EUDI-Wallet geht in die Praxis
d-you: Diese Partner bereiten sich auf den Start im Januar vor
Vier Monate vor dem Start der deutschen EUDI-Wallet laufen die Vorbereitungen bei Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen auf Hochtouren. Rund 80 Partner des sogenannten Memorandum of Understanding, kurz MoU (PDF-Download), kamen in der vergangenen Woche zusammen, um offene Aufgaben zu sortieren und die nächsten Schritte bis zum Start abzustimmen.
Dr. Karsten Wildberger Bundesdigitalminister | Bilder: BMDS
Die deutsche Wallet soll unter dem Namen d-you am 2. Januar 2027 starten. Nutzer sollen sich damit digital ausweisen und Nachweise auf dem Smartphone verwalten können. Zum geplanten Funktionsumfang gehören unter anderem Identitätsprüfungen und Altersnachweise. Weitere Dokumente sollen später folgen.
Unternehmen sollen „Wallet ready“ werden
Bei dem Treffen ging es weniger um neue Funktionen als um die praktische Vorbereitung. Auf der Agenda standen technische Spezifikationen, die Sandbox für Tests, die Rolle der Launch-Partner sowie Kommunikationsstrategie und Gestaltung von d-you. Zudem sollen Abhängigkeiten und Zeitpläne geklärt und verbleibende Arbeiten priorisiert werden.
Das zugrunde liegende MoU ist eine Absichtserklärung zwischen dem Bundesdigitalministerium, Bitkom und beteiligten Organisationen. Die Unternehmen verpflichten sich darin nicht zu bestimmten Produkten, sollen ihre Prozesse aber auf die Wallet vorbereiten, Rückmeldungen zu den technischen Vorgaben geben und angepasste Funktionen möglichst schon zum Start bereitstellen.
Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts bringen inzwischen mehr als 120 Unternehmen Praxisfeedback ein. Bitkom und das Bundesministerium wollen den Kreis der Beteiligten weiter vergrößern. Entscheidend ist aus ihrer Sicht, dass zum Start nicht nur die App verfügbar ist, sondern auch genügend Dienste damit tatsächlich etwas anfangen können.
Altersnachweis und digitale Dokumente
Das zeigt zugleich, wie stark der Erfolg von d-you von der Gegenseite abhängt. Eine digitale Identität hilft wenig, wenn Händler, Behörden und Dienstleister die entsprechenden Nachweise noch nicht verarbeiten können. Bereits im Sommer hatte sich abgezeichnet, dass Deutschland auch den digitalen Altersnachweis direkt über die EUDI-Wallet abwickeln will.
Die Partner sollen deshalb noch vor dem Start prüfen, wie weit Identifikation, Altersverifikation sowie Ausstellung und Vorlage digitaler Nachweise praktisch vorbereitet sind. Bitkom beschreibt diese Bestandsaufnahme als Grundlage für die weitere Einführung und Kommunikation. Parallel wächst der geplante Einsatzbereich weiter. So sollen künftig auch europäische Sozialversicherungsnachweise in die EUDI-Wallet einziehen.



Der Name wirkt so unseriös.
Ich frage mich immer: Warum beleuchtet Ihr Euren Text nicht auch mal von der anderen Seite der Medaille?
Gibt wohl noch zu wenig Datenklau, siehe Berlin!
Bitte hier entlang: https://www.iphone-ticker.de/noch-vor-dem-start-kritik-am-datenschutz-von-d-you-286849/
Big Brother is watching you
„Gääähn“
Die digitale Kontrolle. Rette sich wer kann.
Damals beim Start des nPA mit der Ausweisapp sah das richtig nüchtern aus.
Na ja ich habe ja schon 2 Firmen die mich direkt betreffen. Ist wenigsten 200% mehr als beim nPa.
Sieht jemand die Deutsche Rentenversicherung?
Ja guck dir das Foto mal genau an
Boah, dieser Name für eine deutsche Behörden-App ist echt eine Katastrophe. Da entwickelt man die digitale Brieftasche für den hiesigen Markt, und am Ende klingt es nach einem windigen Start-up aus dem Silicon Valley. Hätte mit ‚D-Pass‘ oder etwas ähnlich Prägnantem nicht auch ein bisschen digitaler Heimatbezug drin sein können? Warum muss hier eigentlich immer alles krampfhaft auf Englisch sein?
Weil sich Sprache wandelt und „you“ inzwischen ganz normal im
deutschen Sprachgebrauch ist. Dazu gibt es bereits den Begriff „D-Pass“ für etwas anderes.
Klingt für mich aber eher türkisch oder so. :D
Multipass ;-)
Top!
Leeloominaï Lekatariba Laminaï Tchaï Ekbat De Sebat ;-)
Nee… das kann ja auch keiner aussprechen und es ist zu lang…
Ich hoffe ja noch, dass bald auch Drittanbieter-Wallets kommen dürfen.
Dann könnte Apple das in sein Wallet integrieren und ich bräuchte nicht noch eine Extra-App vom Bund.
Indirekt werden es deutlich mehr Partner sein, über den Umweg der Legitimations-Anbieter wie WebID, IDnow etc, die ja dabei sind.
Ist man jetzt irgendwann mal darüber hinweg, sich über irgendwelche Namen aufzuregen?
Es ist doch absolut nebensächlich, wie das heißt.
Hauptsache, es funktioniert und bringt spürbare Moderne in den Alltag der Menschen.
Aber du glaubst doch nicht ernsthaft, dass es funktioniert und „spürbare Moderne“ bringt, oder? Wir leben in Deutschland.
Es hat nen bescheuertem Namen, kostet ne Menge Geld und ist datenschutztechnisch mindestens fragwürdig, mehr können wir nicht erwarten.
Nein ist es nicht. Eine Behörde muss seriös sein.
Guter Kommentar, sehe ich genau so.
Ich finde sowohl die Idee der App gut, als auch den Namen dazu. Ist halt auf jung und modern ausgelegt, für die, die dann wirklich mal Digitalisierung haben werden.
+1
Deutschland klingt Lichtjahre in Sachen Digitalisierung hinterher und ich hier nur Gejammere und Rumgeheule … Unangenehm.
Warum die Swisscom?
Wie wäre es denn mit „GERDI“ – German Digital Identity? :D
Wieso muss es eigentlich eine neue App sein anstatt Perso und Führerschein ins Apple Wallet oder das Android-Pendant zu legen, wie es Bundesstaaten in den USA bspw. machen? Ich verstehe, dass man sich nicht von Wirtschaftsunternehmen abhängig machen will und bei Kreditkarten verdient bspw. Apple ja auch kräftig mit, aber die Hard- und Software kommt ja schließlich von Apple, bei Android von Google bzw. mit Anpassungen an die Hardware dann angepasstes Android für Samsung, HTC, etc. Beim Ablegen von Führerschein und Personalausweis verdient Apple ja nicht mit. Und den Zugriff auf NFC lassen sie sich ja nicht bezahlen. Da muss man sich nur an die Standards bei der Entwicklung halten.
Zu innovativ.