Apples Anti-Tracking-System im Fokus
Werbe- und Medienverbände fordern Kartellstrafe gegen Apple
Die Dachverbände der deutschen Medien- und Werbewirtschaft haben sich gegen die von Apple vorgeschlagenen Änderungen an den in iOS integrierten Anti-Tracking-Maßnahmen mit dem Namen App Tracking Transparency (ATT) ausgesprochen. In einer uns vorliegenden gemeinsamen Stellungnahme fordern sie das Bundeskartellamt auf, die Vorschläge von Apple zurückzuweisen und eine Geldbuße zu prüfen.
Bundeskartellamt untersucht ATT-System
Das Bundeskartellamt beobachtet seit rund drei Jahren genauer, wie Apple auf dem deutschen Markt agiert. Anlass war die Feststellung, dass der iPhone-Hersteller nach Ansicht der Behörde über eine marktübergreifende wirtschaftliche Machtposition verfügt. In diesem Zusammenhang haben die Kartellwächter auch Apples App Tracking Transparency untersucht und einen möglichen Verstoß gegen die Wettbewerbsrichtlinien gesehen. Apple könne mit dieser Regelung eigene Angebote bevorzugt behandeln oder andere Unternehmen behindern. Apple wurde im Februar vergangenen Jahres von der Behörde abgemahnt. Daraufhin hat das Unternehmen einer Reihe von Änderungen zugestimmt, die nach Ansicht der deutschen Werbewirtschaft jedoch nicht ausreichend sind.
Der aktuelle ATT-Bildschirm in iOS
Die an einem vom Bundeskartellamt im Dezember durchgeführten Markttest beteiligten Branchenverbände halten diese Änderungen jedoch nicht für geeignet, die bestehenden Wettbewerbsprobleme zu beseitigen. Nach ihrer Einschätzung bleiben sowohl zentrale wettbewerbsrechtliche Kritikpunkte als auch datenschutzrechtliche Bedenken im Zusammenhang mit dem App-Tracking-System bestehen.
Branche fordert kartellrechtliche Schritte
Die Branche fordert nun deutliche kartellrechtliche Konsequenzen, darunter konkret die Anwendung von § 19a des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB). Bei einem Verstoß droht eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Apple weist Vorwürfe zurück
Apple hat entsprechenden Vorwürfen bislang stets widersprochen und sich auf den Standpunkt gestellt, dass man das System entwickelt habe, um Nutzern zusätzliche Möglichkeiten für den Schutz ihrer Daten zu geben. Die auf Wunsch des Kartellamts vorgenommenen Änderungen seien darauf abgestimmt, die wesentlichen Vorteile für Nutzer zu erhalten.
Zum totlachen, wenn ich ne Alarmanlage und Sicherheitsschlösser zu Hause anbringe kommt dann auch die Einbrecher Lobby und beschwert sich? :D
Ich glaub‘, der EU geht es um die Bevorzugung der Apple-eigenen Angebote
Ich glaub den Dach Verbänden geht es um den daraus resultierenden Verzicht von Userdaten und das deren Tracking- und Anzeigensystem nicht mehr richtig funktioniert. DerRalf hat schon recht.
@DerRalf
Da Apple keine keine globale Werbe-ID verwendet, womit man über große Werbenetzwerke hinweg tracken kann, sondern nur eine Apple eigene, wird es nicht bevorzugt. Beides ist komplett was anderes. Ich hoffe, dass rallern endlich mal die ganzen Boomer in den Behörden.
Wieso? Ähnliche Maßnahmen können andere ja ebenfalls umsetzen. Da erfindet einer ein besonders sicheres Schloß, die Lobby der Einbrecher beschwert sich, dass das ja nicht anderen Schloßherstellern auch zugetragen wird? Passt irgendwie nicht …
@Maik
Was sind „Boomer in den Behörden“?
Das ist das Gegenteil von Gen-Z, die ihre Klugheit mit Löffeln gegessen hat ;-) und bisher noch nichts geleistet hat
Der Vergleich wäre eher, wenn der Alarmanlagenhersteller die Möglichkeiten zur Umgehung des Schutzes an eine seiner Abteilungen nennt, damit diese ungehindert in dein Zuhause eindringen können.
Wenn Apples Abteilungen oder durch Apple autorisierte Drittanbieter Möglichkeiten erhalten, ATT zu umgehen und ohne Gefahr zu laufen, sanktioniert zu werden, dann erlangen sie dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Marktteilnehmern.
Dagegen sollte niemand vorgehen?
Wie kommst du darauf, ich müsste erstmal ATT verstehen? Weil der Versuch den hinkenden Vergleich des OP anzupassen um ihn besser auf die Umstände zu münzen nicht optimal war?
Ich habe weder davon geschrieben, dass Apple im Rahmen von ATT explizit Daten weiter gibt, noch dass Apple tatsächlich ATT umgeht bzw. ignoriert.
Sondern die Bedingung formuliert, unter der Apple womöglich wettbewerbswidrig agieren könnte und die Frage, ob man dann dagegen vorgehen sollte.
Falls also Apples eigene Apps keine Tracking-Abfrage machen, die Zustimmung des Nutzers zum Tracking nicht voraussetzen oder ignorieren oder Apple dergleichen anderen Entwicklern einräumt ohne dass sie mit Sperren oder ähnlichen Sanktionen seitens Apples rechnen müssen, dann könnte das wettbewerbsrechtlich relevant sein.
Irgendwie haste nix verstanden..
Der Vergleich ist so falsch wie es nur geht.
+1
Was für eine gequirlte…..
Ich bin doch … soweit möglich …. der Entscheider mit wem ich meine Daten teile. Warum heulen sie so rum …. ach sie sehen eine illegal Einnahmequelle schwinden …
Ah, übersetzt: „wir möchten gerne, dass unser Tracking per default aktiviert ist und kein Hinweis darauf genannt werden muss (ok, oder wenn, dann sowas wie „Wenn sie den Superfluxkompensator der Produktinformationsdistribution deaktivieren, wird ihr Leben schlecht und sie bekommen sofort eine Warze auf der Nase“). Begründung:Apple macht das bestimmt auch so…
Unsägliche Larmoyanz
Bezieht sich das ausschließlich auf bestimmte Apps oder auf alle?
Was passiert, wenn ich statt einer App (hier NTV) , die Webseite aufrufe? Dann wird doch auch getrackt. Warum werde ich da nicht nach meiner Zustimmung gefragt?
Ja, schade. Warum wird man nicht auch auf jeder Webseite um Erlaubnis gefragt bzw. warum kann man das nicht einstellen?
Man macht alles richtig, wenn die Problemfirmen rumheulen. Ganz viel könnte würde sollte.
Danke Apple!
Welche Seite ist hier das Kartell?
Wenn ich bei den Seiten von Welt und NTV <300 Tracker manuell auschschalten muss und dann noch 50 weiter als essentiell bezeichnet werden finde ich das sehr lästig.
Die Apps habe ich schon gar nicht mehr installiert und wenn schaue die nur noch als Safari Webapps mit vollen Arsenal an Adblockern.
Haha, wie alt ist das Thema nun?
Und weder iFun noch viele der Kommentare schaffen es bisher den Sachverhalt klar und eindeutig zu verstehen bzw. zu beschreiben… was für ein Armutszeugnis :-) Da muss man sich wirklich nicht mehr wundern :-)
Endlich mal jemand, der den Durchbick hat. Kannst du dann an dieser Stelle bitte mal umfassend aufklären?
Habe ich in unter den anderen Artikeln schon unzählige Male versucht.
Ich kopiere mal eine:
Apple macht kein Tracking via AdID & 3rd parties. Es fragt also nicht: „Was hat der User bei XYZ gekauft und was sollte ich ihm dann im AppStore anzeigen?“
Apple bietet nur personalisierte Werbung auf Basis eigener Dienste. Es fragt also nur: „Was hat er bisher im AppStore geladen, was zeige ich ihm nun?“
Daher der Unterschied beim Fragen des Nutzers. Viele Apps machen z.B. auch nur die zweite Variante und fragen daher auch nie nach dem Tracking der AdID.
Nur manche Apps wollen mittels der AdID tracken und die müssen dann zusätzlich eben den User fragen um an diese zu kommen. Das ist die ATT-Abfrage.
Mein Vorschlag: Apple sollte jegliche AdID löschen und überhaupt nicht mehr unterstützen. Somit muss auch nie mehr der User via ATT gefragt werden. Es wird schlichtweg nicht mehr unterstützt und die, die tracken wollen schauen dann in die Röhre.
Es gibt keine Verpflichtung so etwas wie Tracking überhaupt zu unterstützen.
Andere Frage: ist iFUN ein Mitglied im Medienverband der freien Presse (MVFP), der am ATTF-Verfahren gegen Apple beteiligt ist. Oder anderweitig dort beteiligt?
Ist doch relativ einfach:
Gefordert wird neben vielen anderen Dingen vor allem das Apple die gleiche Zustimmung wie für andere für sich selbst anwendet was erstmal nicht der Fall ist. Apple Anfrage an Tracking müsste genauso gestaltet sein wie für die Apps. Apple fragt nach personalisierter Werbung aber zb beim install deutlich freundlicher hinweisender und erklärender als für die Apps. Das ist der unfaire Vorteil den ein Monopolist nicht nutzen darf.
Wenn Apple also wenn ich heute bei der App Anfrage nein klicke auch nicht verarbeiteten dürfte dann wäre es ja ok. Aber für die selber gilt das nicht und ihre AppStore Werbung ;)
Einfach genug erklärt?
@ afrob: Noch einfacher wäre es gewesen, wenn Du ein paar Kommazeichen verwendet hättest.:)
Aber was tut Apple mit meinen Daten? Daß mir Apple mit Werbung auf die Nerven geht, ist mir bisher noch nicht passiert. Zumal es auch gar nicht nötig wäre, da ich ja selbst nach Infos über Apple zB auch hier mitlese.
Alles andere, was ich an Werbung sehe, lässt sich auf mein Suchverhalten bei Medien, Amazon oder ähnlichem zurückführen.
Von Apple selbst höre und sehe ich nichts.
Ja mehr Kommas nächstes Mal.
Du kannst ja Apple auch die Einwilligung geben wenn du damit happy bist . Es geht doch nur darum, dass Apple als Monopolist auf einer Plattform anderen es schwerer macht als sich selber. Das klingt für manche ok, ist aber rechtlich halt nun mal falsch. Kartellrecht hat halt am Ende Sinn, weil irgendwann Monopolisten ihre Position zum Nachteil von Konsumenten ausnutzen. Vielleicht nicht heute aber morgen oder übermorgen. Ich verstehe den Frust über die Datenverarbeitung aber Apple muss halt faire Bedingungen anbieten. Over and out ;)