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Wettbewerbs-Kommissarin bringt sich in Stellung

Spotify gegen Apple: EU leitet Prüfung ein, Ek spricht vor Bundeskartellamt

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Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Nachdem der Musik-Streaming-Dienst Spotify den vergangenen Mittwoch dafür nutzte, eine EU-Wettbewerbsbeschwerde gegen Apple einzureichen und sich umgehend daran machte die öffentliche Meinung mit der „Time to Play Fair“-Kampagne zu lenken, folgte Ende der zurückliegenden Woche ein Auftritt in Berlin.

Im Rahmen der 19. Internationalen Kartellkonferenz sprach Spotify-Chef Daniel Ek in Berlin und sicherte sich die Aufmerksamkeit der ebenfalls anwesenden EU Wettbewerbs-Kommissarin Margrethe Vestager.

Diese bestätigte der Freitagsausgabe des Berliner Tagesspiegel, dass man nach der Beschwerde des Streamingdienstes prüft, ob die europäische Wettbewerbsaufsicht ein Verfahren eröffnen wird und ob es Parallelen zwischen Apple und Google gibt. Vestager:

Wir nehmen die Beschwerde von Spotify sehr ernst. Das ist ja keine Sache, die ein Unternehmen, in diesem Fall Spotify, einfach so macht. Aber Spotify sagt, sie hatten keine andere Chance, und für sie sei das eine ernste Sache. Wir prüfen jetzt, ob das ein Fall für uns, die europäische Wettbewerbsaufsicht, ist. […] Wir müssen in diesem Zusammenhang die Rolle von Apple und von Apples App-Store untersuchen. Falls wir zu der Auffassung kommen, dass sie eine marktbeherrschende Stellung haben, wäre der Fall vergleichbar mit unserem Verfahren gegen Google.

Rupprecht Podszun hat den Auftritt Eks in seinem Antitrust-Blog D’KART zusammengefasst und schreibt:

Hatte Spotify nicht gerade einen Tag zuvor bei der Kommission beanstandet, dass Apple seine marktbeherrschende Stellung mit der Spotify-App auf iPhones missbraucht hat? Genau. Was für ein Timing! Und Ek war spotifantastisch! Er brachte das Thema auf den Punkt, erklärte warum die Kommission Apples Praktiken aufgrund der Google-Entscheidungen untersagen muss. Es ist unerhört, was Apple tut, es geht darum, das Internet mit einer Steuer von 30% zu belasten, Apple diskriminiert andere Unternehmen, es ist ein rücksichtsloser Ausbeuter von abhängigen Apps, auch im Zahlungsverkehr, und Spotify kann sich nicht in geeigneter Weise um Nutzer kümmern. […] Die Kommissarin selbst, ihr Team und die Hälfte des Bundeskartellamtes hörten genau zu.

Montag, 18. Mrz 2019, 9:30 Uhr — Nicolas
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  • Sehr interessant. Bin gespannt wie sich das entwickelt.

  • Der Blog ist schon echt reißerisch geschrieben.
    Ich hoffe hier auf eine sachliche Debatte und kein stumpfes Pro-Spotify / Anti-Apple Gebashe.

  • Na toll, schön bei einem charmanten essen die Schiedsrichter mit einem schmierigen Lächeln beeinflussen.
    Mal abgesehen davon, wer nun recht haben mag oder weniger recht haben mag, das, finde ich, hat einen faden Nachgeschmack

    • Sehe ich ähnlich. Dann lieber wie Cook einfach ein Treffen mit Donald Trump oder halt in diesem Fall gleich mit den europäischen Regierungen. Da gibts keinen faden Nachgeschmack…

      • Naja, ich würde sagen, dass da schon ein Unterschied ist. Sei deinen Freunden nah, aber deinem Geber näher. Aber den „Schiedsrichter“ in einem Rechtsstreit zu beeinflussen finde ich schon mies :/

      • Aber wie beeinflusst denn Spotify genau? Durch Präsentation genau der Inhalte, die vorher bereits in der EU Beschwerde standen? Außer dass sie mit einem solchen Vortrag das Thema gleich auf höchster Stelle platzieren, wird doch sonst nichts erreicht.

  • Anstatt zu heulen wie ein kleines Mädchen könnte Spotify, wenn sie ein Problem damit haben das Apple für ihre Dienste (App Hosting, Zahlungsverkehr, …) Geld verlangt, einfach hergehen und ihre Zahlungen für Abos nicht über den App Store abwickeln sondern über deren eigene Website. Aber heulen und Dienste Gratis haben wollen ist halt gerad In.

    • Das machen sie schon länger.
      Man kann über die Spotify App kein Abo mehr abschließen.

      • Wenns eh schon so ist dann versteh ich die Dramatik dahinter einfach nicht!

      • Spotify würde eben gerne Apples Infrastruktur nutzen, um das bekanntermaßen zahlungsfreudigere Klientel im Smartphonemarkt ganz einfach zu erreichen.
        Für die kostenlose App muß Spotify ja keine Provision abdrücken. Die Abos werden mittlerweile ja über deren Website abgeschlossen. Hier also auch keine Provision, die sie bezahlen. OK, dafür muß Apple ja auch nicht mehr die komplette Abwicklung für Spotify erledigen.

        Wo jetzt Apple zumindest in den USA an Spotify vorbeigezogen ist und Apple auch noch bereit zu sein scheint, den Künstlern mehr für das Streaming zu bezahlen, wo Spotify direkt abgewunken hat, sitzt die Angst tief vom Thron gestoßen zu werden.

    • Unabhängig von Spotify muss die Frage erlaubt sein, was passiert, wenn ein Plattformbetreiber gleichzeitig zur Konkurrenz der Anbieter auf der eigenen Plattform wird. Dieselbe Frage stellt sich auch im Fall von Google und Amazon. Spätestens mit der Einführung von Apple Music ist Apple zum Konkurrenten von Spotify geworden und Apple steht in seinen beiden Rollen als Plattformbetreiber und Streaminganbieter in einem Interessenskonflikt. Das Kartellamt ist genau für solche Fälle da. Es soll zunächst prüfen, ob ein Anbieter seine Marktmacht ausnutzt und ggf. eingreifen. Und das werden sie auch tun wenn es nötig ist.

      Das Spotify öffentlichen Lobbyismus betreibt ist nicht gerade dumm und auch nicht unbedingt verwerflich, andere Firmen, auch Apple, machen das genauso, nur selten öffentlich.

      • Stimm dir ja soweit zu, aber warum sollte der Betreiber einer Plattform von sich selbst 30% verlangen wenn er eine App anbietet? Die 30% sind halt für das Hosting usw. und warum sollte Apple dass Jedem Gratis anbieten!? Wäre das so könnte nämlich jeder hergehen und seine App zuerst Gratis anbieten und dann über InApp Käufe kassieren ohne Apple etwas dafür zahlen zu müssen. Die Option außerhalb des Appstore bezahlen zu können gibt es ja immerhin und was spricht dagegen diese ohne weitere Dramen zu verwenden!?

  • Mein Spotify-Abo ist genau vor ner Stunde ausgelaufen. Es ist schon ziemlich nervig, dass ich es nicht über die App verlängern kann. Klar, die 30% sind schon ziemlicher Wucher, aber dann soll Spotify halt mehr verlangen, verstehe das Problem nicht. Sie haben doch selbst für so niedrige Preise gesorgt.

    Überlege, ob ich jetzt bis zum Apple Event in der kommenden Woche warte und dann vll auf Apple umsteige, falls es ein Update beim Streaming-Dienst gibt. Ich würde bereits jetzt umsteigen, finde es aber nervig, dass ich auf meinen Amazon Echos dann keine Musik mehr spielen kann, da es hier dir Unterstützung dafür noch nicht gibt.

  • Ich kann mir gut vorstellen, das es pro-spotify wird da wir hier von der EU reden. In den USA wäre es zwar genau andersrum allerdings finde ich hat Apple in einigen punkten ebenfalls recht und hoffe auf eine sehr faire Verhandlung.

  • Wow! Wie schnell die EU sein kann, wenn sie will.
    Gut der Beschluss dauert dann bestimmt noch…
    sehr schön geschrieben : das Apple das Internet mit 30% besteuert. Ja klar, das ganze Internet… Spotify zählt zudem ab dem 2. Jahr 15%
    Da verstehe ich nicht wo das Problem ist. Sollen sie es halt auf 15% ab dem ersten Jahr ändern und fertig

    • Dann wollen aber alle anderen auch nur noch 15% bezahlen.
      Momentan bietet Spotify doch ohnehin keine Verlängerung via inApp an. Worüber beschwert man sich denn da?
      Kann ich dann auch zu den Wettbewerbshütern gehen und sagen „ich würde mir ja gerne einen Audi A4 kaufen, aber der ist mir zu teuer. Schreitet da mal bitte ein!“?

      • Worüber Spotify sich beschwert? … Spotify muss auch noch die Spotify Free User subventionieren und die Kosten halt, trotz Werbung.

      • Und inwiefern ist das die Schuld von Apple das Spotify kostenloses Hören anbietet?

  • Also mal der Reihe nach… 30% gibt es schon seit es den AppStore gibt also von Anfang an… Spotify wusste also worauf sie sich einlassen. Apple war seit über 10 Jahren im Musik Geschäft tätig und hat Online Musik neu geprägt… das Apple früher oder später auf den Streaming Zug aufspringen würde war doch klar…
    Spotify würd langsam unsympathisch… sie bieten z. B. Podcast an ohne vorher mit den Podcast Inhabern zu reden und sich das OK einholen… sie unterstützen seit längerem die Werbefinanzierte Streaming Musik und wollen das Google für Musik werden… in Wirklichkeit sind haben sie außer einen guten Algorithmus zum auffinden von Musik nix in der Hand… Apple sollte sie aus dem Store schmeißen fertig.

  • Ich will endlich eine Apple Watch App von Spotify mit Offline Wiedergabe. Apple sollte gezwungen werden, diese APIs zur Verfügung zu stellen, weil sie sie für Apple Music intern ja auch benutzen.

  • Ek sollte bei sich selbst anfangen und fair spielen. Was Spotify den Künstlern lässt ist ja mehr als lächerlich. Und die wollen sich auch nur auf Basis der Arbeit anderer bereichern. Anfangs haben die ja überhaupt nichts an die Künstler abgetreten. Also mal schön ab die eigene Nase fassen

    • Ohne jetzt die genauen Zahlen zu kennen, aber ich glaube der Großteil der Einnahmen geht an die Plattenlabels. Wie diese dann das Geld verteilen- darauf hat Spotify keinen Einfluss. Soweit mein Verständnis.

  • Sind manche von euch absichtlich so blöd? Es geht nicht NUR um die 15 oder 30 Prozent. Apple bewirbt sein Apple Music-Angebot über Push beispielsweise; verstoßen damit gegen ihre eigene AGB. Spotify will eine eigene Zahlungsmöglichkeit anbieten, dürfen es aber nicht. Es sollen einfach nur gleiche Bedingungen herrschen: mehr nicht. Ich hoffe, dass Apple richtig einen auf den Sack bekommt.

    • Was heißt sie dürfen nicht? Sie dürfen über die Website so viele Zahlungsmöglichkeiten anbieten wie sie wollen und müssen dann keine 30% an Apple zahlen. So what?

      • Aber sie dürfen in der App nicht auf die anderen Zahlungsmöglichkeiten hinweisen. Und das finde ich schon arg grenzwertig. Klar, das geht anderen Anbietern auch so, aber fair ist das meiner Meinung nach nicht. Soll doch jeder selbst entscheiden, wie er zahlen will.

      • Naja ist auch etwas wie ebay.
        Man darf nicht auf seinen Onlineshop verweisen als alternative Einkaufmöglichkeit. Ohne ebay hätte man den Kunden in dem Augenblick auch nicht. Ähnlich auch im Fall spotify. Ohne AppStore auf dem iPhone gäbe es keine spotify Abonnenten die ein iPhone besitzen.

  • Hallo zusammen,
    meiner Meinung nach sollte Spotify da nicht so rumheulen! Sie bewegen sich auf Apples Seite und da sollten sie nach deren Regeln Tanzen. Wenn Apple bei Spotify ankommt und etwas platzieren würde, würden die auch versuchen das meiste rauszuholen!

    Ganz ehrlich ich empfehle eh Apple Music wenn man mit apple unterwegs ist.

    An die Heulsuse Spotify: Hört auf zu betteln.

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