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Straßenpreise. Jetzt auch bei Apple.

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69 Kommentare 69

Wer sich im laufenden Dezember auf die Suche nach einem iPhone 5c oder einem Apple TV macht, sieht sich Ende 2013 mit einer Situation konfrontiert, die potentielle Apple-Kunden bislang so nicht kannten.

Apples Preise, die im Apple Online Store bzw. in einer der 13 deutschen Apple Store-Filialen veranschlagten Kosten für die Hardware-Produkte aus Cupertino, sind nicht mehr tonangebend. Jedenfalls nicht mehr zwingend.

berlin

Während in den letzten 10 Jahren durchgängig davon ausgegangen werden konnte, dass die aktuellen iBook-, PowerBook-, iPod-, MacBook- und iPhone-Preise auch bei alternativen Apple-Händlern (wenn überhaupt) nur 10-20€ von Apples Preis abweichen, hier und dort vielleicht noch eine Schutzhülle oder eine Tasche als kostenlose Dreingabe mit über den Verkaufstresen wandern würde, so stand doch durchgehend fest: Mit einer gedankenverlorenen Bestellung direkt bei Apple, kann man nicht viel falsch machen.

Seit dem Apple-Event zur letzten iPhone-Vorstellung im Herbst greift die Faustregel, die uns in den vergangenen Jahren vor nervenden Preisvergleichen und Bestellungen bei Dritthändler bewahrt hat, leider nicht mehr. Inzwischen haben auch Apple-Produkte einen Straßenpreis und – schlimmer noch – der Straßenpreis und Apples Preis sind nicht mehr quasi-identisch.

Die beiden besten Beispiele sind das iPhone 5c und die Settop-Box Apple TV. Während Apple das neue iPhone mit dem Kunststoff-Rücken im Apple Store unverändert für 599€ anbietet, liegt der Straßenpreis für den kleinen Bruder des iPhone 5s inzwischen bei lockeren 499€. Wer einen guten Ebay-Tag erwischt, legt für ein originalverpacktes Gerät mitunter nur 480€ auf den Tisch.

Ein ähnliches Bild zeichnet auch das Apple TV. Apples Preis liegt seit der Markteinführung der kleinen schwarzen Fernseh-Kastens unverändert bei 109€. Kostenfreie Lieferung inklusive. Wer in den vergangenen vier Monaten jedoch mehr als 75€ für die Box bezahlt hat, die sich alle zwei Wochen zum Schnäppchenpreis bei Mediamarkt und Co. schießen lässt, hat mehr als ein Viertel zu viel ausgegeben.

Die „Straßenpreise“ sind also bei Apple angekommen. Ein begrüßenswertes Phänomen?

Grundsätzlich ist die Preisreduzierung aktueller Hardware-Generationen – bislang ein Ding der Unmöglichkeit – natürlich begrüßenswert. Die im Freundes- und Familienkreis oft gestellte Frage, ob es sich lohnt woanders zu schauen, oder vielleicht noch eine Woche mit dem Kauf zu warten, lässt sich Ende 2013 guten Gewissens jedoch nicht mehr mit einem klaren „Nein“ beantworten.

apple

Apple, so scheint es, driftet hier momentan in Gewässer, mit deren Wogen bislang nur die Schiffe der Mitbewerber zu kämpfen hatten. In den USA reagieren die ersten Apple Stores auf die Billig-Angebote großer Elektronik-Ketten inzwischen mit Preisanpassungen und geben einzelne Geräte mitunter günstiger als auf dem Preisschild notiert ab.

Aber halt!

Vielleicht steckt hinter der, auf einmal ganz konventionellen Preisentwicklung des iPhone 5c und des Apple TVs ja auch ein System?

Wie sonst lässt sich die Tatsache erklären, dass genau die beiden Geräte, von dem neuen „Trend zum Straßenpreis“ betroffen sind, bei denen es Apple nicht so sehr um die Margen, sondern in erster Linie um die Ausweitung des Marktanteils und um die massenhafte Platzierung im Wohnzimmer geht? Zwei Produkte, deren langfristiger Erfolg sich eher am Anteil der bekehrten Android-Nutzer und am Verkauf von TV-Inhalten messen lassen muss, als an dem zum Verkaufszeitpunkt erzielten Reingewinn.

Vielleicht, und hier dürften sich die alten Apple-Recken freuen, gibt es also doch noch keinen Straßenpreise für Apple-Produkte. Vielleicht gibt es einen Strategie-Preis…

Kalkulierte Preis-Anpassungen, die Apple lieber von dritten Händlern durchführen lässt, als die eigenen Geräte offizielle zu reduzieren und so das Lineup zu entwerten.

Dienstag, 10. Dez 2013, 17:42 Uhr — Nicolas
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Rede mit!
  • Wie bei Monopoly…
    Welche Straße kauf‘ ich denn jetzt?

  • Ich will ja die ganze zeit mir ein Apple TV kaufen. Aber denke mal, dass es bald die vierte Version gibt, oder was sagt ihr?

  • „Straßenpreise“ hin oder her:
    Ich kauf lieber dort, wo ich mir sicher sein kann, auch in den nächsten Jahren noch bedient zu werden.

  • Hoffentlich nicht – ich finde Apple verliert etwas, wenn es jeder hat. Ich weiß, das ist oberflächlich und bla bla – ich sehe es aber trotzdem so.

  • Danke für diesen interessanten Artikel!

  • Inwiefern ist es denn schlecht, wenn jetzt auch bei Apple die Preise beginnen sich dem Markt anzupassen? Zumindest tendenziell scheint ihr darüber nicht glücklich zu sein.

    • „Grundsätzlich ist die Preisreduzierung aktueller Hardware-Generationen – bislang ein Ding der Unmöglichkeit – natürlich begrüßenswert.“ – Schlecht ist das nicht, aber es muss eben Vorsicht dabei geboten werden, jetzt davon auszugehen, alle Apple Produkte erhalten demnächst einen Straßenpreis, der auch noch von der Stores übernommen wird. Die andere Sache ist, dass die Werte der Produkte dadurch schnell abnehmen kann, das neue iPhone ist dann schnell nur noch viel weniger Wert…. Anderseits ist das natürlich auch Marktwirtschaft, oder?!

      • Ok ja, das mit dem Gebrauchtgerätepreis ist natürlich schon ein Punkt, aber die Frage ist, ob sich der nicht relativiert, wenn die Geräte grundsätzlich schon billiger über den Ladentisch gehen

      • Ich seh die Gefahr darin dass viele jetzt anfangen könnten zu zögern… sprich iPhones nicht mehr am Launch-Day zu kaufen.

        Daher: zumindest beim Apple TV Strategie! Beim 5C, da war das direkt nach Verkaufsstart auf Ebay zu beobachten (da wurden teilweise für 470 Preisanfragen angenommen)

      • Top
        Vielen Dank für diesen Kommentar.
        Es wird Zeit, dass Apples händlerunfreundliche – ich meine damit unfreundlich bezogen auf die Selbstgestaltung des Marktanteils – Preis wird ind wir zu eingermaßen marktwirtschaftlicher Preisgestaltung (bei einem Monopolprodukt) kommen.

        Das Positive daran: Preisdruck erzeugt Leidensdruck. Vielleicht führt das auch zu etwas mehr Innovation?

    • Weil sich eine solche Entwicklung auch stark auf die Gebrauchtmarktpreise auswirkt, die Investition in ein hochpreisiges Appleprodukt, relativiert sich meist mit der Anschaffung der nächsten Generation, weil für das gebrauchte Produkt sehr hohe Preise erzielt werden können.
      Wenn es bei den Neugeräten zu solchen Straßenpreisen kommt, wird es künftig schwerer einen Gebrauchtpreis zu ermitteln.
      Ich denke/hoffe es bleibt bei diesen beiden Produkten, da ich persönlich mit der Situation wie sie z.zt. ist gut Leben kann.
      Habe erst vor wenigen Tagen zwei iMac zu einem vernünftigen Preis verkauft, um mir ein neues MBP Retina anschaffen zu können, mir gefällt das so.

  • Hmm… Ich bin vermutlich in der BWL oder Marktwirtschaft nicht gut genug unterwegs um verstehen zu können, wie diese Anbieter überhaupt zu geringeren Preisen verkaufen kann? Sind es Mengenrabatte, die die Ketten von Apple bekommen? Kann mir jemand erklären, wie man vermutet, dass dies möglich ist, ohne Verluste einzufahren?

  • Also ich bekomme bei meinem Händler um die Ecke eig auf alle Produkte (auch von Apple) ca. 10% Rabatt. Wohlmöglich um meine Treue zu entlohnen. Aber ich bekomme sie, auch wenn sie nicht damit werben. Und ich denke nach den 10% verdienen die Jungs immer noch genug am Gerät! Die Marge sinkt zwar, aber dafür können Sie sicher sein, dass auch der nächste Mac bei ihnen gekauft wird! Es sei denn ich bekommen ihn woanders für 20% weniger;)

  • Ob kalkulierte Preis-Anpassung oder Straßenpreis-Anpassung, es ist klar, dass das iPhone 5C einfach zu teuer angesetzt wurde und nun kapieren auch die bei Apple, dass die Kunden nicht mehr so naiv und blind jedes Ding was von Apple neu zum egal welchen Preis rausbringt ohne erstmala über Preis/Leistungsverhältnis nachzudenken! Deshalb wurde wahrscheinlich auch die Produktionsmenge zurückgefahren, weil das Ding sich nicht so verkaufen lässt, wie in der Planung erhofft.
    Und das ist auch gut so! denn nur der Kunde kann davon profitieren.

  • Es gibt einen Unterschied zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis.
    Beispiel Haushaltsgeräte:
    Karstadt kauft eine Küchenmaschine zu 160€ vom Hersteller und verkauft sie für 330€ an den Kunden weiter.
    Der Hersteller wird die Maschine aber auch nicht für 160€ an den Kunden über einen Online-Store vertreiben, sondern rechnet sich einen Gewinnanteil drauf.
    Bei Apple und Drittanbietern ist es nun so, dass der Gewinnanteil pro verkauften Produkt für den Reseller geringer ausfällt, aber immer noch so groß ist, dass es sich lohnt. Außerdem wirbt man damit noch Künden an, die bspw. Zubehör und andere Dinge kaufen.

  • Warten wir lieber auf den iTV.. :D

  • Woanders schauen mit einem klaren Nein beantworten? Also in meinem Fall war mein MacBook ganze 300€ günstiger als bei Apple. Die Frage kann man immer ganz klar mit einem Ja beantworten. Es sei denn man ist paranoid genug zu denken, Apple sei der einzig seriöse Händler.

    • Das sehe ich auch so: Natürlich hat Apple einen premium Support, aber bei anderen Händlern, welche seriös sind, wir auch um den Kunden geworben. In Sachen Garantie, Apple Care Plan und Dein Gerät ist älter als zwei Jahre musste ich feststellen: Sowohl bei Apple als auch beim Händler gab es nur wenig bis gar keine Kulanz.

  • Ich warte ja immer noch auf die neue Produktkategorie, die Apple ja dieses Jahr einfuhren wollte…

  • 480€ für ein 5S ?? Das will ich sehen.

  • Cooler finde ich, das man ein ATV2 wegen des Jailbreakes kaum unter 150€ bekommt.

  • Klar und jeder vergisst das die ganzen 5c Modelle nicht von Apple selbst stammen, sondern meldet von Vertragsverlängerungen und somit nicht über Apples besondere Service und Garantie Leistungen verfügt, schwache Recherche an dieser Stelle muss man sagen, Apple würde seine Produkte niemals unterm Wert verkaufen ;)

  • Letzte Woche hat ja eBay selbst das 5c für 479,- ! verkauft (Werbung lief sogar im Radio, Deutschlandweit) Wir haben zuvor noch 490,- € bezahlt.

    Wer gerade das 5c bei Apple bestellt ist meiner Meinung nach bescheuert.

    Allerdings ist das 5c ja ein extrem überteuerter Flop mit entsprechend Überkapazitäten und daraus einen generellen Trend zu generieren halte ich noch für übertrieben.

    Aber ich habe jetzt bei NotebooksBilliger.de ein neues MacBook Air 13 Zoll für 939,-€ gekauft. 160,- € unter Apples Listenpreis.

    Also immer schön Preise vergleichen. Etwas geht immer….

  • Wie das kommt würde mich auch interessieren. Klar das es Margen gibt. Aber warum werden dann nur bei diesen beiden Produkten drauf verzichtet? Oder haben nur diese beiden andere Margen? Ich glaube nicht. Man könnte wenn man das in % ausrechnet so ziemlich viel Rabatt auf Notebooks und iMacs geben. Aber diese bleiben ja auf hohem Niveau.

  • Hi Leute passend zum Thema, wer noch vor oder für Weihnachten ein neues iPad Mini 2 mit LTE SIM 64gb Spacegrau sucht kann meins haben ich verkaufe es für 690€. Ist nagelneu!
    Gruß Martin

  • Apple TV im Oktober bei der „neuen Wiedereröffnung“ bei MM für 79€! gekauft! ;-)
    Läuft wie geschnitten Brot! :-D

  • Ein sehr schön geschriebener Artikel: Sehr gut abgewogen und die Pro- und Contra Argumente angerissen, nicht zu oberflächlich aber auch nicht zu tiefgründig. Der Artikel gefällt mir. Schön.

  • für das iphone 5c der richtige strassenpreis ist 399€, stichwort kleinanzeigen

  • Geht das auch mit dem iMac?
    Kann ich jetzt in den Apple Store gehen und denen zeigen, dass es den aktuellen iMac 27″ 3,2 Ghz da für ca. 1650 Euro gibt und den Preis auch bei Apple bekommen?

  • Das sind keine strategischen Preise, sondern erste Anzeichen, dass Apple auf Dauer seine Preise nicht wird halten können.
    Apple ist in der Premium Falle und das gemeine Volk bezahlt keine Premium Preise auf Dauer.
    Der eigentliche Apple hype ist vorbei und Innovationen nicht in Sicht, die das ändern könnten

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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