Self-Checkout an Konten gebunden
Netto testet neuen Self-Checkout: Selbstbedienungskassen mit App-Zwang
Netto erprobt in einzelnen Filialen offenbar eine neue Hürde an Selbstbedienungskassen. Wie der Fachdienst Supermarktblog berichtet, lassen sich die Geräte dort nicht mehr frei von allen Kunden nutzen. Wer seinen Einkauf selbst scannen und bezahlen will, muss sich zunächst mit der Netto Plus App, der Payback App oder einer Payback Karte identifizieren.
Kunden ohne registriertes Konto werden auf die klassischen Kassen mit Personal verwiesen.
Damit geht der Discounter einen Schritt weiter als bei den App-Rabatten, die zuletzt bereits juristisch umstritten waren. Erst vor wenigen Tagen hatte sich vor dem Oberlandesgericht Bamberg abgezeichnet, dass exklusive Preisnachlässe per App grundsätzlich zulässig bleiben könnten. Schon damals stand die Frage im Raum, wie weit Handelsketten digitale Sonderwege treiben dürfen, ohne Teile ihrer Kundschaft vom Einkauf auszuschließen. Der aktuelle Test verschiebt diese Debatte nun vom Preisvorteil direkt an den Bezahlvorgang.
In den betroffenen Märkten weisen Aufkleber und Bildschirmhinweise dem Bericht zufolge deutlich auf die neue Regel hin. Erst nach dem Scan der App oder Kundenkarte lässt sich der eigentliche Kassiervorgang starten. Wer nicht registriert ist, kann die Geräte nicht verwenden, obwohl sie technisch frei wären.
Weniger Diebstahl, mehr Kontrolle
Naheliegend ist, dass Netto mit dem Versuch zwei Ziele gleichzeitig verfolgt: Zum einen dürfte die verpflichtende Identifikation an der Selbstbedienungskasse helfen, mögliche Diskrepanzen zwischen Warenkorb und Kassenbon zu minimieren. Wenn jeder Einkauf einem Kundenkonto zugeordnet ist, steigt die Hemmschwelle, Artikel absichtlich oder versehentlich nicht zu scannen. Andere Händler experimentieren ebenfalls mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen an Self-Checkout-Systemen, etwa mit Kameras oder Zugangssperren nach dem Bezahlvorgang.
Zum anderen kann die Bindung an App und Bonuskonto auch die Zahl der Registrierungen erhöhen. Für den Handel sind diese Anwendungen längst mehr als digitale Prospekte. Sie liefern Daten über Kaufverhalten, stärken die Kundenbindung und erlauben gezielte Angebote. Genau auf diese Entwicklung hatte auch die Debatte um App exklusive Rabatte bereits hingewiesen.
Im Alltag scheint das Modell aber nicht reibungslos zu funktionieren. Laut Supermarktblog blieben die betroffenen Selbstbedienungskassen bei einem Marktbesuch oft ungenutzt, während sich an den regulären Kassen Schlangen bildeten. Kunden seien an die Geräte herangetreten, hätten die neue Bedingung bemerkt und sich dann wieder an den normalen Kassen angestellt. Für Netto wird der Test damit auch zur Frage, wie viel zusätzliche Kontrolle Kunden akzeptieren, bevor der versprochene Komfort digitaler Einkaufsangebote verloren geht.


Ich werde mir ganz sicher nicht eine App für jeden Supermarkt installieren, die mein Handy als Werbeplattform nutzt und mein Kauf- und Nutzerverhalten analysiert.
Ok!
+1
Dann lass es doch, zwingt dich doch keiner. Dann stehst Du halt zukünftig in der langen Schlange
Meinem Erlebnis nach werden die Schlangen aber künstlich herbeigeführt, in dem man zu wenig Kassen besetzt.
Merkt man selbst, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht.
Wenn das Ergebnis lange Schlangen an der normalen Kasse ist, dann hat Netto etwas falsch gemacht.
Dafür stehe ich dann gerne an! Mein Beileid an alle die diese Apps nutzen. Auch wenn ihr nicht nur euch damit schadet… aber hey, Scheiß auf die Probleme von morgen.
Kontrolle ist gut, Vertrauen wäre besser. Wird so nicht jedem Kunden indirekt unterstellt, dass er einen Betrug begehen könnte? Und so die Möglichkeit eines Fehlers in der Bedienung ausgeschlossen wird?
Ganz abgesehen von der Verknüpftung sämtlicher Kundenspezifischer Daten? Kann jeden verstehen, der da wieder an die Bargeldkasse geht…
Och, ich kann mich auch gut weiter an der Kasse anstKÖNNEN SIE MAL NOCH NE KASSE AUFMACHEN?
Hab eh noch nicht so richtig verstanden, warum der Einkauf nicht billiger wird, wenn ich an der Self-checkout-Kasse die Arbeit für deren Personal übernehme.
Stell dich gerne an, packe weiterhin das Band voll und lege deinen Einkauf dann wieder zurück in den Wagen.
Diese Arbeit spare ich mir, Scanne direkt beim Zusammenstellen, zahle und gehe direkt raus.
Zumindest bei Globus funktioniert das super, aber auch nur nach einmaliger Registrierung.
Es sollte dann aber auch einen finanziellen Vorteil geben wenn man schon diese Arbeit an den Kunden auslagert.
Ich muss bei Globus fast immer auf die Dame oder Herrn von Service warten weil ich gerne Ritter Sport Rum esse.
Das ist sehr lästig.
Komme mir dann immer vor wie Anke Engelke bei Ladykracher mit ihrem Sketch wo sie unbedingt ihren Personalausweis zeigen will das sie schon volljährig ist :-)
Netto sollte es lassen. Bei SB-Kassen betrügen Kunden massenhaft
Offensichtlich rechnet es sich trotzdem, denn da, wo sie schon lange vorhanden sind, werden sie auch nicht abgeschafft
Quelle?
Karstadt. ;-)
Das weiß Netto. Deswegen ja auch das im Artikel genannte Konzept.
Ich kann wohl verstehen, weshalb sie Self Checkout Kassen initiieren. Sie finden einfach keine Leute mehr, die das machen wollen. Aber diese jetzt mit einer Hürde zu versehen, ist meines Erachtens nach nicht besonders klug.
Ja so entlastet man auch das eigene Personal…
Ich sehe schon das erste Datenleck in der App … ich staune tatsächlich, dass das erlaubt wird. Da hat wohl jemand gute Lobbyarbeit geleistet.
Das hat niemand erlaubt. In Deutschland sind alle Sachen erlaubt, die nicht verboten sind. Netto macht das einfach und lässt es drauf ankommen, ob die Kunden das mitmachen und ob jemand den Rechtsweg beschreitet.
Ich bin auch dort wo es diese Schwelle nicht gibt meist allein an der Selbstbedienungskasse, während die anderen artig schlangestehen. Wer allerdings zum ersten Mal die neuen Bedingungen sieht, geht logischerweise erstmal in die Schlange, denn er wird sich natürlich erst vor dem nächsten Einkauf registriert haben…
Wenn das wirklich so aussieht, wie auf dem Foto (oderKI?), dann haben sie obendrauf noch das gesamte Terminal mit Kleinigkeiten zugemüllt, die man ja sicherlich unbedingt noch mitnehmen wollte. Das haben andere Discounter nicht (nötig?).
da geh ich erst wieder einkaufen, wenn das prospekt in der app nich mehr abstürzt.
Noch ein weiterer Grund an die Kassen zu gehen, wo man von Menschen bedient wird.
Ich lehne SB-Kassen ab, besonders, wenn sie keine anonyme Barzahlung ermöglichen. Weil es dann auch Artikel gibt, die keine Barcodes haben und man sich durch irgendwelche Menüs klicken muss, aufgrund preislich unterschiedlicher Varianten, wie beispielsweise beim Gemüse und Obst, oder preisreduzierte Restposten, bin ich ganz raus. Tatsächlich ein Grund für mich, zum Aldi zu gehen, zumal die SB-Kasse, gerade bei Netto auch durch ihren Mangel an vernünftigem Platz, unbequem sind. Vielleicht liest das Marketing hier ja mit.
„Kunden seien an die Geräte herangetreten, hätten die neue Bedingung bemerkt und sich dann wieder an den normalen Kassen angestellt.“
Nee, wäre mir nicht passiert: Ich hätte den gesamten Korb lautstark kritisierend stehenlassen oder die Ware am besten schön breit auf die Ablagen verteilt und wäre gegangen. Nicht ohne zu betonen, dass andere mein Geld gerne nehmen „ohne eure beschi***ne App!“