Neue Welle im App Store
Neue Indie-Apps: Kleine Entwickler melden sich zurück
In unserem E-Mail-Postfach zeichnet sich seit einigen Wochen eine Entwicklung ab, die gut zu den zuletzt deutlich gestiegenen App-Einreichungen bei Apple passt. Fast täglich erreichen uns inzwischen wieder Hinweise von Einzelentwicklern und kleinen Teams, die neue Anwendungen für iPhone und iPad vorstellen. Die Bandbreite ist groß, die Projekte selbst sind häufig erstaunlich spezialisiert.
Erst kürzlich hatten wir darüber berichtet, dass die steigende Zahl neuer Apps Apples Prüfprozess zunehmend belastet. Unser Posteingang liefert dazu zwar keine repräsentative Statistik, vermittelt aber einen guten Eindruck davon, was derzeit neu entsteht. Auffällig ist vor allem, wie viele der Einsendungen von Solo-Entwicklern kommen und Probleme lösen wollen, für die große Anbieter kaum eigene Anwendungen bauen würden.
Kleine Apps für kleine Probleme
Da gibt es mit Laytr eine neue Später-lesen-App ohne eigenes Benutzerkonto, HalfBeat hilft bei der Frage, wann eine größere Anschaffung finanziell sinnvoll ist, und Handover blockiert ausgewählte Apps abhängig von Zeit, Ort oder einer laufenden Sitzung. Fällig erinnert an Wartungsarbeiten rund um Haus und Auto, Metriso setzt anstelle nüchterner Countdown-Zahlen auf Bilder und Plask lässt beim Schwimmen kleine Gummienten über die Apple Watch paddeln.
Andere Entwickler kümmern sich um Schülerstundenpläne, digitale Regieberichte für Handwerksbetriebe, Filmsammlungen, Reise-Packlisten oder die Verwaltung laufender Abonnements. Gemeinsam ist vielen Anwendungen, dass sie bewusst überschaubar bleiben. Statt möglichst viele Funktionen abzudecken, konzentrieren sie sich auf einen eng umrissenen Einsatzzweck.
KI als Werkzeug und App-Funktion
Hinzu kommt eine zweite Entwicklung. Künstliche Intelligenz taucht nicht nur häufiger innerhalb der Apps auf, sondern erleichtert offenbar auch deren Entstehung. Noxidox durchsucht private Dokumente mit Apple Intelligence, Vocapa strukturiert eingesprochene Gedanken und Sopravo transkribiert Gespräche samt Sprechererkennung und Zusammenfassung direkt auf dem iPhone. Bei Bento Bunny helfen Apples Foundation Models bei der Auswertung von Mahlzeiten, RareBites erkennt fotografierte Gerichte.
Dass KI zugleich die Entwicklung kleiner Projekte beschleunigen kann, zeigen einzelne Zuschriften besonders deutlich. Das Quizspiel Space Quizzed begann nach Angaben seines Entwicklers mit einem Experiment mit Claude Code und entwickelte sich daraus zu einer vollständigen App. Solche Beispiele belegen noch keine grundlegende Verschiebung im App Store. Zusammen mit der auffällig hohen Zahl neuer Einsendungen entsteht aber der Eindruck, dass die Werkzeuge für unabhängige Entwickler wieder zugänglicher werden.
Kleine Entwickler melden sich zurück
Nachfolgend haben wir die in den vergangenen Wochen bei uns eingegangenen iPhone-Neuvorstellungen zusammengestellt:
- Laytr – Später-lesen-App für iPhone und iPad, die ohne eigenes Benutzerkonto und ohne Server des Entwicklers auskommt.
- Myron – Kalorien- und Krafttrainingstracker mit Spracheingabe. Die Spracherkennung läuft auf dem Gerät.
- Hue Dashboard – Macht iPhone oder iPad zu einem fest angeordneten Bedienfeld für Philips-Hue-Lampen, Räume und Szenen.
- HalfBeat – Berechnet vor größeren Anschaffungen, ob sie ins aktuelle Budget passen und ab wann genügend finanzieller Spielraum vorhanden ist.
- Handover – Nutzt Apples Screen-Time-Schnittstellen und kann ausgewählte Apps abhängig von Ort, Zeitfenster oder Sitzung sperren.
- Fällig – Verwaltet Wartungsarbeiten für Haus und Fahrzeuge und bringt zahlreiche vorbereitete Aufgaben und Intervalle mit.
- Metriso – Visuelle Countdown-App, bei der ein ausgewähltes Bild mit näher rückendem Termin schrittweise sichtbar wird.
- Noxidox – Nutzt Apple Intelligence zur lokalen Suche und Auswertung privater Dokumente auf iPhone und iPad.
- Sopravo – KI-Recorder für Meetings und Gespräche. Transkription, Sprechererkennung und Zusammenfassungen laufen laut Entwickler vollständig auf dem iPhone über Apples Foundation Models, sogar offline.
- Vocapa – Verwandelt eingesprochene Gedanken lokal in strukturierte Notizen mit Titel, Zusammenfassung, Tags und erkannten Aufgaben.
- Superkitchen – Unterstützt bei Essensplanung und Vorräten. Gerichte, Kühlschrankinhalte und Kassenzettel können unter anderem per Foto erfasst werden.
- Space Quizzed – Umfangreiches Weltraum-Quiz. Der Entwickler beschreibt das Projekt als aus ersten Experimenten mit Claude Code hervorgegangen.
- RareBites – Verbindet Essen mit einem Sammelspiel. Fotografierte Gerichte werden erkannt und anschließend in einem persönlichen FoodDex gesammelt.
- Never Too Late – Kombiniert Kalender, Standort und Verkehrslage und berechnet daraus, wann Nutzer zu einem Termin aufbrechen sollten.
- Bento Bunny – Ernährungstagebuch, bei dem Mahlzeiten per Text oder Sprache erfasst und die verwendeten Nährwertquellen angezeigt werden.
- LifeOS – iOS-Planer für Schüler, der unter anderem Stundenpläne aus WebUntis übernehmen kann.
- Packliste – Reise-Checkliste für iPhone und iPad mit iCloud-Synchronisation und verschiedenen Vorlagen für unterschiedliche Reisen.
- The Square Is – Versteht sich als Anti-App-Experiment und beschäftigt sich spielerisch mit Bildschirmzeit und dem bewussteren Umgang mit dem iPhone.
- Regiebericht – Richtet sich an Handwerksbetriebe und ermöglicht das Erfassen, Unterschreiben und Weitergeben digitaler Arbeitsberichte direkt auf der Baustelle.
- Plask – Apple-Watch-App fürs Schwimmen und Baden, die unter anderem kleine animierte Gummienten und andere Pixel-Art-Szenen anzeigt.
- Movie Manager – Richtet sich an Film- und Serienfans und verbindet die Suche nach neuen Titeln mit einer persönlichen Mediathek.
- SalesTrackr – Kombiniert Umsatzübersicht, Provisionen, Kundenverwaltung und weitere Funktionen für Handelsvertreter und Außendienstler.
- SubSafe – Verwaltet laufende Abonnements ohne Bankzugang und kann Rechnungen und Bestätigungen direkt auf dem iPhone auswerten.



Und in nem halben Jahr (oder spätestens mit dem nächsten OS) bekommt keiner dieser Apps mehr Updates, weil die Leute dann plötzlich merken, dass so eine App zu pflegen Arbeit macht. An die eigenen Daten kommt man dann meistens nicht mehr ran. Ne,.. danke
Na die Apps laufen in aller Regel weiter und du kannst deine Daten sichern
Hallo Lukas,
hier der Entwickler von SalesTrackr. Gerne kannst du dich vom Gegenteil überzeugen. Erst vor Kurzem kam das letzte Update, das nächste ist in Arbeit.
Liebe Grüße
Ich habe viele gute Apps noch aus iPhone 4 zeiten weiter genutzt, bis sie dann durch das abschalten der 32 bit unterstützung nicht mehr liefen.
Sie machten ihren Job hervorragend, besser als alles was ich danach gefunden habe.
Aber wo ist das Problem. Wenn ich es nutze und alle X-Monate die Rückmeldung der Nutzer über etwaige Fehler Claude gebe und sage, überprüfe bitte die Fehler usw.
Was stört dich daran? Grundsätzlich kann es doch auch positiv sein, die Ideen muss man ja auch erst haben. Ich geb dir Recht damit, dass Apps nicht schnell hingerotzt werden sollen, aber bei manchen stecken Ideen und auch echte Arbeit dahinter.
Aber geizig brauche ich die App welche mich an etwas erinnert, Handbuch doch schon als Boardmittel
Nicht „geizig“ sondern „wozu“
Watt ohm in Volt? Handbuch, oder doch das Handtuch? Kann ja kein Mensch hier mehr lesen.
Ohje. Das ist wirklich übel, da habe ich nicht kontrolliert, ich schiebe es einfach mal auf die Beta welche auf meinem iPhone läuft. Schade, dass man seine eigenen Beiträge noch immer nicht bearbeiten kann.
Aber ich bin froh, dass du es mit der Portion Ironie gelesen hast, wie es auch gemeint war. Champignons, äh Chapeau!
Die erste App hat schon wieder ein Abo.
Freiwillig möchte ich keine Kameras von Ring kaufen. Das „Intercom“ ist derzeit aber alternativlos – glücklicherweise ohne sensible Daten zum abgreifen.
+ 1
IIch finde die Idee gut, nur sollte man sich vorher umschauen was die Bewertungen aussagen. Ich habe mir die App Carvia:Car Widges gekauft ohne das zu machen. Ich wusste das ich 3.99 Euro dafür zahlen musste. Sekunden nach dem Kauf wurden mir noch 19,99 Euro von meiner Kreditkarte abgebucht. Das Ganze ging an Apple vorbei sogar die 3,99 die ich auf dem iPhone bestätigt habe. In meinem Applekonto ist von der ganzen Sache nichts zusehen. Hier hat jemand richtig Ahnung wie man Apple und die Leute betrügt. Die Bank hat mir gesagt das Geld ist in Lettland. Der Betrüger hat auch meine versteckt Apple Pay Adresse herausbekommen. Also Vorsicht nicht alle sind ehrlich
Wie kann so eine App:
Carvia: Car Widgets
Vom angeblichen Anbieter „Dali Parkett GmbH“ (das stimmt doch niemals im leben!?) im AppStore sein?
Die Bewertungen sind ja katastrophal !
Wieso meldet das niemand Apple damit die App raus fliegt? Wieso unternimmt Apple nichts?
@ifun wäre es nicht möglich eine Rubrik einzubinden oder zu erstellen das kleine Entwickler hier mit ihren Apps sichtbar sind?
Und man nicht die Beiträge durchsuchen muss sondern gleich unter einer Rubrik findet.
Schönes We und gruß Chas
Fände ich auch schön. Früher hat man hier mehr über solche tollen Schätze gelesen, die sonst kaum Aufmerksamkeit erzielen. Schön, wenn das wieder häufiger geschieht.
Man muss die App ja auch quasi veröffentlichen, damit sie selbst auf dem eigenen Gerät länger als 7 Tage laufen kann.
Und da man die 99€ für einen Developer Account eh bezahlen muss, kann man sie auch gleich in den App Store packen.
Das stimmt! Aber man muss nicht immer gleich ein Abo daraus machen…
Vibe Coding sei Dank… muss jeder selber entscheiden
Einige Apps sind nicht „in deinem Land verfügbar“…
Schön wäre es, wenn ihr schwerpunktmäßig Apps vorstellen würdet, welche ohne ABO nutzbar sind.
Genau das machen wir hier in der Regel. Die Auswahl oben ist schlicht ein Schnappschuss der aktuellen Zusendungen, die momentan kräftig an Fahrt aufnehmen.
Der Entwickler von Sopravo sieht mir nicht vertrauenswürdig aus. Die App ist gerade neu aber steht bereits zum Verkauf: https://trustmrr.com/founder/turkkberkayy
Die andere App des Entwicklers Peptisy hat keine Historie, ist also auch brandneu bei ebenfalls sehr stolzen Preisen.
Muss jeder selbst wissen. Aber auf den Einmalkauf würde ich definitv verzichten.
Vielen Dank für den interessanten Hinweis!