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Werbung, In-App-Käufe, Tracking

Apples neue Entwickler-Richtlinien: Die 7 wichtigsten Änderungen

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Kurz vor dem Start von iOS 14 und macOS Big Sur hat Apple zumWochenende die massiv umstrittenen Review-Richtlinien überarbeitet und eine neue Fassung des für alle registrierten Entwickler verpflichtenden Regelwerkes veröffentlicht, das gleich in mehreren Bereichen mit geänderten Textpassagen, neuen Formulierungen und überarbeiteten Anforderungen auftritt.

Guidelines

Wir haben die sieben wichtigsten Ergänzungen Apples unten notiert und verweisen euch zudem auf diesen Direkt-Vergleich der aktuell gültigen und der vorherigen Fassung der sogenannten „App Store Review Guidelines“.

Punkt 2.3.1 – Entwickler müssen Änderungen melden

Um versteckte Änderungen in neu eingereichten App-Updates zukünftig auszuschließen, müssen Entwickler der App Store-Eingangskontrolle fortan alle Änderungen im Detail mitteilen. Apple scheint damit die Einführung versteckter Bezahlsysteme – wie im Fall Fortnite beobachtet – erschweren zu wollen.

Punkt 2.5.16 – App Clips müssen werbefrei sein

App Clips, die mit iOS 14 möglichen Mini-Apps, die sich nach dem Scannen eines QR-Codes ohne Installation ausführen lassen, müssen komplett werbefrei angeboten werden.

Punkt 3.1.2(a) & Punkt 4.9 ff. – Game-Streaming-Dienste sollen Apps anbieten

Apple bietet den bislang im App Store untersagten Game-Streaming-Diensten eine Möglichkeit an, iPhone und iPad zu erreichen. Diese müssen pro angebotenem Spiele eine spezifische App anbieten. Zwar darf eine Katalog-App dann auf die zahlreichen Einzel-Apps verlinken, diese müssen aber einzeln angeboten aktualisiert und verwaltet werden.

Punkt 3.1.3 ff. – In-App-Pflicht mit Ausnahmen

Einen großen Teil der überarbeiteten Richtlinien nehmen Apples neu formulierte Anforderungen an Entwickler ein, was die Implementierung der von Apple angebotenen In-App-Kauf-Mechanismen angeht.

So definiert Apple eine Handvoll Ausnahmen, in denen anderen Bezahlverfahren als Apples In-App-Kauf akzeptiert werden. Allerdings dürfen diese Apps ihre Nutzer nicht aktiv auf die alternativen Bezahlverfahren hinweisen.

Apples Sonderregelungen sind so umfangreiche, dass hier schon ganze Aufsätze zum Thema verfasst wurde, grob gibt Apple jedoch an, dass von der In-App-Kauf-Verpflichtung ausgenommen sind:

  • Unternehmens-Angebote, die Business- oder Bildungskunden offeriert werden. Die gleichen Angebote für Familien oder Einzelnutzer verpflichten jedoch weiterhin zum In-App-Kauf.
  • Person-to-Person Experiences, wie etwa Nachhilfe-Chats oder virtuelle Arztbesuche zwischen zwei Personen. Nehmen mehr Nutzer teil, gilt weiterhin die Verpflichtung zum In-App-Kauf.
  • Güter und Dienste die außerhalb des App Stores angeboten und konsumiert werden. Hier sind Entwickler sogar verpflichtet, diese Inhalte nicht über Apples In-App-Käufe abzurechnen.
  • Gratis-Apps, die kostenpflichtige Dienste flankieren. Etwa eine App zum Zugriff auf kostenpflichtigen Online-Speicher.

Punkt 3.1.7 – Werbung nur in der Haupt-App

Entwickler, die Werbung anzeigen, dürfen dies auch weiterhin. Allerdings nur in der Haupt-App. Banner in Erweiterungen, App Clips, Widgets, Benachrichtigungen, Tastaturen auf watchOS etc. sind untersagt.

Punkt 3.2.2 – Keine Funktionen gegen Tracking-Zusage

Entwickler dürfen den Nutzer nicht durch das Vorenthalten von Funktionen dazu bewegen, dem Tracking durch die App zuzustimmen.

Montag, 14. Sep 2020, 9:44 Uhr — Nicolas
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  • Für jedes Streaming Spiel eine eigene App? oO
    Das ist schon hart.

    • Sehe ich ich auch so. Es ist auch hart für den Nutzer das er sich dann 200 Apps installieren muss.
      Bei Streaming ist ja gerade das tolle das man eigentlich kaum was installieren muss!

      • Mal ehrlich, wen interessieren denn bitte 200 Spiele, die derjenige dann in einem Stream verfolgt?

      • @googman: Man verfolgt die Spiele nicht, man spielt sie. Das geniale am Cloudgaming ist ja gerade, dass man ein Spiel im Katalog einfach anklickt und ohne irgendwelche Installationen wenige Sekunden später bereits spielen kann. Dafür jedes Mal extra eine weitere App installieren zu müssen, welche im Endeffekt nur ein kleiner Mediaviewer mit angepassten Logo sein würde, ist dem Gedanken des Streamings völlig widersinnig – und verstößt im Grunde auch gegen die Review-Guidelines, da genau solche „thin clients“ für cloud-basierte Anwendungen eigentlich verboten sind (4.2.7 e).

        Vergleichbar wäre, wenn Netflix für jeden Film eine extra App anbieten müsste.

    • Ich glaube der Grund liegt hier einfach an der USK. Wenn es nur eine Katalog-App gibt, kann Apple dann nicht sehen/steuern ob die Altersbegrenzungen eingehalten werden. Bei Apps, wie Netflix greift nur die Freiwillige-SK, da ist es nicht so wild, aber bei Spielen?! Wenn dann ein 12 jähriger ein Spiel ab 18 streamt, kann man Apple verklagen. Davon abgesehen, wirkt es dann wie ein Apple-Arcade-Abo. Auch wenn es natürlich aufwendig für die Entwickler ist.

      • Einfachste Lösung: Streaming Apps dürfen nur mit der höchsten fsk Stufe angeboten werden.

      • Netflix hat einen Mechanismus eingebaut, der es ermöglicht bestimmten Zuschauern Filme ab einem bestimmten Alter vorzuenthalten.
        Gleiches ginge auch über eine App zum streamen von Spielen.
        Apple lässt sich einfach die Möglichkeit offen bestimmten Inhalten den Eintritt in den AppStore zu verweigern, ohne direkt den kompletten Dienst aussperren zu müssen (was wieder zu schlechter PR führen würde).

    • Wäre eigentlich kein Problem. Einfach alle spiele in einen Ordner verschieben und nur die Hauptapp nutzen.
      Man wird auch nicht alle spiele installieren müssen, sondern für jedes Spiel gibt es eine eigene App, die dann zum jeweiligen Stream verbindet. Man benötigt also keine 5TB Speicher für alle spiele.

      Also halb so schlimm.

    • So kann Apple eben nächstes Jahr einen Anstieg von xx% bei premium (spiel)Apps verkünden. :D

  • Punkt 3.1.2(a) & Punkt 4.9 ff. sind reine Schikane für den Nutzer. Damit Game-Streaming-Dienste möglichst keine Konkurrenz für Apple darstellen (obwohl wahrscheinlich völlig andere Spiele verglichen mit Apple Games), wird die Verwirklichung möglichst kompliziert und umständlich für den Endverbraucher erlaubt…

    • Für den Endverbraucher sehe ich da eher noch wenig Aufwand, weil der eine „Mutter-App“ haben könnte, welche einfach die „Kind-Apps“ antriggert bzw. auf den App-Store-Link verweist.
      Für die Entwickler sehe ich hier allerdings einen großen Aufwand bei der Pflege für jedes einzelne Spiel.

  • Dürfen auf alternative Bezahlmethoden nicht hinweisen? Bescheuert..

    • Nö, clever gelöst. So schließt man andere Bezahlmöglichkeiten nicht aus, hofft aber insgeheim, dass mehr Leute Apple nutzen, damit die auch noch ein Stück vom Kuchen abbekommen

    • Das ist ja ein Vorteil.
      Andere Bezahl-Methoden würde ja auch bedeuten das man seine Daten (und auch Bankdaten) den anderen übermitteln muss.

      • Das ist wohl kaum das Motiv von Apple…

      • Nein, es geht nur ums Geld.
        Hier geht es um Bildungs- und Unternehmenskunden.
        Der kleine Tom muss vielleicht davor geschützt werden, seine Daten nur seriösen Menschen zur Verfügung zu stellen. Aber bei Geschäftskunden greift nicht mal der Verbraucherschutz, weil man davon ausgeht, dass diese ein Mindestmaß an Verstand haben.

  • Ich kenn mich mit sowas nicht aus!
    Hat Apple hier eigentlich alleiniges Bestimmungsrecht? Können die Entwickler nicht gegen die eine oder andere „Richtlinie“ generell (nicht nur bei den neuen) Beschwerden irgendwo einreichen (außer bei Apple selber)?
    z.B. gegen Richtlinien die die Entwickler dazu zwingen jede kleine Änderung aufzuzeigen? Meiner Meinung nach lässt Apple so durch die Entwickler doch schon die Hälfte ihrer eigenen Arbeit durch die Entwickler erledigen für die man doch angeblich die 30% Kosten nimmt, die ganze Softwareprüfung ist doch ach so teuer!

    EPIC muss sich an den Vertrag halten, der ja seit Jahren so akzeptiert wurde. Aber Apple kann den Vertrag wenn man Schlupflöcher zu seinen eigenen Ungunsten gefunden hat einseitig einfach so ändern? Ohne das jemand dagegen vorgehen kann? Das ist doch mal der größte Hohn schlechthin.

    Ich bin großer Apple Fan, habe aber dafür kein Verständnis.

    • Friss oder stirb. So einfach ist das. Wenn du nicht Epic heißt, hast du nur zwei Möglichkeiten entweder du akzeptierst die Regeln oder eben nicht. Wenn nicht, kannst eben nicht am Appleuniversum teilnehmen. Oder du klagst, was ziemlich aussichtslos ist, wenn du nicht wie Epic, die nötige Anwaltschaft und das nötige Kleingeld hast, um die Dauer und Kosten eines Verfahrens durchzuziehen. Denn solche Verfahren werden einfach vom stärkeren so lange gedehnt, bis der Gegner pleite ist und das Verfahren somit eingestellt wird

    • Apple ist Gesetzgeber, Richter und Polizist. Wenn du damit nicht einverstanden bist, musst du auf den Markt mit 50% des Umsatzes verzichten.

    • Da spielt Apple einfach mal wieder seine Monopolstellung für iOS aus.

      Die Kartellbehörden werden in den USA wohl erst nach Trump reinschauen.

  • 3.1.7 find ich sehr vernünftig, wäre der Hammer wenn meine Handgelenk Uhr mir auch noch Werbung zeigt

  • Dazu habe ich gerade am Wochenende noch einen tollen Artikel gelesen:
    https://marco.org/2020/09/11/app-review-changes

    Darin wird schön pointiert herausgearbeitet welches Hickhack Apple mit seinen In-App Purchase Regeln veranstaltet. Wie viele Regeln und wie viele Ausnahmen es mittlerweile gibt, die eigentlich keiner mehr so richtig versteht.

    Fazit dieses Artikels: Den ganzen Regel-Klumpatsch könnte Apple getrost über Board werfen, den Entwicklern IAP als attraktive Option anbieten und so alle Streitigkeiten und Kartellvorwürfe sofort entkräften. Leider kommt es Appel aber nicht auf ein gutes Verhältnis zu den Entwicklern an, sondern eben auf Gewinnmaximierung um jeden Preis. Daher muss es für jede noch so kleine mögliche Lücke eine noch zu unsinnige Regel geben…

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