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„Heute Gratis“ – Wenn gute Gesten schaden

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71 Kommentare 71

Morgens beim Bäcker, auf dem Weg zur Arbeit. Die große Streusselschnecke kostet 3€. Ihr greift zu. Sah lecker aus, ist mal was anderes und überhaupt. Warum nicht? Sind ja nur 3€…

Am nächsten Tag schaut ihr wieder in der Backstube vorbei. Diesmal lächelt die Verkäuferin, nimmt die gleiche Sorte Schnecke aus der Vitrine mit den Backwaren, drückt euch den 400 Kalorien starken Weg-Proviant in die Hand und ruft euch ein gut gelauntes „Ist geschenkt“ entgegen.

Eine Situation, die wohl keinem, halbwegs an der Gesellschaft teilhabenden Menschen, das Gefühl vermitteln würde, ungerecht behandelt worden zu sein.

Merkwürdig, dass sich die Geschenke im App Store oft ganz anders anfühlen.

Die Macher der Vorgestern von uns im Video vorgestellten Applikation tadaa 3D haben uns gerade angemailt: „Hey, danke für die Vorstellung, hat uns gefreut. Nun haben wir uns entschlossen, tadaa 3D heut gratis zu machen. Übrigens ist eine Version 1.1 schon bei Apple zum Review.“

Eigentlich eine nette Geste. So wie von der analogen Bäckerin. Aber das gute, metaphorisch angedeutete Gefühl, vermag sich irgendwie nicht einzustellen. Warum?

Die Mail liegt erst seit wenigen Minuten im Postfach, gestattet uns also eine Antwort die weniger analytisch sondern viel mehr „gerade aus dem Bauch“ kommt: Die freie Preisgestaltung, die die im App Store vertretenen Entwickler aktiv, manche sogar täglich nutzen, scheint die Wertschätzung vieler Nutzer und den Respekt vor der Arbeit der verantwortlichen Entwickler dramatisch zu reduzieren und provoziert immer wieder die gleichen Reaktion. „Sieht gut aus, ich warte bis sie Gratis ist“. „Brauche ich nicht, wird dennoch geladen“. etc. pp.

abwarten

Auf der einen Seite verstehen wir die Motivation, die den Dreher am Preis-Schildchen so attraktiv wirken lässt. Mehr Downloads, mehr Sichtbarkeit. Und: Die Hoffnung, auch nach der Gratis-Aktion noch ein paar Tage in den oberen Chart-Plätzen zu verweilen.

Auf der anderen Seite führt die vollständige Entwertung gestern noch überdurchschnittlich teuren Applikationen zwangsläufig zu schlechten bzw. desinteressierten App Store-Rezensionen, Nutzern die lieber abwarten anstatt auszuprobieren und einer Software-Kultur in der die Güte des Gebotenen fast keine Relation mehr zum veranschlagten Preis hat.

Um zur Streusselschnecke-Analogie zurückzukehren. 24 Stunden nach dem letzten Kauf ist der Hunger auf zuckriges Gebäck wieder da. 24 Stunden nach der bewusst getroffenen Entscheidung „Gute Idee, diesen Entwickler unterstütze ich“ besteht jedoch kein Bedarf mehr an einem erneuten Download der App.

In der Bäckerei habt ihr als erster in der Schlange für die Kalorienbombe bezahlt und hört beim Gang zur Tür bereits wie die Person hinter euch beschenkt wird.

Entwickler, die euch den pawlowschen Reflex antrainieren, so lange an der Eingangstür der Bäckerei zu warten, bis es wieder Gratis-Streusselschnecken gibt und sich anschließend über schwindende Einnahmen wundern, sollten sich einfach mal ein Glas Wasser ins Gesicht kippen und nicht die durchaus guten Argumente für Premium-Anwendungen und gegen In-App-Käufe mit kurzfristigen Gewinn-Hoffnungen untergraben.

So wird das nix.

Freitag, 30. Aug 2013, 10:43 Uhr — Nicolas
71 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
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      • Guter Artikel aber Software kann ich beliebig oft kopieren… Kuchen muss ich immer wieder herstellen…
        Gratis Download Aktionen finde ich nicht so schlecht, man kann die App ausprobieren und weiter empfehlen z.B. bei Reiseführern.

        Was ich persönlich nicht schlecht finden würde wäre wenn Apple zusätzlich zu dem bestehenden Modell ein „Pay-What-You-Want“-Modell einführt. Dann kann man die App testen bzw. nutzen und sich dann später erkenntlich zeigen (falls die App wirklich einen Nutzen hatte) – dazu noch die Möglichkeit bei der Zahlung des Betrages zusätzliche Wünsche zur Funktionalität anzugeben wäre Perfekt ;)

    • Naja, der Vergleich mit der Schnecke ist nicht schlecht.

      Es geht aber auch anders. Wollte neulich einen neuen Rasierer kaufen aber 10,99 mit einer Klinge ließen mich den Kauf vertagen.

      An der Kasse – ich hatte noch andere Artikel – gab es dann einen als Muster geschenkt.

      Hätte ich einen gekauft und die Dame an der Kasse hätte mich nicht gewarnt oder mir – um sich Ärger zu ersparen keinen gegeben – nachdem ich gesehen hatte, dass die Frauen (!) vor mir einen Herrenrasiere dazu bekamen, hätte ich mich schon geärgert.

      Hätte, hätte aber auch schenken will gelernt sein ;)

    • Es gibt dann aber doch einige ein paar Parallelen in die Echtwelt:
      Beispiel: Saft von Granini/Hohes C gibt es den für 1,60 die Flasche. Aber alle paar Wochen für einen Euro. Dann warte ich doch bis dann und kaufe mir Sixpacks statt teure Flaschen.

      • Finde ich schade dass ihr das so seht und im Grunde den Entwickler damit in ein schlechtes Licht rückt. Es allgemein ohne Namensnennung zu artikulieren hätte ich besser gefunden.

      • Praktiker und seine 25% Aktionen ;)

    • Nö. Der Artikel sagt aus „Entwickler sind zu doof die Preise ihrer Apps selbst zu gestalten“.

  • Wen kritisiert ihr jetzt und warum? Ist es nicht eher ein Problem der Toplisten im AppStore, die Sichtbarkeit an Downloadzahlen unabhängig vom Preis festmachen?

    • Das Problem ist, dass ihr mit 3€ für eine popelige Schnecke mächtig über den Tresen gezogen worden seit. Und so geht’s einem manchmal auch im App Store.

  • Geht es euch um ethische Tugenden?! …nicht mehr in dieser Welt! ;)

  • wow, das schreit nach einer reinen Kommentar Rubrik auf eurem Newsblog. Sehr schon geschrieben und trifft auch noch meine Meinung (was bei einem Kommentar nicht unbedingt sein muss). Gerne mehr davon. Bei der Menge an Artikel die ihr tagtäglich veröffentlicht, solltet ihr vllt. wirklich über eine grobe Trennung nachdenken. Z.B. „News“ ; „Gerüchte“ und „Kommentare“

  • NAtürlich sind Gratisangebote toll, aber auf die Dosierung kommt es an, speziell, wenn vorher dafür Geld verlangt wurd. Überdosiert entsteht ganz klar die Einstellung „Abwarten bis es kostenlos wird“. Vergleichbar ist das ganze mit den 20% beim Baumarkt Praktiker. Die 20% gab es quasi permanent. Die Folge ist, dass der Preis minus 20% als Normalpreis angesehen wird und wenn es den Rabatt nicht gibt, denkt man leicht, warum soll ich 20% mehr bezahlen. Etwas ähnliches passiert bei zu häufigen Preiskorrekturen nach unten. Der User hat ja gar keine Möglichkeit, ein Preisbewustsein aufzubauen, denn es gibt keine Richgröße für Preis/Leistung.

  • Verstehe das auch nicht. Die Entwickler machen sich doch Gedanken für wie viel Euro sie ihre App anbieten werden, aber ein Tag später werden die vllt über Wochen gemachten Gedanken über Bord geworfen und sie bieten ihre App gleich gratis oder günstiger an. Macht kein Spaß.

    So werden potentielle Käufer vergrault weil „alles gibt es ja auch bald für 89 Cent oder kostenlos“ – und damit haben sie auch noch fast immer recht – nur noch wenige Entwickler schätzen ihre NUtzer.

  • Oh ja! das ist mal genau auf den punkt getroffen…

    mir ist das schon sehr oft passiert! und jedes mal sag ich mir das es das letzte mal war…

    vorallem weil ich mir nach dem ersten test sofort gedacht habe: wer braucht den Schrott…

  • Ernsthaft? Ihr argumentiert dagegen, dass die Entwickler ihre Apps ab und zu mal kostenlos anbieten?! Wie seid Ihr denn drauf?

    • Natürlich muss man das kritisieren.
      Leute, die gestern noch 4€ für eine App bezahlt haben werden sich bereits heute ziemlich verschaukelt vor kommen. Immerhin reden wir hier nicht von einer App die es seit Monaten gibt und sich mal wieder ins Gespräch oder die entsprechenden Listen zu bringen.

      • Schwachsinn. Jedem steht es frei zum angebotenen Preis zu kaufen oder auf einen Rabatt zu warten. Entscheidungen haben Konsequenzen.

    • Also du hast auch gar nichts verstanden oder? Deine Einstellung ist genau das, durch die Preispolitik entstandene, gerade kritisierte.

  • Ich warte bei Apps, die mir zu teuer sind, bzw. die ich einfach gerne mal risikolos ausprobieren möchte, auch bis sie mal billiger oder gratis werden. Genauso wie man auch im „realen Leben“ eher bei Angeboten zugreift. In diesem Fall ärgert es mich jedoch ein wenig, weil ich die App vor 3 Tagen aus einem Impuls heraus, aufgrund sehr guter Bewertungen, gekauft habe und dann ziemlich enttäuscht war, weil der 3D Effekt eben doch nicht sooo 3 dimensional rüberkommt wie ich dachte. Ich hatte eher etwas in Richtung Hologramm erwartet. Dafür daß die App doch eher teuer ist, werde ich sie zu wenig nutzen. Nun ja, das nennt man dann wohl Pech gehabt.

    • Hallo Ingo, wir danken Dir trotzdem für Deine Unterstützung! Auch wenn Du von der Funktionalität enttäuscht bist: Sei versichert, dass wir uns allergrößte Mühe geben, ein gutes Produkt zu bauen. Da spielt Feedback von den Usern die zentralste Rolle überhaupt, weshalb wir auch sher wohlfrequentiert Updates nachschieben. Wenn die 1.1 drausen ist (in ca. Woche wohl), gucks Dir noch mal an, ja?

      Die Gratis-Aktion heute machen wir definitiv als Ausnahme und Experiment, allein um abschätzen zu können, wie viele Leute an unserem Preis scheitern. Wir sind ein ganz kleines Team dass von tadaa lebt, kein großer Publisher mit App-Store-Ranking-Optimierungen und Install-Bots um sich in den Charts hochzutreiben. Von denen gibt es ja leider schon mehr als genug…

    • Dass es um parallaxe und nicht um hologrammartige 3-Dimensionalität ging stand aber in dem Artikel. Vielleicht erst lesen und dann impulsieren! (Das vermindert Enttäuschungen!)

      • Wo habe ich denn geschrieben, daß meine Kaufentscheidung aus dem lesen des Artikels resultierte? Als der Artikel hier auftauchte, hatte ich die App bereits gekauft. In der Beschreibung im Store wird nämlich nicht näher auf die zugrunde liegende Technik eingegangen. Ich dachte man könne mit der App ein Objekt aus unterschiedlichen Winkeln fotografieren, um dann einen 3D Effekt zu erzielen. Ob das nun etwas blauäugig von mir war, möchte ich allerdings nicht ausschliessen. ;)

  • ich installiere keine apps, die mich zu facebook zwingen – oder meine twitter timeline lesen wollen. da kann tadaa noch so gratis sein.

    • tadaa und tadaa 3D zwingen weder zu Facebook noch zu Twitter. Wir bestehen nicht mal auf eine gültige Email Adresse…

    • Ist beides nicht der Fall! Du kannst auch einen Account machen ohne Facebook oder Twitter. Es ist im Prinzip wie Instagram. Mich nervt es allerdings trotzdem. Warum brauche ich einen (weiteren) Account bei einer Foto App? Warum kann ich nicht einfach Bilder für mich fotografieren, bearbeiten, speichern und dann den Leuten zeigen, denen ich sie zeigen will?

      • Die kommende 1.1 bietet auch lokales sichern. Wir haben das erst nicht vorgesehen, weil lokal gesichertes eben keinen 3D Effekt haben kann – iOS kennt solche Datentypen nicht.

        tadaa classic kann schon immer lokal sichern und erfordert auch keine Anmeldung.

  • Hm… ich gönne dem Entwickler die 89 Cent… warum auch nicht?! Arbeit soll bezahlt werden! Ob sie immer gut ist oder nicht erfährt man meist erst hinterher. Obwohl im AppStore doch schon Bewertungen beim Kaufentscheid helfen! Keiner wird gezwungen eine App zu kaufen. Werdet Euch mal über das grundsätzliche Risiko beim Kauf von Gegenständen (oder auch Software) klar! Selbst eine Streuselschnecke kann bescheiden schmecken; und für die werdet Ihr wahrscheinlich mehr bezahlt haben als 89 Cent!

    Technisches Geschnösel für sehr viel Geld in der Hand halten aber an allem anderen sparen wollen! Und das in Zeiten von rabattierten Guthabenkarten mit voller Wertaufladung!

    Wusstet Ihr wirklich vor dem Kauf, ob Euch das iPhone / iPad zusagt oder Ihr damit klarkommt? Normalerweise bin ich nicht so, aber hier passt es durchaus: Eure Armut (und auch die Geistige) kotzt mich an!

  • Man bedenke aber, dass eine Nussschnecke VERbraucht wird, eine App wird GEbraucht. Ich kann jeden Tag eine Nussschnecke essen, aber ich kaufe nicht jeden Tag die gleich App neu.
    Insofern hinkt der Vergleich etwas. Trotzdem ein interessanter Artikel.

    • Jetzt hab ich mich selbst übers ihr gehauen. Steht ja im Artikel… Hoppla

    • das problem ist doch dass man apps nicht ausprobieren kann. friss oder stirb. da überleg ich zweimal ob ich die vierte fotoapp wirklich brauche oder gucke sie mir erst an, wenn sie mal gratis oder evtl auf 89ct ist.

      die wenigsten apps haben eine echte daseinsberechtigung und das weiss auch der entwickler, denn die kosten ihren preis und sind nicht dreimal im jahr kostenlos.

      • Du kannst ja mal versuchen, beim Bäcker vor dem Kauf in die Zuckerschnecke (nicht die hinter dem Tresen) zu beißen, um sie zu probieren…

      • @iDeal: Es wird Dich überraschen, aber auch bei vielen Bäckern gibt es Probieraktionen.

  • Ich finde die Entwickler sollten erst bei einem großen Sprung denn Preissenken, ansonsten verärgert man nur zahlende Kunden und das wird nix, wie ihr schon sagtet, früher standen alle Schlanke um nach 17.30 bis zu 75% Rabbat zu bekommen viele gingen nicht mehr Morgens zum Bäcker! Und heute? Wurde die der Spätrabbat verbannt.

  • Die Preisgestaltung lässt sich nicht mit einem Verbrauchsgut vergleichen. Denn ein Verbrauchsgut wird mehrmals benötigt. So freut man sich, wenn man von zehn Streuselschnecken eine kostenlos erhält.

    Eine App jedoch kauft man sich genau einmal. Es lässt sich eher mit einem Konzert vergleichen: Alle die bis 10 Tage vor dem Konzert ein Ticket wollten, mussten dafür bezahlen. Alle die gewartet haben, kriegen nun ein Ticket ganz kostenlos.

  • Toilettenpapier3000

    Sehr guter Kommentar, da hat der Nicolas doch zu 100% recht ;)

  • die Kritik richtet sich viel mehr an das

    KONZEPT >>> AppStore

    das war ein paar Jahre so OK
    Aber braucht eine Überarbeitung – dringend.

    Apps sind kein Lebensmittel. Nicht in diesem Sinne – daher hinkt der Vergleich.

  • Was wir noch ein wenig im AppSore fehlt, ist die Möglichkeit Apps zu testen bevor ich dafür Geld ausgebe. Auch wenn es nur 0,89 € sind. Wenn man die Möglich hätte vor dem Kauf die App zu testen, dann würde es auch nicht zu einer „Ich warte bis die APP Gratis ist“-Einstellung kommen. Wenn es Gratis ist, lade ich die App einfach runter. Wenn es etwas kostet lade ich die App im Zweifel nicht runter und warte unter umständen, bis diese kostenlos ist….

  • Genialer Artikel, großes Bravo!

    … und bitte mehr davon :-)

  • Das ist wirklich ein wahres Wort !!!
    Ich kann die Leute nicht mehr hören, die sich schon beschweren, wenn die App 0,89€ kostet.
    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen kassen: Ein komplexes wohlfunktionierendes, nützliches Programm, für nur einen, oder von mir aus, auch zwei bis drei €
    Vor ein paar Jahren hätte man noch 50-100€ gezahlt!!!
    Die Leute sollte wirklich ihre eigenen Maßstäbe mal kritsch hinterfragen und ggf. neu justieren!

  • Genau hier liegt das Problem: „… lieber abwarten anstatt auszuprobieren …“

    Wenn man ja die Möglichkeit hätte die Apps – für umsonst – wirklich mal auszuprobieren, dann würde man sie, wenn sie etwas taugen, auch kaufen und nicht warten.

    Aber da das ja in den seltensten Fällen durch spezielle Versionen vorgesehen oder möglich ist, lässt man es lieber und wartet auf eine entsprechende Aktion.

  • Zuerst die Provokation: Ich werde weiterhin nur in absoluten Ausnahmefällen Downloads „kaufen“, egal ob Applikationen oder Medien. Mir geht es aber nicht darum kein Geld ausgeben zu wollen. Ich habe keine sogenannten Raubkopien, alle Medien und Programme sind gekauft und liegen auf ihren Datenträgern – CDs, DVDs oder BDs – bei mir zu Hause.
    Ich kaufe diese Medien oder Programme nicht, da online bei keinem mir bekannten Anbieter etwas wirklich gekauft werden kann, sondern höchstens lebenslang geliehen. Wenn ich etwas gekauft habe, kann ich es verleihen, verkaufen, verschenken oder vererben. All das ist ausgeschlossen.
    Zum anderen können online erworbene Applikationen nicht vorher getestet werden. Bis auf die Werbesprüche und Bildschirmfotos des Herstellers und ein paar Kommentaren von Benutzern habe ich keine Möglichkeit zu testen, ob das Programm meinen Ansprüchen genügt. Da empfinde ich es nicht als ausreichend, dass Apple normalerweise kulant ist ich möchte nicht auf deren Wohlwollen angewiesen sein. Auch die viertel Stunde (oder war es eine andere Dauer?) wie bei Android ist nicht wirklich ausreichend, aber immerhin besser als nichts.

    All das ist unlängst bekannt und wird schon genauso lange kritisiert. Geändert hat isch bisher nichts.

    Also, liebe online Anbieter: Gebt mir die selben Rechte wie bei dem Kauf von Medien und Programmen auf Datenträgern, und ich werde Euch mit vielen Euros beglücken. Vorher wird das mit mir nichts …

    • Falsch. Es gibt die Möglichkeit Apps zu testen, sie werden nur zu selten genutzt. Früher hat man Lite-Versionen der Apps veröffentlicht. Heute gibt es die App gratis, den Premium-Inhalt dann erst per In-App-Kauf. Ein faires Konzept.

  • Eine Social App lebt nicht vom Verkaufspreis alleine. Es ist doch ein Unterschied ob ich eine Dokument App wie documents kostenlos mache oder eine App die mit der nutzeranzahl wächst.

    Der, der ein 3D Bild erstellt schickt das natürlich an alle, die es wollen und nicht wollen. Da ist dann der eine oder andere dabei, der dann sagt wow, die App hole ich mir auch.

    Hier geht es um Multiplikatoren.

  • Da passt meine Rezzesion ja gut:

    Facebook? Twitter? Nicht vorhanden! Wer keine Lust auf Soziale Netzwerke hat ist schon beim Start aufgeschmissen… Man muss sich Registrieren und Teil einer Community werden… Erstmal also rausgeschmissenes Geld und Zack einen Tag später Gratis… Hallo…?

  • So spielt halt das Leben. Den einen Tag ists kostenlos, den anderen kostet es Geld. Who cares, das Leben ist manchmal halt echt ungerecht.

    Davon abgesehen ist das Problem wohl eher das die Charts an die Anzahl Downloads / Käufe gekoppelt sind. Das schreit förmlich nach Gratis-Angeboten um sich eine bessere Sichtbarkeit zu garantieren…

  • Sehe ich etwas anders. Etwa 90% aller kostenlosen Apps verfolgen andere kommerzielle Ziele oder sind gar nur mit In-App-Käufen wirklich nutzbar. Die Argumentation erinnert mich ein wenig an Facebook oder Google, die mit Ihren scheinbar kostenlosen Diensten Milliarden umsetzen. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit einer geschenkten Wurstscheibe beim Fleischer zu tun ;)

    Außerdem kostet es den Entwickler etwa 0,00 bis wenige Euros, wenn er seine App verschenkt. Es geht hier nicht um materielle Dinge, die immer Ausgaben verursachen, sondern um virtuelle Daten die die gleiche Arbeit machen, egal ob 10 x oder 10.000.000 runtergeladen. Verschenkt ein Entwickler 1.000 Apps, kostet ihm das 0,00 €. Verschenkt ein Bäcker 1.000 Brötchen, kostet ihm das etwa 50 €.

    • Das ist im Grunde richtig, stimmt allerdings nicht ganz, denn jeder (aktive) Nutzer verursacht ja Betriebskosten (serverseitig). Und genau weil wir mit Datenverkauf o.ä. nix am Hut haben wollen, lassen wir die App ja auch (normalerweise) was kosten.
      Bei einer rein client-seitigen App (Spiel o.ä.) hast Du natürlich Recht.

      • Serverkosten für Apple, dem Entwickler kostet es 0,00 €.

      • Nein, denn auch hinter tadaa stehen eine Menge Server, zur Zeit etwa 60. Die ganzen Bilder wollen ja irgendwo gehostet sein und die Kommentare etc. auch…

  • @…Autor Nicolas

    1++++ setzen…..Ein Beitrag der schon laaaange überfällig war.

  • Gut da aber noch mal auf die Mail von Tada einzugehen und grundlos dafür Werbung zu machen. Scheint ne gute Werbemasche zu sein, wenn das Tada Team dann hier so fleißig alles richtig stellt. Da geht dann leider auch die journalistische Qualität zu Grunde…

    • Hallo Masel,
      ich gebe Nicolas 100% mit seinem Artikel Recht, auch wenn ich statt Streusselschnecken (als Hamburger) Franzbrötchen nennen würde und die Analogie nicht ganz passend finde. Für uns ist das primär ein Experiment, keine Werbung.
      Und meine Kommentare hier beziehen sich nur auf falsche Aussagen (wie das ein Signup ohne Facebook oder Twitter nicht möglich sei etc.).

      Nochmal: Ich finde Nicolas‘ Artikel von hervorragender journalistischer Qualität — und das wir da als „Negativbeispiel“ drin verwendet wurden tut natürlich bisschen weh, was aber nichts daran ändert dass er grundsätzlich Recht hat. :)

  • Klasse Artikel iFun!
    So und nicht anders.

  • In der Sozialpsychologie gibt es ein Experiment welches darlegt, wie sich Menschen in einer m.M.n ähnlichen Situation verhalten:
    Den genauen Versuchsaufbau hab ich jetzt nicht im Kopf, grob geht es aber um Folgendes:
    Zwei Probanden-Gruppen A & B, Gruppe A mit der Entscheidungsgewalt über diese Szenarien(Geldgeschenke):
    – 1. Gruppe A = 1€ & Gruppe B = 1€
    – 2. Gruppe A = 2€ & Gruppe B = 0€
    – 3. Gruppe A = 3€ & Gruppe B = 5€
    Die Mehrheit aus A entschied sich für Szenario 2; man nimmt lieber weniger Geld in Kauf, als dem anderen mehr zu gönnen!
    Für die ‚Heute gratis‘ Angebote verhält es sich wie in 3.; die anderen haben in der gleichen Geschichte mehr als ich bekommen. Letztendlich wurde ich aber nicht benachteiligt, ich habe den Betrag gezahlt, der das Produkt für mich wert war. Schließlich bin ich also nur sauer, weil andere bevorzugt werden (ohne das ich einen theoretischen Nachteil hatte). Dies ist eigentlich sehr egoistisch gedacht.
    Selbstverständlich ärgerlich, ich habe die App. auch für (m.A.n teure) 3,59€ gekauft!
    Hier ist es der Fall, das die App. eben heute gratis ist und vor lediglich 2 Tagen erschienen ist und eine verhältnismäßig hohe Summe verlangt wurde.
    Jedoch finde ich dieses „Unverschämt von den Machern“ bla bla ungerechtfertigt und lächerlich und man sollte eine gewisse Preispolitik nachvollziehen können und es anderen, die beim Angebot zugeschlagen habe, gönnen!

  • Michael Haensch

    Geladen und nach Aufforderung zur Registrierung per Facebook oder Emailadresse vor der eigentlichen Benutzung der App sofort wieder gelöscht, da sie ohne entsprechende Registrierung den Betrieb verweigert. Dann eben nicht. Nur schade, dass sich die Entwickler meinen Download im Appstore als Erfolg auf die Fahnen schreiben dürfen. Da ich vermute, dass durchaus auch einige andere so denken wie ich, wäre ich für eine redaktionelle Berücksichtigung, mindestens in Form einer regelmässigen Erwähnung, dankbar.

    • Du brauchst ein Konto bei Tadaa (für die normale Version), dann wirst Du hier nach garnix gefragt. Aber Friedmann hat es weiter oben geschrieben, es geht um einen Upload da noch nicht lokal gespeichert werden kann. Warte einfach bis zum Update auf die 1.3.

      Und für solche Fälle habe ich einen extra Account bei Gmail (Register@gmail.com) eingerichtet, den ich für Spammail und Zwangsmail benutze.

      Aber ich gebe Dir recht, alle Apps, die nur per Fratzenbuch oder diesem dubiosen Twitter funktionieren, werden von mir auch immer ungenutzt gelöscht.

  • @Kokolores
    So sehe ich das auch.

    Zumal was kostet eine Werbekampagne die ähnlich viele Leser erreichen würde? ^^
    Die 4€ für die App, die ich vielleicht am Ende 5 Minuten nutze hätte ich nie ausgegeben.
    Da ich keinen Hinzugewinn an irgend etwas hätte, Tolle Spielerei, aber eben mehr auch nicht.

    Ich gebe für eine App Geld aus, die mir nach Fakten einen Nutzen bringt und nicht aus irgend einer Emotionalen Handlung heraus. Da mag es andere Sachen geben die man aus einer Bauch gesteuerten Handlung heraus kauft, aber eben „unnötig“ Geld ausgeben ist auch nicht notwendig. Egal ob das Hard- oder Software ist, weshalb etwas kaufen, was ich nachher nicht benutze? :)
    Die Entwickler hier haben sicher gute Arbeit geleistet und die mag es auch Wert sein bezahlt zu werden. Aber wenn man danach seine Kaufentscheidungen ausrichtet, müsste man ja alles kaufen, da hinter allem Arbeit steckt.

    Keine Ahnung ob das zu realisieren ist, ich halte das Modell mit In-App Käufen für gut. Auch wenn das dem Autor hier vielleicht nicht gefällt.
    Ich kann die App ohne sie erst bezahlen zu müssen antesten und sollte ich sie eben dann wirklich länger nutzen wollen, hätte ich doch noch die Möglichkeit dafür etwas auszugeben.
    Man könnte dies mit zusätzlichen Features koppeln, die zur Benutzung der App nicht notwendig sind, aber eben irgend etwas erleichtern etc.

  • Der Markt ist kaputt. Selber Schuld. Eine Trialversion würde helfen.
    Daher setzten immer mehr auf in-App. Wiederholungskäufer sind gefragt.

  • Viel nützlicher wäre es, wenn man grundsätzlich alle Apps in einem gewissen Zeitraum zurückgeben könnte bei gleichzeitiger Erstattung des Kaufpreises. Die Gratis-Versionen wären damit mehr oder weniger auch überflüssig.

  • Klasse Artikel, und danke für den Hinweis auf die Gratis-App.
    Ich habe sie mir gleich geladen, obwohl ich bei der letzten Vorstellung noch meinte, ich bräuchte diese App nicht.
    Sollte ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben? Schließlich passe ich genau in das von euch gezeichnete Klischee.

  • Da ist man den Käufern der ersten Stunde aber mächtig in den Rücken gefallen…das war wirklich kein feiner Zug (allerdings beschränkt sich das natürlich nicht nur auf den jetzigen Fall von tadaa 3D! Das kommt ja leider mit absoluter Regelmäßigkeit vor…).

    Eigentlich müsste Apple hier einschreiten und die „Regeln“ für Neuveröffentlichungen ändern.

    Ich fände es gut, wenn der Preis, der beim Release angesetzt wird, ein Quartal lang nicht geändert werden könnte. Das würde die Entwickler dazu zwingen, sich wirklich Gedanken über die Einführungsstrategie zu machen. Und es würde den Käufern der ersten Stunde gleichzeitig ein Gefühl der Sicherheit geben, dass sie für ihre Investition etwas „exklusives“ erstanden haben, was für die nächsten 3 Monate nur gegen Bares zu haben ist.

  • für fast jede aap gibt es einen „bruder“ der im besten fall weniger kostet und mit glück mehr kann. (wie auch bei dieser) und wenn diese auch noch vorher da war, habe ich sie im besten fall schon. einfach mal mit paar minuten zeit nehmen, die suchmaschine anwerfen und freuen ;)

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