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Neue Informationen aus internen Krisensitzungen

Apples KI-Kehrtwende: Als in Cupertino die Alarmglocken schrillten

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Jahrelang galt Siri als früher Vorstoß Apples in die Welt der digitalen Assistenten. Doch als ChatGPT, Gemini und andere KI-Systeme die Erwartungen der Nutzer neu definierten, wurde in Cupertino offenbar schmerzhaft deutlich, wie weit man selbst zurücklag.

Hey Siri Logo

Ein neuer Bloomberg-Bericht zeichnet das Bild eines Unternehmens, das die Bedeutung generativer KI zu lange unterschätzt hatte und erst spät erkannte, dass die bisherigen Strukturen nicht mehr ausreichten.

Im Mittelpunkt steht eine interne Krisensitzung Anfang 2025. Führende Manager versammelten sich in einem Konferenzraum nahe der Softwareentwicklung. Die Stimmung soll angespannt gewesen sein. Apple Intelligence hatte die Erwartungen nicht erfüllt, die nächste Siri-Generation geriet in Verzug und die Konkurrenz erhöhte beinahe im Monatsrhythmus das Tempo.

Dabei war die Entwicklung keineswegs überraschend. Als ChatGPT Ende 2022 seinen Durchbruch erlebte, spielte generative KI laut Bloomberg innerhalb Apples noch keine zentrale Rolle. Während Microsoft, Google und OpenAI massiv investierten, blieb Apple bei seinem traditionellen Ansatz, neue Technologien erst dann in Produkte zu integrieren, wenn diese als ausgereift galten.

Vom Siri-Projekt zur Führungsfrage

Die Diskussionen beschränkten sich längst nicht mehr auf technische Probleme. Intern entstand offenbar der Eindruck, dass Apple auch organisatorisch falsch aufgestellt war. Das Vertrauen in KI-Chef John Giannandrea schwand. Gleichzeitig gewann Mike Rockwell an Einfluss. Der Manager hatte zuvor die Vision Pro verantwortet und soll intern seit Jahren darauf gedrängt haben, KI stärker zu priorisieren.

Siri Anfrage Tippen Small

Nach Bloomberg-Informationen war bereits vor rund zehn Jahren intern die Sorge geäußert worden, künstliche Intelligenz könne langfristig zur Herausforderung für Apples Gerätegeschäft werden. Konsequenzen hatte diese Einschätzung damals jedoch nicht.

Die Folgen zeigen sich heute. Siri wurde mehrfach verschoben, angekündigte Funktionen mussten zurückgezogen werden und Apple begann mit einem umfassenden Umbau der Zuständigkeiten. Über den Führungswechsel bei Siri und die Übernahme durch Mike Rockwell hatten wir bereits berichtet. Auch die mehrfachen Verzögerungen der neuen Siri-Funktionen sorgten zuletzt für erhebliche Kritik.

Tim Cook greift persönlich ein

Besonders aufschlussreich ist die Rolle von Tim Cook. Der Apple-Chef soll sich nach dem enttäuschenden Verlauf von Apple Intelligence deutlich stärker in die Produktplanung eingemischt haben als bei anderen Projekten der vergangenen Jahre. Bloomberg beschreibt einen ungewöhnlich engagierten CEO, der persönliche Entscheidungen über die KI-Strategie traf und intern mehr Tempo einforderte.

Damit vollzieht Apple einen Kurswechsel, der noch vor wenigen Jahren kaum denkbar schien. Während man Chatbots zunächst eher skeptisch betrachtete, arbeitet das Unternehmen inzwischen selbst an einer deutlich dialogorientierteren Siri, die uns bereits heute Abend präsentiert werden dürfte.

Tim Cook

Hinweise darauf gab es bereits mit Apple Intelligence und den angekündigten Siri-Erweiterungen, die ursprünglich Bestandteil von iOS 18 sein sollten. Die späteren Verzögerungen machten jedoch deutlich, wie groß die technischen Probleme tatsächlich waren .

Die entscheidende Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob Apple die Bedeutung künstlicher Intelligenz erkannt hat. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, verlorene Zeit aufzuholen und Siri zu einer Plattform auszubauen, die mit den Erwartungen der Nutzer Schritt halten kann.

Den aktuellen Stand wird uns Apple heute um 19 Uhr deutscher Zeit im Rahmen der WWDC-Auftaktveranstaltung präsentieren.

08. Juni 2026 um 13:41 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    33 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Die hätten spätestens aufwachen müssen als Alexa raus kam.

    • Alexa (bzw. genauer gesagt Alexa+) greift erst seit diesem Jahr auf generative KI und Large Language Models zurück. War in diesem Bezug also nicht „weiter“ als Siri.

      • Hat aber bedeutend besser funktioniert

      • Bei uns hat Alexa bis heute nie besser funktioniert als Siri.

      • Ja hat es. Lag aber ziemlich sicher auch an der Tatsache Datenschutz. Während Apple alles auf dem Gerät abwickeln wollte hat Alexa von Anfang an alles aus den verschiedenen Bereichen bei Amazon genutzt und verknüpft und hat die persönlichen Daten halt immer dazu genutzt und hin und her geschoben um das Erlebnis besser zu machen. Da kam Apple nicht hinterher mit dem abgeschotteten Datenschutzsystem.

  • Ich hoffe nicht, daß es bereits für Apple zu spät ist.

    • Unwahrscheinlich. Viele im Apple Universum nutzen ChatGPT oder Claude oder Gemini. Wenn aber Siri genau so gut wird, sind wir auch schnell wieder dort. Dafür sind das Zusammenspiel der Geräte und die Geräte selbst einfach zu gut. Man wechselt nicht, wenn man mal Apple hat.

      • Reine Illusion, das holt Apple nicht mehr auf. Apple würde eher Know- How aufkaufen. In meinen Augen klassische Ignoranz, die Cash Cow AppStore schmeiße Gewinne ohne Ende.

  • Ja, da können wir gespannt sein, wann Apple mit Siri über den Berg ist …

  • Aus meiner Sicht kann Apple das selbst nicht mehr aufholen. Geht nur noch über Partnerschaften und tiefe Integrationen. Finde ich aus Kundensicht aktuell die beste Lösung.
    Aber schon krass wie auch so ein großes Technikunternehmen jahrelang bei diesem Thema schlafen kann. Dafür gehört das Management eigentlich relativ komplett ausgetauscht.

  • Und am Ende musste man Google Gemini einkaufen, um überhaupt was auf die Beine zu bekommen. :)

    Ich bin gespannt auf heute Abend.
    Mein iPhone 16 wartet noch immer auf die versprochenen AI Features:P

  • Ich selbst frage mich tatsächlich, ob es ein neues iPhone werden wird. iOS ist super, keine Frage, aber wenn ich jetzt Technologien der Konkurrenz in meinem iPhone habe, dazu die langsame Weiterentwicklung der neuen Innovationen, und der sehr hohe Preis, Werbung bekomme ich mittlerweile auch, frage ich mich doch tatsächlich: Muss es wieder ein iPhone werden, oder wäre ein Pixel die bessere Wahl? Ich bin momentan echt unschlüssig. Gut, dauert noch 1-2 Jahre bis ich ein neues brauche, dennoch kursiert es in meinem Kopf.

  • Tim Cook hat nur deswegen persönlich eingegriffen, weil er die Organisation zu spät darauf ausgerichtet hat.
    Für was braucht man sonst einen CEO und warum sollte er sonst soviel Geld verdienen?

    Der Mann wurde überschätzt.
    Ein hoher Aktienkurs sagt nicht unbedingt etwas über die langfristige und nachhaltige Überlebens- und Innovationsfähigkeit eines Unternehmens aus, sondern eher über die Fähigkeit, es auszupressen.

  • Das Problem war hausgemacht.
    Man kann sich nicht jahrelang ein neuen Gewinnrekorden aufgeilen und die R&T schlecht ausstatten.
    Die Größten Fehler macht das Management, wenn es der Firma gut geht.

  • Ernstgemeinte Frage: was hat SIRI seit erscheinen wirklich sinnvolles neu gelernt? Ich steuere Lampen, Musik (mehr oder weniger gut) und stelle mal einen Timer. Hab ich ein Killer Feature übersehen? Ach ja – im Auto diktiere ich kurze iMessages und starte ggf mal einen Anruf.

    • Fred Aaron Blake

      Siri ist nie über den Bata Status hinaus gekommen und einfach nur eine Frechheit auch deswegen sollte Tim schon längst gegangen sein.

    • Hey Siri erstelle einen Agenten, der regelmäßig überprüfe, wie viel Geld auf meinem Girokonto ist und alles überflüssige Geld, was nicht gerade für die nächste Abbuchung gebraucht wird auf mein Tagesgeldkonto überweist beziehungsweise wieder zurück.

    • Apple dachte, dass man durch Geld gute Software kauft und alle dadurch happy sind.
      Leider interessierte sich schon länger keiner mehr im Top Management, dass die Produkte auch wirklich gut funktionieren.

      Ich nehme an, dass im Topmanagement keiner jemanden kennt, der sich mit der Bildschirmfreigabe herumärgerte, dass man CarPlay nur zum Telefonieren, Apple Maps und Apple Music verwendete, und man gar nicht auf die Idee kam, dass in einem auto auch mehrere Personen sitzen könnten.

      Im Gegensatz zu Steve Jobs war man sich halt auch zu fein ab und zu ungefiltert das Feedback von der Hotline anzuhören.
      Halt ein Putin-Problem. Man umgibt sich nur mit Menschen, die einem sagen, wie toll man ist und merkt dadurch auch nicht, wenn man falsch abgebogen ist.

      Tim hat den richtigen Zeitpunkt zum Absprung erwischt. Er muss sich nicht mit Technik befassen, er hat nur Steves Vorsprung aufgebraucht.

  • Das „Problem“ liegt am nach wie vor unzuverlässigen Ergebnis, das die KI Modelle liefern. So lange die Systeme regelmäßig halluzinieren, ist das für Apple zu schlecht. Den reinen KI Buden wird das geduldet. Apple würden sie in der Luft zerreißen

    • Das wird niemals aufhören. Das sagen die Firmen selber. Es handelt sich rein um einen statistischen Algorithmus. Es wird etwas gesucht, was eine Antwort sein könnte oder eben auch nicht.

      • Du hast keine Ahnung von neuronalen Netzen, oder? KI ist kein statistischer Algorithmus. Lies doch mal ein Buch über die Entwicklung von KI in den letzten 30 Jahren. Frag Dich mal wie Tumorerkennung mittels KI in der Medizin funktioniert….

  • Einfach abwarten, bis eine der KI-Klitschen was annähernd brauchbares entwickelt hat und dann die Firma übernehmen. Milliarden hat man genug. Warum sollte die Strategie, die bei Ölfirmen seit 100 Jahren gut funktioniert bei Apple falsch sein.
    Derzeit sind die meisten Modelle doch noch im Teenager-Alter und ja man kann schon einiges damit erledigen – aber für den privat Anwender und das sind die Milliarden Kunden bei Apple größtenteils frage ich mich wo sind oder ist die App / Anwendung, die jeder haben will. Im Suchmaschinen Business war und ist Apple ja nie eine Kerze auf der Torte gewesen.

  • Ich fürchte, dass es ohne zusätzliche Abo Kosten weiterhin bei „stell den Timer auf 5 Minuten“ – „wer spricht da?“ bleiben wird. Aber in der EU können wir uns ja eh noch zurücklehnen.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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