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Fit mit AOK-App: Versicherte sollen Gesundheitspunkte sammeln

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Unbeeindruckt von den kritischen Stimmen aus der Community und den Warnmeldungen der hiesigen Verbraucherschutz-Zentralen hat sich die AOK Nordost für die Einführung eines App-basierten Prämienprogramms entschieden, das Versicherte für eine gesunde Lebensführung belohnen soll.

punkte

Heute vor zwei Wochen offiziell zum Download freigegeben, setzt der Versicherer dabei auf die iOS-Applikation „FitMit AOK„, die sich vor allem an technikaffine Versicherte richten soll. Die App, deren Grundfunktionen auch von Fremd-Versicherten genutzt werden können, wertet die Aktivität ihrer Nutzer aus und versorgt die Krankenkasse mit digitalen Nachweisen sportlicher Aktivitäten.

Versicherte, die diese gewissenhaft erbringen, sollen anschließend mit Prämien im Gegenwert von bis zu 375 Euro pro Jahr, sowie mit Vorteilen bei Sportpartnern der Kasse vergütet werden.

Der Versicherer schreibt:

Für den Nachweis stehen den Versicherten vielfältige Wege zur Verfügung, etwa ein direkter Foto-Upload, das Scannen von QR-Codes oder die Verwendung von Bluetooth-basierten Beacons. Über „Apple Health“ und „Google Fit – die zentralen Gesundheits-Apps der beiden gängigsten Smartphone-Betriebssysteme – können Wearables und Tracking-Apps eingebunden werden, um sportliche Aktivitäten nachzuweisen.

Interessierte Nutzer müssen sich in der App mit Namen, E-Mail-Adresse, Versichertennummer, Geburtsdatum und Wohnanschrift sowie einem selbst gewählten Passwort anmelden und können anschließend in vier Kategorien Prämienpunkte sammeln:

Vorsorgeuntersuchungen

Versicherte können durch die Teilnahme an gängigen Vorsorgeuntersuchungen Prämienpunkte sammeln, etwa durch Zahnprophylaxe, sportmedizinische Untersuchungen, Krebsvorsorge- und Untersuchungen während der Schwangerschaft.

Soziales Engagement

Hier wird das Engagement für die Gesundheit Dritter belohnt. Daher gibt es Punkte für eine Blutspende und für den Besitz eines ausgefüllten Organspendeausweises.

Mitgliedschaften

Belohnt wird die Mitgliedschaft in Fitnessstudios, Sportvereinen sowie im Hochschul- und Betriebssport.

Sportliche Aktivtäten

Individuelle sportliche Aktivitäten werden in Punkte umgewandelt, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt wurde:

  • mindestens 30 Minuten lang einen Puls von über 110 Schlägen pro Minute,
  • innerhalb von 30 Minuten mindestens 150 Kilokalorien verbraucht oder
  • innerhalb von 24 Stunden mindestens 10.000 Schritte zurückgelegt.

Missbrauchspotential vorhanden?

Die sportlichen Aktivitäten können dabei auf verschiedenen Wegen nachgewiesen werden. Neben Anwesenheitsnachweisen (über QR-Codes und iBeacons) unterstützt die App auch das Auslesen der Apple-eigenen Gesundheits-App „Health“ und vermerkt die hier hinterlegten Informationen; etwa zu den zurückgelegten Schritten.

Eine Strategie, die uns aufhorchen lässt. Ganz unabhängig von den latenten Datenschutzbedenken, scheint die Auswertung der Health-Daten keine verlässliche Grundlage für den Nachweis sportlicher Aktivitäten zu bieten. Über Drittanwendungen wie etwa den Health Importer lässt sich Apples Gesundheits-App mit beliebigen Werten füttern, die anschließend an die Kasse übermittelt werden können. Unsere Anfrage diesbezüglich wartet momentan noch auf eine Antwort der AOK.

laufen

Doch weiter im Text: Wie wird belohnt?

Nach Angaben der AOK gibt es eine einzelne sportliche Aktivität 100 Punkte auf das Prämienkonto. Für eine Mitgliedschaft im Sportverein gibt es einmal im Jahr 2.500 Punkte.

100 Prämienpunkte entsprechen dabei einem Gegenwert von einem Euro. Männer können pro Jahr Punkte im Wert von maximal 325 Euro sammeln. Bei Frauen liegt dieser Wert aufgrund zusätzlich berücksichtigungsfähiger Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen sogar bei bis zu 375 Euro.

Die AOK-Selbstverpflichtung, sich beim Ausbau der App an den Grundsatz der Datensparsamkeit zu halten, könnt ihr auf der Webseite des Versicherers nachlesen und anschließend selbst bewerten.

App Icon
FitMit AOK
AOK Nordost - Die G
Gratis
37.28MB
Freitag, 29. Jan 2016, 14:40 Uhr — Nicolas
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Rede mit!
  • Die AOK ist ein Sauladen. Leisten sich in jedem Kuhdorf ne Geschäftsstelle, in der so gut wie nix zu tun ist, sponsern jede dämliche Sportveranstaltung und sind da mit Unsinnsaktionen vor Ort, nennen sich Gesundheitskasse, obwohl sie genauso Krankenkasse sind wie alle andern. Und jetzt noch ne App, die nicht der Gesundheit dienen soll, sondern reines Marketing ist! Das ist Missbrauch von Versichertengeldern. Sparen tun sie dann bei teuren Klinikleistungen wie MR-HIFU, die andere Kassen auf Antrag zahlen, die AOK aber verweigert, obwohl dadurch teils große Operationen verhindert werden können.

  • Toll… Die App bezieht nur Daten aus HealthKit und HealthKit bzw. die Anbindung von Fitnestrackern ist einfach nur Schrott… Nutze die Garmin vivosmart HR. Das Band darf Schritte in Health schreiben… Macht es aber nicht. das iPhone nimmt lieber die selbst gezählten…. die Herzfrequenz z.B. wird gar nicht übermittelt. WARUM? Was geht bei den softwareteam spur vor? Pennen die alle?!

    • Wie wäre es, wenn du das als konstruktiven Vorschlag objektiv formuliert an die zuständige Stelle schickst?

      Ob das dann eingebunden wird, ist die andere Sache, aber was bringt es, wenn du dich hier so beschwerst?

      Je mehr Leute das, was du geschrieben hast, ansprechen (nicht unter Artikeln, sondern zur AOK), desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert.

      Wenn die App neu ist, dann kann es auch helfen, das ganze als Bewertung im App-/Play Store zu verfassen. Aber auch hier gilt: Objektiv. Kommentare à „scheiß app, nix geht!!!“ mit 1 Stern wird kein Entwickler einer größeren Firma, Organisation etc. ernst nehmen.

    • Man kann in Health auch die Prioritätenreihenfolge von einzelnen Quellen festlegen, dazu bei zB Schritten einfach mal auf „Daten freigeben“ und dann ganz unten lesen und über „Bearbeiten“ kann man dann die Reihenfolge festlegen.
      Wenn es dann immer noch nicht funktioniert, dann kann HealthKit da nix dafür, dann liegt’s eher an den Drittentwicklern.

      Das mit der Herzfrequenz find‘ ich allerdings auch komisch, die kann man so schön mit runtastic aufzeichnen lassen in Health importieren geht aber nicht.

      Hat da einer Erfahrung mit der Watch? Gibt die nur Daten vom Ruhepuls weiter oder kann man den Puls während Aktivitäten hinterher auch in Health sehen? Ersteres würde erklären, weshalb runtastic den nicht weitergibt.

  • Ich hab das Glück bereits AOK Nordost Verdicherter zu sein und kann die App in vollen Umfang und bin begeistert. Meine Apple Watch zeichnet Herzfrequenzzähler und Schritte auf und speichert diese in Health und somit in Fitmit. Hab so schön die ersten Punkte sammeln können. Jeglichen Papierkram kann ich mir zukünftig sparen. Weiter so !

  • Ich finds gut. Und so lange man ja aktiv auswählen kann ob man mit machen möchte oder nicht kann ja jeder für sich selbst die vor- und Nachteile abwägen

    • „und so lange“ ist doch das Problem. Wer gesundheitlich Eingeschränkt ist wird dadurch benachteiligt. Irgendwann ausgegrenzt. Soweit ich mich erinner, hab ich mal gelernt das die Krankenkassen auf dem Solidaritätsprinzip aufgebaut wurden. Wer gesundheitlich schwach ist, dem wird durch die Beiträge der Gesunden geholfen. Aber wenn man gesund ist und das Geld z.T. wieder bekommt, zahlt man ja doch als eingeschränkter mehr (was erstmal ok klingen mag). Nur für alles gibt es immer einen ersten Schritt und wehe man wird eines Tages irgendwie so krank, das man keinen Bonus mehr bekommt und noch drauf zahlt (entsprechend so viel, was durch Bonuszahlungen an die Gesunden weg geht), dann handelt es sich um ein unfaires System.

      PS: Ich bin uneingeschränkt gesund und könnte auch dran Teilnehmen wenn ich wollte.

      • Guter Einwand, iTobi, aber hälst du es echt für realistisch, dass (chronisch) Kranke ausgegrenzt werden, weil sie keine App benutzen bzw. nicht im vollen Umfang Daten liefern?

        Ich glaube nicht, dass in den nächsten Jahren jeder Versicherte, der gesund ist, mit der App rumläuft und die Kranken bzw. gesundheitlich Schwachen ausgegrenzt werden.

        Solche Apps werden zwar an Aufmerksamkeit gewinnen, aber ich bezweifle, dass sie die 50%-Marke aller Versicherten einer Krankenkasse knacken werden, weil:

        1. nicht jeder ein Smartphone besitzt
        2. nicht jeder mit einem Smartphone die App runterladen wird
        3. nicht jeder alle Daten im vollen Umfang (z.B. Herzfrequenz) liefern wird

        Das ist zumindest meine These.

  • „Über Drittanwendungen wie etwa den Health Importer lässt sich Apples Gesundheits-App mit beliebigen Werten füttern, die anschließend an die Kasse übermittelt werden können“

    Meine Vermutung: Die App überprüft, ob die Zunahme an Schritten realistisch ist.

    Wenn jemand um 11 Uhr 100 Schritte insgesamt gelaufen ist und um 11:30 Uhr schon 10000 Schritte zurückgelegt hat (= Health-Daten mit gefälschten Daten importiert), dann wird das als Täuschungsversuch erkannt.

    Ob das tatsächlich so ist, weiß ich nicht, aber technisch gesehen wäre das eine Möglichkeit, das zu überprüfen. Natürlich ist das nicht 100% sicher, man kann bspw. jede Stunde mehr und mehr Schritte hinzufügen, aber ob sich der Aufwand lohnt?

    Sonst zu der App: Solange das nicht verpflichtend wird und jeder entscheiden kann, welche Daten er übermittelt – warum nicht?

    Wenn die Beiträge so bleiben, wie sie jetzt sind und nicht für Leute, die die App nicht benutzt werden, erhöht werden, sollte alles im grünen Bereich sein.

    Zur AOK selbst kann ich nichts sagen.

  • Ich halte zwar ohnehin nichts von der Rentner KRANKENKASSE AOK und es wäre für ein Grund zum wechseln von dieser Stasi Krankenkasse in einem anderen die sich an den Datenschutz hält, statt zu bespitzeln

  • Ich sehe es auch er negative – heute noch freiwillig – in Zukunft Pflicht – wenn man Beiträge sparen möchte – und da fangen die Probleme an. Chronisch Kranke / Leute die nicht immer und überall ihre Daten hinterlassen wollen und und und
    Anders Thema -> Fahrzeugüberwachung des versicherten KFZ. Damit man 20% Beiträge zu sparen kann. Lächerlich.
    Ich sehe uns schon in der Zukunft – bei jeder Situation überwacht und kontrolliert zu werden – dann werde ich ein Ticket (bei meiner Wasserversorger) ziehen müssen – wenn ich mal aufs Klo muss und Schmutzwasser produziere.
    :-)

  • Das Problem ist doch, dass der Spieß auch umgedreht werden kann! Wenn ein Teilnehmer nicht mehr die erwünschte Bewegung bringt, könnten für diesen erhöhte Beiträge erhoben werden! Aus reiner Menschenfreundlichkeit werden die Kassen diese Angebote nicht machen!

    • Ja und die Frage ist nicht ob sondern nur wann. So etwas gehört verboten. Langfristig hat das nur Nachteile für den Versicherten.

      • Genau, ich finde auch, dass jeder sich ungesund ernährende, rauchende, alkoholtrinkende, sportphobe Mensch mit den daraus folgenden Krankheiten, von der Allgemeinheit unterstützt werden sollte. Und dann bin auch dafür, dass man bei der Kfz-Versicherung den Schadenfreiheitsrabatt abschafften sollte. Ich will so oft in andere Pkws fahren wie ich Lust habe.

      • @jonet: Super Du hast voll verstanden um was es geht. Der Vergleich mit den Autoversicherern ist absolut sinnvoll

      • @Jonet Das ist doch Blödsinn, darum geht es doch gar nicht! Beispiel: Du bist Anfang 20, stehst voll im Saft und machst 5x pro Woche Sport und die Kasse honoriert das. So weit, so gut. Jetzt hast Du einen unverschuldeten Unfall und bist (vielleicht nur temporär) eingeschränkt und kannst keinen Sport mehr treiben: Ergo erhöht die Kasse für Dich die Beiträge empfindlich! Oder: Du wirst älter (keine Sorge, das wird passieren!) und kannst auch nicht mehr so Sport treiben wie früher – Zack, die Beiträge steigen wieder! Findest Du das immer noch in Ordnung? KEIN EINZIGES gewinnorientiertes Unternehmen (und Krankenkassen gehören dazu!) schenken Dir etwas aus Menschenfreundlichkeit!

      • @Beltane63: Natürlich muss differenziert werden. Wenn jemand durch einen Unfall im Rollstuhl sitz und deshalb nur eingeschränkt oder gar nicht mehr Sport treiben kann, darf natürlich nicht sanktioniert werden. Aber ich möchte nicht für den zahlen der vorsätzlich seine Gesundheit so ruiniert, dass erhebliche Kosten entstehen. Wenn Menschen sich unbedingt durch rauchen, Alkohol und Bewegungarmut selbst massiv schädigen, haben sie auch selbst für diese Kosten aufzukommen. Das sollte auch der Kfz-Vergleich deutlich machen.
        Nur weil jetzt etwas Vorsorge belohnt wird, ist es einfach nur absurd zu vordern „Wehret den Anfängen“.

  • @jonet Ich möchte für solche Menschen auch nicht zahlen. Ich habe auch nichts dagegen wenn Vorsorge belohnt wird, meinetwegen könnte für Raucher, stark Übergewichtige und Alkohol trinkende Menschen die Beiträge erhöht werden. Mir geht es um die Datensammlung per App. Man ist quasi unter ständiger Kontrolle und wer weiß, vielleicht kommen die Kassen auf die Idee die Beiträge aufgrund von kurzen Zeiträumen zu berechnen. Vielleicht steigen die Beiträge dann in jenen Monaten, in denen man,z.B., im Urlaub ist. Wenn man dann keinen Sport treibt (und nur isst :-D ) übertragen die Tracker auch diese Daten der Kasse! Und genau in dieser Überwachung sehe ich Problem, es geht niemanden an, was ich genau mache. Wenn diese Daten dann nocht mit der Standortangabe verknüpft werden, können die Kassen ein genaues Profil erstellen.

  • Wer weiß, dass Bildungsniveau und Gesundheit stark korrelieren der kann, denke ich nachvollziehen, dass die GKV sich für die gesunden Gutverdiener attraktiver machen muss. Solange die Politik eine PKV zulässt, müssen wir akzeptieren, dass die GKV solche Angebote machen muss um die jungen Menschen zu werben. Tut sie das nicht, gehen die jungen gesunden in die PKV und leisten keinen Beitrag für die solidarische GKV.

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