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Kein "Recht zu Schweigen"

US-Gericht: iPhone-Passcode muss offenbart werden

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Bereits seit November 2014 steht fest: US-Polizisten dürfen in Verdachtsfällen die Touch ID-Entsperrung der iPhone-Modelle von Verdächtigen erzwingen.

Touchid

Damals urteilte der Circuit Court in Virginia Beach, dass Strafverfolgungsbehörden verdächtige Personen im Rahmen laufender Ermittlungsarbeiten zum Entsperren Fingerabdruck-geschützter Geräte verpflichten können.

Das Gericht behandelte den Fingerabdruck in seiner Entscheidung damit wie einen herkömmlichen Schlüssel und stellte fest, dass biometrische Merkmale keinen besonderen Schutz für sich beanspruchen dürfen.

Noch vor zwei Jahren unterstrich Steven Frucci, der Richter im fraglichen Fall, dass die eigenen Geheimnummer als „Wissen“ angesehen werde und somit unter dem besonderen Schutz des fünften Verfassungszusatzes steht. Ganz anders der Fingerabdruck. Dieser darf in den USA auch zukünftig keinen Gebrauch vom „Recht zu Schweigen“ machen.

Eine Unterscheidung, die ein Gericht in Florida nun gekippt hat. Wie die BBC berichtet, hat der Florida Court of Appeals in einem aktuellen Fall nun festgelegt, dass der Verdächtige seinen Passcode preisgeben muss.

Dem Angeklagten im verhandelten Fall wird vorgeworfen, sein iPhone für voyeuristische Fotoaufnahme genutzt zu haben. Die Tat soll zudem von einer Überwachungskamera erfasst worden sein. Nachdem der Angeklagte initial einer Überprüfung seines iPhone 5 zustimmte, zog dieser seine Erlaubnis wieder zurück, nachdem die Polizei in den Besitz des fraglichen Gerätes kam.

Der Beschluss des Richters stellt nun fest: Die Rücknahme des Eingeständnis hält nicht stand – der iPhone-Passcode muss offenbart werden.

Bügerrechtler verweisen auf ähnliche Fälle, die vor laufenden Gerichten verhandelt werden und erwarten langfristig ein Grundsatzurteil des amerikanischen Verfassungsgerichtes.

Donnerstag, 15. Dez 2016, 17:21 Uhr — Nicolas
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  • was wenn der Verdächtige sich trotzdem weigert den Code rauszurücken? Wird die Strafe dann verlängert?
    Gedanken lesen geht nicht. Den Code erraten geht auch nicht. wenn der Verdächtige klug war und die Option aktiviert hat, dass alles gelöscht wird, wenn zehn mal der Code falsch eingegeben wurde.

    • Darum gehts ja!
      Dass der code nicht benötigt wird, sondern man gezwungen wird seinen Finger aufzulegen.
      Glaube kaum, dass die Ermittler einen 10x den falschen code eingeben lassen, bevor sie jemanden zwingen den Finger richtig aufzulegen.

      • Der Finger bringt nur nichts mehr ;) der Fingerabdruck geht nur 24 Stunden nach dem letzten entsperren und danach kommt man nicht mehr um den Code herum.

      • Gemeint war wenn TouchID deaktiviert ist.
        Zitat: „der iPhone-Passcode muss offenbart werden.“
        Somit muss der Code benutzt werden, welches nur der Verdächtige weiss.

      • Das iPhone 5 hat aber kein TouchID. Hier gibt’s also nur den Entsperrcode.

    • Wäre ja ein Fall von Behinderung polizeilicher Ermittlungen und ist selbst strafbar, ist halt die Frage ob es das wert ist, entweder wegen dem behindern in den Bau zu wandern oder wegen der Straftat die man begangen hat, sollte nichts auf dem Mobiltelefon sein hat man ja nichts zu befürchten

      • Wenn die Polizei dich verdächtigt, dann wird schon irgendwas auf dem Handy sein, dass dich belastet. In Deutschland hast du das Recht dich nicht selbst zu belasten, in dem du die Herausgabe des Codes verweigerst

      • @Alli: Aber auch in Deutschland musst Du einen selbst verschuldeten Unfall melden (sonst kannst Du wegen Fahrerflucht bestraft werden) – OBWOHL diese Meldung zur Folge haben kann, dass Du für den Unfall bestraft wirst…

      • @Alli: „Wenn die Polizei dich verdächtigt, dann wird schon irgendwas auf dem Handy sein, dass dich belastet.“
        Du glaubst also ernsthaft, dass nur Täter von der Polizei verdächtigt werden? Respekt, so viel Vertrauen in die Ordnungsgewalt findet man heute selten. Tatsächlich ist das aber ziemlich blauäugig, es geraten nicht nur viele Unschuldige unter Verdacht und werden viel zu oft auch zu unrecht verurteilt. Unschuldsvermutung und Persönlichkeitsrechte würden jedenfalls mit Füßen getreten werden, wenn man wegen jedem Blödsinn gezwungen werden könnte, sein Smartphone zu entsperren.

      • Das ist ja Quatsch! Dann würde ja jeder Verdächtige wegen Behinderung der Justiz angeklagt werden, bloß weil er seine Tat nicht zu gibt oder sagt, wo die Tatwaffe ist. Das gibt’s nicht. Als Verdächtiger brauchst du dich nicht selbst zu belassen. Wenn die keine Beweise finden, haben sie Pech gehabt.

        Aber für sowas gibt’s die Beugehaft, bzw. Zwanghaft. Ein Richter kann (versuchen) dich zur Ausgabe der Informationen zwingen, indem er dich für einen gewissen Zeitraum (bis zu 6 Monate Monate) ins Gefängnis steckt. Letztens war z.B. eine Frau, die keine GEZ-Gebühren zahlen wollte. Die hat sowas bekommen. Dein Passwort zu verraten, musst du trotzdem nicht, wenn du der Verdächtige bist. Bist du aber nicht verdächtig, willst dein Passwort zu wichtigen Informationen aber trotzdem nicht preisgeben, kann man dir mit Beuge- und Zwanghaft kommen.

  • Die Interessen der Allgemeinheit, diese Bilder zu sehen, sind sicherlich höher einzuschätzen, als die Interessen des einzelnen, nicht ertappt zu werden ;)

  • Also, wenn du gepackt wirst auf jeden Fall noch schnell iPhone aus machen!

  • Deshalb sollte jemand etwas befürchten einfach die Löschfunktion nach 10 fehlerhaften Eingaben aktivieren und für Touch ID den Ringfinger nehmen :)

    Erst Daumen, dann Zeigefinger und zum Schluss der kleine Finger und schon ist man Save.

    Naja solange man kein 4 Stelligen Code nutzt :-D

  • Wieso? Einer hält den Verdächtigen fest und der andere presst den Finger auf den Sensor. Schön ist alles zugänglich, bzw. bei weiteren Apps wird die Prozedur wiederholt!

    Finger-Sensor bei Einreise in USA deaktivieren!!!

  • Laufende Gerichte fällen besonders schnelle Urteile.

  • Stellt sich die Frage wie man das erzwingen will, vermtl. mit einer Bestrafung wegen dort möglicher Behinderung der Justiz.

    In Deutschland gilt das angelsächsische Recht natürlich nicht (Obwohl die Britannien erobernden Angeln und Sachsen ja Germanische Stämme waren).

    In Deutschland muss sich ein Beschuldigter nicht selbst belasten und im Umkehrschluss natürlich auch nicht aktiv belastende Beweismittel zugänglich machen.

  • Deshalb deaktiviere ich bei jeder U.S. Reise meinen Fingerprint. Denn meine Daten gehen die U.S. Behörden nix an. Legale Firmendaten! Dort nutze ich dann den Code. Klar nervt das aber sicher ist sicher.

    • Hast du den Artikel überhaupt gelesen ? Die dürfen beides (!!!!!!!) von dir fordern. Mann Mann !!!

      • Aber den PIN können sie nicht erzwingen. Was willst du tun, wenn du sagst, du hast den vor ein paar Tagen geändert und jetzt bei der Aufregung total vergessen?

      • Beugehaft!

      • Beugehaft? Unsinn! Der normale Code kann im US-Recht nicht erzwungen werden. Man hat das Recht zu schweigen.

      • Anders als im Artikel gab es dazu kürzlich einen TV-Beitrag. Urteil, Revision… das zieht sich hin und solange muss gar nichts mit Code entsperrt werden.

      • Wen interessiert schon, was die Amis machen (in der hinsicht).
        Einfach nicht dorthin reisen :p
        Zweitens:
        Wer keinen groben Unfug macht – wovon ich mal ausgehe – hat doch gar nichts zu befürchten.

      • Lieber Scoo – manchmal möchte ich solchen Leuten diesen Satz so tief in den Hals stopfen, bis sie endlich mal merken, was sie für einen Käse erzählen.

      • @Burhan: Artikel gelesen? Da geht es doch gerade darum, dass das Gericht dem Verurteilten auferlegt hat, den Passcode preiszugeben. Die Richter in Florida meinen, dass hier das Recht zu Schweigen eben nicht gilt – entgegen anderslautender früherer Urteile.

  • Dazu kann ich nur sagen armes krankes Amerika.
    Shame on you mr Tump !!!!

  • Und wenn ich nicht mitspiele? Waterboarding?

  • Ganz einfach, Verdächtigen TASERN, Finger auf iPhone, FERTIG!

  • Hmm ich interpretiere das so: ein Verdächtiger hat eingewilligt sein Smartphone zu entsperren. Aber als die Polizei ernst machen wollte und das Smartphone gefunden hat wurde die Einwilligung zurück gezogen. Nun wurde gerichtlich festgestellt dass er die Code aufgrund seiner vorherigen Einwilligung nun auch preisgeben muss. Somit ändert sich erstmal nicht viel an dem Grundsatz in den USA dass der PIN nicht preisgeben werden muss wenn man von seinem Zeugnisverweigerungen gebraucht macht.

  • Wieviele Leute hier einfach nur die Überschrift lesen, echt erschreckend. Sehr erschreckend ist auch dass von fast allen ignoriert wird dass Touch ID nur 24 stunden gültig ist und zb bei einem frischen Start des Geräts nicht ausreicht! Deswegen ja das Urteil. So bekommen Sie den Code zum entsperren des Geräts.

    Auch da find ich die Frage dann interessant was wenn man sich dumm stellt und die option 10x falsche Eingabe aktiv ist? Ups sry wrong pin :)

    So das Urteil deckt explizit PIN Codes ab, viele Firmen erzwingen ein komplexes Passwort. Meist sind auch kriminelle so schlau und haben eins. Da das Urteil sich auf PIN Code beruft bin ich safe mit meinem 8 stelligen hoch komplexen Passwort.

    Jedoch weiss ich nicht warum hier leute Trump und Merkel erwähnen und was die damit zu tun haben sollen???? Diese kommis fallen dann unters Motto einfach was gesagt haben!

    • Touch ID hat mit dem Urteil hier so ziemlich gar Nichts zu tun…

    • Merkel hat mit diesem Urteil genauso wenig zu tun wie Mr. Trump. Da es aber immer wieder Id…en gibt die ihre Sätze mit „armes [setze beliebiges Land ein]“ anreichern und die Schuld unreflektiert einer Person oder Gruppe in die Schuhe schieben antworte ich mit einem ironischen „Danke Merkel!“ darauf.

  • Mit Donald Trump wird bestimmt alles besser!!

  • Thomas Baukhage

    Wie wäre es, wenn Apple in zukünftigen iOS-Versionen die Möglichkeit vorsieht, zwei Passwörter einzurichten – das eine zum (regulären) Entsperren, das anderen zum (sofortigen) Löschen des iPhones???

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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