Sirenen und Smartphones läuten zusammen
Katastrophenschutz: NINA-App wird um Zufluchtsorte erweitert
Die Bundesregierung will den Bevölkerungsschutz in Deutschland umfassend ausbauen. Teil eines jetzt beschlossenen Pakts (PDF-Download) sind Investitionen von insgesamt zehn Milliarden Euro bis 2029. Neben neuer Ausrüstung für Einsatzkräfte und einer besseren Krisenvorsorge rückt dabei vor allem das digitale Warnsystem in den Mittelpunkt.
Die Warn-App NINA soll zusätzliche Funktionen erhalten und künftig nicht nur vor Gefahren warnen, sondern auch konkrete Orientierungshilfen für den Ernstfall bieten.
Nach Angaben des Bundes soll das Warnsystem stärker zentralisiert und in Echtzeit steuerbar werden. Ziel ist es, Warnungen schneller und flächendeckender auszulösen, unabhängig davon, ob diese über Smartphones, Sirenen oder andere Kanäle verbreitet werden. Grundlage dafür ist der weitere Ausbau der technischen Infrastruktur des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
NINA soll im Krisenfall mehr Orientierung bieten
Im Zentrum der geplanten Erweiterungen steht die Warn-App NINA. Sie soll künftig Hinweise auf öffentliche Zufluchtsorte bereitstellen. Nutzer könnten damit im Gefahrenfall nicht nur eine Warnmeldung erhalten, sondern auch Informationen darüber, welche Anlaufstellen in ihrer Umgebung zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus soll die Anwendung für sogenannte CBRN-Lagen weiterentwickelt werden. Die Abkürzung steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Solche Szenarien stellen besondere Anforderungen an die Informationsvermittlung, da Schutzmaßnahmen häufig von der Art der Gefahr abhängen. Die App soll deshalb künftig stärker auf konkrete Handlungsempfehlungen ausgerichtet werden.
Die geplanten Maßnahmen knüpfen an die Entwicklung der vergangenen Jahre an. Nachdem der bundesweite Warntag 2020 erhebliche Schwächen bei der Alarmierung offengelegt hatte, wurden zahlreiche Verbesserungen angestoßen. Später folgte die Einführung von Cell Broadcast als zusätzlichem Warnkanal.
Sirenen und Smartphones läuten zusammen
Parallel zur Weiterentwicklung der App setzt der Bund den Ausbau des Sirenennetzes fort. Bis 2027 soll eine zentrale Ansteuerung der Sirenen über das bundesweite Warnsystem möglich sein. Warnungen könnten dann zeitgleich auf Smartphones erscheinen und über Sirenen verbreitet werden.
Der Ansatz verfolgt das Ziel, mehrere Kommunikationswege miteinander zu verknüpfen. Während Cell Broadcast nahezu alle kompatiblen Mobiltelefone erreicht, bieten Apps wie NINA zusätzliche Informationen und Verhaltenshinweise. Erst im vergangenen Jahr hatte das BBK die Reichweite der Anwendung als ausbaufähig bezeichnet. Zuletzt wurde NINA zudem um Polizeimeldungen erweitert.



Top. Richtig gut.
Das ist ähnlich hilfreich wie „Duck-and-Cover“ in den 80er Jahren (falls Dir das was sagt, es gab damals Anweisungen, wie man sich im Falle eines Atomkrieges verhalten soll – nicht weil das irgend ein Problem lösen würde, sondern um die Bevölkerung zu beruhigen, und so ist das hier auch. Es ist weitläufig bekannt, dass es kaum Luftschutzbunker in DE gibt. Die können natürlich den nächstgelegenen angeben, aber der ist dann weit weg und natürlich auch nicht in einem wirklich nutzbaren Zustand. Falls Dir „Friedensdividende“ was sagen sollte: Hier ist nach 89/90 niemand mehr davon ausgegangen, dass das nochmal jemand brauchen könnte. Was Du machen könntest, wäre in den eigenen Keller zu gegen – mit ähnlichen Folgen, wie im 2. Weltkrieg … Du musst dann darauf hoffen, dass Dich da jemand wieder versucht auszubuddeln. Von daher: Das ist eher eine psychologische Maßnahme. Aber Psychologie ist natürlich auch wichtig im Krisenfall.
80er? USA waren es die 50er… aber ein DE sind die schon immer schnell gewesen.
Die schaffen ja seit Jahren nicht einmal einen Kennzeichenzähler.
Kann einzelne Apps (wie Nina, Katwarn usw.) eigentlich vor dem Auslagern schützen, ohne die Auslagern-Funktion komplett zu deaktivieren?
In der Regel öffnet man die ja nie, will sie aber dennoch dauerhaft auf dem Gerät wissen.
Du könntest in der Kurzbefehle-App eine Automation einrichten, um die Warnapp z.B. monatlich einmal zu öffnen, um sie vor der Auslagerung zu bewahren.
Ich bin im kalten Krieg in den 70er und 80er Jahren in West-Berlin aufgewachsen. Ich verstehe wirklich nicht, was man daran gut finden kann, wenn wir uns in der Gesellschaft wieder für Millionen Euro für Katastrophen aufrüsten. Das ist doch nur erschreckender Bankrott!
Die Katastrophen sind noch teurer.
Und West-Berlin als Insel damals taugt kaum als gutes Beispiel
Denkste, gerade wir West-Berliner und damit schließe ich die zugereisten Wehrflüchtigen der Bundesrepublik Deutschland dieser Zeit aus, waren sowas von ständig mitten drin im kalten Krieg. Wir lebten mit dem totalen Untergang tagtäglich. Die Westdeutschen lebten doch nur in ihrem eigenen Lummerland. Was an Katastrophenschutz nach der Berlin-Blockade (Juni ’48 bis Mai ’49) und erst recht nach dem Mauerbau (August ’61) im Westteil der Stadt aufgebaut wurde, war beispielhaft. Das wurde alles in den neunziger Jahren vernichtet, weil man sich dermaßen arrogant in Sicherheit wog, nachdem die UdSSR und der Warschauer Pakt zusammengebrochen waren. Viele Ur-West-Berliner und interessanter Weise auch viele DDR-Bürger der Kriegskindergeneration warnten noch in den anfänglichen neunziger Jahren davor, Russland diplomatisch herablassend zu behandeln und den Katastrophenschutz schleifen zu lassen. Was wir jetzt wieder alle teuer als „Katastrophenschutz“ bezahlen müssen, ist das Resultat von massiven Fehlentscheidungen auf diversen Ebenen einer Bonner und später nach 1999 mehrerer Berliner Bundesregierungen.
Berlin war immer schon ne Katastrophe. Ist notmal ;)))
Ein sehr qualifiziertes Statement. Danke dafür.
Das ist richtig! Leider gibt es im Osten einen Irren, dem im Westen ein anderer Irrer gegenüber steht. Vor diesem Hintergrund sind Maßnahmen zum Katastrophenschutz leider wieder erforderlich.
Meiner Meinung nach hast Du einige Verrückte da draußen vergessen zu erwähnen… wenn es nur zwei wären…. :(((
Weil wirs müssen … man hat nicht allein in der Hand, ob man sich vor Gefahren schützen muss, aber wenn man von Gefahren weiß, wäre es blöd, nix zu unternehmen, um sie zu verringern. Langweilig wird uns jedenfalls nicht werden.
Da wird wieder richtig Geld zum Fenster rausgeschmissen. Im Ernstfall wird das Mobilfunknetz nicht mehr funktionieren. Selber die Erfahrung bei der Flut in Erftstadt gemacht.
Für jedes Szenario die richtigen Maßnahmen.
Hast du dir ein Kurbel-Radio gekauft?
Sollte jeder zuhause haben!
Hat bei der Schießerei in der Kirche bei den Zeugen Jehovas damals in Hamburg gut gearbeitet. War mit dem Auto auf dem Heimweg zu der Zeit und wurde gewarnt und umgeleitet. Hoffe das das die Ausnahme bleibt, andererseits liest man immer öfter von Messerstechereien usw., ist nicht schön. Welche Vorwarnung bzw. -zeit gibt es bei Oreschnik oder Drohnenangriff?
Es würde dann ja Sinn ergeben, wenn zumindest die Karte mit den möglichen Zufluchtsorten auch offline verfügbar ist, falls nach einem Angriff, Naturereignis etc. kein Netz mehr zur Verfügung steht
Es würde eher Sinn machen, wenn wir uns solche Szenarien erst gar nicht ausdenken müssten….
Das ist nun aber Wunschdenken und ein Szenario, was nicht eintreten wird
Schon doppelt blöd. Wir müssen jetzt nicht nur alle möglichen Infrastrukturen neu erschaffen, wir haben vieles davon auch gerade erst in den letzten Jahren abgeschafft. Luftschutzbunker, Kasernen, Schiessstände, Munitionslager……weil wir das ja alles nicht mehr brauchen.