iPhone-Fingerprinting aufgezeigt
Loupe zeigt, was das iPhone über seine Nutzer verrät
Die Sicherheitsforscher von Mysk haben mit Loupe eine neue iPhone-App veröffentlicht. Die Anwendung zeigt, welche Informationen ein iPhone über seinen Nutzer preisgeben kann. Hinter Mysk steht ein Team von zwei Experten aus Deutschland und Kanada.
Während viele Smartphone-Nutzer darauf achten, welchen Apps sie Zugriff auf Kontakte, Fotos oder ihren Standort gewähren, ist weniger bekannt, dass Apps auch ohne ausdrückliche Freigaben zahlreiche Informationen auslesen können. Die neue App Loupe soll genau diese Datenspuren sichtbar machen.
Dafür greift die Anwendung ausschließlich auf öffentlich zugängliche Schnittstellen von iOS zurück. Dieselben Informationen können demnach auch von anderen Apps genutzt werden. Loupe bündelt die verfügbaren Daten, bereitet sie verständlich auf und erklärt, warum sie für Werbenetzwerke oder Analyseanbieter relevant sein können.
Fingerprinting als Tracking-Methode
Eine zentrale Rolle spielt dabei das sogenannte Fingerprinting. Dabei werden viele einzelne Merkmale eines Geräts miteinander kombiniert. Werden diese für sich genommen meist harmlosen Informationen kombiniert, lässt sich daraus ein individuelles Profil erstellen, das weitreichende Rückschlüsse auf einen bestimmten Nutzer zulässt.
Loupe unterteilt die erfassten Informationen in zwei Kategorien: Daten, die Apps ohne Nachfrage lesen können und solche, für die iOS eine Zustimmung des Nutzers verlangt, wie etwa Standortdaten oder Kontakte.
Darüber hinaus verweist die App auf weitere technische Möglichkeiten, die sich aus den öffentlichen Programmierschnittstellen von Apple ergeben. Darüber lassen sich beispielsweise Rückschlüsse auf installierte Anwendungen ziehen oder auf bestimmte Geräteinformationen zugreifen, die auch nach der Neuinstallation einer App erhalten bleiben.
Mehr Transparenz für iPhone-Nutzer
Nach Angaben der Entwickler soll die App vor allem für mehr Transparenz sorgen. Nutzer sollen damit nachvollziehen können, welche Informationen ihr Gerät preisgibt und welche Rolle diese Daten bei der Wiedererkennung über verschiedene Apps und Onlinedienste hinweg spielen können.


Klasse Idee! Zeigt einmal mehr auf warum man nicht jede beliebige App installieren sollte
Komisch, dass Apps das Erstellungsdatum des Systemvolumes auslesen können – also sozusagen ganz genau, wann das Gerät in Betrieb genommen wurde. Damit lässt sich so ein Gerät natürlich extrem detailliert tracken, weil wie viele iPhones wurden wohl in exakt diesem Moment eingerichtet?
Was lässt sich daran extrem detailliert tracken? Das sagt im Prinzip nur aus wirbelt die verwendeten Geräte sind.
Nein, das kann als Identifier dienen, eine quasi einmalige Identifizierungsnummer, zumindest mit einem oder zwei weiteren Merkmalen. Außerdem lässt es – mit anderen Kennzeichen – Rückschlüsse auf das Konsumverhalten zu, was für Werbetreibende wichtig ist.
Ich habe mittlerweile auch zunehmend die Sorge, dass die Apps Daten übermitteln. Erwische mich immer wieder bei der Frage, ob mein Kalender jetzt analysiert wird, oder das gescannte PDF irgendwie ausgewertet wird.
Leider lässt sich nur für den Mobilfunk der Internetzugang abdrehen. Ich fänds klasse, wenn man hier auch im WLan mit Datenschutzeinstellungen vorbeugen könnte.
Hab mir das auch schon paarmal gewünscht.
Mit diesem Wunsch bist du nicht alleine.
Na wenn man da mal keinen Ärger mit dem App-Symbol bekommt. Das sieht ja genauso aus wie der „Salzstreuer“ von Apples „Preview“-App, nur in Orange statt blau.
Wegen des Icons hatte ich auch zuerst gedacht, ich hätte die App bereits installiert. Aber es war die Preview App…
Der „Salzstreuer“ ist -genau wie im App-Symbol hier – eine Lupe.
Apple sollte eine Anfrage implementieren, ob Apps sehen dürfen, welche anderen Apps auf dem Gerät installiert sind. Und: wieso führt iOS einen Zähler, wie oft die Zwischenablage genutzt wurde??
Ja gute Frage!
Mir war bis heute auch beides nicht bewusst, dass Apps beides überhaupt abfragen dürfen.
den Zähler gibt es, damit Apps ohne in die Zwischenablage reingucken zu müssen (das ist heute ja aus Privatsphäregründen nicht mehr angebracht) entscheiden können, ob etwas Neues drinsteckt, und Sie die „Einfügen“-Option anbieten müssen.
Es gibt Szenarien wo eine App auf neue Daten in der Zwischenablage reagieren soll (z.B. Clipboard-Manager), aber da sie aus Datenschutzgründen nicht den Inhalt inspizieren darf/kann, kann sie über den Zählerstand erkennen, ob sich der Inhalt geändert hat.
Welche Apps installiert sind kann eine App nicht komplett herausfinden, was geht ist folgendes: jede App kann eine Liste von einigen wenigen fest vorgegebenen Apps angeben (diese Liste wird von Apple bei der App-Prüfung (theoretisch) geprüft und genehmigt), deren Existenz geprüft werden kann. Steht eine App nicht auf dieser Liste, kann die Existenz auch nicht geprüft werden. Das dient dazu, dass eine App die mit anderen Apps Daten austauscht/zusammenarbeitet, vorher prüfen kann, ob das überhaupt möglich ist, und ggfs. die entsprechenden Optionen im User Interface freigeben/sperren kann.
Kann jemand was zu dem Psylo-Browser von denen berichten?
funktioniert sehr gut. Ist quasi ein VPN und isolierter browser für jeden Tab. Ist nur etwas sehr teuer
So wichtig, dass es solche Apps gibt.
Vielleicht nicht für die meisten satten Leute hier „ich habe ja nichts zu verbergen“
Sondern für die, die in Gefahr leben vor ihrer Regierung o.ä.
Kann man die Daten löschen?
Mit einem Hammer, ja. Vorher aber noch den Apple Account löschen.
Vielen Dank ifun-Team und an die Entwickler!
Vielen Dank, super und wichtiger Tipp!
Ebenfalls Danke an die Entwickler, falls mitgelesen wird :)
Super App! Sollte nativ am iPhone sein (Apple betont ja immer wieder seine Transparenz ;)
Und wofür? Das interessiert 1. kaum jemanden. und 2. verrät ein Browser am PC das meiste dieser Info bereits.
Gut, dass es so eine App gibt. Aber es ist jetzt nichts überraschendes dabei. Höchstens noch die Tatsache, dass es sogar relativ wenig ist, was darüber bekannt wird.
Sowas ist im App Store erlaubt und manche 0815 Anwendung wird blockiert? Hmmmm
Schade, dass Apple in Sachen Privacy so schwächelt.
Die Idee ist gut. Hab die App geladen kann aber leider mit deren Informationen gar nichts anfangen. Ist ggf. nur etwas für Profis. Ich hatte gehofft man werde auf Gefahrenpotenziale hingewiesen. Ich kann die Infos leider in keine sinnvolle Aktion umsetzen, was ich optimieren sollte.
Genau darum geht es doch, auch wenn du damit nichts anfangen kannst ergibt die summe davon einen Fingerabdruck der sich dir zuordnen lässt.
Aber Apple ist der schutz der Daten und vor Tracking soooo wichtig das der böse böse EU DMA nicht eingehalten werden kann wenn wir AI oder Screen Mirroring anbieten- ich lach mich schlapp.