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MÜLLweg! App meldet wilde Müllkippen deutschlandweit

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43 Kommentare 43

Als wir uns Anfang des Jahres mit der offiziellen App des Berliner Ordnungsamtes auseinander gesetzt haben, hat es unsere Enttäuschung über die miserabel gestaltete iOS-Applikation sogar in die Artikel-Überschrift geschafft: Schlechte App, sehr schnelle Reaktionszeiten.

Positiv überrascht haben uns damals die Reaktionszeiten der Stadt, die über die App gemeldete, wilde Müllkippen meist innerhalb von 1-2 Tagen aus dem Straßenbild entfernte.

Und so schlecht die App des Berliner Ordnungsamtes auch arbeitet – immerhin ist Berlin mit einer eigenen Applikation zum Anzeigen von Schrottfahrräder, Kühlschränken, Matratzen und Farbeimern, die auf dem Bürgersteig, im Park oder im Gebüsch abgestellt wurden, im App Store vertreten. Andere Gemeinden fordern ihre Einwohner hier zur persönlichen Kontaktaufnahme auf – gut sichtbar sind die Adressen der zuständigen Behörden dabei nicht immer.

MÜLLweg! In drei Schritten zur persönlichen Meldung

Hier setzt die kostenfrei erhältliche iOS-Applikation MÜLLweg! des in Nordrhein-Westfalen ansässiges Entwicklers Thomas Lennartz an. Mit dem Hobby-Projekt, das bereits vor einem Jahr startete und erst kürzlich mit seiner ersten großen Aktualisierung bedacht wurde, reagierte Lennartz auf die Tatsache, dass sich viele Städte und Gemeinden dem Problem der wilden Müllkippen nur stiefmütterlich annehmen.

Muellweg Feature

Weder steht eine deutschlandweit einheitliche Lösung zum Melden der nicht nur unansehnlichen, sondern unter Umständen auch stinkenden bzw. gefährlichen Müllhaufen bereit, noch können sich genervte Bürger an eine Stelle richten, die die Entsorgung entsprechender unkompliziert Funde weiter delegiert.

Nervig, vor allem wenn Zuständigkeiten unklar sind. ifun.de gegenüber erinnert sich Lennartz:

Vor einem Jahr habe ich auf einem Spaziergang eine riesige Ablagerung Bauschutt entdeckt, die mich auf den Plan gebracht hat, denn ich wohne an der Grenze zwischen Dortmund, Castrop-Rauxel und Waltrop – und wenn ich den Fund melden möchte, muss ich zunächst einmal herausfinden, auf dem Boden welcher Gemeinde er liegt, dann, wer in der Gemeinde Ansprechpartner ist – und dann den Fund – und den Fundort, im Wald besonders lustig – genau beschreiben.

MÜLLweg! setzt genau hier an. Die App verortet ihre Nutzer (per Foto, GPS oder manueller Adresseingabe) und führt anschließend durch einen Drei-Schritt-Prozess, in dessen Verlauf die App im Hintergrund eine E-Mail an die zuständige Behörde formuliert.

Diese wird über die lokale E-Mail-App des iPhones versendet und kann entsprechend um zusätzliche Fotos und weitere Kommentare ergänzt werden.

Was macht MÜLLweg! genau?

  • Automatisch den Standort des Mülls bestimmen, und zwar entweder per GPS oder durch Auslesen der GPS-Daten aus einem Smartphone-Foto.
  • Daraus automatisch die zuständige Gemeinde ermitteln.
  • Aus der ursprünglich wenige Dutzend, mittlerweile mehr als 9.000 Datensätze enthaltenden Gemeinde-Datenbank die E-Mail-Adresse der Gemeinde für die Müll-Meldung bestimmen, oder, falls noch nicht in der Datenbank vorhanden, diese per Wikipedia-API und Crawl-Algorithmus soweit möglich automatisch ermitteln.
  • Eine optimal für die Gemeinde vorformulierte Mängel-Meldung vorbereiten, inkl. Google Maps-Link, Open Streetmap-Link, Geodatenangabe etc., die dann automatisch an das eigene Mail-Programm übergeben wird.
  • Es wird, soweit Informationen vorhanden sind, auch auf die individuellen Lösungen der einzelnen Städte hingewiesen.

Laut Lennartz deckt der Datenbestand auf den die MÜLLweg!-App zugreift, mittlerweile rund 85% der Bundesrepublik ab – ist eine Gemeinde bzw. der passende Ansprechpartner noch nicht hinterlegt, können Nutzer entsprechende Informationen manuell zu den bereits verzeichneten Gemeinden hinzufügen.

MÜLLweg! positioniert bewusst nicht im Wettbewerb zu den individuellen Lösungen der Städte, die in der Regel eine optimalere Anbindung an die innerorganisatorischen Arbeitsabläufe der Gemeinden haben. Ziel ist, den Nutzern stets eine möglichst einfache Möglichkeit zur maximal einfachen, digitalen Meldung ihres Müllfunds aufzuzeigen.

Wir ziehen unseren Hut und empfehlen euch den Einsatz der gemeinnützigen Applikation. Die App kennt weder Werbung, noch Nutzer-Accounts bzw. Registrierungen.

Laden im App Store
MÜLLweg! DE
MÜLLweg! DE
Entwickler: Thomas Lennartz
Preis: Kostenlos
Laden
Dienstag, 21. Aug 2018, 17:57 Uhr — Nicolas
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Rede mit!
  • Geil! In meiner Stadt gibt es das schon als onlineformular, aber das ist vom Mobilgerät aus nicht wirklich nutzbar. Und zu Hause macht das deutlich mehr Aufwand

  • Schön, letzte Woche erst Bauschut, Grünabfall und Müllsäcke auf 300m Waldweg gemeldet. passiert ist aber noch nichts.

    • Waldwege sind oft Privatwege. Da muss dann erst der Eigentümer ermittelt werden, der dann eine Frist zur Beseitigung bekommt. Erst wenn der nichts macht, kommt die Ersatzvornahme seitens der Behörde.

  • Duisburg hat die „WBD Abfall“-App. Jedesmal, wenn ich da wilden Müll gemeldet hatte, wurde der tatsächlich meist innerhalb 24 Stunden entfernt. Es geht also tatsächlich.

    • Bringt das überhaupt noch etwas? In Duisburg ist doch sowieso schon Hopfen und Malz verloren.

      • Nicht bekannt, dass Duisburg die Stadt mit dem größten Grünflächenanteil an der Stadtfläche ist, oder? Sonst käme ja nicht so ein unqualifizierter Kommentar.

  • Schade, dass es so eine App überhaupt braucht…

    • Das selbe denkerisch auch.
      Viel besser wäre es, wenn Siestas gar nicht passieren würde.

      So werden sich die Umweltverschmutzer noch mehr freuen, da ihr achtlos entsorgter Müll sogar noch weggeräumt wird.
      Ab jetzt kann ich noch besser wo ich gehe und stehe meinen Mist „fallenlassen“.

      Genau wie diese McDonald’s Deppen, die immer alles aus dem Auto werfen.
      DA hötte ich gern ein Tool um direkt mit Foto Anzeige zunerstatten!

  • Als ich den Artikel las, habe ich mich wirklich gefreut. So etwas hat mir gefehlt. Ich bin viel unterwegs, und die Welt mit ein paar Klicks sauberer zu machen ist wirklich toll.
    Als ich die App ausprobierte, war ich allerdings enttäuscht. Es ist nichts anderes als eine WebApp als App. Und da sehe ich den Sinn nicht. Ohne Internet kann ich nicht schonmal eine Mail vorbereiten. Außerdem ist die ganze Oberfläche sehr träge und funktioniert nicht wie eine wirkliche App.
    Das kann ich mir auch schenken.

    Wie gesagt, Idee und Umsetzung sind sehr gut, aber dass kann ich auch auf muell-weg.de machen. Da lege ich mir ein Lesezeichen oder eine Verknüpfung auf den Home-Bildschirm und habe das gleiche Ergebnis.
    Wenn schon eine App, dann doch bitte auch mit Sinn. Das hier ist irgendwie das Motto: Hauptsache wir haben eine App…

    • Thomas Lennartz, Entwickler von MÜLLweg! DE

      Hallo AppleMan,
      da bin ich ganz bei Ihnen, diese App ist tatsächlich im Wesentlichen ein „Wrapper“ für die dahinter liegende mobile Webseite. Aber wie der Artikel auch sagt, ich habe MÜLLweg! DE als Hobby neben meiner Arbeit, und zunächst tatsächlich als reine Web-Anwendung entwickelt.

      Der Aufwand, eine stabile, zukunftssichere und wartbare native App für iPhone und Android zusätzlich zu entwickeln, ist sehr hoch – und leider auch von der Spezialisierung außerhalb meiner Möglichkeiten, sodass ich dieses Know-How hätte zusätzlich „einkaufen“ müssen, um die nötige „native“ Qualität liefern zu können.

      Ich trage ohnehin schon die vollständigen Kosten für den Betrieb dieser App aus eigener Tasche, muss dann aber an irgendeiner Stelle schon gewisse Zugeständnisse machen. Und da waren vollständig native Apps keine Option.

      „Hauptsache wir haben eine App…“ ist übrigens, da bin ich auch ganz ehrlich, aus Marketingsicht ein tragendes Argument, denn nur sehr wenige Nutzer machen sich die Mühe, eine mobile Webseite als Favoriten zu speichern und dann anstelle einer aus dem Appstore installierbaren Lösung zu nutzen. Die Präsenz im Appstore ist tatsächlich eine nach wie vor fast zwingende Voraussetzung, um im Markt hinreichend wahrgenommen zu werden.

      Dass die App ohne Internet aufgeschmissen ist, ist die Kröte, die ich auch nicht gerne schlucken wollte, aber vor dem Hintergrund leider musste. Ich habe versucht, dem Rechnung zu tragen, indem die erste Option in der App, nämlich die Position aus dem Foto auszulesen, auch dann funktioniert, wenn das Foto zuvor ohne die App, also z.B. auch bei nicht bestehender Internet-Verbindung, gemacht wurde. Ist die Internet-Verbindung also weg, kann man immerhin ein Foto machen und die Position später noch aus dem Bild auslesen.

      Ich hoffe, Sie verstehen ein wenig meine Beweggründe die mir bei der Entwicklung durch den Kopf gegangen sind. Ich habe zwischenzeitlich viele Nutzer-Anregungen aufgegriffen und die Lösung in den letzten Monaten in vielerlei Hinsicht weiter optimiert. Aber eine native mobile App würde Kosten verursachen, die ohne eine Refinanzierung, auf die ich hier ja vollständig verzichte, einfach nicht drin sind.

      Beste Grüße und nochmals vielen Dank für Ihr offenes, konstruktives Feedback!

      Thomas Lennartz

      • Super, dass Sie hier so offen antworten.
        Bin selbst in der Softwareentwicklung unterwegs und weiß wie gravierend der Unterschied zwischen Wrappern und voll-nativen Lösungen ist (wobei es da mittlerweile auch mittel und wege gibt…).
        Weiterhin viel Erfolg mit der Applikation! Ist wirklich eine super Sache!!

      • Sie sollten ein Spenden Button einfügen. Sowas muss einfach gefördert werden :)
        Wenn sie ganz auf Werbung verzichten, was ich begrüße.

      • Hallo Herr Lebnartz,

        vielen Dank für die Antwort.
        Um das noch einmal zu unterstreichen: Die Idee und auch die Umsetzung sind einfach klasse. Es wurde an so viel gedacht, daher habe ich mir die WebApp auch gesetzt :-)
        Ich wünschte es gäbe häufiger entsprechend gut gemachte Umsetzungen.
        Vielleicht könnte da staatliche Unterstützung möglich sein? Damit könnte es auch mit der App klappen.
        Ich verstehe ihre Beweggründe sehr gut. Und aus Marketingsicht ist es leider leider auch verständlich.
        Die WebApp ist bei Ihrem Projekt auf jeden Fall die richtige Wahl. Traurig bleibt, dass für viele Menschen irgendwie zu kompliziert ist…
        Ich bedanke mich für die lange und ausführliche Antwort und bin da ganz bei Ihnen.

        Vielen Dank für das Projekt und ich hoffe es führt zu einer sauberen Heimat.
        Vielen Dank!

    • Die App macht Sinn!

      Du meinst eher, dass die Umsetzung, da es eine „WebApp“ ist nicht ganz so optimal ist…

      Bitte nochmal darüber nachdenken!

  • Gute Sache!
    Ich würde mir das auch für defekte Infrastruktur (Straßenlaternen, Kinderspielplatz,…) wünschen, idealerweise gleich in Kombination mit ’ner universellen Falschparker (z.B. gegen Radlwegparker,…) Meldemöglichkeit…

    • Und eine App, um entgegen einer Einbahnstraße fahrende, und/oder Rotlicht mißachtende, oder verkehrswidrig über Bürgersteige fahrende, usw., usw., usw. Fahrradfahrer zu melden, fehlt meines Erachtens auch noch, Frosch – gerade eine solche … … …

    • Vom Handy auf einer mobilen Internetseite aber GPS und Bilder übertragen ist doch ohne App viel fummeliger, oder?

  • Wo sind die Kritiker der App, in der man Falschparker und sonstige Ordnungswidrigkeiten melden konnte?!

  • Geladen und gleich ein herrenloses Schrottfahrrad vor der Haustür gemeldet. Mal sehn was passiert!
    Vielen Dank für den Tipp!!!

  • Düsseldorf hat inzwischen auch eine eigene App, bei der nach Meldung auch zügig was passiert.

  • Die Berliner Ordnungsamt-App ist zwar grottig aber funktioniert echt gut! Habe schon öfter Müll oder Wildwuchs gemeldet und es wurde zeitnah reagiert!

  • Tolle Sache, ich habe mal beim Joggen alte Möbel mitten im Wald entdeckt, da hätte die App sicher gute Dienste geleistet. Also runterfallen und ab jetzt immer dabei.

  • Design ist von vorgestern aber Stadtreinigung Hamburg hat auch ihre eigene App.!

  • Thomas Lennartz, Entwickler der App MÜLLweg! DE

    Liebe iphone-ticker-Leser,

    in den letzten Stunden haben Sie sehr großes Interesse an meiner App „MÜLLweg! DE“ ( https://www.muell-weg.de ) gezeigt, sie heruntergeladen und getestet. Bislang habe ich – bei ein paar hundert Downloads insgesamt – in 34 Fällen eine Benachrichtigung erhalten, dass Ihre Stadt oder Gemeinde noch nicht bekannt ist.

    Wenn Sie zu den Nutzern gehören, die heute vielleicht mit der Meldung, dass Ihre Stadt oder Gemeinde noch nicht dabei ist, enttäuscht wurden, kann ich Sie beruhigen: mittlerweile sind alle 34 Fälle nachgetragen. :-)
    Herzlichen Dank für Ihr Interesse und vielen Dank für die Unterstützung!!

    Thomas Lennartz

  • Es gibt doch bereits „Mängelmelder“ als App und die ganzen von denen für Kommunen entwickelten Apps wie „GE-meldet“ und „Dreckpetze“.

    Die gemeldeten Mängel in „Mängelmelder“ werden aber kaum von den Kommunen beachtet, die gucken fast nur auf ihre eigenen Apps.

    • Thomas Lennartz, Entwickler der App MÜLLweg! DE

      Im Unterschied zum Mängelmelder ist bei MÜLLweg! DE kein Dritter in die Kommunikation mit der Kommune zwischengeschaltet. Die Meldung geht direkt vom Meldenden per persönlicher E-Mail an die zuständige Stelle und MÜLLweg! DE klinkt sich in dem Moment komplett aus. Ein persönlicher Kontakt ist, das zeigt die Erfahrung, schwerer zu ignorieren als eine unpersönliche Meldung über eine App. Darüber hinaus verweist MÜLLweg! DE auch gerne auf die Lösungen der einzelnen Kommunen, denn die unterstützen die internen Arbeitsprozesse im Zweifel besser als eine E-Mail, denn sie sind einfach besser angebunden. Allerdings sollten die kommunalen Lösungen idealer Weise nicht erst nach einem überdimensionierten Registrierungsaufwand zur Verfügung stehen, denn einige Apps sind alles andere als nutzerfreundlich. Und dann bleibt der Müll dann doch liegen. In dem Fall ist MÜLLweg! DE gerne auch eine für den Nutzer komfortable Alternative. :-)

  • Kann man da auch den Bundestag melden? Der ist der größte Haufen an Müll denn wir haben.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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