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OBD-Stecker mit Hotspot

WLAN und Fahrzeuginfos: CarConnect-Adapter der Telekom startet

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34 Kommentare 34

Die Telekom verkauft von heute an ihren CarConnect-Adapter. Der Stecker für den OBD-2-Anschluss von Autos schickt nicht nur Infos zu Fahrzeugnutzung und -zustand an euer iPhone, sondern dient auch gleich als fahrender Hotspot.

Carconnect Telekom

Voraussetzung für Erwerb und Nutzung ist ein MagentaMobil-Vertrag bei der Telekom. Den Adapter selbst gibt es noch bis Jahresende zum Einführungspreis von 1 Euro, später soll der Stecker dann 49,95 Euro kosten, zusätzlich ist eine CombiCard mit 10 GB monatlichem Datenvolumen, das sich EU-weit nutzen lässt, zum Monatspreis von 9,95 Euro erforderlich.

Die Basisfunktionen von CarConnect erinnern an vergleichbare Projekte wie das mittlerweile eingestellte O2 Car Connection oder Tanktaler. Der mit einem GPS-Sensor ausgestattete Adapter protokolliert sämtliche Fahrten und erfasst dabei Fahrzeugdaten wie etwa Geschwindigkeit, Beschleunigung, Motordrehzahl, Bremsvorgänge oder den Batteriezustand. Die Auswertungen lassen sich dann über die für iOS und Android verfügbare CarConnect-App abrufen. In einer Art Fahrtenbuch seht ihr die exakte Fahrstrecke und Fahrzeit sowie statistische Angaben zum Fahrverhalten. Die App zeigt hier auch Maximal- und Durchschnittsgeschwindigkeit an und informiert über die Zahl der starken Beschleunigungs- und Bremsvorgänge sowie Standzeiten im Leerlauf. Dies soll unter anderem auch dazu dienen, das persönliche Fahrverhalten zu optimieren. Wird ein Fahrzeug privat und geschäftlich genutzt, besteht die Möglichkeit geschäftliche Fahrten zu markieren, eine Exportfunktion steht bislang allerdings nicht zur Verfügung.

Carconnect Einstellungen Telekom

Die Position des Fahrzeugs kann über die App jederzeit live abgerufen werden. Zudem bestehen umfangreiche Benachrichtigungsoptionen, so kann man sich beispielsweise eine Push-Mitteilung schicken lassen, wenn Fahrten begonnen oder abgeschlossen werden, das Fahrzeug abgeschleppt wird oder sonstige Störungen vorliegen. Dazu zählt auch ein Beschädigungsalarm, der auf Erschütterungen des Fahrzeugs reagiert.

Weitere Optionen wären Benachrichtigungen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen oder das Einrichten von Geofences. Hier kann man sich dann darüber informieren lassen, wenn das Auto in gewisse Bereiche einfährt oder diese verlässt.

Der CarConnect-Adapter unterstützt übrigens ausdrücklich mehrere Fahrzeuge und kann jederzeit umgesteckt werden. Abhängig vom Fahrzeugmodell wird das Auto dann teils automatisch erkannt, falls die Fahrzeugidentifikationsnummer nicht über OBD ausgelesen werden kann, müsst ihr diese nach einem Wechsel jedoch manuell wieder hinzufügen.

Carconnect Screenshots Telekom

Der integrierte WLAN-Hotspot

Mit der integrierten Hotspot-Funktion besteht die Möglichkeit, während der Fahrt ein eigenes WLAN aufzumachen, das über LTE und die zugehörige SIM-Karte mit 10 GB Datenvolumen gespeist wird. Netzwerk-Name und Passwort lassen sich frei konfigurieren und die Sendeleistung des Adapters war bei unseren Tests stets ausreichend, um die Mitfahrenden mit ausreichend stabilem Netz zu versorgen.

Ein Manko ist unserer Meinung nach allerdings die Abhängigkeit der WLAN-Funktion von der aktiven Fahrzeugnutzung. Ist der Motor aus, wird kurz darauf auch das drahtlose Netzwerk deaktiviert. Somit schränkt sich der Nutzen des Adapters nicht nur mit Blick auf die Verwendung in Wohnmobilen oder dergleichen ein, bereits ein gewöhnlicher Raststätten-Stop mit abgestelltem Motor kann für den Unmut der mitfahrenden WLAN-Nutzer sorgen. Es sollte ja eigentlich kein Problem sein, einen entsprechenden Schalter zu integrieren (die Stromversorgung am OBD war zumindest bei uns auch bei ausgeschaltetem Motor vorhanden). Zudem kennt der Adapter ja die Batteriewerte und könnte die Funktion bei sinkender Batteriespannung auch eigenständig deaktivieren.

Auch beim Blick ins Kleingedruckte müssten wir Kritik an dem neuen Telekom-Angebot üben. Die Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten erscheint uns nicht zeitgemäß, zumindest wäre die Option schön, den Adapter vielleicht zu einem höheren Preis, dafür aber ohne Verpflichtungen als Prepaid-Angebot zu nutzen.

Als Partner für die Datenaufbereitung hat die Telekom den auf diesen Bereich spezialisierten kanadischen Anbieter Mojio im Boot. Die erfassten Daten werden für die Vertragslaufzeit gespeichert und im Anschluss automatisch gelöscht. Eine weitere Verwendung der erfassten Daten schließt die Telekom zumindest derzeit aus.

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CarConnect
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Entwickler: moj.io Inc.
Preis: Kostenlos
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Dienstag, 14. Nov 2017, 14:10 Uhr — chris
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  • Ohne Exportfunktion leider ggü Tanktaler ein grosses Manko.

  • klar, wenn das auch bei ausgeschalteten motor ginge, dann ja evtl. auch außerhalb des Autos, 10€ für 10GB wäre ja auch ein guter Preis, würden die Leute dann ja eventuell statt ihres teueren mobilfunkvertrags nutzen.
    fragt sich nur, warum Telekom diese Preise nicht für Handytarife anbietet

  • Ich weiß nicht wie das bei anderen Fahrzeugen aussieht, aber im Mercedes wäre das Teil gefährlich. Viel zu groß, entweder es behindert beim fahren oder man reißt es beim aussteigen raus.
    Aus meiner Sicht eine Fehlkonstruktion!

    • also ich kann von meinem auto sagen, das die buchse so angebracht ist, das man da nicht „aus versehen“ oder sonst wie hängen bleiben kann. trotzdem kommt man ohne probleme an die buchse dran. da sehe ich die fehlkonstruktion eher bei mercedes. ;-)

      • Vielleicht meint er ja auch Mercedes ;-)

      • Achsooo, du denkst echt, Mercedes hätte den Adapter vor >20 Jahren ohne weise vorsicht an diese Stelle platziert. Ja mensch, hätte man ja mal besser drüber nachdenken können, irgendwann mal Hobbybastler eine Servicebuchse für Spielkram nutzen.

        Die Buchse macht dort 100% Sinn, dieser Stecker ist eine Fehlentwicklung. Die Technik hätte man auch kompakter bauen können, dann hätte er aber nicht mehr 2€ in der Produktion gekostet ;)

    • Die Fehlkonstruktion liegt beim Stern indem sie die ODB SST gebau in den Bewegungsbereich des Fahrerfussraumes legen.

    • Für sowas liegt da halt auch ein Kabel bei. ;)

  • Ich war letztens bei einer Veranstaltung bei der es um Service im Auto im Rahmen von Vernetzung etc. ging und dort hielt ein Entwickler der OBD-Schnittstelle einen Vortrag, der sich auch um die OBD-Adapter drehte. Lange Rede kurzer Sinn: das Ergebnis war, dass die OBD-Dose nicht für diese Nutzung gedacht ist. An dieser sollen in der Werkstatt vereinzelt Diagnosedaten ausgelesen werden, für einen Dauerbetrieb im tatsächlichen Fahrbetrieb ist diese nicht gestaltet und bietet sogar Gefahren. Die OBD-Schnittstelle hat im Fahrzeug höchste Priorität – entsprechend werden Anfrage die an diese gesendet werden immer zuerst behandelt. Wenn so ein Adapter permanent mehrfach pro Sekunde Anfragen in die Schnittstelle ballert kann das im schlimmsten Fall dazu führen, dass Systemfunktionen des Fahrzeugs nicht ausgeführt werden können.

    In wieweit das stimmt oder ein faktisches Problem ist kann ich nicht beurteilen. Würde aber erst einmal einem Entwickler der an der Konzeption und Entwicklung der Schnittstelle arbeitet vertrauen …

    • das ist sehr interessant! Es bestätigt exakt meine Vermutung. Ich fahre einen Audi A6 C5 Automatik. Seit ein paar Wochen schaltet das Getriebe nach dem ersten anschalten des Motors die Gänge extrem ruckig rein. Es knallt richtig! Es kam mir so vor als wenn das Getriebe nicht genau weiß welchen Gang ich eingelegt habe. Beim Fahren war alles okay. Sobald der Motor aus war und wieder angemacht wurde das gleiche Spiel. Es war etwas besser wenn ich vorm ersten schalten in D oder R etwa 30sek in N gewartet habe. Ich habe dann mal mein OBD Kabel angeschlossen und Fehler ausgelesen, sowie die Gänge überprüft. Er hat jeweils alles sauber angezeigt…P, N, D, M u.s.w.
      Dann hab ich den Motor angemacht und einen Gang reingemacht. Nanu? wieso funktioniert es jetzt ohne Ruckeln. Einen Tag später kam mir dann die Idee das es vielleicht am Tanktaler Stecker liegen kann. Ich kann es natürlich nicht zweifelsfrei bestätigen, aber seit dem das Teil draußen ist treten keinerlei Probleme mehr auf. Nach deiner Aussage hier macht dies nun absolut Sinn. Ich mache das Auto an und der Stecker sendet Signale übers OBD. Wenn diese bevorzugt werden, kann vermutlich das Getriebe irgendwie nicht sauber erkennen welcher Gang eingelegt ist.

    • Ich nutze seit einen halben Jahr VIMCAR am OBD und kann keine Probleme feststellen bezüglich der Motorelektronik.

    • So ein Stecker hat read only.
      Einzige Möglichkeit wären Störungen.

      Und beide Stecker sind EMV Zertifiziert.

      Also kaum ne Chance.

    • Hallo Oliver,
      mit der Priorität muss ich dir leider widersprechen. Beim CAN-Bus hat die Diagnose ID die niedrigste Priorität bei der Busarbitrierung. Konflikte könnten somit nur bei krasser Unterdimensionierung auftreten. Diese Stecker bzw. auch die Diagnose bei der HU fragt Daten im Intervall von Sekunden ab. Die interne Kommunikation hat ein Vielfaches dieses Datenvolumens.

      Bei älteren Fahrzeugmodellen, welche vor dem CAN-Bus zum Einsatz gekommen sind ist die Diagnoseschnittstelle direkt mit einem eigenen Steuergerät verbunden und sollte somit gar keinen Einfluss auf interne Kommunikation haben.

      HTH
      Michael

  • Ansich keine schlechte Sache, wenn man es statt mit einem separaten Laufzeitvertrag auch mit einer Multi-Sim nutzen könnte.

  • Guter Ansatz, aber die Bindung 24 Monate für zehn Euro weiß ich nicht ob sich das rechnet. Zumal ja nur Informationen angezeigt werden, Eingriffe sind anscheinend ja nicht möglich. Da reicht auch ein normaler Stecker für kleines Geld. Ob der normale Nutzer 10 GB verbraucht mag ich zu bezweifeln. Aber gut, jeder wir will

  • Schade das man den Adapter nicht mit einer MultiSIM bestellen darf. Wäre nur halb so teuer und das Volumen meines Vertrages reicht mir aus.

    • Die Frage ist ja auch:
      Wieviele Daten ballert der Adapter über das Netz nach Kanada und wieviele bekommt er zurück.
      Das geht ja schließlich auch aufs Datenvolumen.

  • Coole Sache, werde ich mal testen. Der Funktionsumfang hört sich auf jeden Fall interessant an.

    • @Andy: Du schließt zum Testen einen 2-Jahresvertrag ab? :D

      • Naja, 14 Tage habe ich ja Rückgaberecht. 14 Tage reichen mir zum Testen. :P Und wenn’s gefällt bleibts, wenn nicht, gehts zurück.

      • @Andy
        Während der 14-tägigen Rückgabephase darfst du dann aber kein LTE testen.
        Beauftragst du die Telekom sofort mit der Bereitstellung, entfällt das Rückgaberecht und der 24Monatsvertrag läuft.
        Muss man wissen.

  • Der Adapter wäre wahlweise ohne WLAN-Funktion und somit ohne die Vertragsbindung interessant.

  • 24 Monate Mindestvertragslaufzeit heißt ja mindestens 240€ für den Stecker. Da ist TankTaler viel günstiger und einen HotSpot bekomme ich bei meinem iPhone auch noch hin.

  • Gibt es etwas vergleichbares von Vodafone?

  • Kann man über die Daten des Adapters auch die Connect-Dienste von Audi laufen lassen?

  • Könnte ich nicht für einen Euro den Stecker kaufen – und dann in meinem iPad die SIM—Karte nutzen? Einen solchen Datenvertrag suche ich noch!

  • Man kann die Daten exportieren – ich erhielt eine Art Fahrtenbuch (pdf).

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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