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EUDI-Wallet soll Anfang 2027 erscheinen

Deutschland verzichtet auf EU-Alters-App und setzt auf EUDI-Wallet

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28 Kommentare 28

Deutschland will die von der EU entwickelte Altersverifikations-App offenbar nicht als eigenständige Anwendung einsetzen. Stattdessen soll die geplante EUDI-Wallet künftig auch für den Altersnachweis genutzt werden. Dies erklärte Kristina Yasuda, Identity Systems Architect beim nationalen EUDI-Wallet-Projekt, während einer aktuellen Präsentation der staatlichen Digital-Wallet.

Digitaler Wausweis Eudi Wallet

Damit zeichnet sich erstmals ab, welchen Weg Deutschland bei der Umsetzung der neuen europäischen Vorgaben einschlagen könnte. Die EU-Kommission hatte erst im Frühjahr eine technische Lösung für digitale Altersnachweise vorgestellt. Mitgliedstaaten können dabei entweder eine eigenständige Anwendung bereitstellen oder die Funktion in bestehende Systeme integrieren. Zuletzt hatte die Kommission die Staaten sogar aufgefordert, entsprechende Lösungen noch vor Ende 2026 bereitzustellen.

Altersnachweis ohne Offenlegung persönlicher Daten

Altersnachweis Eudiwallet
Technisch soll die Altersverifikation nach dem gleichen Prinzip funktionieren wie andere Nachweise innerhalb der Wallet. Dienste erhalten lediglich die Information, dass eine Altersgrenze erfüllt wird. Weitere personenbezogene Daten müssen dabei nicht übermittelt werden.

Genau dieser Ansatz gehört zu den Grundprinzipien der EUDI-Wallet. Bereits auf der offiziellen Projektseite wird als Beispiel genannt, dass sich die Volljährigkeit bestätigen lassen soll, ohne zusätzliche Angaben zur Identität preiszugeben.

Die Altersprüfung wäre damit kein eigenständiger Vorgang mehr, sondern ein weiterer Nachweis innerhalb der digitalen Identität. Nutzer würden dieselbe Infrastruktur verwenden, die künftig auch digitale Ausweise, Führerscheine oder andere Berechtigungen verwalten soll.

Mehr als 175 Anwendungsfälle

Die Vorbereitungen für den Start der EUDI-Wallet laufen unterdessen weiter. Nach Angaben des Projektteams wurden bislang mehr als 330 Anwendungsfälle eingereicht. Über 175 davon befinden sich bereits in der sogenannten Sandbox. In dieser Testumgebung erproben Behörden, Unternehmen und Entwickler konkrete Einsatzszenarien der digitalen Identität.

Sandbox Eudi Wallet

Dort werden derzeit unterschiedliche Identifizierungsprozesse erprobt. Genannt werden unter anderem Banken, Bildungseinrichtungen und Logistikunternehmen. Als Beispiel führt das Projekt die Abholung von Paketen an. Künftig sollen Nutzer einzelne Nachweise direkt aus der Wallet freigeben können, ohne ihren vollständigen Personalausweis vorzeigen zu müssen.

Parallel bereitet das Projekt den Start eines Bug-Bounty-Programms vor. Externe Sicherheitsforscher sollen dabei helfen, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren.

Die erste öffentliche Version der deutschen EUDI-Wallet soll Anfang 2027 erscheinen.

17. Juni 2026 um 12:54 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Alice O'Melleth

    Bravo, eine nationalistische Insellösung weniger, für welche Steuergelder verschwendet wird.

    Europäisch gedacht, das lob ich mir.

    • Rate mal wofür das EU in EUDI steht.
      Das ist zwar eine „deutsche App“ aber basierend auf einem europäischen Standard. Es kommen also ggf. spezielle landesspezifische Use-Cases (und Sprachen) dazu, aber du kannst die deutsche Wallet auch nutzen um die in Frankreich auszuweisen.

  • Um direkt all zu voreilige Euphorie einzubremsen: Auch das EUDI Wallet ist zwar für die schnellere Identifizierung bei etwa der als Beispiel genannten Abholung von Paketen ganz praktisch. Auch sonst ist es on- wie offline zur Verifizierung ein keinesfalls schlechter Ansatz. Die Altersverifikation ist jedoch nicht geeignet um Kinder und Jugendliche von der Nutzung internationaler Onlineplattformen auszuschließen. Denn der komplette Prozess der Altersverifikation kann online kinderleicht umgangen werden.

    • Es wird immer Möglichkeiten geben, etwas zu umgehen.
      Und Webseiten und Dienste, denen ein Klick auf „bin schon alt genug“ ausreicht.

    • Wird es leichter zu umgehen sein als „Ja, ich bin 18 Jahre oder älter“ anzuklicken?

      • Es sind ein paar mehr Klicks, aber der Aufwand ist für die Kids – wie Australien zeigt – unerheblich.

    • Woher weißt du das so genau? Die App ist doch noch gar nicht fertig.

      • Das ist extrem trivial: Sobald man seinen Standort via Proxy auf ein Land verlegt, dass keine oder eine leichter zu überlistende Altersverifikation vorschreibt, und schon ist jedweder Altersverifikationsprozess für internationale Onlineangebote vollständig umgangen. Die entsprechenden Dienste sind den Kids bekannt, die Werbung dafür bekommen sie seit Jahren von ihren Lieblingsinfluencern reingespühlt.
        Und das ist nur die simpelst, da im Web quasi universal anwendbare, „Lösung“.

  • Albern und gehört von der EU verboten. Bzw. sollte es eine Verpflichtung der Nutzung der EU-Lösung geben. Nicht, wirklich rein gar nichts an IT-Lösungen würde ich mir jemals auf mein iPhone laden. Da habe ich NULL Vertrauen drin.

  • Nur eine App, anstatt mehrere das finde ich gut, hätte ich jetzt nicht gedacht, dass sie es so machen.

    • Das Problem wird sein, dass es noch Jahre dauern wird, bis s jedes Land seine eigene Lösung implementiert hat oder die Lösung eines anderen Landes übernimmt. Und dann muß in Brüssel auch noch darüber abgestimmt werden. Dazu braucht es sicher auch ein paar Jahre Vorbereitung.

      • Wieso? Es muss dieses Jahr verfügbar sein also für alle europäischen Länder gleich nix mit wird noch Jahre dauern.

      • Nein, Deutschland soll es zwar bis Ende 2026 von der EU aus umsetzen, schafft aber lediglich Januar 2017. (ist natürlich kein Weltuntergang, aber trotzdem etwas peinlich)

  • Wenn es, wie hier einige behaupten, sogar für Kinder/ Jugendliche ganz einfach ist, diese Lösung zu umgehen oder auszuhebeln, dann kann das doch keine offizielle Lösung sein.
    Denn digitale Profis sind doch sehr wahrscheinlich ähnlich versiert wie Kinder und Jugendliche.
    Oder was habe ich falsch verstanden?

    • Sagen wir es mal so Leute die solche Lösungen entwickeln haben meistens keine Kinder

    • Den Entwicklern dürfte vollkommen bewusst sein wie leicht Altersverifikationen umgangen werden können. Allerdings sind die Entwickler nicht die Entscheidungsträger. Die Entscheidungen werden von Laien getroffen und die Profis müssen dann schauen wie sie den Anforderungskatalog datenschutzkonform umgesetzt bekommen. Und wenn der Bauherr eine frei stehende Tür auf der grünen Wiese haben möchte, dann wird der Handwerker ihm halt eine hinstellen. Wer einen passenden Schlüssel dafür hat kann sie nutzen, der Rest geht halt drum herum.

      • Aber warum funktionieren dann andere Sicherheitsmechanismen?
        ZB bei Bankingapps.
        Oder auch bei kostenpflichtigen Zugängen zB Streamingportalen und – Apps.

      • Zuerst einmal weil beim Verstoß gegen das Geldwäschegesetz und Onlinebetrug beim Banking bis zu 10 Jahre Haft drohen. Weiterhin finden die Bankgeschäfte national statt. Es gibt keine deutsche Sparkasse auf den Kleinen Antillen, bei der du über eine virtuelle Standortänderung vorstellig werden könntest und welche die Möglichkeit bieten würde ohne Personendatenabgleich ein Girokonto bei der 8000 km entfernten Sparkasse Bielefeld zu eröffnen.
        Bei Streamingportalen etc. findet schlichtweg keinerlei veritable Altersverifikation statt.

      • Dann könnte man aber den Verantwortlichen der Sozialen Medien 10 Jahre Gefängnis anbieten, falls sie sich nicht an ein entsprechendes Jugendschutzgesetz halten und sich nicht irgendetwas einfallen lassen, um Minderjährigen den Zugang zu verwehren. Und Sanktionen für den Rest des Unternehmens im Wiederholungsfall. ZB Beschlagnahme und Einfrierung derer Vermögen.

      • Mit Verlaub, aber deine Forderung ist genau so kleingeistig wie eine Forderung man möge zukünftig den Bankdirektor verhaften und den Täter vollkommen schuldlos stellen, wenn jemand mit einem gestohlenem Ausweis und Credentials via eID online ein Girokonto eröffnet.
        Nochmal zum Mitschreiben für die ganz Langsamen: Im Internet sind bei global aufgestellten Diensten lokale Alterskontrollen weitesgehend nutzlos und global universale Lösungen schlichtweg unmöglich. (Nein, denk über Letzteres gar nicht erst nach. Sowas ist nur mit einer Weltherrschaft durch eine einzelne Nation/Staatenbund realisierbar, das ist keine Option.)
        Dabei ist es vollkommen egal wie oft und wie laut nach „funktionierenden Lösungen“ geschrien und mit Sanktionen gedroht wird. Du kannst auch täglich vom Balkon schreien, dass der Himmel die Farbe grün annehmen soll.

  • Solange die APP nur in eine Richtung Daten übermittelt – und das anonym – ist das wohl eine super Lösung, sofern es international anerkannt wird.
    Wenn aber staatliche Behörden (staatliche APP?!?) auch zugriff bekommen, wo ich mich überall identifiziere (ja ich trage gerne Aluhut), ist der illegale Weg vielleicht doch sicherer für die Privatsphäre.

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