EU-Plänen für Android-KI
Ungewöhnliche Allianz: Apple verteidigt Google gegen EU-Vorgaben
Apple stellt sich in einem laufenden EU-Verfahren ungewöhnlich deutlich hinter Google. Hintergrund sind geplante Vorgaben der Europäischen Kommission, mit denen Google Android stärker für konkurrierende KI-Dienste öffnen soll. Laut Reuters warnt Apple in einer Stellungnahme vor erheblichen Risiken für Datenschutz, Sicherheit und die Stabilität von Geräten.
Zukünftig soll Google Gemini hinter Siri stehen, da wundert Apples Verhalten wenig.
Die EU-Kommission hatte Ende April eine Konsultation zu geplanten Maßnahmen nach dem Digital Markets Act gestartet. Ziel ist es, dass konkurrierende KI-Dienste auf Android ähnliche Funktionen nutzen können wie Googles eigene Dienste. Dazu gehören etwa Sprachaktivierung, systemweite Aufrufpunkte und der Zugriff auf Kontextinformationen.
Besonders weitreichend ist der Teil, der KI-Diensten erlauben soll, auf Wunsch des Nutzers mit Apps zu interagieren. Die EU nennt als Beispiele das Versenden einer E-Mail, das Bestellen von Essen oder das Teilen eines Fotos. Google hatte die Vorschläge bereits kritisiert und vor geschwächten Schutzmechanismen für europäische Nutzer gewarnt.
Apple sieht eigene Plattformen betroffen
Apple begründet seine Einmischung damit, dass die Vorgaben über Android hinaus Bedeutung haben könnten. Der Konzern verweist auf die eigenen Betriebssysteme iOS, iPadOS und macOS, die ebenfalls unter dem Digital Markets Act stehen. Was die EU nun bei Google durchsetzt, könnte also später auch für Apple relevant werden.
Laut Reuters schreibt Apple, die Entwürfe würden „dringende und ernste Bedenken“ auslösen. Sollten sie bestätigt werden, entstünden tiefgreifende Risiken für Privatsphäre, Sicherheit, Geräteleistung und Systemintegrität. Gerade bei KI-Systemen seien diese Risiken besonders schwer einzuschätzen, weil sich Fähigkeiten, Verhalten und mögliche Angriffswege schnell weiterentwickeln.
Streit um offene KI-Schnittstellen
Apple kritisiert dabei auch das Vorgehen der EU-Kommission. Der Konzern wirft den Regulierern vor, technische Entscheidungen der Google-Ingenieure durch eigene Vorgaben zu ersetzen. Aus Apples Sicht laufe der Entwurf zu stark auf möglichst offenen und umfassenden Zugriff hinaus.
Die EU argumentiert dagegen, dass der DMA für mehr Wettbewerb sorgen soll. Drittanbieter sollen nicht schlechtere Möglichkeiten haben als die Dienste des jeweiligen Plattformbetreibers. Die Kommission betont zugleich, dass Nutzer weiterhin selbst entscheiden sollen, welche Apps sie verwenden und welchen Zugriffen sie zustimmen.
Die Konsultation zu den Android-Vorgaben lief bis zum 13. Mai. Die Kommission will die eingegangenen Stellungnahmen nun auswerten und kann die Maßnahmen noch anpassen. Eine endgültige Entscheidung muss nach Angaben der EU bis zum 27. Juli 2026 getroffen werden.
