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Nicht Geburtstag, sondern Jahrgang entscheidet

Norwegen plant Altersgrenze für soziale Netzwerke ab 16 Jahren

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24 Kommentare 24

Die Debatte über Altersbeschränkungen für soziale Netzwerke nimmt in Europa weiter Fahrt auf. Während in Deutschland rechtliche Hürden eine schnelle Umsetzung erschweren, treibt Norwegen konkrete Pläne voran.

Social Media Kinder

Die Regierung in Oslo will noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf ins Parlament einbringen, der eine verbindliche Altersgrenze vorsieht.

Nach den aktuellen Überlegungen sollen soziale Netzwerke künftig erst ab dem Jahr genutzt werden dürfen, in dem Jugendliche 16 Jahre alt werden. Entscheidend ist dabei nicht das genaue Geburtsdatum, sondern der Jahrgang. Damit würden ganze Schulklassen gleichzeitig Zugang erhalten. Ziel ist es, gleiche Voraussetzungen innerhalb einer Altersgruppe zu schaffen und soziale Unterschiede zu vermeiden.

Plattformen sollen Altersprüfung übernehmen

Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens ist die technische Umsetzung. Anders als bei bisherigen Ansätzen sollen nicht die Nutzer selbst für die Einhaltung verantwortlich sein. Stattdessen werden die Anbieter der Plattformen verpflichtet, das Alter beim Login zu überprüfen. Die Unternehmen müssen entsprechende Verfahren entwickeln und sicherstellen, dass Minderjährige keinen Zugang erhalten.

Diese Ausrichtung entspricht auch den Vorgaben des europäischen Digital Services Act, der Plattformbetreiber stärker in die Pflicht nimmt. Der DSA sieht unter anderem vor, dass große Dienste Risiken für Minderjährige reduzieren und geeignete Schutzmaßnahmen umsetzen. Norwegen will seine nationale Regelung daran anlehnen und die Durchsetzung technisch bei den Anbietern verankern.

Europäische Entwicklung nimmt Fahrt auf

Der Vorstoß aus Norwegen steht nicht isoliert. Auch andere Länder arbeiten an vergleichbaren Regelungen. Frankreich, Spanien und Dänemark prüfen Altersgrenzen oder haben entsprechende Maßnahmen angekündigt. Die norwegische Regierung sieht sich damit Teil einer breiteren europäischen Entwicklung hin zu strengeren Vorgaben für digitale Dienste.

Social Media

In Deutschland hatte zuletzt ein Gutachten des Bundestages gezeigt, dass nationale Alleingänge schwierig umzusetzen sind. Europäische Regeln wie der DSA sowie das Herkunftslandprinzip begrenzen den Handlungsspielraum erheblich.

Norwegen plant ein gestuftes Vorgehen. Zunächst soll der Gesetzentwurf in ein Konsultationsverfahren gehen, bevor er dem Parlament vorgelegt wird. Die praktische Umsetzung ist an die Einbindung europäischer Vorgaben geknüpft. Sobald diese greifen, sollen die Plattformbetreiber die Altersprüfung verbindlich umsetzen.

Zum Thema:

27. Apr. 2026 um 16:57 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    24 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Wir lassen unseren Kindern weiter von den „Sozialen-Medien“ weiter das Hirn verbrutzeln. Damit sie den Scheiss den die Parteien dort so von sich geben nicht hinterfragen.

  • Mit Verboten wird man sowieso nicht Herr der Lage. Entsprechende Menschen werden Mittel und Wege finden egal wie jung sie sind. Teilweise werden sogar die Eltern nicht für diese strikte Altersgrenze sein. Wie ich immer sage, Pauschalitäten sind nie das Mittel für den Zweck. Es wird auch eher die ordentlichen Kinder treffen als die frechen. Denn die finden einen Weg, und sind dann wieder eine länger voraus, dann können Sie noch mehr auftrumpfen

    • Genau. Und wir können auch nicht alle Kriminellen fangen daher totaler Quatsch mit der Strafverfolgung.

      Mal im ernst:
      Wieso redet man etwas schlecht, weil es keine 100% erreichen wird und stellt sich danach hin als ob man die Lücke gefunden hat, die keiner hat kommen sehen?

      Jeder weiß das es trickser geben wird.
      Aber wenn 80 % der Kinder geholfen wird bzw. Die drangehindert werden von Insta und co. Frittiert zu werden dann ist das super!!!

      Ich habe das Gefühl das oft gebildeter3 Schichten Angst haben das ihre Kinder auf einmal mehr Konkurrenz bekommen. Die elitären Leute wollen gerne das die Kinder aus bildungsfernen Häusern 6 Stunden an Netflix/tiktok/ insta hängen.

      • Ich stelle dementgegen mal die These auf, dass 8 Prozent wohl realistischer sein dürften als 80 Prozent. Weiterhin würde ich es als bedenklich betrachten, wenn man den Begriff „social media“ selbst auf Streamingdienste ausweitet. Man würde sich ja bereits so schon mit der immer noch weit gefassten Beschränkung auf „social media“ mit dem Betrieb eines Blogs oder Forums in eine rechtliche Grauzone begeben.

      • Weil die Lösung verantwortungsvolle Bildung sein sollte, nicht Verbote. mit schlichten verboten schadet man der Generation eher, weil sie eh irgendwann damit umgehen müssen. Das gilt genauso für Handyverbot.
        Aber dazu müsste man sich ja Mühe geben.
        Und nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.

    • Genau wegen dieser Denke geht in Deutschland nichts voran. Weil 100 % erreichbar ist, lassen wir es lieber.

      • …nicht…

      • Es geht nicht um lassen, es geht darum, dass schlichte Verbote eine schlechte Option sind. Weil man das Problem damit nur aufschiebt. Außerdem führt man dadurch durch die Hintertür Ausweiskontrolle und solche Dinge ein.

    • Nach dieser Logik sollte man harten Alkohol auch frei verkäuflich machen. Es gibt eh Jugendliche und Kinder die – wenn sie unbedingt wollen – da ran kommen. Schusswaffen im Edeka, Crack-Pfeifen im Späti. Mit Verboten wird man eh nicht Herr der Lage.

      • Jetzt tut doch nicht immer so, als wäre das Internet ein Supermarkt, in dem ein griesgrämig dreinblickender Kassierer Zweifel daran äußert, dass der kleine Kevin wirklich volljährig ist.
        Australien, das sich mit der Sache bis auf die Knochen blamiert hat, zeigt das was passiert: Die Jugendlichen benutzen Proxies, die ihre Lieblingsinfluencer ihnen sowieso seit Jahren bewerben, sie nutzen die Ausweise ihrer Familienmitglieder, sie zahlen volljährigen Mitschülern ein paar Dollar, damit diese ihnen ihre Accounts freischalten, sie nutzen bereits durch genau solche Verifikationsprozesse geleakte Daten anderer Leute und sie umgehen biometrische Verifikationsprozesse schlichtweg mit generativer AI. Und sie tauschen sich online und auf dem Schulhof darüber aus, wie man die Verifikationsprozesse umgehen kann.
        Problematisch ist das nur für jene Nutzer, die tatsächlich so dumm sind ihre echten eigenen Daten zu verwenden. Da diese dem Risiko des Trackings bis hin zum Identitätsdiebstahls ausgesetzt werden. Und das ohne einen Mehrwert zu erzielen.
        Und Australien hat halt genau die Bedingungen gestellt, über die nun weitere Länder nachdenken: „Wir haben keinen Plan von einer technischen Umsetzbarkeit und wie eine Altersverifikation funktionieren soll. Aber das ist das Problem der Anbieter. Macht irgendwas, ist uns vollkommen egal.“
        Es ergibt ja durchaus Sinn Jugendliche vor der Nutzung von social media zu sensibilisieren. Aber dann doch bitte mit sinnvollen Lösungen, anstelle der Forderung nach nutzlosen Altersverifikationsprozessen.

      • Einer muss anfangen! Australien ist los und nun sehen wir, wo die Umsetzung Lücken hat bzw. Löcher entstehen.
        „Kontinuierlicher Verbesserungsprozess“ nennt man das in der Industrie, Nachschärfen oder Optimieren; you name it!

  • Auch hierbei sei wie üblich daran zu erinnern, dass das Internet kein Straßenkiosk ist und keine geeignete Altersverifikation umsetzbar ist, die nicht spielend einfach von Jugendlichen umgangen werden könnte. Ohne justiziable Folgen für den Nutzer für das Umgehen der Altersverifikation bildet das ganze Unterfangen also lediglich eine Unterminierung des Grundsatzes der Datensparsamkeit für jene Nutzer, die die Altersverifikation nicht umgehen. Ein plausibler Beleg für einen tatsächlichen Effekt für den „Jugendschutz“ blieb bisher aus.
    Jugendlichen die Nutzung gewisser „Social Media Plattformen“ abzuraten ist natürlich ungeachtet dessen gut. (Weiter gefasst gehören dazu auch Foren und Blogs, ursprünglich sollten aber wohl mal nur große social media Plattformen wie Tiktok, Instagram, Snapchat und Co gemeint sein. Aber wie üblich fehlt es etlichen Entscheidungsträgern an der notwendigen Medienkompetenz, weshalb vermehrt auf diese Eingrenzung verzichtet wird.) Allerdings mangelt es wie übliche an den Konzepten zielführender Lösungen. Weshalb etliche Länder leider wirkungsarme Strohfeuer abbrennen.
    Ich persönlich sehe hier übrigens weniger die Gefahr von „Überwachung“, „Zensur“ oder dergleichen. Sondern schlichtweg einer mehrwertfreien Schädigung der Datensparsamkeit aus unqualifiziertem Aktionismus heraus. Ich würde also Ideen, die einen tatsächlichen Nutzen haben, bevorzugen. Und diese bitte explizit ohne den Nebeneffekt, dass der Grundsatz der Datensparsamkeit weiter ausgehöhlt wird.

  • Bravo…Warum kriegen die das hin????Und die komplizierte deutsche Politik nicht.
    Weil es Weichspüler sind.

  • Ich verstehe nicht, weshalb es immer wieder (nicht nur hier) heißt, dass „nationale Alleingänge“ auf Grund der EU Bestimmungen schwierig seien. Weshalb bekommen es andere EU Länder dann aber umgesetzt (oder beschließen es zumindest), nur Deutschland nicht? Bitte jetzt kein Deutschland bashing, ist ne ernst gemeinte Frage.

  • Mich würde mal interessieren, wie das alles umgesetzt werden soll? Soll ich dann Meta oder Anderen meinen Ausweis ablichten und zukommen lassen, damit ich als altersgerecht die Medien nutzen darf? Oder wie sollen die Anbieter dann mein Alter prüfen dürfen? Ich weiß, es geht auch elektronisch. Aber Ausweisdokumente digital durch die Gegend schicken oder Datensammlern hinterher werfen, nein das werde ich definitiv nicht.
    Ich meine, ich nutze sowieso keine sozialen Netzwerke. Aber wie soll eine Altersüberprüfung aussehen?

    Beispiel. Ich mußte neulich ein juristisches Dokument ausfüllen. Mir blieb die Wahl a) digital oder b) analog und per Post. Da ich IT-ler bin hab ich mich natürlich für den digitalen Weg entschieden:
    1. auf die Homepage vom Anwalt
    2. dem Link zum Dienstleister gefolgt
    3. mittels E-Mail-Adresse ein Konto erstellt
    4. Konto aktiviert (Link im E-Mail)
    5. per langen Key (abgetippt) den Vorgang gestartet
    6. Formular ausgefüllt und abgeschickt

    Tja und dann kam der Hinweis: Der Vorgang ist noch nicht abgeschlossen! Dokument speichern, ausdrucken, unterschreiben und per Post schicken an…

    Es lebe die Digitalisierung. Analog wären mir die Punkte 1 bis 5 incl. Ausdrucken erspart geblieben.

    Was möchte ich sagen? Durch diese Altersüberprüfung werden Daten gesammelt und verarbeitet, die dem Anbieter nix angehen. Oder man wird von dem Dienst ausgesperrt, wenn man sich dagegen wehrt (Daten einzugeben).
    Die Freiheit im Internet wird dadurch jedenfalls eingeschränkt.

    • +1
      Darüber denken leider die meisten, die hier absolut super Idee schreien, nicht nach. Oder es ist ihnen schlichtweg egal.
      Genauso wie den Leuten, die es festlegen. Hauptsache, wir haben irgendwas gemacht.

  • Alles, was verboten ist, reizt die Betroffenen umso mehr.
    Als Jugendlicher bist Du entweder Rebell oder ein Weichei…

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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