iphone-ticker.de — Alles zum iPhone. Seit 2007. 21 475 Artikel
Nach VPN-Verbot

Reporter ohne Grenzen: So kann sich Apple in China anbiedern

Artikel auf Google Plus teilen.
17 Kommentare 17

Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen, die sich vornehmlich für Pressefreiheit und gegen Zensur einsetzt, hat einen offenen Brief veröffentlicht, der sich an Apples Chefetage richtet.

Unter der Überschrift „Five tips for Apple on how to please China’s rulers“ spricht die 1985 in Frankreich gegründete Organisation fünf Empfehlungen aus, wie Apple seine Obrigkeitshörigkeit in China weiter intensivieren kann und reagiert damit auf Apples Durchsetzung des chinesischen VPN-Verbotes.

Wie berichtet hatte Apple Ende Juli damit begonnen ausgesuchte VPN-Applikationen (Netzwerkhelfer, die iPhone-Nutzern in China dabei zur Hand gehen, die Staatszensur im Internet zu umschiffen) aus der chinesischen Filiale des App Stores zu entfernen.

In einem knappen Statement erklärte Apple: Der Vorgang sei nötig gewesen, um den verschärften Richtlinien der chinesischen Behörden zu entsprechen.

Das Feedback, mit dem sich Apple seitdem auseinandersetzen muss, fiel entsprechend kritisch aus. Reporter ohne Grenzen stimmt nun eher sarkastische Töne an.

In ihren den fünf Vorschlägen legt die Nichtregierungsorganisation dem iPhone-Hersteller unter anderem die Dreingabe eines neuen Bildschirmhintergrundes mit dem Konterfei des amtierenden Präsidenten Xi Jinping ans Herz und schlägt vor politisch Gefangene mit einer kostenlosen Apple Watch auszustatten um internationalen Beobachtern den Verfall des Gesundheitszustandes in Echtzeit zu ermöglichen.

If generalized, the pragmatic approach you have taken will guarantee Apple autocratic clients the world over and will enable its shareholders to get even richer. Human rights seem to weigh little against stock quotation in Cupertino. With annual earnings similar to the GDPs of Finland, Ireland or Denmark, Apple could nonetheless allow itself to be a bit tougher with China’s authoritarian rulers. Or else freedom of information will be no more than a distant memory in this digital golden future you are helping to create.

Donnerstag, 10. Aug 2017, 15:15 Uhr — Nicolas
17 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
Rede mit!
  • Wäre auch zu dumm, wenn Apple sich die Einnahmen aus China bei nicht-Durchführung entgehen lassen würde.

    Ein Hoch auf den Auktionärsdruck und Kapitalismus! Aber vielleicht muss man „über Leichen“ gehen, damit man am Ende die Welt mit all dem gehorteten Geld retten kann. *Ironie Ende*

    • was genau ist jetzt deine kritik? dass sich Apple mal ausnahmsweise an gesetze hält? welche andere möglichkeiten haben sie denn, außer die entsprechenden apps zu entfernen?
      bin mal auf die antwort gespannt…

      • Zunächst: Apple hält sich gewissermaßen mit dem „Einknicken“ auch an amerikanisches Recht, denn jeder Vorstand ist zunächst seinem Unternehmen und seinen Aktionären verpflichtet, das klingt hart, ist aber nun einmal Realität.
        Aber natürlich kann und muss der Vorstand immer abwägen, wenn er sich z.B. Entscheidet den Aufforderungen lokaler Gesetzgeber nicht zu folgen, dann heißt das im Zweifel „Marktaustritt“ und damit Umsatz- und Gewinnverlust. Aber: es kann ja auch sein, dass a) das Befolgen lokaler Gesetze im Land A gegen lokale Gesetze im Land B verstößt. Gewissermaßen Zwickmühle, entweder stelle ich Land A zufrieden oder Land B, dann muss geschätzt werden, was ist für das Unternehmen „lukrativer“.
        Genauso kann es sein, dass das Einhalten lokaler Vorschriften in A zu einem „Shitstorm“ weltweit führt und zwar der Umsatz in A gesichert, aber durch Käuferboykott der Umsatz in allen anderen Ländern sinkt. Auch hier gilt: Abwägen!
        Und dann gibt es natürlich noch den „mutigen Weg“, man lässt es drauf ankommen: im konkreten Fall: will China wirklich den Vertrieb von iPhones im Land verbieten? Lässt sich das durchsetzen? machen das die Chinesen mit? (ich befürchte alles drei JA)

        Aber, man kann damit Erfolg haben, wenn nicht: Umsatz bricht ein, Gewinn bricht ein, Job weg, Schadensersatzklagen der Aktionäre…….
        Also: Mut oder „Sollen doch andere die Welt retten“
        Jeder mag in sich hineinhören, welche Entscheidung er treffen würde.

      • Diese Einstellung sollte Apple auch beibehalten, wenn es um’s Zahlen realistischer(!) Steuern in Europa geht. Bin schon mal gespannt.

    • Mit Marktwirtschaft hat das wenig zu tun: andere Konzerne machen den Kniefall vor den Herrschenden schlicht nicht mit. Es ist, neben einer strategischen, v.a. auch eine Gewissensentscheidung.
      Übrigens: auch Russland ist dem repressiven Weg Chinas gefolgt und hat VPN-Apps verboten, auch hier ist Apple eingeknickt. Solange Apple nicht gleichzeitig Hintertüren für die User öffnet, kann ich dafür nur Verachtung aufbringen.

      • Ja mit „allen anderen Konzernen“ meint er Google, denn die deutschen Auto-Konzerne können nicht gemeint sein.

    • Und dein Kommentar zu der Situation in Frankreich ist dann welcher?
      Dort müssen VPN Apps – ebenso wie in China – von einer Behörde der Regierung genehmigt werden. Ansonsten dürfen diese nicht angeboten werden. Und das werden sie im App Store auch nicht.

      Also. Hintergrund erklärt. Jetzt du.

      • Du siehst keinen Unterschied zwischen einem demokratischen Rechtsstaat (wo die z.B. in China verbotenen Apps natürlich genutzt werden können) und einer Diktatur, die auch mittels Zensur ihr Volk unterdrückt und überwacht? Das tut mir Leid. Vielleicht holt deine Schule das Versäumnis noch nach und schafft es, deine Bildungslücken zu füllen.

      • @revosback merke dir bitte für die Zukunft: Frankreich gutes Land (darf das), China pöses Land (darf das nicht). So einfach kann die Welt sein.

      • @Piet du musst Politiker sein, anders kann ich es mir nicht erklären, wie man so elegant einer frage ausweicht und eine antwort gibt, die mit der frage fast gar nichts mehr zu tun hat.

        nochmal die frage an dich: wie bewertest du die situation in frankreich, wo vpn-apps behördlich geprüft werden müssen, bevor sie im app store landen?

  • Mal wieder vollkommen übertrieben was nun abgeht. Apple hält sich an die im jeweiligen Land geltenden Gesetze. Ob die nun jedem gefallen oder nicht ist doch eine ganz andere Geschichte.

    Natürlich ist das nicht super was da alles abläuft, aber es gibt nur zwei Optionen, auf den Markt scheissen oder Gesetze einhalten.

    Apple ist ein WIRTSCHAFTSunternehmen und nicht die Caritas..

    • Du meinst, Geschäfte auf Kosten Dritter sind mit jedem Verbrecher-Regine erlaubt, solange man sich an deren Gesetze hält?! Bravo, du wärst mindestens ein prima Mitläufer, aber auch Kollaborateur wäre noch drin.

      • Welche Geschäft mit welchen Verbrecher-Regime unterhält Apple?
        Nur der Neugier halber…

        Apple bedient Märkte. Nicht mehr und nicht weniger. Deutschland dagegen liefert Waffen in Krisenstaaten, verstößt damit gegen eigenes Recht und Gesetz. Bist Du in der Angelegenheit auch so enthusiastisch?

  • Ich denke mit der Neu-Erfindung des Smartphones vor 10 Jahren und sämtlicher Android-Nachbauten, die daraus entstanden sind, hat Apple sehr viel für die Freiheit auf der ganzen Welt getan. Kommunikation, Information der Menschen auch in politisch schwierigen Regionen hat immens zugenommen. Was hat der Flüchtling außer seinen Klamotten als einziges dabei? Sein Smartphone. Durch die Möglichkeit vor Ort Videos zu machen, diese übers Mobilfunknetz zu posten, wird alles transparenter.

    Jetzt mit der Chinesischen Regierung auf Konfrontation zu gehen würde niemandem helfen. Das macht auch kein westlicher Politiker mehr. Das ist ein langer Prozess, bei dem nicht einfach ein Schalter umgelegt werden kann.
    Bei dem was hier in Deutschland mit Diesel-Gate abgelaufen ist, sollten wir mal ganz kleine Brötchen backen, da ist Apple in Sachen Ethik um Lichtjahre voraus.

    • Mensch bist du differenziert! Der Piet würde dir jetzt vorwerfen das du ein ganz ganz pöser China Kollaborateur bist. Trotzdem bist du näher an der Realität als es Piet je sein könnte.

  • Außerdem braucht die von Apps keiner.
    Man kann den von Server auch manuell anlegen. Alles was die Apps machen ist das erwas zu erleichtern.

  • Das war es eh für den chinesischen Markt, deswegen wird man da weiter hin vermehrt auf Android setzen, die Geräte sind meist billiger und das Verkaufsargument, das man mit dem iPhone sicher ist fällt durch das entfernen der VPNs weg. Denke das in China einige auf VPN Dienste angewiesen sind und diese lassen sich auf Android auch außerhalb des Play Stores installieren.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 21475 Artikel in den vergangenen 3700 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2017 aketo GmbH   ·   Impressum   ·   Datenschutz   ·   Auf dieser Seite werben aketo GmbH Powered by SysEleven