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Roaming zu Inlands-Preisen

Roaming-Irreführung: EuGH-Schlappe für die Telefónica

23 Kommentare 23

Seit Sommer 2017 dürfen für Anrufe aus dem EU-Ausland keine Zusatzentgelte mehr erhoben werden. Verbraucher sollen seitdem „wie zu Hause“ telefonieren oder im Internet surfen können.

Telefonica

Eine klare Vorgabe. Umgesetzt wurden die Vorschriften der Roamingverordnung von den europäischen Mobilfunkbetreibern allerdings unterschiedlich. Die Telefónica-Tochter o2 etwa verlangte von ihren Kunden die aktive Tarif-Umstellung auf die „Roam-Like-At-Home“-Tarife. Nur wer eine Wechsel-SMS abschickte sollte von den neuen Regelungen profitieren.

Dagegen klagte der Verbraucherzentrale Bundesverband vor dem Landgericht München. Dieses wollte den Fall nicht gleich entscheiden, sondern reichte das Verfahren seinerseits an das EuGH durch. Der Gerichtshof der Europäischen Union sollte die gesetzlichen Vorschriften der Roamingverordnung erst mal rechtssicher auslegen, ehe die Münchner das Vorgehen von o2 bzw. der Telefónica-Mutter bewerten würden.

Roam-Like-At-Home hätte automatisch greifen müssen

Dies ist nun geschehen. Wie der EuGH jetzt festgestellt hat, hätten Mobilfunkanbieter wie o2 die Umstellung der Tarife auf die neue „Roam-Like-At-Home“-Regelung automatisch vornehmen müssen. Ein zusätzlicher SMS-Kontakt hätte nicht vorausgesetzt werden dürfen.

Eine Entscheidung, die der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) jetzt ausdrücklich begrüßt. So kommentiert Jana Brockfeld von vzbv:

„Alle Verbraucher sollen gleichermaßen in den Genuss des regulierten Roamingtarifs kommen. Hierfür müssen die Anbieter sorgen. Mit der heutigen Entscheidung fühlen wir uns in unserer Rechtsansicht gestärkt. Wir erwarten von Telefonica bereits jetzt eine unverzügliche und unbürokratische Erstattung zu viel gezahlter Telefonkosten.“

Mit dem EuGH-Urteil im Sack, ist jetzt wieder das Landgericht München gefragt. Dieses muss nun entscheiden ob die Telefónica mit ihrem Vorgehen zum Wechsel in die neuen Roaming-Optionen, ihren Bestandskunden gegenüber irreführend gehandelt hat.

Freitag, 04. Sep 2020, 14:00 Uhr — Nicolas
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  • Genauso irreführend wie das Bild zum Artikel xD

    • Da wäre ich jetzt auch…(sniff)

    • Ja, das Bild ist typisch. Eigentlich sollten da zu gleichen Anteilen Männer, Schwarze, Asiaten, Afrikaner, Dicke und Menschen mit Behinderungen liegen. Und jeweils die Kombinationen daraus.

      • Leute die sich über solche Bilder beschweren sagen auch immer Nutzer_pause_innen. Wie man es gut finden kann die Sprache so zu zerhacken ist mir schleierhaft. Dann nutzt doch einfach immer die weibliche Form. Mir egal aber so bitte nicht!

      • Noch so ein ewig Gestriger

      • Was hat das mit ewig gestrig zu tun? Mittlerweile will alles und jeder bedacht werden nur weil sonst jemand schlecht schläft!
        Sorry das nimmt Züge an da schüttelst nur noch mit dem Kopf!

      • Diese Diskussion ist Teil der Kontroverse rund um das Thema Postmodernismus, was ja schon lange in den USA kontrovers diskutiert wird. Siehe Jordan Peterson et al.

        Gehört auf jeden Fall hierher, die Artikel hier sind ja auch oft hochphilosophisch.

  • Geht das eingenommene Geld jetzt an den Kunden zurück?

    • Es wurde von einem Dritten (dem VZBV) gegen ein aus seiner Sicht gesetzwidriges Verfahren seitens Telefonica geklagt. Davon abgesehen, dass es in der Sache noch gar keine Entscheidung gibt, sind individuelle Schadensersatzforderungen von so etwas nie betroffen. Diese muss ein Kunde dann separat einfordern, kann sich dabei natürlich auf das Urteil berufen.

      Zur Abwehr von vielen Schadenersatzforderungen kann der Beklagte aber auch selbstständig evtl. zuviel erhobene Gebühren erstatten.

    • Oder das Geld zurück an Telefonica. Hab ich z.B. die alte EU+ Option mit 500mb in Europa und Nordamerika genutzt und das so gut es geht in de USA genutzt … doof !

  • Warum musste das zuerst zum EUGH? Wahrscheinlich um der Beklagten Partei Zeit zu verschaffen damit sie noch weiter das Geld anderer abschöpfen können.

    • Steht klar im Text: „Der Gerichtshof der Europäischen Union sollte die gesetzlichen Vorschriften der Roamingverordnung erst mal rechtssicher auslegen, ehe die Münchner das Vorgehen von o2 bzw. der Telefónica-Mutter bewerten würden.“

  • Also, ich habe seit 2000 meinen Vertrag mit verschiedensten Tarifen bei o2 (damals erst Viag Interkom). Ich wohne direkt an der polnischen Grenze, die quasi direkt durch die Stadt verläuft, wobei es keine polnischen Stadtteile mehr gibt. Aber ich will darauf hinaus, dass ich wirklich direkt an der Grenze wohne. Oft genug sind polnische Netze stärker und qualitativ besser als die 3 deutschen Netze, vor allem aber besser als o2. So ist man regelmäßig in polnischen Netzen unterwegs wie Orange, Play oder Telekom.pl 2016 noch zahlte ich Anfang des Jahres in Prag und später im Jahr in Stettin für eine lokale Prepaidkarte. O2 bot aber für einige EUR ein Auslandstarif. 2017 änderte sich dies. Das bekam ich direkt im Ort mit, wo man immer wieder polnische Netze hatte. Bis dahin hatte ich Datenverkehr im Roaming deaktiviert. Dann kam eine SMS die bis Heute gleich lautet:

    o2 Preise

    „Datenroaming in Polen kostet in Ihrem Tarif so viel wie in ihrem Inlandstarif. Schöne Reise wünscht Ihnen o2!“
    (Aktuell mit dem Zusatz: „MwSt.-Senkung bis 31.12.2020 wird bei Abrechnung berücksichtigt.“)

    Sowie folgende Nachricht, welche jedoch nicht beinahe täglich eingeht :

    o2 Preise

    „Willkommen in Polen! In Ihrem Tarif zahlen Sie für Gespräche innerhalb des Landes und nach Deutschland sowie in die EU die Konditionen Ihres Inlandstarifes; eingehende Anrufe sind kostenlos, SMS werden ebenfalls zu Ihrem Inlandstarif abgerechnet. Notruf 112 und Info +4968….. kostenlos.“

    Ich kann zu 100% sagen, dass es in Polen und auch Tschechien seit 2017 keine zusätzlichen Kosten mehr gab und dass ich nichts zusätzlich eingerichtet habe. Ich bin direkt Kunde, kein Provider dazwischen.

    • Das dürfte an deinem eingangs benannten „verschiedensten Tarifen“ liegen. Offenbar bist du dadurch irgendwann in einen Tarif gelangt, der bereits „Roam-like-at-home“ voreingestellt hatte.

      Die Klage hier bezieht sich aber auf Bestandstarife, die eben nicht automatisch in diese Option umgestellt wurden.

      • Ich habe 2015 dann 2018 die Tarife geändert. Von „Roam-like-at-home“ habe ich hier zum ersten Mal was gelesen. Aber sicherlich, auch 2015 war dieses automatische nachladen von Highspeed Datenvolumen zu. 3x je 2€ im Vertrag, was ich übersehen hatte. Das musste ich für ganze. 20€ dann deaktivieren. Aktuell kann die „Roam-like-at-home“ Lösung auch seit 2018 (August) bei mir aktiv sein, ich hatte aber seit Mitte 2017 bereits die Vorteile der EU Lösung genossen.

      • Ich hab seit Jahren den gleichen O2 Vertrag und seit der EU-Regelung nie im Ausland für Telefon oder Daten bezahlt. Und selbst davor waren bereits reichlich GB und Freiminuten im EU-Auslandstarif mit drin. Daher wundert mich diese Meldung auch.

        Ja, es gab mal eine Nachricht von O2, ob man lieber den alten Auslandstarif beibehalten möchte oder den neuen EU-konformen. Und je nach Vertrag war der alte Tarif besser, weil der nicht er zusätzlich dazu kam. Wenn ich also normal 5 GB im Vertrag habe und 2 GB für Ausland, dann waren die 2 GB zusätzlich zu den 5 GB und ggf. mehr, je nach Zeitraum im Monat. Da das aber nicht 5 und 2 GB waren, sondern 15 und 10 GB oder so, war das praktisch auch egal. Will sagen: Es gab einen Grund das nicht zu tun – schließlich hat man ja auch einen Vertrag. Und wer wollte, konnte ja ganz einfach per SMS wechseln (und auch wieder zurück über deren Portal).

      • Noch erwähnen sollte man dass in den alten Tarif die Schweiz inkludiert was und in den Roam-like-at-Home Tarifen nicht mehr…

        War für mich ein Grund nicht zu wechseln. Da in meinem Tarif zunächst 2×5 GB zusätzlich im Ausland (inkl. CH) dabei waren, diese wurden dann allerdings irgendwann und fadenscheinigen Begründungen auf 1×5 reduziert

    • PS: ich habe mir den von euch verlinkten Beitrag zur Sache von 2017 durchgelesen. Daraus kann ich ja schließen, dass ich aktiv einem solchen Roaming-Tarif hatte, da ich ja eine solche Lösung hinzu gebucht hatte. Glaub das waren 2,99€ die Woche für 50mb am Tag, sobald Daten genutzt werden, während man im europäischen Ausland ist. Sobald das angestoßen war, zahlte man. Weshalb ich nach dem Urlaub dies deaktivierte (2016), da mir trotz deaktiviertem Datenverkehr im Roaming, immer wieder diese 2,99€ für eine Woche gebucht wurden.

  • Telefonica wahr unseriös wen es drum geht mit seinen Kunden umzugehen!
    Hatte einmal mit ihnen Zutun! Ich hoffe nicht wieder! Wo ich gehört habe das sie mit Debitel zusammen gingen! Habe ich mich von Debitel verabschiedet bevor sie irgend etwas zu sagen hatten!
    Meine Meinung!!!

  • So einfach ist das nicht. Einer unserer Verträge hatte nur ein GB in Deutschland und im EU Ausland auch ein GB. Wäre der Vertrag automatisch umgestellt worden, dann hätte man nur noch ein GB gehabt, da die im Ausland verbrauchten „Daten“ in der neuen Vertragsversion vom Inlandsvolumen abgezogen werden.

    Bei der alten, nicht automatisch umgestellten Version waren es getrennte Datenvolumen

  • Wurde mit dem damaligen Wechsel der O2-Tarife nicht auch die Schweiz aus der „telefonischen EU“ raus geworfen? Ich habe das immer nutzen müssen und plötzlich liefen die Datenkosten rasant bis zur Obergrenze. Und dann gab es auch keine halbwegs bezahlbare Zubuchung. Sehr nervig. Nach langem Hin und Her hat mich ein netter Kundendienst zurück in den alten Tarif gebracht.

  • Naja O2 halt …….
    Was soll man dazu noch sagen

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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