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Kontrollmeldungen in Echtzeit

FreiFahren: Berliner App warnt vor Ticketkontrollen

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22 Kommentare 22

Die Berliner Initiative FreiFahren bietet eine App an, die Fahrgäste vor gemeldeten Ticketkontrollen im öffentlichen Nahverkehr warnt. Nutzer tragen Kontrollen mit Station, Linie und Fahrtrichtung ein. Die Angaben erscheinen anschließend auf einer Karte und werden alle paar Sekunden aktualisiert. Standardmäßig zeigt die Anwendung Meldungen der vergangenen Stunde.

Freifahren App

FreiFahren funktioniert derzeit für U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn in Berlin. Busse sind nicht berücksichtigt. Neben den direkten App-Meldungen fließen Angaben aus einer Telegram-Gruppe ein, deren Nachrichten automatisiert ausgewertet werden. Nach Angaben des Vereins kamen innerhalb von sieben Tagen zuletzt 3.518 Kontrollmeldungen zusammen. Die U6 führte die Statistik mit 272 Hinweisen an.

Meldungen ohne Benutzerkonto

Für die Nutzung ist keine Registrierung erforderlich. Standortdaten sollen auf dem Gerät verbleiben und lediglich dazu dienen, nahe gelegene Stationen anzuzeigen und Meldungen auf Plausibilität zu prüfen. Eine Kontrolle kann nur gemeldet werden, wenn sich das Gerät höchstens rund 1,5 Kilometer von der ausgewählten Station entfernt befindet. An den Server übermittelt die App nach Vereinsangaben Station, Linie, Richtung und Zeitstempel.

Gegen Missbrauch setzt FreiFahren unter anderem auf Mindestabstände zwischen eigenen Meldungen, Spamfilter und weitere interne Prüfungen. Vollständig ausschließen lassen sich Falschmeldungen damit ausdrücklich nicht. Die Anwendung ist kostenlos und wird über freiwillige Spenden finanziert. Neben der iPhone-App steht eine Web-App bereit.

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Dass digitale Fahrscheine und Kontrollen immer wieder für Reibung sorgen, ist in Berlin nicht neu. Bereits 2017 führte die damals geltende Zwei-Minuten-Regel für Handytickets zu Diskussionen. Später ersetzten BVG, VBB und Deutsche Bahn den Countdown durch einen 60-sekündigen Blackout frisch gekaufter Tickets.

BVG beobachtet Entwicklung aufmerksam

FreiFahren versteht sich selbst nicht nur als technische Plattform, sondern als Initiative gegen Ersatzfreiheitsstrafen wegen Fahrens ohne Fahrschein. Der Verein verweist auf Menschen, die Geldstrafen nicht bezahlen können und deshalb im Gefängnis landen. Gleichzeitig positioniert sich die App damit zwangsläufig gegen die Interessen der Verkehrsbetriebe.

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Die BVG kritisiert das Angebot entsprechend deutlich. Gegenüber dem Rundfunk Berlin Brandenburg bezeichnet sie die App als Unterstützung unsolidarischen Verhaltens zulasten zahlender Fahrgäste. Das Unternehmen beobachte die Entwicklung und prüfe fortlaufend, ob rechtliche Schritte infrage kommen. Nach Angaben der BVG entgehen ihr durch Fahrten ohne gültigen Fahrschein jährlich Einnahmen von rund 20 bis 25 Millionen Euro.

Unklar ist zudem, wie lange die iPhone-App im App Store verfügbar bleibt. Aktuell weist FreiFahren seine Nutzer bereits auf eine mögliche Entfernung hin und empfiehlt vorsorglich die Web-App.

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Freifahren
Freifahren
Entwickler: Moritz Amando Clerc
Preis: Kostenlos
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17. Aug. 2026 um 14:24 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Wie wäre es mit Rampen, wie in England. Dann müsste jeder einen Ticket kaufen und die Preise müssten auch nicht zu hoch sein. Es gibt keine Schwarzfahrer mehr.

  • Schwarzfahren endgültig abschaffen!!!

  • Schwarzfahren jetzt Endkriminalisieren!!
    Tolle Initiative, bitte auch für München, oder besser ganz Deutschland.

  • Das Leute ins Gefängnis sollen die nicht bezahlen können finde ich auch nicht i O,
    da gibt es sicherlich andere Möglichkeiten.
    Aber für eine Dienstleistung nicht bezahlen zu wollen es auch nicht o.k.

  • Geht’s noch…?!?

    Was kommt als Nächstes? Eine App die dir Ladendetektive und Standort der Kameras im Supermarkt anzeigt… für unbeschwertes Klauen!
    Halt! Noch besser: Polizeistreifen und deren Auslastung in Echtzeit. Dann muss sich der geneigte Intensivtäter beim Überfall keine Sorgen mehr machen.

    Warum geht hier keiner dagegen vor? Aber wehe man Verunglimpft auf nem Plakat einen Spitzenpolitiker… da steht die Spezialeinheit im Garten

  • Klar ist schwarzfahren kein Kavaliersdelikt, aber ich persönlich finde, die Tatsache der Androhung auf Gefängnis, bei nichtbezahltem Bußgeld, völlig absurd. Die Gesetzesreglung stammt noch aus der nationalsozialistischen Vergangenheit und gehört abgeschafft.

  • Ohne Worte.

    Apple sollte die App sofort löschen.

  • Ist mir unsympathisch, wenn eine App Ordnungswidrigkeiten ermöglichen soll. Wer sich für Gratisfahrten im ÖPNV einsetzt, sollte sich politisch dafür engagieren aber nicht das Bescheißen fördern.

  • Weiss nicht so recht was ich davon halten soll. Hier wird eindeutig darauf abgezielt die Gemeinschaft zu schädigen. Vielleicht sollte man einmal darüber nachdenken wie in vielen Städten an den Eingängen Zugang sperren zu installieren. Es ist glaube ich auch schwer vergleichbar mit den Blitzer apps.

  • Wie deppert ist das denn ? Unglaublich…

  • Mag sein, dass ich zu den liberalen Menschen gehöre und mich womöglich hier dem Spot und Hohn aussetze.
    Dennoch… ich find’s zwar wirklich provokativ, aber letztlich eine gute Aktion und zwar aus dem alleinigen Grund, dass das Verhältnis unangemessen ist. Strafe=ja, aber doch kein Knast!!
    Und wenn Institutionen anders nicht zur Einsicht kommen, dann, ja dann muss es eben wieder einmal mehr vom Volk ausgehen bzw. in diesem Fall von Entwickler und Community ;-)
    Natürlich kann darüber unendlich diskutiert werden, aber wie gesagt, die Verhältnismäßigkeit macht’s!!

  • Ich hoffe das hier schnell ein Riegel vorgeschoben wird.

  • Demnächst auch als Politessen-Edition

  • Rechtlich ist das Beihilfe zum Erschleichen von Leistungen, was die App eigentlich illegal und die Betreiber und Melder zu Mittätern macht …

  • Ich glaube nicht, dass man sich wirklich auf die angezeigten Infos verlassen kann (die Kontrollen sind ja nicht stationär), denke aber dass man andere Möglichkeiten finden sollte die soziale Teilhabe auch am ÖPNV zu ermöglichen und Schwarzfahren effektiv mit entsprechenden Maßnahmen zu verhindern. Bei der BVG arbeiten doch sicher ein paar schlaue Köpfe die auch notfalls mal bei anderen Städten schauen können wie es funktioniert. Warum macht man nichts? Kein Geld? Solche Apps entstehen nicht ohne Grund.

  • Ich würde jedem raten, sich gut zu überlegen, ob er das nutzt… Abgesehen davon, dass es der Gesellschaft gegenüber asozial ist.

    § 27 StGB Beihilfe

    (1) Als Gehilfe wird bestraft, wer vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat Hilfe geleistet hat.

    (2) 1Die Strafe für den Gehilfen richtet sich nach der Strafdrohung für den Täter. 2Sie ist nach § 49 Abs. 1 zu mildern.

  • Wie kommen die auf einen Verlust von 20 bis 25 Millionen? Sind es nicht eher 100 Mill. oder eine Milliarde?

  • Da kann ich nur schmunzeln. Die BVG hat mich oft genug abgezogen bzw. deren Kontrollschergen. Zb lauert man an Endstationen und kontrolliert Leute die rennend gerade noch so die Bahn erreicht haben. Pech? Vielleicht. Fair? Nein

  • Das 9 Euro Ticket war keine schlechte Idee.

  • Wundert mich etwas, dass „Freifahren e.V.“ nicht auch noch ein gemeinnütziger Verein ist, der aus Steuergeldern finanziert wird.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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