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Withings Pulse: Ein persönlicher Eindruck nach 4 Wochen

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Nach vier Wochen mit dem Withings Pulse in der Tasche und mit dem Verkaufsstart am morgigen Freitag vor Augen ist es Zeit für ein persönliches Fazit.

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Ausführlich vorgestellt haben wir das Gerät ja schon, aber fassen wir die Funktionen noch einmal kurz zusammen.

Der Pulse will als Schrittzähler Produkten wie dem Fitbit Konkurrenz machen. Über das reine Schritte zählen hinaus spuckt der Pulse auch die bewältigten Höhenmeter, die zurückgelegte Gesamtstrecke und verbrannte Kalorien aus. Zudem kann der kleine Kerl mittels einer LED auf der Rückseite auch die aktuelle Herzfrequenz messen. Obendrauf gibt’s noch die Möglichkeit, die nächtliche Schlafdauer zu protokollieren und die Schlafphasen zu überwachen. Einen Überblick bietet auch unser Einführungsvideo vom letzten Monat:

(Direkt-Link)

Für mich ist die Hauptfunktion des Pulse die Kontrolle der täglichen Aktivität durch die Erfassung der Schrittzahlen sowie die Motivation durch diesbezüglich gesteckte Ziele. Hier unterscheidet sich der Pulse im Prinzip nicht von anderen Schrittzählern oder Fitnessarmbändern wie dem Nike Fuelband, Jawbone UP oder Fitbit Flex. Es steht eigentlich weniger die Genauigkeit der Messung im Vordergrund, sondern geht es um die angezeigten „Punkte“ als Einheit für die Kontrolle der täglichen Aktivität. Wobei der Pulse wenn ich die Schritte dann ab und an mitgezählt habe stets ausgesprochen exakt war.

Der Pulse weiß wann ihr joggt

Ein nettes Feature mit Blick auf die Schrittzählung kam mit einem der letzten Updates hinzu. Der Pulse erkennt automatisch, wenn ihr joggt und protokolliert diese Aktivitäten separat. Konkret läuft dies so ab, dass der Pulse sobald ihr euch länger als eine Minute schneller als normal bewegt einen separaten Trackingmodus aktiviert um die gejoggte Zeit inklusive der gelaufenen Zirka-Meter zu erfassen. Diese Werte lassen sich dann auf einem unabhängigen Bildschirm getrennt abrufen und werden in der Withings-App auch separat aufgeführt.

joggen

Die Withings-App

Wo wir bei der Withings-App wären, für mich der größte Grund, den Pulse einem anderen Schrittzähler vorzuziehen. Ich besitze bereits eine Waage und ein Blutdruckmessgerät des Herstellers und habe nun eigentlich alle relevanten Werte rund um die persönliche Fitness und Gesundheit in einer App versammelt. Ein vierfarbiger „Schmetterling“ zeigt mit stets auf einen Blick, in welchen Bereichen ich mehr tun sollte oder ob es mir nach Meinung der App an Schlaf mangelt.

schmetterling

Momentan ist hier die optimale Schlafdauer auf acht Stunden festgelegt und beim Tagesziel in Sachen Schrittzahl hält sich Withings an die 10.000er-Empfehlung der WHO. Bislang gibt es keine Möglichkeit, diese Werte zu ändern aber eine solche Funktion ist laut Withings bereits in Arbeit.

Etwas irritierend ist teils auch die Aktivitätsanzeige in der App. Diese wertet gewöhnliche Schritte – egal wie viele man pro Tag davon macht – nicht als sportliche Betätigung. Um den gelben Flügelbereich des Schmetterlings auszufüllen muss man also entweder joggen oder sich anderen sportlichen Ertüchtigungen hingeben. Diese können dann allerdings nicht direkt erfasst werden, Withings hat zu diesem Zweck eine Schnittstelle zu der Fitness-App Runkeeper integriert. Die Möglichkeit der Direkteingabe solcher Aktivitäten in der Withings-App wäre wünschenswert.

startseite

Was ich stark vermisse sind „Belohnungen“, Rekorde oder auch die Möglichkeit, sich mit anderen Nutzern zu messen. Die Erfahrungen mit Fitbit und Nike haben gezeigt, dass ich damit nicht alleine stehe sondern derartige Motivationsmöglichkeiten von Anwendern stark geschätzt werden.

Tragekomfort und Benutzung

Der Pulse sieht auf Fotos kantiger aus als er ist. Im Tageseinsatz schmiegt sich der Schrittzähler in der Hosentasche unauffällig ans Bein und passt auch in die Münztasche einer Jeans. Optional könnt ihr den Pulse auch mit einem mitgelieferten Gürtelclip an der Kleidung befestigen. Dieser macht zwar einen etwas „schlabbrigen“ Eindruck, hat den Pulse im Einsatz aber stets sicher gehalten.

Die kompakte Größe des Puls macht ihn anfangs vielleicht ein klein wenig ungeschickt zu benutzen, aber man gewöhnt sich an die schlanke Form. Allerdings muss ich auch nach vier Wochen noch jedes Mal genau hinsehen, wo denn jetzt oben und unten bzw. der Knopf für das Display ist, wenn ich den Schrittzähler aus der Tasche hole. Die kleine Taste könnte ein wenig markanter sein.

Funktioniert hat die Taste ebenso wie die Herzfrequenzmessung und auch der kleine Touchscreen aber stets zuverlässig. Ein großes Manko hat der Bildschirm allerdings, im hellen Sonnenlicht erkennt man darauf so gut wie gar nichts.

Schlafkontrolle und Synchronisierung

Optional kann man mit dem Pulse wie erwähnt auch den eigenen Schlaf überwachen. Ihr aktiviert diesen Modus manuell wenn ihr ins Bett geht und beendet ihn beim Aufstehen wieder per Tastendruck. Der Pulse wird über die Nacht in einem eigentlich nicht störenden Armband getragen, mit etwas Übung ist der Kleine auch schnell darin verstaut und das Armband angelegt.
Neben insgesamt im Bett verbrachten Zeit könnt ihr in der Withings-App dann genau sehen, wann ihr in der Nacht tief oder unruhig geschlafen habt oder gar wach gewesen seid. Diese Aufzeichnungen deckten sich stets gut mit meinen Erinnerungen an die Nacht.

schlaf

Die Synchronisierung mit eurem iPhone erfolgt per Bluetooth. Der Pulse muss dazu einmal initial verbunden werden und leistet dann zuverlässig und dank Bluetooth 4.0 auch akkuschonend seinen Dienst. Automatisch synchronisiert er sich gefühlt alle 12 Stunden, bei Bedarf lässt sich die Synchronisierung aber auch jederzeit durch ein Gedrückthalten der Taste am Pulse anstoßen. Die Ergebnisse sind dann sofort in der App verfügbar und werden von dort auch mit dem Withings-Webinterface synchronisiert.

Der integrierte Akku hält dabei eigentlich gut eine Woche, wenn man die Herzfrequenzmessung selten nutzt auch länger. Sehr erfreulich ist der Stromsparmodus, in den sich der Pulse selbst versetzt, wenn der Akku zur Neige geht. Dieser sorgt für 24 Stunden weitere Aufzeichnung der Daten, aktiviert aber alle weiteren Funktionen wie beispielsweise die Displayanzeige.

Fazit

Bei mir passt der Pulse wie eingangs erwähnt perfekt ins Portfolio, daher bin ich trotz der angesprochenen Kritikpunkte ausgesprochen zufrieden damit. Zumal davon auszugehen ist, dass der Hersteller die von mir vermissten Funktionen in der App schon bald nachliefert. Gerade Features wie Ranglisten oder dergleichen lassen sich mit vertretbarem Aufwand nachrüsten und somit ist nicht anzunehmen, dass Withings dieses Feld der Konkurrenz überlässt.

Somit gibt’s eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle, die bereits erste Bande mit Withings geknüpft haben und nun mehr darauf achten wollen, dass die tägliche Bewegung nicht zu kurz kommt. Wer sich für noch keinen Hersteller entschieden hat, sollte vor dem Kauf eines Schrittzählers einen Blick auf das Gesamtportfolio der einzelnen Anbieter werfen. Withings ist hier gut aufgestellt und war mit den hauseigenen WLAN-Waagen wie auch dem iPhone-kompatiblen Blutdruckmessgerät ganz vorne mit dabei. In Sachen Schrittzähler schickt sich der Hersteller nun an, das Feld von hinten aufzurollen. Dabei kommt ihm die jahrelange Erfahrung im Gesundheitsbereich sicher zugute und nach einem oder zwei Updates für die App habe hoffentlich auch ich nichts mehr zu meckern.

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Der Pulse lässt sich zum Preis von 99,95 Euro bei Amazon oder direkt beim Hersteller bestellen. Offiziell angekündigter Verkaufsstart ist der 16. August, somit sollte Amazon schon in Kürze mit der Auslieferung beginnen.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wer darüber einkauft unterstützt uns mit einem Teil des unveränderten Kaufpreises. Was ist das?
15. Aug 2013 um 20:11 Uhr von chris Fehler gefunden?


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