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Fehler 53 erklärt: Der iPhone-Totalschaden aus Werkstatt-Perspektive

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Der unabhängige Reparatur-Dienstleister iDoc.eu hat sich zu dem in der vergangenen Woche thematisierten „Fehler 53“ geäußert, der auf reparierten iPhone-Einheiten dafür sorgen kann, dass die teuren High-End-Geräte aus Cupertino zum funktionslosen Briefbeschwerer degradiert werden.

usbau

Der Display-Tausch beeinflusst den Home-Button nicht

ifun.de berichtete am Freitag über das Problem, das vor allem bei Geräten auftritt deren Fingerabdrucksensor Touch-ID von nicht autorisierten Serviceanbieter getauscht wurde, und hat das iDoc-Team um eine Werkstatt-Perspektive zur Meldung gebeten.

Sollten Anwender – im Fall eines Display-Bruchs – die freien Reparaturwerkstätten meiden und in den sprichwörtlich sauren Apfel beißen, der bei Apple die knackige Bezeichnung „Pauschale für Serviceleistungen außerhalb der Garantieabdeckung“ trägt und mit 321€ (iPhone 6/6s) bzw. mit 351€ (iPhone 6 Plus/6s Plus) bepreist ist?

Nein, sagt Unternehmenssprecher Paul Blezinger und erklärt, dass es sich beim Fehler 53 keineswegs um ein neues Phänomen handelt:

Der Fehler ist bereits seit langem bekannt. Er tritt bei einer Wiederherstellung oder Update des iPhone 6 / 6 Plus / 6s / 6s Plus (nicht iPhone 5s) auf, bei dem der Homebutton beschädigt ist oder zuvor ausgetauscht wurde. Apple prüft hierbei, ob die Kopplung der Secure Enclave mit dem Koprozessor im A-Chip des iPhones noch besteht. Fällt die Validierung negativ aus, wird das gesamte iPhone 6 lahmgelegt.

Apple möchte damit den Zugriff auf die Secure Enclave verhindern. Erfahrene Werkstätten bieten den Tausch des Homebuttons daher seit Auftreten des Problems nicht an. Warum dies nicht für das iPhone 5s gilt, und warum ein iPhone 6 mit fremden Homebutton bis zu einer Wiederherstellung dennoch weiterhin bedienbar bleibt, ohne dass es funktionsuntüchtig wird, erklärt Apple nicht.

Nutzer, deren Home-Button bereits getauscht wurde, sollten sich vor der nächsten Software-Aktualisierungen jedoch in Acht nehmen und ein aktuelles Geräte-Backup zur Hand haben. Sobald der Fehler 53 auftritt, führt kein Weg an Apples „Service außerhalb der Garantie“ vorbei.

Der Tausch des Home-Buttons gehört aber ohnehin zu den eher seltenen Reparaturen und kann nicht mit dem konventionellen Displayschaden konkurrieren.

iDoc.eu schätzt, dass allein Jahr 2016 ca. 447.782 iPhone 6s einen Displayschaden erleiden werden. Mit diesem könnt ihr, so Blezinger, nach wie vor beim unabhängigen Reparatur-Dienstleister eures Vertrauens vorsprechen.

Der Displaybruch ist der häufigste Defekt am iPhone. Bei einem fachgerechtem Tausch des Displays in einer freien Reparaturwerkstatt besteht aber keine Gefahr, zukünftig vom Fehler 53 betroffen zu sein. Der originale funktionstüchtige Homebutton wird bei dem Tausch des Displays vom alten defekten Display entnommen und auf dem neuen Display angebracht. Da das neue Display nun mit dem alten originalen Homebutton auf dem zugehörigen iPhone angebracht wird, wird dieser auch nach wie vor problemlos erkannt.

Kritisch äußert sich Blezinger über Apples zurückhaltende Kommunikation in der Angelegenheit. Zum einen würde der Konzern keine Service-Informationen bereithalten, die auf den Fehler 53 bzw. die verursachenden Gründe eingehen, zum anderen sei Cupertinos Sprachregelung „unauthorised repair provider“ missverständlich.

So verdienen grundsätzlich alle freien Reparaturwerkstätten im Endkundenbereich die Bezeichnung „unauthorised repair provider“; autorisierte iPhone-Werkstätten gibt es hierzulande nicht. Selbst größere Apple-Partner (etwa Gravis) dürfen nur Apple-Rechner reparieren:

Apple mag keine freien iOS Werkstätten. Originale Ersatzteile von Apple gibt es auf dem Markt nicht. Dabei würde dies eine gleichbleibende Qualität bei Reparaturen sicherstellen. Bisher konnten auf dem Chinesischem Markt aber Nachbauten in guter Qualität hergestellt werden. Seit 2015 ist Apple jedoch bemüht, alle Zulieferer stärker zu kontrollieren, um zu verhindern, dass die für die Nachbauten wichtigen Bauteile bereitstehen.

So wird auch die Erstellung von Nachbauten deutlich erschwert. Im letzten Jahr sind dadurch die Einkaufspreise für iPhone 5/5s/5c Displays um ca. 100 % gestiegen. Dies macht es den freien Reparaturwerkstätten schwerer, eine wirtschaftliche Reparatur anzubieten. Daraus folgt weiter, dass vermehrt minderwertige günstigere Displays in Werkstätten verbaut werden, da sie ansonsten nicht in der Lage wären, die Reparatur anbieten zu können.

Das kurze Zwischenfazit: iPhone-Anwender, die Probleme mit ihrem Fingerabdruck-Scanner haben, müssen auch außerhalb der Garantiezeit, den Kontakt mit Apple aufnehmen. Andere Fehler lassen sich hingegen Problemlos bei Dritt-Werkstätten aus der Welt schaffen. Wie lange diese von Apple jedoch noch geduldet werden ist laut Blezinger fraglich.

Bisher wurden die freien Werkstätten durch Apple zumindest toleriert. Scheinbar weht zur Zeit ein neuer Wind. Freie Werkstätten sollen nun für Apples eigenen Fehler 53 verantwortlich gemacht werden.

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08. Feb 2016 um 18:22 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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