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Konstruktive Gespräche zwischen Apple und Brüssel

Tim Cook spricht mit EU über Siri AI: Bewegung im festgefahrenen Streit

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18 Kommentare 18

Im Streit um die Einführung von Siri AI in Europa scheint Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu kommen. Wie die Financial Times berichtet, haben Apple-Chef Tim Cook und die für Digitalpolitik zuständige EU-Kommissarin Henna Virkkunen am Dienstag ein virtuelles Gespräch geführt. Beide Seiten bezeichneten den Austausch demnach als konstruktiv.

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Die finnische Kommissions-Vizepräsidentin Henna Virkkunen | Photo: Mikko Mäntyniemi

Im Mittelpunkt stand offenbar die Frage, wie Apple die neue KI-Version von Siri auch in der Europäischen Union auf iPhone und iPad anbieten kann, ohne gegen die Vorgaben des Gesetzes über digitale Märkte, den Digital Markets Act (DMA), zu verstoßen. Bislang hatte Apple angekündigt, die neuen Funktionen zum Start von iOS 27 und iPadOS 27 in der EU nicht bereitzustellen. Als Grund nannte das Unternehmen die europäischen Interoperabilitätsvorgaben.

Streit dreht sich um den Zugriff auf Gerätedaten

Wie bereits berichtet, argumentiert Apple, dass Siri AI für viele Funktionen auf persönliche Informationen aus Nachrichten, Kalendern, E-Mails, Fotos und anderen Apps zugreifen muss. Nach Auffassung des Unternehmens verlangt der DMA jedoch, dass konkurrierende Sprachassistenten unter vergleichbaren Bedingungen ebenfalls Zugriff auf diese Daten erhalten können.

Apple hatte deshalb bereits Ende vergangenen Jahres ein technisches Konzept vorgestellt, das intern als “Trusted System Agent” bezeichnet wird. Diese zusätzliche Softwareebene soll zwischen den persönlichen Daten auf dem Gerät und externen KI-Diensten vermitteln. Dadurch könnten alternative KI-Assistenten bestimmte Informationen nutzen, ohne direkten Zugriff auf sämtliche Gerätedaten zu erhalten. Laut dem Bericht wurde dieses System bislang jedoch nicht umgesetzt. Apple habe zunächst Klarheit über die regulatorischen Anforderungen gefordert.

Die EU-Kommission sieht den Sachverhalt anders. Nach Angaben der Financial Times fehlte bislang ein konkreter technischer Vorschlag. Stattdessen habe Apple vor allem versucht, einen zeitlichen Aufschub bei den Interoperabilitätsvorgaben zu erreichen. Aus Sicht der Kommission hätte dies Apple einen deutlichen Vorsprung gegenüber konkurrierenden KI-Anbietern verschafft.

Öffentlicher Druck auf beide Seiten

Der Konflikt hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Apple machte die EU öffentlich für die Verzögerung verantwortlich. Die Kommission widersprach dieser Darstellung und erklärte, dass neue Funktionen grundsätzlich auch in Europa eingeführt werden könnten, sofern sie den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Laut der Financial Times führte die öffentliche Auseinandersetzung inzwischen zu zahlreichen Beschwerden von Verbrauchern bei der EU-Kommission. Gleichzeitig beobachten auch die USA den Streit aufmerksam, da die amerikanische Regierung die europäischen Digitalgesetze wiederholt kritisiert hat.

01. Juli 2026 um 11:19 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    18 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Apple macht die EU für das eigene Versagen verantwortlich.

    Seit Jahren schafft man es nicht mehr alle Produkteigenschaften auch für Deutschland zur Verfügung zu stellen.

  • Sehr schön. Es kommt Bewegung rein. Vielleicht müssen wir doch nicht so lange warten….

  • Super! Konstruktiv heißt hoffentlich nicht nur gut für Apple.

  • Wir schreiben auch BMW vor Ford Software in ihrem Auto anbieten zu müssen :D

  • Smartphones sind Minicomputer und würde man mir vorschreiben, was ich alles auf meinem Rechner und was nicht haben darf, würde ich mich auch über eine Regulierung freuen. Apple hat seine Seele vor Jahren verloren. Die EU muss stur bleiben. An die verblendeten EU hasser und fanboys: auch außerhalb der EU werden diese regulatorischen Vorgaben durchgeboxt – wir sind nicht die einzigen. Nur hier traut sich apple ständig quer zu schießen

    • Ich verstehe die Intention hinter dem DMA. Dennoch muss man diskutieren, ob wirklich jeder wirklich Zugriff auf die unterste Sytemebene (Kernel) Zugriff benötigt. Der Crowdstrike-Outage (2024) wäre ohne DMA in dieser Form nicht möglich gewesen. Crowdstrike hatte dank DMA Zugriff auf den Kernel. Am Ende hat ein fehlerhaftes (Menschen machen Fehler) Kernelupdate den Ausfall verursacht.

      Richtig, aber in den anderen Region geht es überwiegend um Regulierung von Standard-Schnittstellen (z.B. NFC-Öffnung, u.ä.) sowie die (nötige) Regulierung der App-Store Kosten (zu lasten der Entwickler). Eine Regulierung der Systemschichten (Kernel) erfolgt nur in der EU.

  • Wieso kann es Apple nicht so gestalten, dass der jeweilige Benutzer entscheiden kann, auf welche internen Daten externe Anbieter auf dem jeweiligen Gerät zugreifen kann?
    Ich empfinde es als Bevormundung, dass Apple alles wegen der angeblichen Sicherheit für den Benutzer abriegelt.
    Wenn ich safe bleiben möchte, dann lasse ich das entweder einfach alles ausgeschaltet oder benütze von vornherein keine externe Software, die mich ausspionieren könnte.

    • Das Problem ist, Siri (AI) ist tief in den Betriebssystemkernel (von einer rein technischen Sicht) eingebaut. Das heißt, Mitbewerber müssten (in der Theorie) Zugriff auf diese Systemebene bekommen. Ob dies sinnhaftig ist, halte ich persönlich für mindestens diskussionswürdig (siehe Crowdstrike-Desaster).

      Da geht es vor allem auch um Haftungsfragen: Wer ist für die Haftung verantwortlich, wenn das Gerät nicht mehr geht (der OS-Entwickler oder User/Drittanbieter)?

      Es ist nicht ohne Grund, dass Apple (bei MacOS) den Systemkernel ausgelagert hat – Stichwort Datensicherheit.

    • Das Problem ist leider komplexer. Es muss zusätzlich entwickelt werden was Geld kostet und manpower und es muss dann den Vorgaben entsprechen was nicht ganz transparent ist. Zudem wird damit erst eine Tür in die Mauer eingebaut. Eine Tür kann man viel leichter dann angreifen und umgehen als die Mauer.

  • Solange wir uns auch an amerikanisches Recht halten sollen, gibt’s da nichts zu diskutieren.

  • Grundsätzlich kann ja jeder für sich entscheiden, ob er/sie Apple Produkte kauft

  • Ich kann Apple hier ausnahmsweise verstehen. Aber wenn China das alles will, machen die auch alles mit, ohne zu heulen.

  • Schwieriges Thema. Sehr persönilche Daten sollen auch Drittanbieter-KI zur verfügung gestellt werden.
    Passiert bei diesen KI-Anbietern ein Datenleck oder ein Missbrauch (Tracking, Weiterverkauf, Regierung-Spionage,usw), dann hat Apple den (medialen) Schaden, denn es ist ja auf iPhones (Apples Ökosystem) passiert.
    Das zu verhindern stelle ich mir nicht einfach vor, dass Apple da geringes Interesse hat verstehe ich. Da gibt es nichts zu gewinnen, im Gegenteil.
    Murphy’s Law: Irgendwelche Affen werden dubiose China-KIs nutzen, und dann Apple die Schuld geben, wenn z.B. persönliche Kalenderdaten im Netz auftauchen.

  • Wie machen es bloß die ganzen anderen Anbieter.. Ah, stimmt ja. Die haben Produkte die sie überhaupt veröffentlichen können im Vergleich zu Apple.

  • Der Kunde sollte selbst entscheiden können, ob er den Datenschutz von Apple braucht oder eben nicht. Geht auf dem Mac doch auch. Ich kann da eine KI mit allen Terminalrechten ausstatten, wenn ich es will.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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