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Konstruktive Gespräche zwischen Apple und Brüssel

Tim Cook spricht mit EU über Siri AI: Bewegung im festgefahrenen Streit

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Im Streit um die Einführung von Siri AI in Europa scheint Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu kommen. Wie die Financial Times berichtet, haben Apple-Chef Tim Cook und die für Digitalpolitik zuständige EU-Kommissarin Henna Virkkunen am Dienstag ein virtuelles Gespräch geführt. Beide Seiten bezeichneten den Austausch demnach als konstruktiv.

Henna Virkkunen 2019 Squarish 1

Die finnische Kommissions-Vizepräsidentin Henna Virkkunen | Photo: Mikko Mäntyniemi

Im Mittelpunkt stand offenbar die Frage, wie Apple die neue KI-Version von Siri auch in der Europäischen Union auf iPhone und iPad anbieten kann, ohne gegen die Vorgaben des Gesetzes über digitale Märkte, den Digital Markets Act (DMA), zu verstoßen. Bislang hatte Apple angekündigt, die neuen Funktionen zum Start von iOS 27 und iPadOS 27 in der EU nicht bereitzustellen. Als Grund nannte das Unternehmen die europäischen Interoperabilitätsvorgaben.

Streit dreht sich um den Zugriff auf Gerätedaten

Wie bereits berichtet, argumentiert Apple, dass Siri AI für viele Funktionen auf persönliche Informationen aus Nachrichten, Kalendern, E-Mails, Fotos und anderen Apps zugreifen muss. Nach Auffassung des Unternehmens verlangt der DMA jedoch, dass konkurrierende Sprachassistenten unter vergleichbaren Bedingungen ebenfalls Zugriff auf diese Daten erhalten können.

Apple hatte deshalb bereits Ende vergangenen Jahres ein technisches Konzept vorgestellt, das intern als “Trusted System Agent” bezeichnet wird. Diese zusätzliche Softwareebene soll zwischen den persönlichen Daten auf dem Gerät und externen KI-Diensten vermitteln. Dadurch könnten alternative KI-Assistenten bestimmte Informationen nutzen, ohne direkten Zugriff auf sämtliche Gerätedaten zu erhalten. Laut dem Bericht wurde dieses System bislang jedoch nicht umgesetzt. Apple habe zunächst Klarheit über die regulatorischen Anforderungen gefordert.

Die EU-Kommission sieht den Sachverhalt anders. Nach Angaben der Financial Times fehlte bislang ein konkreter technischer Vorschlag. Stattdessen habe Apple vor allem versucht, einen zeitlichen Aufschub bei den Interoperabilitätsvorgaben zu erreichen. Aus Sicht der Kommission hätte dies Apple einen deutlichen Vorsprung gegenüber konkurrierenden KI-Anbietern verschafft.

Öffentlicher Druck auf beide Seiten

Der Konflikt hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Apple machte die EU öffentlich für die Verzögerung verantwortlich. Die Kommission widersprach dieser Darstellung und erklärte, dass neue Funktionen grundsätzlich auch in Europa eingeführt werden könnten, sofern sie den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Laut der Financial Times führte die öffentliche Auseinandersetzung inzwischen zu zahlreichen Beschwerden von Verbrauchern bei der EU-Kommission. Gleichzeitig beobachten auch die USA den Streit aufmerksam, da die amerikanische Regierung die europäischen Digitalgesetze wiederholt kritisiert hat.

01. Juli 2026 um 11:19 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    55 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Apple macht die EU für das eigene Versagen verantwortlich.

    Seit Jahren schafft man es nicht mehr alle Produkteigenschaften auch für Deutschland zur Verfügung zu stellen.

    • Klar würden sie es schaffen. Aber unter den Bedingungen allen den gleichen Zugang zu gewähren ohne das System offen wie ein Scheunentor zu lassen, ist schwieriger.

      • Also schaffen sie es nicht.

      • Falsch. Sie wollen es nicht schaffen. Apple ist ein US-Unternehmen und richtig sich primär nach dieser Gesetzgebung aus und die läuft nicht mehr im Einklang mit EU-Recht. Warum Apple jetzt mit der EU spricht hat einfach einen wirtschaftlichen Hintergrund. Der Markt ist sehr groß, etwas was Europa vielmehr als Mittel zum Druck einsetzen sollte.

    • Dave macht Apple für das eigene Versagen verantwortlich.
      Seit Jahren schafft er es nicht mehr irgendetwas auf die Kette zu bekommen.

  • Sehr schön. Es kommt Bewegung rein. Vielleicht müssen wir doch nicht so lange warten….

  • Super! Konstruktiv heißt hoffentlich nicht nur gut für Apple.

  • Wir schreiben auch BMW vor Ford Software in ihrem Auto anbieten zu müssen :D

  • Smartphones sind Minicomputer und würde man mir vorschreiben, was ich alles auf meinem Rechner und was nicht haben darf, würde ich mich auch über eine Regulierung freuen. Apple hat seine Seele vor Jahren verloren. Die EU muss stur bleiben. An die verblendeten EU hasser und fanboys: auch außerhalb der EU werden diese regulatorischen Vorgaben durchgeboxt – wir sind nicht die einzigen. Nur hier traut sich apple ständig quer zu schießen

    • Ich verstehe die Intention hinter dem DMA. Dennoch muss man diskutieren, ob wirklich jeder wirklich Zugriff auf die unterste Sytemebene (Kernel) Zugriff benötigt. Der Crowdstrike-Outage (2024) wäre ohne DMA in dieser Form nicht möglich gewesen. Crowdstrike hatte dank DMA Zugriff auf den Kernel. Am Ende hat ein fehlerhaftes (Menschen machen Fehler) Kernelupdate den Ausfall verursacht.

      Richtig, aber in den anderen Region geht es überwiegend um Regulierung von Standard-Schnittstellen (z.B. NFC-Öffnung, u.ä.) sowie die (nötige) Regulierung der App-Store Kosten (zu lasten der Entwickler). Eine Regulierung der Systemschichten (Kernel) erfolgt nur in der EU.

  • Wieso kann es Apple nicht so gestalten, dass der jeweilige Benutzer entscheiden kann, auf welche internen Daten externe Anbieter auf dem jeweiligen Gerät zugreifen kann?
    Ich empfinde es als Bevormundung, dass Apple alles wegen der angeblichen Sicherheit für den Benutzer abriegelt.
    Wenn ich safe bleiben möchte, dann lasse ich das entweder einfach alles ausgeschaltet oder benütze von vornherein keine externe Software, die mich ausspionieren könnte.

    • Das Problem ist, Siri (AI) ist tief in den Betriebssystemkernel (von einer rein technischen Sicht) eingebaut. Das heißt, Mitbewerber müssten (in der Theorie) Zugriff auf diese Systemebene bekommen. Ob dies sinnhaftig ist, halte ich persönlich für mindestens diskussionswürdig (siehe Crowdstrike-Desaster).

      Da geht es vor allem auch um Haftungsfragen: Wer ist für die Haftung verantwortlich, wenn das Gerät nicht mehr geht (der OS-Entwickler oder User/Drittanbieter)?

      Es ist nicht ohne Grund, dass Apple (bei MacOS) den Systemkernel ausgelagert hat – Stichwort Datensicherheit.

      • Das ist kein Problem. Der Kunde hat das alleine für sich zu entscheiden und zu verantworten. Fertig.

      • @ Mario: Und dann klagt der User und dann?

        Ich bleibe dabei: Auf der Kernelebene hat keiner was zu suchen (der OS-Hersteller hat Sicherheit (kostet erstmal den OS-Hersteller selbst) und Funktionsfähigkeit sicherzustellen).

        Crowdstrike wäre ohne DMA in der heutigen nicht möglich gewesen.

      • Das verstehe ich aber nicht und kann aus meiner Sicht auch nur zutreffen, wenn Apple selbst die Leistung der KI selbst anbietet Apple greift doch aber bei der Umsetzung auch auf einen externen Dienstleister (Google) zurück. Das bedeutet doch, dass im Anschluss auch eine Übermittlung an jeden anderen Anbieter möglich sein muss. Das Argument der absoluten Sicherheit greift ja nur, solange Apple ein closed Shop macht.
        Ich gehe eher davon aus, dass Apple hier entsprechend teurer Verträge mit Google hat und die nicht erfüllen kann, w wenn nun alle Nutzer plötzlich alternative KI-Systeme benutzen. Apple könnte ja schlicht die Schnittstellen definieren, so wie sie das in anderen Bereichen auch tun.

    • Das Problem ist leider komplexer. Es muss zusätzlich entwickelt werden was Geld kostet und manpower und es muss dann den Vorgaben entsprechen was nicht ganz transparent ist. Zudem wird damit erst eine Tür in die Mauer eingebaut. Eine Tür kann man viel leichter dann angreifen und umgehen als die Mauer.

  • Solange wir uns auch an amerikanisches Recht halten sollen, gibt’s da nichts zu diskutieren.

  • Grundsätzlich kann ja jeder für sich entscheiden, ob er/sie Apple Produkte kauft

  • Ich kann Apple hier ausnahmsweise verstehen. Aber wenn China das alles will, machen die auch alles mit, ohne zu heulen.

  • Schwieriges Thema. Sehr persönilche Daten sollen auch Drittanbieter-KI zur verfügung gestellt werden.
    Passiert bei diesen KI-Anbietern ein Datenleck oder ein Missbrauch (Tracking, Weiterverkauf, Regierung-Spionage,usw), dann hat Apple den (medialen) Schaden, denn es ist ja auf iPhones (Apples Ökosystem) passiert.
    Das zu verhindern stelle ich mir nicht einfach vor, dass Apple da geringes Interesse hat verstehe ich. Da gibt es nichts zu gewinnen, im Gegenteil.
    Murphy’s Law: Irgendwelche Affen werden dubiose China-KIs nutzen, und dann Apple die Schuld geben, wenn z.B. persönliche Kalenderdaten im Netz auftauchen.

  • Wie machen es bloß die ganzen anderen Anbieter.. Ah, stimmt ja. Die haben Produkte die sie überhaupt veröffentlichen können im Vergleich zu Apple.

  • Der Kunde sollte selbst entscheiden können, ob er den Datenschutz von Apple braucht oder eben nicht. Geht auf dem Mac doch auch. Ich kann da eine KI mit allen Terminalrechten ausstatten, wenn ich es will.

    • Genauso ist es. Apple geht es um Kontrolle, und damit um Einnahmen. Wenn Apple eine Bank wäre würden die Kunden nur an eigenen Terminals Geld abheben können, und Drittanbieter-Software für Online-Banking wäre auch nicht erlaubt. Man könnte dann nicht mehr garantieren, dass das Geld sicher ist.

  • Vielleicht beugt das nun endlich der ein oder anderen Träne vor….

  • Apple nutzt reale Sicherheits- und Datenschutzrisiken argumentativ, um eine für Apple strategisch sehr vorteilhafte Exklusivität beziehungsweise Kontrolle zu erhalten. Daher verstehe ich die Haltung der EU.

    • Apple schafft das System. Investiert und implementiert.
      Also wieso nicht auch Exklusivität. Wer das nicht mag, kann zu Android – wobei auch da nur Gemini im Handy ist.

      Dazu kommen die tatsächlich realen Gefahren, vor denen Apple schützen will…

      • Und wenn Android und iOS eine Technologie nicht erlauben, wird sie nicht kommen, weil es daneben keine nennenswerten Alternativen gibt. Die Wahlfreiheit der Kunden ist deutlich eingeschränkt. Und mit dem Umzug auf Android gehen ja auch andere Punkte einher.

  • Wichtig das es kommt. Gute Richtung, da miteinander zu kommunizieren. In Zukunft haben wir alle nur noch ein Smartphone, da man sich alles andere eh nicht mehr leisten kann. Finde es gerade auch ziemlich krass, was da im Reddit Gamingbereich abgeht: die Erkenntnis, dass das faktisch tot ist.

  • Die EU sollte fordern, dass der künstlich geschaffene Software-layer für Drittanbieter auch für die Apple-eigene Lösung genutzt werden muss. Nur weil man selbst auch der Plattformbetreiber / Öko-System-Platzhirsch ist und einen exklusiven Vertrag mit OpenAI gezeichnet hat, sollte dies auch eine freie Wahlmöglichkeit der AI bei den Usern/Kunden garantieren.

  • Jedenfalls kaufe ich kein neues iPhone, so lange bei uns Nutzungen eingeschränkt sind. Unabhängig davon, ob ich AI nutzen möchte oder nicht. Hab mich schon bei Screen mirroring aufgeregt. Das geht in der EU auch nicht.

    • Dann viel Spaß mit Huawei & co. Aktuell hat nur Gemini etwas vergleichbares, Verfahren dagegen aufgrund des Verstoßes gegen den DNA laufen in der EU schon. Es gibt nur zwei Optionen für die Gatekeeper. Entweder in der EU die Features gar nicht anbieten oder umfänglich anbieten und sich jeglichen Dritten öffnen, womit jede Sicherheit (auch der persönlichen Daten) verloren geht.

  • Spannend zu sehen.

    Die EU reguliert so viel (und dazu noch unterschiedlich auf nationaler Ebene durch die eigenen Regierung), dass sie vermutlich tatsächlich nicht mehr durchsehen, wie genau so eine Regelung ausgelegt werden kann/soll.

    Darüber hinaus sehe ich das vorgeschlagene System von Apple durchaus als sehr gelungenen Kompromiss… was die EU dagegen hat, weis sie vermutlich selber nicht.

    • Was für ein „vorgeschlagenes System von Apple“ ?! Apple wollte einfach einen Freibrief – um währenddessen dann zu schauen wie sie es EU Konform anpassen.
      Und die EU tat gut daran sich nciht darauf einzulassen. Auch dort kennt man Apples Hinhaltetaktik zur Genüge.

      • Das extra Layer hört sich doch vielversprechend an. Was spricht gegen diesen Vorschlag?

        Viele denken immer, alle Lösungen müssen von jetzt auf gleich geschehen – das funktioniert aber nicht – es braucht für gute Lösungen Zeit.

  • Es war schon immer besser miteinander zu sprechen, statt in der Schmollecke zu stehen.

  • Marc-Oliver Schmidt

    Letztlich ist tatsächlich die Frage, was unter konstruktiv zu verstehen ist. Wenn es nur so ist, dass die EU die Apple Lösung durchgehen lässt, halte ich das für sehr problematisch. Dies hätte natürlich auch zur Folge, dass Google, Meta und Microsoft ebenso mehr oder minder machen könnten, was sie wollen. Das bezieht sich darauf, dass eigentlich im DMA steht, dass allen Anbietern ein diskriminierungsfreier Zugang gewährt werden muss. Das heißt, alle müssen die gleichen Möglichkeiten haben und dürfen nicht eingeschränkt werden.
    Nach der Apple Idee wäre das Ganze aber tatsächlich nicht diskriminierungsfrei, sondern Apple würde letztlich immer noch die Zügel in der Hand halten und könnte so auch alternative KI Systeme aussperren, verlangsamen oder einschränken. Was die Sicherheit anbelangt, sehe ich da jetzt auch nicht so das riesengroße Problem, da ja keiner verpflichtet ist, alternative KI Systeme auf dem iPhone zu installieren. Es gäbe aber die Möglichkeit. Dann könnte man sich aussuchen: Möchte man Apple vertrauen? Möchte man Google vertrauen? Möchte man vielleicht einem komplett anderen Anbieter aus Europa vertrauen, Mistral oder wem auch immer? Würde man vielleicht sogar Open Source Lösungen einbinden können?

    Letztlich wäre ohne eine richtige Öffnung überhaupt kein wirklicher Wettbewerb möglich, da die Mitbewerber immer eine schlechtere beziehungsweise restriktivere Lösung anbieten müssten als Apple und somit nicht wettbewerbsfähig wären.

    Ich bin tatsächlich gespannt, wohin das alles führen wird. Ich würde mir natürlich wünschen, dass letztlich ein offenes System da ist und das schnellstmöglich umgesetzt wird. Ich bin aber natürlich auch gespannt, wie das Ganze von Google bei Android zukünftig umgesetzt wird oder wie Microsoft das handhabt. Wir werden sehen.
    Ich hoffe nur, dass die EU nicht wieder kalte Füße bekommt. Bislang war es ja leider immer so, dass Apple das Ganze selbst bei Öffnungen so eingeschränkt oder das Recht so gebeugt hatte, dass sie zwar formal dem Gesetz Genüge getan haben, die Lösungen letztlich aber so unattraktiv waren, dass niemand eine alternative Lösung nutzen wollte.

  • Ich finde es schon problematisch, wenn Siri das Telefon durchsuchen und diese Daten dann online an den KI Server senden darf.

  • Hallo, ich habe die neue Siri. Ich lebe in den Niederlanden. Siri ist jetzt wirklich fantastisch. Zum Glück ist keine Genehmigung aus Europa mehr nötig. Ich nutze ein US-Konto und es funktioniert einwandfrei.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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