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Smart Glass ohne Kamera und Lautsprecher

Even Reality G2 ausprobiert: iPhone-Erweiterung für die Nase

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Apple arbeitet angeblich selbst an einer smarten Alltagsbrille. Bis es so weit ist, zeigen Anbieter wie Even Realities, wie eine solche Geräteklasse heute schon aussehen kann. Die Even Reality G2 setzt nicht auf Kameras, Lautsprecher oder ein großes Mixed-Reality-Erlebnis, sondern auf ein dezentes Display direkt im Glas.

Even Realities G2

Das Display ist aus verschiedenen Winkeln gut erkennbar.

Damit passt die Brille genau in die Lücke zwischen Apple Watch und Vision Pro. Sie will keine eigene Computerwelt öffnen, sondern kurze Informationen einblenden: Termine, Nachrichten, Navigationshinweise, Übersetzungen oder kleine Stichpunkte für Gespräche und Präsentationen. Gesteuert wird die Brille über die iPhone-App, Touchflächen am Bügel oder optional über den Even R1 Ring.

Sieht fast wie eine normale Brille aus

Brille und Ring werden nicht gemeinsam geliefert. Das liegt vor allem daran, dass der Ring in unterschiedlichen Größen angeboten wird und vor dem Kauf passend bestimmt werden sollte. Die G2 selbst wirkt nach dem Auspacken weitgehend wie eine normale Brille. Nur bei genauerem Hinsehen fallen die beiden kleinen Displays in den Gläsern auf.

Even Realities G2 2

Das Etui wirkt edel und dient gleichzeitig als Ladegerät für die Even Realities G2.

Das mitgelieferte Etui macht einen hochwertigen Eindruck, fällt aber etwas größer aus als ein klassisches Brillenetui. Das hat einen guten Grund: Im Inneren sitzt ein Akku, der die Brille unterwegs zuverlässig nachlädt. Für Reisen oder längere Tage ist das praktisch, weil man nicht sofort an die nächste Steckdose denken muss. Außerdem verlängert sich dadurch die Laufzeit auf bis zu zwei Tage.

Im Alltag bleibt die Brille erfreulich unauffällig. Das schlanke Design profitiert davon, dass Even Realities auf Lautsprecher und Kameras verzichtet. Akkus und Bedienelemente sitzen stattdessen am hinteren Ende der Bügel. Auch die mattgraue Oberfläche trägt nicht zu dick auf. Fingerabdrücke sind auf dem Gehäuse kaum zu sehen, lediglich die Gläser wollen natürlich wie bei jeder anderen Brille regelmäßig geputzt werden.

Sehr gut gefällt der Sitz auf der Nase. Die G2 nutzt ein klassisches Brillendesign mit verstellbaren Nasenpads und sitzt dadurch stabil, ohne schnell zu verrutschen. Das macht sie im Alltag deutlich angenehmer als manche Gadget-Brille, die zwar technisch spannend ist, aber schon nach kurzer Zeit nervt. Zudem lässt sich die smarte Brille mit Sehstärken von -12 bis +12 Dioptrien bestellen. Brillenträger müssen also nicht zwangsläufig auf Kontaktlinsen oder eine zusätzliche Lösung ausweichen.

Even Realities G2 4

Die Nasenpads sorgen für mehr Halt im Alltag.

Display statt Kamera

Die Even Reality G2 geht bewusst einen anderen Weg als viele andere Smart Glasses. Sie besitzt keine Kamera und keine Lautsprecher, sondern zeigt Informationen über ein grünes Head-up-Display im Sichtfeld an. Das ist weniger spektakulär als Fotos und Videos direkt aus der Brille, wirkt im Alltag aber deutlich unauffälliger und datenschutzfreundlicher.

Das Display ist grün. Der Grund dafür ist einfach: Das menschliche Auge kann diese Farbe besonders gut wahrnehmen und die Brille kann so mit weniger Energie ein helles, gut lesbares Bild erzeugen lassen. Per App kann man die Höhe der Anzeige sowie die Entfernung anpassen.

Im Alltag macht sich das stark bemerkbar. Egal, ob Innenraum, draußen bei extremem Sonnenschein oder direkt vorm Mac – überall ist das Display sehr gut erkennbar. Die Schärfe ist hingegen schwer zu beurteilen, da Even auf einen Pixel-Look für die Textanzeige setzt. Bilder oder Ähnliches können ohnehin nicht angezeigt werden. Auch die Navigation ist in dem einfachen Look gehalten, der aber keineswegs störend ist.

Even Realities G2 3

Die G2 bestechen durch ein schlankes und sehr unauffälliges Design, das sich auch sehr angenehm trägt.

Das Display ist nicht permanent eingeschaltet. Man kann aktivieren, dass es sich bei Benachrichtigungen einschaltet. Alternativ kann man es mit dem Ring oder einem Doppeltipp auf den hinteren Bügelteil aktivieren. Außerdem steht ein Neigungssensor bereit, der das Display einschaltet, wenn man den Kopf über einen bestimmten Winkel hebt.

Die iPhone-App ist die Schaltzentrale

Die Einrichtung läuft über die Even-Realities-App auf dem iPhone. Dort werden Brille und Ring gekoppelt, Funktionen eingerichtet und Benachrichtigungen festgelegt. Standardmäßig verfügt die G2 über folgende Funktionen: Conversate, Teleprompter, Übersetzen, Navigation, Dashboard, Benachrichtigungen, QuickList sowie Even AI.

Allerdings lassen sich über das integrierte Even Hub viele weitere Anwendungen installieren, sodass man auch Spiele und unzählige Produktiv-Apps nutzen kann. Even hat hier ein kleines Ökosystem geschaffen, das sich deutlich von der Konkurrenz abhebt. Gleichzeitig reichen für die meisten Nutzer aber auch schon die vorinstallierten Anwendungen aus.

Even Realities G2 App1

Im Dashboard sieht man auch, was aktuell auf dem Brillendisplay angezeigt wird.

Im Alltag haben wir besonders drei Funktionen als sehr praktisch empfunden: Übersetzen, Navigation, Even AI. Gerade im Urlaub oder im Austausch auf Messen waren die Übersetzungen super nützlich. Dein Gegenüber kann in der Muttersprache sprechen und du verstehst, was er sagt, ohne aufs Smartphone schauen zu müssen. Dabei gab es immer wieder den Wow-Effekt, wenn ich erzählt habe, dass ich alles verstanden habe. Perfekt ist die Übersetzung nicht, aber im Großen und Ganzen kann man damit Gesprächen gut folgen.

Even Realities G2 App2

Für den R1 steht ein eigenes Tab bereit, während man im Even Hub neue Anwendungen installieren kann.

Die Navigation funktioniert nicht beim Autofahren, aber auf kurzen Strecken zu Fuß. Dabei werden Routen, Karten, Straßennamen und Entfernungen eingeblendet. Ein Blick aufs iPhone oder die Smartwatch wird überflüssig.

Gerade unterwegs kommt auch die Even AI gerne zum Einsatz, wenn man schnell etwas wissen möchte. Von einfachen Fragen nach dem Wetter bis hin zu Kochrezepten oder Erklärungen hilft die Brille nebenbei – typische Features, die man bereits von einem KI-Assistenten kennt, aber nun direkt auf der Nase sitzen.

R1 Ring: Praktisch oder Pflichtzubehör?

Der Even R1 Ring dient als Fernbedienung für die Brille und macht die Steuerung deutlich unauffälliger. Statt am Bügel zu tippen oder das iPhone aus der Tasche zu holen, lassen sich Menüs, Einblendungen und einzelne Funktionen direkt am Finger bedienen. Zusätzlich bringt der Ring einfache Gesundheitsfunktionen mit.

Wichtig ist dabei: Der R1 gehört an den Zeigefinger. Nur dort lässt er sich mit dem Daumen schnell und fast unbemerkt bedienen. Der Ring erkennt Wischgesten, mit denen man durch die Menüs navigiert, und reagiert auch auf Fingertipps. Das funktioniert im Alltag meist zuverlässig. Beim Wischen ist allerdings immer wieder ein kleiner Versatz zwischen Eingabe und Reaktion zu spüren. Störend ist das nicht dauerhaft, ganz so direkt wie ein Touchscreen fühlt es sich aber nicht an.

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Der smarte R1 ist Fitness-Tracker und gleichzeitig die Fernsteuerung für die G2.

Die Gesundheitsfunktionen runden das Gesamtpaket ab. Der R1 kann Schlaf, Schritte, Körpertemperatur, Blutsauerstoffgehalt, Puls und Kalorien erfassen. Damit ersetzt er keinen vollwertigen Fitnesstracker, bietet aber mehr als nur eine reine Fernbedienung. Wer ohnehin mit einem Smart Ring liebäugelt, bekommt mit dem R1 in Kombination mit der G2 eine sehr naheliegende Ergänzung.

Fazit: Smarte Brille ohne große Show

Die Even Reality G2 zeigt, wie eine smarte Alltagsbrille funktionieren kann, ohne gleich eine Vision Pro ersetzen zu wollen. Sie verzichtet auf Kamera, Lautsprecher und große Effekte, liefert dafür aber kurze Hinweise direkt ins Sichtfeld. Das ist im Alltag erstaunlich praktisch.

Besonders stark sind das unauffällige Design, der gute Sitz und das sehr gut lesbare Display. Übersetzungen, Fußgänger-Navigation und schnelle KI-Abfragen haben sich unterwegs als echte Hilfe erwiesen. Ganz perfekt ist die G2 noch nicht: Die Übersetzung macht Fehler, die Bedienung reagiert nicht immer sofort und einige Funktionen wirken noch unausgereift, aber werden ständig verbessert.

Trotzdem ist die G2 eine der spannendsten Smart Glasses, die wir bislang ausprobiert haben. Sie ersetzt das iPhone nicht, sorgt aber dafür, dass man es seltener aus der Tasche holen muss. Genau in diese Richtung könnte auch Apples mögliche Alltagsbrille gehen.

Günstig ist der Einstieg allerdings nicht. Die Even Reality G2 startet in Deutschland bei 699 Euro, Gläser mit Sehstärke kosten ab 169 Euro zusätzlich; der R1 Ring wird separat für 269 Euro angeboten.

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Even Realities
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Entwickler: Even Realities Ltd.
Preis: Kostenlos
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04. Juli 2026 um 12:03 Uhr von Ben Fehler gefunden?


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  • Bin auch begeisterter Nutzer und sehe hier am meisten Potenzial, wie es eine gute und sinnvolle Erweiterung im digitalen Alltag gibt. G1 war schon gut, aber die G2 mit Ring ist wirklich spitze. Bin noch gespannt was Entwickler sich noch einfallen lassen um per Software den Hub zu erweitern.

  • Kann die mal jemand aufsetzen damit man sieht wie sie optisch wirkt?

  • Ich könnte mir vorstellen dass sie garnicht mal so gut aussieht.

  • So kann ich mir eine smarte Brille echt gut vorstellen. Eine mit Kamera kann man eigentlich wegen dem Datenschutz zumindest im arbeits-büroalltag knicken. Aber so gehts gerne.

  • Danke für den spannenden Bericht! Hört sich echt interessant an und imho ist der Preis für einen techaffinen Early Adoptor im Rahmen. Echt toll, was Ihr hier auf ifun immer so publiziert. Dankeschön.

  • Hm Kamera könnte ich mit leben, aber fehlende Lautsprecher sind ein KO Kriterium.
    Der „Technik- „Gnubbel“ hinter dem Ohr ist auch sehr störend. Zusätzlich schneiden die dünnen Bügel ins Ohr.

  • Habe die G1 und kann das Produkt nur mäßig weiterempfehlen. Sicherlich ein cooles Gimmik, dennoch fehlt mit persönlich sehr ein Lautsprecher. Auch ist das Anzeigefeld im Glas auch im ausgeschalteten Zustand deutlich sichtbar (leichte Verzerrung im Übergang zum Fensterglas). Ich würde mir eine solche Brille eher nicht nochmal kaufen.

  • Die Richtung gefällt mir schon mal. Nicht so ein klobiges Ding. Jetzt noch mit Gleitsicht und doch mit Lautsprechern, gerne auch als Knochenschall. Aber vermutlich wird’s dann wieder klobig hinterm Ohr.

  • Wie ist das für Brillenträger? Gibts die Gläser auch mit Stärke?

    • Damit sprichst du genau das Problem an. Wer auf Sehstärke angewiesen ist, womöglich noch mit Gleitsicht, der dürfte sich für solche Teile dumm und dusselig zahlen. Zumal die Sehstärke ja dann wenigstens alle zwei Jahre anzupassen ist…

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