso sollte so etwas auch klappen. Vielen Dank an die letzte Regierung und an die amtierende Regierung für völliges Versagen.

  • Kann Apple das nicht beschleunigen und die Funktion als Beta Release ausspielen?

    • Was soll Apple da als Beta ausspielen? In anderen Ländern gehts doch.

      • Aber Deutschland brauch mal wieder was eigenes. Man kann ja nicht auf erprobten Standsrd setzen der in anderen Ländern schon funktioniert.

      • Dann fließen die Milliarden aber nicht dahin, wo unsere Politiker es hin haben wollen.

      • Deutschland setzt auf vierstellige, anstatt dreistellige Message-IDs (in anderen Ländern). Das müssen die Telefone können. Zudem ist das Backend wohl auch noch nicht Bereit, das die Mobilfunk-Provider gemeinsam auf den Weg bringen müssen.

  • Nur noch traurig und peinlich. Deutschland schafft sich ab.

  • Das schlimme ist, wir hatten das alles schon mal.
    Damals gab es über Cell Broadcasting Wetterberichte und andere Infos kostenlos zugeschickt.
    Ich fand es damals schon nützlich und weiß auch nicht warum sie davon abgegangen sind.
    Traurig dass sie dieses Rad noch einmal erfinden müssen, zumal wir schon damit gefahren sind.

  • „Denk ich an Deutschland in der Nacht
    Dann bin ich um den Schlaf gebracht.“
    (aus „Nachtgedanken“ v. Heinrich Heine)

    Recht hatte er schon damals.

  • Alice O'Melleth

    Deutschland und IT erinnern mich immer mehr an das Infinite-Monkey-Theorem.

    Niemand bringt etwas zu Stande und man könnte meinen, dass der Staat nur noch ungelernte Affen an die Computer setzt.

    Vielleicht ist es gut, dass US – Unternehmen den Markt der erobern:

    Wenn der Staat den qualitativen Wettbewerb scheut braucht er gar nicht erst zu konkurrieren.

  • Und bis wir wissen, ob alles funktioniert, verschieben wir am besten auch die ganzen Extremwetterlagen und Unglücke auf einen späteren Zeitpunkt…

  • Egal, Hauptsache die Schwemme der unsäglich dämlichen Warn-Apps, verlieren langsam an Bedeutung. Unabhängig der Tatsache, dass nicht annähernd ausreichend Menschen min. eine der Warn-Apps installiert haben, ist die Zahl der „Fehlalarme“ kontraproduktiv.

  • Leider wird auch ein funktionierendes System nichts daran Ändern das gewisse Leute keine Eier in der Hose haben bzw. Zuständigkeiten munter hin und her geschoben werden. Siehe Ahrtal, da hat auch keiner sich getraut den Katastrophenfall auszurufen. Da hilft die beste App/Infrastruktur nix wenn dann keiner auf den „Knopf“ drückt. War letztens auf ARTE ne Doku drüber, jemand aus UK (irgend EU Hochwasser Forschung/Beobachtungszentrum) hat Tage! vorher schon gewarnt, aber das ist irgendwo im Deutschen Zuständigkeitsdschungel untergegangen und die Info ist nie vor Ort angekommen.

    https://www.arte.tv/de/videos/106167-000-A/die-nacht-als-die-flut-kam/

    • Ob man Tage vorher einen Katastrophenfall ausrufen sollte? Es besteht auch immer die Chancen, dass man mit seinen Prognosen daneben liegt!

      Wenn allerdings eine Flutwelle mit 7 Meter Höhe gemeldet wird, sollte man nicht auf die Entscheidung des Landrats warten müssen, der grad im Urlaub ist!

      • Der Landrat hat seinen Porsche in Sicherheit gebracht und seine direkten Nachbarn gewarnt.
        Nix Urlaub.
        So weit ich weiß, durfte er seien „Platz“ nicht mal verlassen geschweige die Verantwortung delegieren

      • Tage vorher nicht, aber ne Warnung kann man trotzdem rausgeben und spätestens wenn das erste Dorf weggespült wurde sollte man für alle andern dahinter den Katastrophenfall aktivieren.

        Aber egal wie, es war Versagen auf Ganzer Linie und man wird nix draus lernen und solche Sachen werden immer wieder passieren. Am Beispiel Ahrtal, die Bürgermeister der anderen Dörfer wussten teilweise was kommt und haben nicht mal versucht sich über den Landrat hinweg zu setzten, weil wir leider in einer Gesellschaft leben wo es nur noch darum geht zum Schluss den Schuldigen zu finden und keiner mehr etwas macht wenn es nicht unbedingt sein muss, lieber macht man 10 neue Formulare und Regulierungen.

      • Bleiben zwei Fragen: hätte sich irgendjemand im Vorfeld für eine Warnung interessiert und hätte ein Bürgermeister tatsächlich die Möglichkeit, an allen „Kompetenzen“ vorbei irgendetwas zu erreichen?

  • Frage mich, warum CB überall in der Welt seit langer Zeit zuverlässig funktioniert, nur bei uns nicht. Was müssen wir wieder etwas neu erfinden oder verschlimmbessern, wenn es doch schon da ist. Ich verstehe es einfach nicht!
    Kann sein, dass man noch eine oder zwei Funktionen mehr haben will, aber dann lasse ich erstmal das, was schon da ist laufen und erweitere später. Es geht unter Umständen um Leben und Tod. Das ist grobe Fahrlässigkeit!

  • Super dann kann ich mich vor der scheisse gar nicht mehr retten. Sinnlose Warnungen die nur nerven und die Menschen verrückt machen.

  • Das Gemecker hier ist schon irgendwie anstrengend! Vom Beschluss bis zum bundesweiten Einsatz innerhalb eines Jahres – was ist daran zu kritisieren?

    Lediglich das die Vorgänger-Regierungen das Thema konsequent ignoriert haben und auf kommunaler Ebene sogar abgebaut wurde könnte man kritisieren, hilft jetzt aber auch nicht weiter.

    Zu Ostzeiten hatte jedes Dorf eine Sirene auf’m Dach die jeden Mittwoch (?) um 1 Uhr angeschmissen wurde – da wußte man wenigstens, dass was los war, wenn’s nicht Mittwoch um 1 Uhr war ;-)

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPhone, iPad, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 37741 Artikel in den vergangenen 6140 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2024 aketo GmbH   ·   Impressum   ·   Cookie Einstellungen   ·   Datenschutz   ·   Safari-Push aketo GmbH Powered by SysEleven