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Oberlandesgericht sieht keine Irreführung

Rewe setzt sich vor Gericht durch: Verbraucherschützer geben Klage auf

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Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat ihre Klage gegen Rewe zurückgezogen. Auslöser des Verfahrens war die Darstellung bestimmter Rabattaktionen innerhalb der Rewe-App. Dort bewirbt der Händler Produkte, bei deren Kauf sich spätere Preisnachlässe oder Guthaben für künftige Einkäufe freischalten lassen.

Rewe Bonus Screenshots

Die Verbraucherschützer vertraten die Auffassung, dass Kunden die Angebote nicht ausreichend bewerten könnten, wenn der spätere Bonus hervorgehoben werde, ohne gleichzeitig den Verkaufspreis des jeweiligen Artikels anzuzeigen. Nach ihrer Ansicht fehlte damit eine wichtige Grundlage für eine informierte Kaufentscheidung.

Mit dieser Argumentation hatte die Verbraucherzentrale zunächst Erfolg. Das Landgericht Köln stellte sich Ende 2025 auf die Seite der Kläger. Rewe legte jedoch Berufung ein. Im Verfahren vor dem Oberlandesgericht Köln wurde deutlich, dass die Richter die Rechtslage anders bewerten. Nachdem sich eine Niederlage abzeichnete, zog die Verbraucherzentrale ihre Klage zurück. Die Entscheidung der ersten Instanz entfaltet damit keine Wirkung mehr.

Mehr Sparen Mit REWE Bonus

Für Rewe bedeutet dies eine Bestätigung der eigenen Rechtsauffassung. Nach Einschätzung des Oberlandesgerichts waren in der beanstandeten Werbedarstellung keine zusätzlichen Preisangaben erforderlich.

Bonus-Apps beschäftigen weiterhin die Gerichte

Die Entscheidung reiht sich in eine längere Serie von Auseinandersetzungen rund um digitale Treueprogramme ein. Bereits im vergangenen Jahr hatten wir über Kritik an den Bonusangeboten von Rewe und Penny berichtet. Beide Handelsketten erhöhten damals die Umsatzschwellen ihrer Rabattprogramme deutlich. Kunden mussten mehr Geld ausgeben, um dieselben Preisnachlässe wie zuvor zu erhalten.

Auch andere Händler-Apps standen zuletzt im Fokus von Verbraucherschützern. Verfahren gegen Penny und Netto beschäftigten sich mit exklusiven Preisvorteilen für registrierte Nutzer. Darüber hinaus läuft weiterhin die juristische Debatte um die Frage, welche Rolle persönliche Daten bei solchen Programmen spielen.

Lidl Punkte App Extra

Besonders aufmerksam verfolgt wird dabei das Verfahren rund um die Lidl-Plus-App. Der Verbraucherzentrale Bundesverband vertritt die Auffassung, dass Kunden deutlicher darüber informiert werden müssen, wenn ihre Daten wirtschaftlich genutzt werden und damit Teil der Gegenleistung für gewährte Rabatte sind. Nachdem die Verbraucherschützer vor dem Oberlandesgericht Stuttgart unterlegen waren, soll hier nun der Bundesgerichtshof weitere Klarheit schaffen.

22. Juni 2026 um 18:45 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    27 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Hat ihnen bei mir nicht geholfen, kaufe seit der Bonus-App nicht mehr bei REWE.

  • Bonusapps sind Intransparenz pur – und „Kundenbindung“ (wer ein anderes Wort findet ist willkommen) auf einer besonders vielfältigen Ebene.

    Irgendwie merke ich, dass viele Menschen resignieren, oder nur über ihren eigenen Vorteil nachdenken, denn über die Folgen weiterhin nachzudenken. Und ich kann es ihnen irgendwie nicht übelnehmen.. (jetzt könnten Sprüche über Kapitalismus, Datenschutz u.ä. folgen.. aber soweit denken leider viele nicht.
    Just my 2 Cents..

    • Ich teile diese Sicht im Prinzip, zum „Wort“ habe ich irgendwo mal Loyalitätsprogramm gelesen und eher an Diskrimierunsprogramm gedacht , weil eben viele (die auf die Rabatte schon achten müssen oder angewiesen sein könnten) eben nicht affin für die Smarte digitale Welt sind, älter oder weniger interessierte (sondern Zeitungsleser) – und ganz nebenbei, komfortabel ist echt anders –

  • Gut so, die unsichtbare Hand des Marktes wird es regeln. Sollte die Kundschaft es nicht annehmen, wird es wieder verschwinden.

  • Die Entscheidung des OLG kann ich nicht nachvollziehen. Es ist tatsächlich so, dass ich als Kunde im Prospekt nicht erkennen kann welchen Preis der angebotene Artikel hat. Konsequenz meinerseits : Nicht mehr bei REWE einkaufen. Sehr einfach.

  • Ich finde gut, dass Aldi diesen Schwachsinn nicht mitmacht und es keine Aldi-App gibt. Bei Payback war ich noch dabei, aber inzwischen kocht jeder sein eigenes (dünnes) Süppchen. Und die Ersparnis ist nur minimal, wenn man nicht immer beim gleichen Discounter kauft.

    • ich find’s zwar gut, dass es Geschäfte gibt, die da nicht mitmachen,
      allerdings muss ich dir widersprechen, wenn du sagst, dass die Ersparnis nur minimal sei.
      Ich kaufe oft bei Lidl, weil es einfach der nächstegelegene Laden bei uns ist, der sogar mit Rad und zu Fuß erreichbar ist.
      Hier gibt es regelmäßig Prozente auf den Apfelsaft und auch die Schorlen, Obst usw.. Beides konsumiere ich regelmäßig und kauf gern dann einfach 12 Liter mehr als üblich.
      Auch die kostenlosen Dreingaben (mal nen Brötchen, mal nen 80cent-Molkerei-Produkt) sind willkommen. Wenn man darauf achtet, die günstigeren Sachen in der App zu kaufen, spart man schon so Einiges, vor allem, weil die Klamotten ja nicht extra vorher teurer gemacht wurden (als sie eh schon sind), sondern der Rabatt vom tatsächlich aktuellen Preis abgezogen wird.
      Natürlich ist das Kundensteuerung pur und man muss immernoch mündig genug sein zu entscheiden, ob man das Produkt braucht, oder nur der Kaufanreiz wegen des Preises da ist. Das war allerdings schon immer so. Lediglich das Mitdenken schwindet m.E.

  • also die da nicht mitmachen können oder wollen zahlen drauf

  • Rewe ist und bleibt ein Abzockladen der übelsten Art. Richter wurden wohl gut entschädigt.

    • Du kannst das sicher auch näher erläutern und begründen…

      Keiner der LEH wird dir etwas schenken. Angebote und Preise vergleichen und bewusste Entscheidungen treffen, dann musst du dich auch nicht abgezockt fühlen.

      Ja natürlich will Rewe das ich mehr bei denen kaufe. Wenn ich aber sowieso dort Teile meines Warenkorbs einkaufe und dann bekomme ich noch ein Cashback – nehme ich.
      Wo bekommt man noch 10 EUR bei einer 100EUR Apple Guthaben Karte geschenkt? Warum soll ich das nicht mitnehmen?

  • Riesiger Datenschutz-Unterschied zwischen Payback (REWE früher) und eigener App: Bei Payback erfährt Payback nur den Gesamtumsatz beim Partner REWE, aber keine Einzelpositionen. Nur bei Verwendung von Coupons erfährt Payback den Gesamtumsatz auf couponierte Artikel (und auch da nicht, wie viele und welche Einzalartikel gekauft wurden) zwecks Punktegutschrift. REWE erfuhr davon gar nichts und konnte nur bei Payback entsprechende Werbeaktionen anfordern.

    Mit der REWE-App ist das komplett anders, und REWE sieht jede einzelne Position jedes Einkaufs. Muss natürlich jeder selber entscheiden, ob einem die Punkte diese Form von Transparenz wert sind (wann kann die Krankenkasse auf Daten wie Alkohol- oder Nikotin-Konsum zugreifen, wann auf den Konsum ungesunder Tiefkühlpizzen etc.).
    Aber das ist der generelle Kritikpunkt all diese „Daten für Rabatte“-Apps, egal von welchem Anbieter.

  • Ich bin „ich kann auch ohne eine App einkaufen gehen“ Jahre alt :-)

  • Eine kleine Geldzuwendung an die Verbraucherzentrale. Schon wird die Klage fallen gelassen;)
    Es gebe ja noch weitere Instanzen.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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