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Zurück zum Reparatur-Monopol

Apples mysteriöse „iPhone Kalibriermaschine“ [Update aus Deutschland]

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35 Kommentare 35

Update von 19:30 Uhr
Gerne ergänzen wir diesen Eintrag um die in unserem Posteingang aufgeschlagenen, erklärenden Worte eines deutschen Apple-Mitarbeiters. Dieser konnte inzwischen genug Erfahrungen mit der Kalibriermaschine sammeln um uns die Funktionsweise zu erklären.

Box Aussen

Apples Kalibriermaschine von innen | Bild: VICE

Grob vereinfacht, versetzt die Box ein eingelegtes iPhone in einen vorübergehenden Wartungsmodus. Dieser lässt Änderungen am System zu, die sich im Normalbetrieb nicht vornehmen lassen:

Die Maschine versetzt das iPhone in einen speziellen Modus, der Ähnlichkeiten mit einem temporären Jailbreak aufweist und an den man ohne diese Maschine nicht kommt. In diesem Modus fährt ein Stift immer wieder auf das Display runter und berührt es an vorgegebenen Stellen, um die Genauigkeit zu gewährleisten. Das dauert ca. 10 Minuten. Dann wird die neue Touch ID Einheit mit der Secure Enclave verbunden. Das funktioniert über Apple Server und benötigt zwingend Internetzugang und die Nutzung der entsprechenden Schnittstelle. Aus letzterem Grund ist es somit auch nicht möglich die Maschine einfach nachzubauen, denn selbst wenn das gelänge oder man an eine ran kommen würde bräuchte man noch 1. Zugang zum Apple Intranet, 2. die Logindaten (sog. AppleConnect) eines Genius, Techical Experts oder Managers und 3. die entsprechende Steuerungssoftware auf dem iMac neben der Maschine.

Original-Eintrag von 17:44 Uhr
Vor wenigen Tagen berichtete der Vice-Redakteur Jason Koebler über eine mysteriöse Maschine. Diese, so Koebler, stünde bestens bewacht in den Werkstatträumen aller amerikanischen Apple-Filialen und würde tagtäglich unverzichtbare Dienste bei den kontinuierlich anfallenden iPhone-Reparaturen leisten.

Zudem würde die sogenannte „iPhone Calibration Machine“ Apple einen entscheidenen Vorteil im Markt der iPhone-Reparaturen verschaffen, in dem inzwischen immer mehr Drittanbieter ihr Glück versuchen würden.

Die deutlich über $10.000 teure Box, die von Apple-Mitarbeitern als Mischung aus Mikrowelle und 3D-Drucker beschrieben wurde, sei in der Lage grundlegende iPhone-Einstellungen zu ändern und würde es Apple unter anderem ermöglichen die Home-Taste aktueller Geräte zu tauschen. Ein Eingriff, den Drittanbieter nicht vornehmen können, da Apples Geräte-Software das Zusammenspiel mit neuen Fingerabdruck-Scannern grundsätzlich unterbindet. ifun.de berichtete im vergangenen Frühling.

Schon jetzt verschafft die „iPhone Calibration Machine“ Apple damit einen satten Vorteil gegenüber freien Reparaturwerkstätten – in den kommenden Monaten könnte die Box jedoch dafür sorgen, dass Apple wieder ein Monopol auf Display-Reparaturen beanspruchen könnte.

Sollte Apples Jubiläums-iPhone den Fingerabdruck-Scanner, die sogenannte „Secure Enclave“ (PDF) und das Geräte-Display in einer Komponente miteinander vereinen, dürften sich die freien Werkstätten schon an einer einfachen Macke im Glas die Zähne ausbeißen. Wer das Display tauschen will muss auch den Home-Button tauschen, kann aber nicht ohne die Kalibriermaschine machen.

Eine Entwicklung, über die sich Apple – in den USA setzt der Konzern gerade Lobbyisten ein um Stimmung gegen einen Gesetzesentwurf zu machen, der iPhone-Anwendern ein „Recht auf Reparatur“ zusprechen würde – freuen dürfte.

Box Innen

Apples Kalibriermaschine von innen | Bild: VICE

Nach seinem initialen Beitrag „iPhone Calibration Machine“ hat Koebler einen Aufruf an die amerikanischen Apple-Mitarbeiter gestartet und darum geben, Fotos der geheimen Box anzufertigen. Inzwischen sind zwei Zuschriften zu der Kalibriermaschine eingegangen, die seit dem Verkaufsstart des iPhone 5s einsetzt. Ein Ex-Mitarbeiter erinnert sich:

„The calibration machine was a rather big device (imagine something roughly the size of a fairly large microwave) that phones had to be inserted into after replacing the display. It took about ten minutes per phone to calibrate them, and the device would run a battery of pressure-sensitive tests in addition to, supposedly, registering the display with the secure enclave.

An iPhone had to be secured in the device, naturally, and a mechanical arm would perform the necessary functions. Sometimes—and always completely at random—the calibration machine would just ‚fail‘ a phone. This would result in the ‚bricking‘ of said phone. The infuriating part of this is that when OUR machine ruined a customer’s phone, managers would force the customer to pay full price to replace their phone instead of just the cost of replacing their display. No explanation was ever given regarding why the customer suddenly had to pay more when our calibration machine was at fault, and managers were extremely combative about discounting the replacement cost when this happened.“

Mittwoch, 15. Mrz 2017, 19:27 Uhr — Nicolas
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Rede mit!
  • Interessanter Artikel!
    Über die reparaturbedingten Probleme und Schwierigkeiten eines solchen, in das Display integrierten, Fingerabdrucksensors habe ich bislang noch überhaupt nicht nachgedacht.

  • „Entscheidende Vorteile“ für 10.000$ hat man Ende der Achtziger mit einem Mac IIx einkaufen können :-)

  • Wenn das tatsächlich so stimmt, dann ist das ein Skandal, dass Apple die Kunden auf diese Weise abzockt.

    • Ja also so wirklich versteh ich euch nicht…zum einen sagt ihr Apple ist so toll und so viel besser als andere Hersteller aber dann bei Reparaturen knausern…zu mal ein kaputtes Displayglas ist zu 99% eigenverschulden! Ich sags ganz ehrlich mir gefällt mein iPhone5S und ich will auch gar kein anderes aber wenns kaputt ist muss ich mich entscheiden ob ich bereit bin wieder in ein Handy zu investieren was hohe Anschaffungs und Reparaturkosten mit sich bringt, dafür aber in der Bedienung super ist oder ich mich lieber in einem anderen Segment umsehe um hohe Folgekosten zu unterbinden und dann auch ne schlechtere Bedienung habe…ihr müsst doch kein iPhone kaufen…es zwingt euch doch keiner! Versteh ich immer nicht ^^

      • Du scheinst den Text nicht oder nicht genau gelesen zu haben. Es geht hier nicht darum, dass Apple die Kosten für die Reparatur von seinen Kunden haben will, sondern dass es wohl vorgekommen ist, dass diese Maschine beim Reparaturvorgang Kunden-Geräte beschädigt hat. Von diesen Kunden verlangte Apple dann die Bezahlung eines Neugerätes. Und das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Machen die was bei der Reparatur kaputt, müssen sie auch für den Ersatz sorgen.
        Ist ein kleiner aber feiner Unterschied, bei dem es aber nicht darum geht, dass Leute nicht für selbstverursachte Schäden bezahlen wollen.

    • Apple könnte natürlich auch den Quellcode Preis geben um den Fingerabdruck Scanner selbst zu Programmieren.

      • hahaha bin sofort dabei ;)

      • Ja, genau!!

        Und auch den Quellcode für die Verschlüsselung, sowie einen ganz einfachen Weg, an Sperrcode/Fingerabdruck und Aktivierungssperre vorbei zu kommen. Das würde den Gebrauchtverkauf von iPhones deutlich erleichtern.

        Ich glaube, das ist es, was sich alle wünschen.

    • Vielleicht will sich Apple auch nur schützen (Image etc.) wenn „Schlaumeier“ meinen ein iPhone reparieren zu können.. die Qualität der Teile und auch der Reparatur an sich sind oft doch noch unterirdisch… und schließlich ist es auch die unternehmerische Absicht!

    • Ich kann keinen Skandal erkennen. Apple stellt für seine Premium Geräte die beste Wartubg bereit und will nicht, dass vermurxte Reparaturen durch nicht zertifizierte Schrauber das Image der Geräte mindern.

  • Bis Apple das komplette Telefon ins Display integriert dann kann man nur noch das komplette Iphone tauschen gibt keinen Reparaturen mehr.

  • Lustig finde ich das die eigen gebaut Maschine nicht mal „Apple Verifiziert“ ist. Kann man auf dem unteren Foto gut erkennen.

  • Apple wird sicher nicht das Secure Enclave ins Display integrieren. Das würde keinen Sinn machen, da sich dann alle (seit dem Einschalten ein Mal entsperrten) iPhones durch ein manipuliertes Display entsperren ließen.

    Das Secure Enclave wird garantiert im Prozessor bleiben. Lediglich der Fingerabdrucksensor könnte in das Display wandern.

  • Die Maschine gibt es bereits seit 1 1/2 Jahren so bzw. so ähnlich auch in den Deutschen Apple Stores :) Hat zuweilen ihre Macken gehabt, aber es geht leider kein Weg vorbei, wenn man das ganze Display austauscht :D

    • Nicht ??? Jeder 2. Handyladen tauscht dir in 30 Minuten das Display ;)

      • Nur das „Glas“ aber nicht die komplette Displayeinheit mit Touch ID, Hintergrundbeleuchtung etc.

      • lol wut? Es wird sehr wohl das ganze Display mitgetauscht. Mit Hintergrundbeleuchtung und so weiter. Der TouchID-Sensor wird übernommen. Fertig. Einen neuen TouchID-Sensor kann hingegen nur Apple, offenbar mit diesem Zauberkasten, der manchmal iPhones bricked.

      • Mit der TouchID magst du Recht haben, aber Glas, Beleuchtung, Display sind in einer Einheit ausgetauscht.

      • Klar die ganze Display Einheit. Kommen aus genau den gleichen Fabriken und haben ein übermaltes Apple Logo.

  • Ich habe mir im Rahmen des iPhone6s-Akkutauschprogramms von einem Mitarbeiter des AppleStores in Hannover bereits die Prozedur erklären lassen… Selbst bei dem Akku-Tausch-Programm wird das iPhone anschließend neu kalibriert. Aus diesem Grunde werden die Reparaturen auf ca. 2Stunden angesetzt… 15min Akkutausch plus 30min Kalibrierung, sollte jedoch ein Fehler in der Kalibrierung auftreten, müsse diese neu starten… über die komplette Zeit.

  • Nach einer Displayreparatur im Apple Store konnte mein iPhone nicht kalibriert werden. Es wurde dann ersetzt.

  • Kalibriermaschine.. am Ende pusten die da nur Luft rein, schauen obs dicht is, oder checken ob Lautsprecher knarzen.

  • Bitte verzeiht mir die Frage, aber ist beim iPhone 7 nicht schon Touch ID mit in die Frontscheibe integriert. Wie kann man da noch das Display außerhalb Apple tauschen lassen?

  • – Der Gerät kalibriert das iPhone schweißfrei

    – Der Gerät ist immer vor dem Apple Genius im
    Apple Store

    – Der Gerät wird nie müde

  • ..deswegen unterstütze ich stets die Brotherhood und nicht die Enclave :D

  • Ich finde interessant zu sehen, welches Betriebssystem auf dem iMac neben der Maschine läuft. Das ist doch 10.7. Je nachdem von wann dieses Bild ist… Bedeutet das etwa, dass Apple seinen eigenen OS Updates nicht vertraut?

  • Entscheidend dafür, in diesen speziellen Modus zu kommen, ist wahrscheinlich eher, zu wissen wie das Kabel konfektioniert ist. Sind da einfach nur ein paar Widerstände zwischen Datenleitungen oder hängt da noch irgendein kleiner Schaltkreis zwischen USB und Lightning? Die Software dahinter wäre dann das „kleinere“ Problem.
    Wenn man diese Verbindung nachbauen könnte, wäre eventl. ein genereller Jailbreak oder sogar ein Downgrade unabhängig der iOS-Version möglich.

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