Telegram-Gründer nennt Details
Telegram-Sperre durch neue Erpressungsmasche ausgelöst
Nachdem Apple die Messenger-App Telegram zu Beginn der Woche kurzzeitig aus dem App Store entfernt hatte, liegen inzwischen weitere Informationen dazu vor. Offenbar wurde im Zuge eines Erpressungsversuchs bewusst illegales Material in einer Telegram-Gruppe platziert.
Apple hatte Telegram vorübergehend aus dem App Store genommen, weil dort Inhalte verfügbar waren, die gegen die App-Store-Vorgaben verstießen. Der Telegram-Gründer Pavel Durov hat sich nun zu den Hintergründen geäußert.
Illegales Material als Druckmittel
Laut Durov platzierten Angreifer gezielt illegales Material in einer öffentlichen Telegram-Gruppe, um Druck auf deren Betreiber auszuüben. Auf diese Weise werde beispielsweise Geld erpresst. Wer nicht zahlt, müsse damit rechnen, dass die eigene Gruppe oder sogar die App in Schwierigkeiten gerät, weil die illegalen Inhalte gemeldet werden.
Das entsprechende Material wurde dabei so platziert, dass sie nicht direkt von Administratoren gesehen und entfernt werden können. Im aktuellen Fall seien die Inhalte nicht als neuer Beitrag veröffentlicht, sondern nachträglich in eine ältere Nachricht eines aktiven und öffentlichen Gruppenchats eingefügt worden. Dergleichen könne grundsätzlich auch auf anderen Plattformen passieren. Telegram sei jedoch in den vergangenen Monaten in eine Richtung gewachsen, die eine Moderation komplexer macht und neue Angriffsflächen schafft.
Neue Herausforderungen für Plattformbetreiber
Durov sieht darin grundsätzlich ein Risiko für Anwendungen, die Inhalte ihrer Nutzer anzeigen oder verbreiten. Wenn einem Angreifer gelinge, illegales Material so zu platzieren, dass es von der Community kaum entdeckt werden kann, könne dieser die anschließende Meldung an einen Store-Betreiber als Druckmittel nutzen.
Durov kritisiert, dass Apple Telegram aus dem App Store entfernt hat, bevor sein Unternehmen kontaktiert wurde. Eine direkte Meldung hätte seiner Meinung nach ausgereicht und dafür gesorgt, dass die illegalen Inhalte unverzüglich aus Telegram entfernt werden.
Die im aktuellen Fall genutzte Erpressungsvariante stellt sowohl Anbieter wie Telegram als auch Administratoren von Chat-Gruppen und anderen Onlineplattformen vor neue Herausforderungen.

Stellt sich die Frage warum man es erlaubt ältere Nachrichten zu editieren.
Die Frage ist in der Tat berechtigt, und genauso, warum die Änderungshistorie der fraglichen Nachricht nicht bei der Meldung mitgegeben wird.
Und wie soll das überhaupt funktionieren?
Stellt sich eher die Frage, wer in Zeiten von RCS Messengerdienste wie Whatsapp, Telegram & Co. braucht.
Das wird sich sicherlich sehr schnell ändern.