KI-Helfer für den Alltag plötzlich verschwunden
Nach App-Entfernung: Blinde ScribeMe-Nutzer fordern Aufklärung
Die iPhone-Applikation ScribeMe ist ohne Vorankündigung aus dem App Store verschwunden. Nach Angaben des Entwicklers wurde nicht nur die Anwendung entfernt, sondern offenbar der gesamte Entwicklerzugang gesperrt. Eine konkrete Begründung durch Apple gibt es bislang nicht. Unter blinden und sehbehinderten Nutzern sorgt der Fall deshalb für erhebliche Verunsicherung.
Mehrere ifun.de-Leser haben uns gegenüber geschildert, welche Rolle die Anwendung inzwischen im Alltag übernommen hatte. ScribeMe kombinierte verschiedene Funktionen, die bislang meist auf mehrere Spezialanwendungen verteilt waren. Neben der Beschreibung von Fotos und Umgebungen konnten auch PDF-Dateien, PowerPoint-Präsentationen und Diagramme analysiert werden. Zusätzlich bot die App eine Live-Funktion, die Kamerabilder kontinuierlich beschrieb und Fragen zur Umgebung beantwortete.
Vor allem für Schüler, Studenten und Berufstätige sei dies ein entscheidender Fortschritt gewesen. Nutzer berichten, dass sich Präsentationen und Unterrichtsmaterialien erstmals ähnlich selbstständig nutzen ließen wie bei sehenden Personen. Auch in Verbindung mit Apples Bedienungshilfe VoiceOver habe sich die App etabliert.
Der Entwickler selbst veröffentlichte lediglich eine kurze Stellungnahme. Darin heißt es, die Entfernung sei auch für das Unternehmen überraschend gekommen. Man arbeite derzeit daran, die Hintergründe zu verstehen und mögliche nächste Schritte zu prüfen.
App-Entfernung schränkt Barrierefreiheit ein
In sozialen Netzwerken wird inzwischen intensiv über mögliche Ursachen spekuliert. Einige Nutzer vermuten Probleme mit den Geschäftsbedingungen oder dem Abomodell. Andere vermuten Konflikte mit Funktionen, die Apple möglicherweise selbst plant. Bestätigt ist bislang keine dieser Annahmen.
Auffällig ist vor allem die internationale Resonanz. Kommentare stammen unter anderem aus Katar, Brasilien, Frankreich und Deutschland. Viele Nutzer beschreiben die App als wichtigen Bestandteil ihres Alltags. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass bestehende Installationen langfristig nicht mehr funktionieren könnten, weil sich Abonnements nicht verlängern lassen oder die Anwendung bei einem Gerätewechsel verloren geht.
Seeing AI und Be My Eyes als Alternativen
Parallel wächst die Bedeutung KI-gestützter Sehassistenz generell. Neben Microsofts Seeing AI werden von Nutzern auch Dienste wie Be My Eyes eingesetzt. Viele dieser Angebote kombinieren inzwischen Texterkennung, Objekterkennung und Live-Beschreibungen in Echtzeit.
Die Diskussion um ScribeMe zeigt damit auch, wie stark mobile KI-Werkzeuge inzwischen in den Alltag sehbehinderter Menschen integriert sind. Entsprechend groß ist nun der Druck auf Apple und den Entwickler, die Hintergründe der Entfernung offenzulegen.


Und wieder ein Fall für Tim Apple.
Welcher
Warum?
Wird vielleicht so ein Datenschutzding sein
Hoffentlich kommt die App wieder in den Store, ist Mega hilfreich gewesen. Vielleicht kriegen wir ja mit dem neuen iOS, so etwas ähnliches zu sehen. Die sollten zusammenarbeiten, anstatt das Apple so einen Blödsinn veranstaltet.
Man könnte als Apple wenigstens dem Entwickler begründen, wieso und warum man eine App entfernt und den Account sperrt (vielleicht gerade bei solchen „wichtigen“ Apps eine Vorwarnung geben.
Ich bin selbst mehr oder weniger auf eine spezielle App angewiesen und wenn die auf einmal weg wäre, müsste ich das Gerät manuell bedienen, was ich in manchen Situationen als unangenehm empfinden würde.
Das musste weg, weil Apple das in iOS 27 vermutlich selbst bringen möchte ;-)
Ich habe großes Mitgefühl mit den betroffenen Anwendern.
Unlogisch, denn wieso sollte dann auch noch der Entwickleraccount wegmüssen?
Wurde ja gerade bestätigt
Die CSAM Plattform X weiterhin im Store belassen trotz schwerster Verstöße aber SribeMe ohne Info aus dem Store werfen …
OORION ist eine kleine aber feine Alternative. Zumindest im Bereich der visuellen Suche.