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Kleines Datenschutz-Werkzeug mit Grenzen

NoGlasshole: App schlägt Alarm bei Smart-Brillen in der Nähe

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42 Kommentare 42

Smarte Brillen mit integrierter Kamera sind inzwischen auch hierzulande immer häufiger anzutreffen, ohne dass diese dabei großartig auffallen würden. Modelle wie etwa die AI-Glasses von Meta oder die Smart Glasses von Samsung sehen auf den ersten Blick oft wie gewöhnliche Sonnenbrillen oder Sehhilfen aus, können jedoch Fotos und Videos aufnehmen.

Glassholes Animation

Genau hier setzt die neue iPhone-Anwendung NoGlasshole an. Die Open-Source-App soll Nutzer darüber informieren, wenn sich entsprechende Geräte in ihrer unmittelbaren Umgebung befinden.

Bluetooth-Signale statt Kameras erkennen

Die Anwendung arbeitet nicht mit Bilderkennung, sondern überwacht die Umgebung nach Bluetooth-Signalen. Viele vernetzte Geräte senden regelmäßig Kennungen aus, anhand derer sich der Hersteller identifizieren lässt. Erkennt NoGlasshole Signale von bekannten Smart-Brillen, etwa von Meta oder Snap, informiert die App per Benachrichtigung.

NoGlasshole App Iphone

Zusätzlich versucht die Anwendung eine grobe Einschätzung der Entfernung zu liefern. Nutzer sehen dann, ob sich das erkannte Gerät sehr nah, in der Nähe oder weiter entfernt befindet. Die App läuft auf Wunsch dauerhaft im Hintergrund und soll dabei möglichst wenig Energie verbrauchen.

Datenschutz-Werkzeug mit Grenzen

Der Entwickler beschreibt die Anwendung als Reaktion auf die zunehmende Verbreitung tragbarer Kameras. Hintergrund sind Berichte über den Einsatz smarter Brillen bei Aufnahmen im öffentlichen Raum sowie neue Funktionen, die teilweise auf künstlicher Intelligenz und Gesichtserkennung setzen.

Technisch kann die App allerdings nur Geräte erkennen, die tatsächlich Bluetooth-Signale aussenden. Außerdem sind Fehlalarme möglich. Da die Erkennung auf Herstellerkennungen basiert, könnten beispielsweise auch andere Produkte desselben Herstellers als Smart-Brille interpretiert werden. Der Entwickler weist selbst auf diese Einschränkungen hin.

Neben der Erkennungsfunktion bietet NoGlasshole ein weiteres Datenschutz-Werkzeug. Fotos und Videos lassen sich automatisch nach Gesichtern durchsuchen. Erkannte Personen werden direkt auf dem Gerät verpixelt, bevor die Aufnahmen weitergegeben werden.

Laden im App Store
NoGlasshole: Glasses Detector
NoGlasshole: Glasses Detector
Entwickler: Infinite Future
Preis: Kostenlos
Laden

05. Juni 2026 um 07:56 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    42 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Cool! Warum die Hersteller das nicht automatisch mit in die Software integrieren?

    • Und dann? Gehst du den Menschen mit einer solchen Brille aus dem Weg oder wie stellst du dir das vor? Die werden ihre Sehhilfe sicher nicht abnehmen, weil du das gerne möchtest. Das müssen sie auch gar nicht.

      • Vielleicht sollte man diese Leute anzeigen ?
        Denn sie verstoßen gegen geltendes Recht. Sie fotografieren oder filmen mich ohne meine Zustimmung und machen sich dadurch strafbar.

      • Ich darf aber auch nicht einfach ungefragt gefilmt werden.
        Also habe ich zumindest die Möglichkeit denjenigen darauf anzusprechen und ihn ggf darum zu bitten, das Filmen einzustellen und das Material mit meinem Konterfei zu löschen.
        Vielleicht einfach mal kurz nachdenken, bevor man sinnentleert lospoltert…

  • Für was ist alles einen Markt gibt… Verrückte Welt Oo

  • Das finde ich eine gute Idee. Super wäre, wenn es einen verbindlichen Standard für solche Brillen gäbe, wonach Personen, nicht gefilmt werden können, wenn sie ein no-Scan Tag oder Ähnliches tragen.

  • Finde diese Brillen nach wie vor äußerst bedenklich und was den persönlichen Datenschutz angeht unmöglich.
    Wozu braucht man den Blödsinn denn eigentlich – außer, dass den Datenkraken Meta etc. noch mehr Daten ungefragt zugespielt werden.
    So richtig wehren kann mich sich gegen diesen unsäglichen Trend wohl nicht auf offener Straße.

    • Leider nicht mehr – ich kann mich erinnern vor ca. 10 Jahren waren die Menschen noch viel bewusster unterwegs. Solche „Brillenträger“ wurden meist (unfreundlich)aufgefordert, die Lokalität zu verlassen.

      Heute wirds direkt und indirekt gehyped, und es hat leider potential schlimmer als „1984“ zu werden.

    • Tellerrand und so? Sehbehinderte Menschen sind dankbar für diese Technik. Besonders wenn sie noch genauer werden wird.
      Mach besser nie Urlaub in New York. Da wirst du 110 % fotografiert und gefilmt und bist danach weltweit in irgendwelchen digitalen und analogen Fotoalben zahlreicher Touristen zu finden. Und das, obwohl du nur schnell ein Pizzastück kaufen gegangen bist.

  • Cool. Werde das gleich (nachher) mal in der Aachener Innenstadt ausprobieren….

  • Nice, macht dann auch als watch App sinn, dass es kurz vibriert und die Distanz (evtl. sogar Richtung?) anzeigt.

  • Gute Idee, doch wann greift endlich der Gesetzgeber ein? Es geht mir nicht um Sondergenehmigungen für besondere Personengruppen, sondern ums Prinzip. Wann und wo werden Grenzen überschritten? Chinesische & amerikanische Elektroautos können heute schon Bilder der Umgebung im Sekundentakt in die Heimat senden. Warum muss/darf das sein?

    • Die Politik in Deutschland hatte 15 Jahre gebraucht, um das Phänomen Internet zu erfassen…

    • Es gibt Gesetze. Deswegen müssen die Brillen auch optisch oder akustisch signalisieren, wenn diese aufnehmen. Es gibt aber Leute und Dienste, welche die LEDs „zerstören“ ohne das die Funktionalität eingeschränkt wird. Damit dürfte es zwar hier nicht mehr genutzt werden, aber „wo kein Kläger da kein Richter“.

  • Ich mach mich wegen Datenschutz tatsächlich gar nicht so verrückt wie die meisten hier.

    Sobald man ein Smartphone benutzt (egal von welchem Hersteller), wird man doch sowieso ständig abgehört.

    Wie oft kam es schon vor, dass ich mit Freunden, die auch ein iPhone haben, unterwegs war und ich zufällig ein paar Stunden später Werbung zu Themen aus unserer Unterhaltung bekomme.
    Und die einzigen internetfähigen Geräte mit Mikrofon, die wir dabei hatten, waren unsere beiden iPhones.

    Spätestens seit ich vor zwei Wochen in China auf Dienstreise war, ist bei mir sowieso Hopfen und Malz verloren. Bevor man den Ankunftsbereich der internationalen Flüge verlassen und in China einreisen darf, werden sowieso erst mal das Gesicht sowie alle zehn Finger gescannt.

    • Serviervorschlag

      Das kenne ich auch. Ich habe da ganz stark die TikTok-App in Verdacht. Also auch wenn man sie nicht benutzt.

    • Adblocker (Appübergreifend), Datenschutzeinstellungen einstellen am iPhone, keine Google/Metadienste nutzen, Hintergrundaktivitäten begränzen (Auswählen, welche App was darf) … dann kann man schon viel eingrenzen.
      Wir sehen keine Werbung ;-)

      • Die Hintergrundaktivitäten habe ich nur für eine Hand voll Apps eingeschaltet. Daran sollte es nicht liegen. Social Media Apps wie TikTok, Instagram, FaceBook, usw. habe ich alles nicht installiert. Lediglich WhatsApp.

    • Nein, dein Smartphone hört dich nicht ab und das braucht die Werbeindustrie auch gar nicht. Meta-Daten und Datenverknüpfung reichen Alphabet, Meta und Co vollkommen aus. Das wurde unter anderem schon vom CCC untersucht.

    • Weil Datenbroker dich und dein Umfeld kennen. Und wenn dein Umfeld nach Dingen sucht, bekommst du auch Anzeigen dazu angezeigt. Da musst du selbst nichts suchen.

  • Da werden noch einige Konflikte auf uns zukommen. So manche nicht-ganz-so-smartbrillen werden jählings Kontakt mit Fäusten bekommen. Dies ist eine Vorhersage, nicht, das ich Gewalt befürworten würde, aber befürchten kannich es schon…

    • Ich gehe auch davon aus, dass man als Träger von Smart Glasses Konflikte riskiert. Vor allem im ÖPNV. Klar kann man auch mit Smartphones heimlich Fotos machen, aber mit der Brille fühlt sich das so an, als ob man ein Smartphone direkt auf eine Person richtet. Das ist ein Unterschied.

  • Wann kommt der Brillen, Selfie-, Foto- und Filmblocker? ;)

  • Also mein Tesla macht ständig Fotos, mehr als eine solche Brille jemals schießen könnte. Haha Da wäre der Akku schnell leer. Es reicht wenn wer ein paar Meter um das Auto läuft, er wird direkt gefilmt. Gerade wo so viele meinen, Teslas zerkratzen zu müssen, ist das eine super Sache. Die Aufnahmen werden aber auch nicht ewig gespeichert. Viele wollen wohl nicht in modernen Zeiten leben. Andere Länder hängen uns immer mehr ab. Technologie kann man nicht aufhalten, dies ist absolut unmöglich. Eine Verzögerung schadet nur. Gesetzlich darf man gerne einen Rahmen schaffen aber der muss dann in genau die andere Richtung gehen als die Leute es sich hier wünschen.

  • Und nun erklärt mir mal wer, warum die App meine Teufel Soundbar als Smarte Brille erkennt. Da hapert es aber deutlich, die sind ja in dem Segment gar nicht tätig. Und was wenn Apple seine Brille auf den Markt bringt? Werden dann auch Apple Watches als Brillen erkannt? Weil die App ja nach den Marken sucht. Damit ist doch klar, dass das nichts wird. Wahrscheinlich wird Apple sich eh was einfallen lassen und Bluetooth so anpassen, dass immer neue Kennungen rausgehen. So wie sie es schon bei den MAC-Adressen getan haben. Die App ist nur eine Machbarkeitsstudie und dabei nicht mal gut.

  • Schlimm, dass es soweit gekommen ist. Irgendwann werden wir alle noch mit einem fälschungssicheren Bio- bzw. Gesinnungspass ausgerüstet. Dann können sich Linke und Rechte aus dem Weg gehen, Araber und Juden die Straßenseite wechseln. Oder – sich gezielt aufeinander stürzen, wer weiß. Orwell 2.0

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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