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Neues Urteil veröffentlicht

WhatsApp erneut in der Kritik: Weitergabe der Kontaktdaten ist illegal

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Ein Urteil des Amtsgericht Bad Hersfeld lässt die Diskussion um die Weitergabe der auf privaten Handys gespeicherten Telefonnummern an WhatsApp wieder aufkommen. Das Problem: Damit WhatsApp feststellen kann, welche Nutzer über den eigenen Messenger-Dienst erreichbar sind, werden alle im persönlichen Adressbuch eines Nutzers gespeicherten Telefonnummern an WhatsApp übertragen, ganz egal ob die Besitzer dieser Nummern den Messenger nutzen oder nicht. Kaum ein WhatsApp-Nutzer weiß, dass er mit dem Abnicken der Nutzungsbedingungen des Messengers bestätigt, dass er dazu autorisiert ist, diese Nummern zur Verfügung zu stellen und es ebenso okay findet, wenn seine Nummer auf diese Weise weitergegeben wird.

Nun gibt es bislang zwar keine Anhaltspunkte dafür, dass WhatsApp die übertragenen Daten über die beschriebene Art und Weise hinaus nutzt, das Bereitstellen an sich ist allerdings auch schon ein Problem. Die Bad Hersfelder Richter sehen darin einen Rechtsverstoß und der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke damit verbunden eine potenzielle Abmahngefahr.

Es ist das erste Urteil eines deutschen Gerichts zu der Frage ob das, was die Nutzer bei WhatsApp – meist unwissentlich – machen, illegal ist. Die Entscheidung mag für viele überraschend sein. Doch schon seit langem vertrete ich die Auffassung, dass die automatische Weitergabe aller Kontaktdaten des Adressbuchs an WhatsApp illegal ist – nur sind sich die Nutzer dessen bislang nicht bewusst gewesen.

Auch Solmecke sieht in der Weitergabe eine Rechtsverletzung, die betreffenden Nutzer könnten seiner Meinung nach daher zumindest theoretisch auch abgemahnt werden. In der Praxis sieht Solmecke die Gefahr für private Nutzer allerdings gering. Lediglich geschäftliche Nutzer wie etwa Versicherungsmakler oder -berater, Rechtsanwälte, Kundenbetreuer einer Bank oder Lehrer, die Kundendaten auf ihren Handys speichern, gingen hier ein höheres Risiko ein.

Wie geht’s weiter?

Solmecke sieht keinen praktikablen Weg, WhatsApp unter den gegebenen Umständen rechtssicher zu nutzen. Der Anwalt geht davon aus, dass die Verbraucherzentralen diesen Vorgang aufgreifen, um erneut gegen WhatsApp vorzugehen. Nutzern, die mit dem derzeitigen Stand der Dinge nicht einverstanden sind empfiehlt er, zu Alternativen wie Threema oder Hoccer zu wechseln.

Dienstag, 27. Jun 2017, 16:38 Uhr — chris
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Rede mit!
  • Meine Güte, das nervt allmählich echt. Wir benutzen WhatsApp weiter, ganz egal wie viele an den Haaren herbeigezogene Klagen die sich wieder dagegen ausdenken.

    • Geltendes Recht ist nicht an den Haaren herbeigezogen.
      Wo kämen wir hin, wenn nach und nach immer mehr segeln aufgeweicht werden?

    • HutchinsonHatch

      Hach, was werden die „Abmahn-Kassen“ endlich wieder klingeln! Kann ich eigentlich auch jeden verklagen der meine Handynummer an WA / FB weitergeleitet hat? Was mag das für ein Streitwert sein? 10-20.000 EUR pro Weiterleitung/Person natürlich? Super, nie wieder arbeiten! ;-)

      • Das wäre dann, wenn alle klagten, ein Nullsummenspiel. ;)
        Tatsächlich geht es aber um die Daten der Nicht-Nutzer, die zur Weitergabe nie zugestimmt haben, deren Daten zum Abgleich aber benötigt werden.

      • Bei deinem Nullsummenspiel verdient sich der Anwalt aber dumm und dämlich, was für mich der einzige Sinn und Zweck des ganzen darstellt. Genauso wie bei den Filesharing Abmahnung, die zu tausenden versendet wurde und die exakt gleiche IP Adresse aufgewiesen haben oder an Personen gegangen sind die nachweislich gar keinen Internetanschluss haben

      • Ach die meinst du… (mich hatte in dem Zusammenhang der Begriff „Anwalt“ irritiert). *Das* (also Rotermund & Co) sind für mich nichts anderes als Wegelagerer im Lackschuh, die selbst die Ehre von Räubern noch verraten.

      • Moment … wenn ich kein WhatsApp habe, krieg ich doch auch was vom Kuchen ab. Also wo war jetzt nochmal der Anwalt?!

    • Solange es nur um DEINE Daten ginge, wäre deine Einstellung vertretbar.
      Aber leider ist es so, das niemand all die Leute die in deinem Adressbuch stehen um Erlaubnis gefragt hat ihre Daten weiterzugeben zu dürfen. Oder hast Du das? DAS ist für mich nicht ok und deshalb benutze ich WhatsApp auch nicht.

    • @jonas horn
      das ist ziemlich unreif und zeigt, dass viele menschen nicht für das digitale zeitalter bereit sind. private daten, die diese personen nur dir anvertraut haben, wissentlich weiterzugeben, ist neben einem vertrauensbruch einfach eine verletzung von datenschutz. es is tequivalent dazu, das deine freunde auf dem marktplatz gehen, einem gaukler deine privatdaten verraten, der sie dann an menschen verkauft, die dich täglich mit ungewollter werbung versorgen (die du dann entsorgen musst), dich täglich mehrfach anrufen (um dir etwas zu verkaufen) oder vor deiner tür stehen, um mit dir verträge abzuschließen. und das sind nur die besten folgen dieser verkettung.

  • Interessant, aber ist das bei anderen Messengern nicht ähnlich mit der Abfrage der im Smartphone gespeicherten Telefonnummern?
    Hoffe, es gibt eine rechtliche Klärung diesbezüglich

  • Genau aus diesem Grund habe ich what’s App schon seit vielen Jahren den Zugriff auf mein Adressbuch im Handy verboten. Dadurch wird die Bedienung leider etwas umständlich, aber es löst das Problem der Datenweitergabe.

    Ich verstehe auch nicht warum die Daten auf den Server geschickt werden müssen um sie ab zu gleichen. Andere Messenger machen das ja auch auf dem Handy Lokal.

    • Tun sie nicht, und nützen tut es ohnehin nix, wenn alle anderen deiner Freunde den Zugriff gewähren. Auch bringt der Wechsel zu anderen Messengern rein rechtlich auch nichts mehr, wenn man einmal zugestimmt hatte. Juristisch ist der Rechtsbruch vollzogen. Man kann maximal auf Verjährung hoffen…

  • Es ist eine Entscheidung des Amtsgerichtes Hersfeld zu einem Sorgerechtsstreit. Bei alles Respekt, bitte nicht überbewerten. Zu Herrn Dr. Solmecke darf sich jeder seine eigene Meinung bilden ;-)

  • Es benutzt nur kaum einer die Alternativen! Selbst lMessage wird kaum genutzt. Zumindest in meinem Bekanntenkreis .

    • ist bei mir genauso, aber das hindert mich nicht daran, nach meinen Überzeugungen zu leben.

      Wer sich gläsern machen will und wem es egal ist, das ein Profil über einen erzeugt wird, kann WA gerne nutzen.

      Ich biete iMessage, SMS, Mail und Threema an.

      Und mal ganz ehrlich, seit dem ich mein Konto gelöscht habe, habe ich nicht einen Kunden, Freund oder Arbeitskollegen verloren, die können mich immer noch erreichen.

  • Abmahnen können ja nur die, die kein WhatsApp haben und damit dann nicht einverstanden sind mit der Weitergabe ihrer Nummer. Herausfinden kann derjenige es aber nur wenn er selber WhatsApp verendet um zu sehen wer alles in seinen Kontakten WhatsApp nutz und somit hat er ja selber zugestimmt das WhatsApp auf seine Kontakte zugreift. Also mahnt er ab und der abgemahnte kann dann gegen abmahnen… also eine patt Situation… was ist eure Meinung?? Wo liegt der Denkfehler wenn da einer ist.

  • iFun widerspricht sich aber teilweise selbst ziemlich in der Beurteilung der eigenen Berichterstattung. Noch vor einigen Wochen begann ein Artikel mit genau dem Satz „WhatsApp engagiert sich inzwischen vorbildlich in Sachen Datenschutz“… bzw. Privatsphäre.

    Und jetzt zählen wir runter, bis dieser redaktionskritische Beitrag hier wieder verschwindet… 3… 2… 1…

    • Was den journalistischen Stil angeht, kann ich dir allerdings nur zustimmen, da ist noch sehr viel Luft nach oben möglich. Allerdings wenn zwei Meinungen abgebildet werden, hat man als Autor auch nicht wirklich Möglichkeiten, dass in Einklang zu bringen. Von daher vertreten die Urheber ja nicht ihre eigene Meinung, sondern stellen eine fremde Meinung entsprechend da. So wäre solch ein Urteil sicherlich auch nicht vor Wochen vorhersehbar gewesen. Jedoch dann auf andere Messenger zu verweisen, das ist schon ein bisschen unprofessionell, da ja vom Prinzip sich jeder strafbar macht, der ein Google Adressbuch nutzt oder selbst die iCloud verwendet. Das hätten die Autoren eigentlich erkennen müssen.

  • Ja, es nervt wirklich. Da viele meiner Bekannten WhatsApp nutzen, landen meine Daten ungefragt in der cloud und ich kann nichts dagegen tun.

  • Genau das ist der Grund, warum ich WA und FB nicht installiert habe, ich will nicht, dass meine Kontaktdaten abgegriffen werden.
    Ich weiß, dass ich durch andere Nutzer der sog. Sozialen Netzwerke bereits vielfach in den Datenbanken existiere.
    Aber das macht die Sachen nicht legaler!
    Auf eine ‚Beschwerde‘ bei einem Öffentlich-Rechtlichen Sender, warum sie so aggressiv für FB & Co bewerben, kam in etwa: „es ist stand der Technik“

    Warum muss ich immer an die vielen Milliarden Fliegen denken. denen vieles gut schmeckt … *gg*

  • Also ich verstehe eure kommentare nicht… es geht nicht um die Kontaktdaten der WA Nutzer sondern um ebay alle anderen Kontakdaten von Menschen die nichts mit WA zu tun haben und auch nichts mit denen zu tun haben wollen. Die Kontaktdaten (evtl auch adressdaten) dieser Geschädigten landen ungefragt bei WhatsApp… das ist meiner Meinung nach sehr kritisch und ich finde es gut wenn die Gerichte diese Datenweitergabe klären!

      • autokorrektur vermutlich.
        Aber ich derselben Meinung wie FotoKnipser: was die WA-Nutzer mit ihren eigenen Daten ist mir eigentlich ziemlich egal. Nicht aber, dass meine Kontaktdaten (als Nicht-Benutzer dieses Services) weitergegeben werden! Das gehört wirklich mal thematisiert!

  • Ich hab‘ meine wichtigsten Kontakte schon längst von Threema überzeugt. WhatsApp nutze ich nicht mehr, seit es von Facebook übernommen wurde.

  • Gut so ! Weg mit dem MIST ! Löschen und auf Nimmerwiedersehen WA !!!!

  • Eure Formulierung oben stimmt leider nicht ganz, obwohl wenn richtig formuliert die Problematik gut erklärt wäre. Es ist keine gute Satzbildung, aber es müsste mindestens heissen (Änderung in Großbuchstaben):

    „…Kaum ein WhatsApp-Nutzer weiß, dass er mit dem Abnicken der Nutzungsbedingungen des Messengers bestätigt, dass er WHATSAPP DAZU AUTORISIERT, …usw.“

  • Ich hätte wohl mal lieber Anwalt werden sollen …
    Spaß beiseite. Wenn man wirklich deswegen klagen kann und 50 Prozent der WhatsApp User hierzulande verklagt werden sollten. was machen die Gerichte dann mit den anderen Klagen? Muss man dann 10 Jahre warten bis was passiert ?

  • Habe wa ohne Zugriff auf das Addressbuch und kann damit direkt sehen, wer mich ungefragt an wa weiter gegen hat, wenn mich jemand anschreibt.

    Diese Person könnte ich nun abmahnen, da ungefragt persönliche Daten weiter gegeben wurden.
    Nur wer will seine Freunde verklagen und von denen Geld verlangen. Die Freunde ist man sofort los….
    Daher ist es recht unwahrscheinlich, das jemand klagen wird.

    Nur wäre es gut, wenn WA Hashes nutz, wie andere Dienste auch.

    Was ich etwas nervig finde, das einige Datenschutz Optionen sehr lasch default sind, hier wäre es besser der User müsste diese aufweichen.

  • Welche Details der Kontakte werden denn übertragen?? Telefonnummer, Namen…vielleicht sogar noch Geburtstage, Adresse und das Kontaktfoto??

  • So weit ich mich erinnere, war bei der Erstinstallation vor Jahren gar nicht möglich den Zugriff auf das Telefonbuch zu verweigern. Ich erinnere mich, das ich ich WhatsApp damals auf einem Apple iPhone 3GS installierte. Damit bin ich dann bei den Abmahnern wohl raus.
    Was so ein Amtsgericht da auch so raushaut, mich wundert das immer wieder. Sind die Amtsrichter da eigentlich alle weltfremd? Jura ist doch Numerus Clausus gebunden, oder?

  • Erledigt. Soeben WA-Account gelöscht. Habe lange gehadert, jetzt ist Schluss.

  • Tatsächlich finde ich es höchst problematisch, wie hier einige argumentieren, wenn sie sich beschweren, dass gejammert wird. Es würden ja eh alle WA nutzen, also dürfe man sich nicht beschweren.
    Dadurch, dass es alle nutzen, ohne die AGBs zu lesen, wird es rechtlich nicht legal!!
    Gedankenspiel: WA schreibt ins Kleingedruckte, dass man sich bei Nutzung verpflichtet nach zwei Jahren in seiner Wohnung Atommüll endzulagern.
    Völlig absurd? Aber hej, wir alle nutzen WA, also was regen wir uns auf?

    Nehmt endlich ernst, dass ihr die AGBs von WA akzeptiert habt und damit etwas tut, das (rechtlich und moralisch) nicht in Ordnung ist!

  • Wenn ich Freunden meine neue Handynummer gebe, muss ich damit rechnen, dass der eine oder andere WA nutzt, also in der heutigen Zeit ist immer jemand dabei.

  • schön waere es, wenn man nicht das gesamte telefonbuch freigeben muss, sondern je kontakt. mein bankberater muss nicht mein privatfito sehen oder der kollege vom buero nebenan

  • R dieses Urteil ist absoluter Irrsinn! Bei jedem Smartphone werden die Adressdaten in der Regel online gespeichert. Ob Google oder Apple macht für mich keinen unterschied, die Daten sind in fremden Händen gelandet. Dann wäre bei einer Schadensersatzforderung auch interessant wie man feststellen kann, dass gerade ich der Verursacher bin sozusagen in die Störerhaftung Falle und nicht die anderen 100 Leute, die zufällig die Telefonnummer ebenfalls haben und what’s App nutzen. Das ganze ist aus meiner Sicht nur wieder ein trauriger Beweis dafür, wie rückständig unser toller Sozialstaat ist. Sozialstaat ist auch das einzige was hier funktioniert, vom Rechtsstaat kann man das zumindest was die praxisnäher angeht nicht ganz behaupten. Letzt endlich zeigt das Urteil eindrücklich, wie der Staat sich die letzten 20 Jahre um die Anpassung der Rechtslage in Richtung neuer Medien verschlossen hat. Interessantes Beispiel dazu, da haben die Schulminister doch diskutiert, ob man WhatsApp in Schulen einsetzen soll. Auch hier hätte man längst seit 20 Jahren ein eigenständiges System entwickeln können, man hätte immerhin vorhersehen können, wie abhängig man sich von US-amerikanischen Dienst macht. Und dann kommt so ein Richter von irgend einem Amtsgericht und stellt plötzlich fest, dass das ja alles rechtswidrig ist. Was ein Irrsinn!

  • Meine Daten sind sooooooo langweilig…kannste haben…

  • Das vermeintliche Problem ist m.E. aber auch schon ein bißchen an den „Haaren herbeigezogen“ …. das lässt sich garantiert auch legal regeln ….
    Jeder Nutzer gibt Rinder Anmeldung seine Rufnummer an und wenn ich ihn das erste Mal kontaktieren will, dann muss ich eben auch 1 x seine Nummer eingeben … danach ist man miteinander „verbunden“ und fertig ….
    Jetzt erklärt sich mir aber auch endlich, wieso ich unter gewissen Umständen viele Kontakte von mir auf WA vorfinde, zu denen ich bis dato garantiert noch keinen Kontakt via WA hatte …

  • Wie ist es wenn die Kontakte in der iCloud gespeichert werden? Theoretisch müsste man da doch auch vorher jeden einzelnen um Erlaubnis fragen die Daten hochladen zu dürfen. In diesem Fall wird sogar das gesamte Adressbuch online gespeichert und nicht nur die Telefonnummern wie das bei Whatsapp der Fall ist.

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