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Einbußen durch "App-Tracking Transparenz"

Springer und Facebook reichen Wettbewerbsbeschwerde gegen Apple ein

58 Kommentare 58

Mit Blick auf die anstehende verpflichtende Einführung von Apples „App-Tracking Transparenz“ haben der Axel Springer Verlag und weitere Branchenschwergewichte, darunter Facebook, Wettbewerbsbeschwerde gegen Apple eingereicht.

App Tracking Nachfrage

Einem Bericht der Financial Times zufolge haben neun der größten deutschen Medienunternehmen und Werbenetzwerke das Bundeskartellamt angerufen. Grund ist die bevorstehende zwingende Einführung von Apples neuen Tracking-Richtlinien. Apple sieht vor, dass Apps fortan die Erlaubnis des Nutzers erhalten, bevor sie dessen Daten über Apps oder Webseiten anderer Unternehmen hinweg verfolgen. Über die iOS-Einstellungen können Nutzer dann nicht nur sehen, welche Apps die Erlaubnis zum Tracking eingeholt haben, sondern diese Berechtigungen auch nach Belieben ändern.

Kritiker sehen Aus für viele werbefinanzierte Angebote

Die Werbetreibenden rechnen damit verbunden mit massiven Umsatzeinbußen und in der Folge auch mit Einnahmeausfällen für die App-Entwickler von bis zu 60 Prozent. Daraus resultierend sei zu erwarten, dass zunehmend Apps von werbefinanzierten Gratisangeboten Abstand nehmen und statt dessen auf reguläre Bezahl- beziehungsweise Abo-Modelle umsatteln müssen. Unterm Strich soll sich die Tatsache, dass die Relevanz und damit der Wert von Werbebannern reduziert wird, durch eine Kostensteigerung bei der grundsätzlichen Nutzung entsprechender Angebote für den Endkunden bemerkbar machen.

Apple hat sich bislang nicht zu der in Deutschland eingereichten Wettbewerbsbeschwerde geäußert. Der Financial Times zufolge beruft sich ein Apple-Sprecher jedoch auf die Stellungnahme zu einer im März eingereichten, vergleichbaren Beschwerde in Frankreich. Damals wurde Apple mit den Worten zitiert, dass der Datenschutz ein grundlegendes Menschenrecht sei und ausschließlich die Benutzer entscheiden sollen, ob und mit wem sie ihre persönlichen Daten teilen.

Apple baut im gleichen Zug seine Werbetätigkeiten aus. Dem Unternehmen wird nachgesagt, dass von kommendem Monat an vermehrt Werbung in den hauseigenen App Stores angezeigt werden soll.

26. Apr 2021 um 15:57 Uhr von chris Fehler gefunden?


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  • Solange diese Einschränkung auch Apple selber trifft finde ich Apples neuen Schritt gut und die eingereichten Klagen schlichtweg frech

    • Sehe es als Lob an die Wirksamkeit von Apples Lösung :-)

      • Wenn ich die Namen Springer und Facebook lese wird mir schon übel. Unabhängig vom Zusammenhang.

    • Da bin ich voll und ganz bei dir. Leider musste ich inzwischen feststellen, dass du deine Apple-Ad-ID nicht mehr in den Einstellungen zurücksetzen kannst. Ich sehe das als Anzeichen dafür, dass Apple sich dieser Opt-In Geschichte entzieht und dir nur noch anbietet, keine für dich relevante Werbung anzeigen zu lassen.

      • was Für Benutzer Name, Ja

        Apple will sich da nicht der opt-in Geschichte entziehen sondern das war noch der letzte Rest von dem damaligen Apple werbe dienst iAds. Seit Entfernung dessen haben sie doch einen neuen werbe Dienst gestartet der nicht mehr auf Personen bezogen Daten basiert.

  • Ich seh hier keine Wettbewerbsverzerrung. Werbung funktioniert weiterhin. Nur halt nicht mehr so zielgerichtet. Es gibt kein Recht auf Usertracking.

    • Sag das mal der Bild mit ihren 114 Trackern. Bin gespannt wann die armen Qualitätsjournalisten eine Shitstormwelle gegen Apple auf Seite 1 ihres Käseblattes starten…..

    • Zielgerichtet funktioniert sie auch mit der neuen Lösung noch.
      Nur nicht mehr heimlich.

      • Klar, wenn der Nutzer zustimmt. Man kann ihm ja auch wirklichen Mehrwert bieten. Aber mir wochenlang Werbung zu schalten für eine Waschmaschine, die ich schon gekauft habe oder „Sieh, du hast dir eine Nikon gekauft, da gefällt dir doch sicher das tolle Canon Objektiv dazu“ ist jetzt nicht so der Brüller

    • In SPON habe ich gelesen, dass das Problem ist, dass Apple sich das Recht herausnimmt, seine User heimlich zu tracken, es anderen aber nicht erlaubt. Insofern ist es schon eine Wettbewerbsverzerrung. Heimliches tracken ist aber – egal wer macht – eine Sauerei und daher ist es begrüßenswert, was Apple macht. Jetzt wäre es nur fair und gut, wenn Apple seine aufgestellten Regeln auch selbst einhält. Aber dafür wird das Gericht hoffentlich sorgen.

  • Das muss man sich mal überlegen….Seit Jahren stecken in allen möglichen Apps und Webseiten Tracker, welche Daten sammeln, Profile erstellen und die weiß der Geier wohin schicken. Kein Nutzer hat einen Überblick was da alles mit läuft, wo die Daten hinwandern oder gar was überhaupt alles in den Datensätzen steckt. Gefragt wurde man nie und eine Möglichkeit zu widersprechen gab es auch nie.
    Maximal mögliche Intransparenz….
    Jetzt nimmt Apple sich dem mal an und verbietet es nichtmal komplett, sondern gibt dem Nutzer einfach nur die Möglichkeit selbst zu entscheiden….und die Werbe Schwergewichte ziehen los und sehen ihre Rechte verletzt :D
    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt darüber lachen…

  • Der getroffene Hund bellt nun mal :‘)

  • Wie immer die Werbung und die armen Kleinunternehmer und Entwickler vorgeschoben werden als Deckmantel zum massiven Sammeln von Daten der großen Player. Warum sollte es ein Recht auf Tracking geben? Wenn es wirklich nur um die Werbung ginge dann sollen sie halt wieder „dumme“ Werbung ausspielen, wie das früher auch der Fall war. Dass dabei Springer ganz vorne mit dabei ist, ist auch keine Überraschung.

  • Meine Daten gehören mir, deshalb sollte ich auch darüber entscheiden dürfen. Richtiger und guter Ansatz von Apple.

  • Zwei die sich verstehen. Alles nichts Neues seit Jahrzehnte.

  • Wieviele Kapazitäten da wohl wieder in den Internet Backbones frei werden, wenn die ganzen Tracker nicht mehr laufen… finde ich klasse, dass Apple das macht, auch wenn es natürlich von denen mit Gewinnabsicht durchgezogen wird.
    Mit der Werbung wurde an Apple vorbei Geld verdient, wenn die Apps jetzt über Abos laufen müssen, verdient Apple daran auch wieder

  • Apple soll sich mal auch, um die anderen Datenschutz Probleme kümmern z. B. AirDrop und unverschlüsselte Backups in der iCloud!

  • Wetten die Hälte der Personen nutzen hier WhatsApp. :-)

    Ich finde den Schritt von Apple gut und überfällig. Dann wird das eine oder andere Gratis Projekt wohl nicht mehr funktionieren, egal. Dann zahl ich halt dafür, und nur für das was ich will.

    Hauptsache ich sehe wer was an Daten bekommt.

  • Jeder, der dagegen Beschwerde einreicht, zeigt damit deutlich, dass mit den Benutzerdaten eigentlich Schindluder betrieben wird, von dem der Benutzer nichts wissen und über dessen Umfang er auch keine Entscheidungsgewalt haben soll.

  • Aha, Diktatur der Werbung – müssen wir uns das gefallen lassen. Beim Lesen der Papierausgabe werde ich auch nicht abgehört (noch nicht!)

  • Apple missbraucht das Kartellrecht, weil sie den Benutzern die Möglichkeit geben zu entscheiden, ob diese getrackt werden wollen? Oder habe ich das falsch verstanden?

  • Merkel wollte uns auch schon zur Preisgabe der Daten an die Werbefritzen verpflichten: big data eben

  • Ich bin wirklich dankbar, dass es mir noch nie so schlecht ging, dass ich für eine der Firmen (Springer, Facebook) arbeiten musste.

  • HAHAHA!
    Die klagen, weil sie jetzt nicht mehr unbemerkt und hinterrücks Daten abgreifen dürfen.
    Dann sollten Bankräuber eigentlich auch gegen Zeitschlösser und Alarmanlagen klagen dürfen.

  • Das muss man sich mal vorstellen: Die Nutzer werden ausspioniert, und jeder hat das Gefühl, dass das eigentlich nicht ok sein kann. Dann vergehen ein paar Jahre, Apple will dem langsam den Riegel vorschieben und dann schiebt die Industrie, die sich an diesem für mich latent kriminellen Handeln dumm und dämlich verdient hat ihre Heerscharen von Lobbyisten vor, die dann die Tränendrüsen-Narrative unters Volk bringen, das alles den Bach runter gehen würde, bla bla bla.

    Lasst Euch nicht einlullen!
    Keiner hat das Recht Euch auszuspionieren!!! Keiner!!!

  • Zuckerberg? Der? Gegen Usertracking???
    Klar, bei anderen schon …

    • Artikel verstanden?
      Zuckerwerk ist GEGEN die Sichtbarkeit und Löschmöglichkeit die Apple seinen Nutzern einräumen will.
      Natürlich macht Apple das nur, weil Sie an dem riesigen Markt derzeit nicht mitverdienen können.

  • Die Werbeindustrie macht sich doch auch selbst was vor. Seit 23 Jahren nutze ich das WWW ständig. Auf Werbung habe ich absichtlich nie geklickt, eher Seiten vermieden, bei denen die Unterscheidung zwischen Werbung und Content nicht mehr möglich war. Seit es Ad-Blocker gibt, bekomme ich eh nichts mehr zu Gesicht.

  • Wieso eigentlich kann Facebook in Deutschland Wettbewerbsbeschwerde einreichen, während Facebook selbst scheinbar immer als in Deutschland unerreichbar gilt!? Schliesslich gibt es tagtäglich wohl tausend Gründe, sich über Facebook zu beschweren…

    • +1 Kann man nur hoffen, dass die Verbraucher-, Datenschützer, CCC und wie sie alle heißen sich mal ein Gehör verschaffen und sich in die Diskussion beim Budeskartellamt mit einklinken und den „Schwergewichten“ den Marsch blaßen.

  • Erst das Tracking ermöglichen – Apple hat das selbst für iOS erschaffen – und nun wieder zurückrudern. Einfach das „Tool“ wieder entfernen und gut ist. Hat ja früher auch ohne funktioniert

  • Vielleicht verstehe ich es gerade falsch. Aber wo geht denen die Einnahmen verloren ?? Werbung wird doch trotzdem geschaltet und angezeigt nur nicht mehr auf mich angepasste

    • Ist doch simpel: wenn die Werbung auf Dich zugeschnitten ist, ist doch die Erfolgschance größer. Daher kann diese Werbung teurer verkauft werden. Ohne das Tracking bekommst Du nur zufällig irgendeine Werbung mit viel weniger Aussicht auf Erfolg. Dafür kann der Werbende halt nicht so viel ausgeben, weil er mehr Werbung streuen muss um genauso viele Treffer zu erhalten.

  • Verdient Frazebook wohl nix mehr?
    Richtig so.

  • Sollen sie doch auf bezahl Modelle umschwenken, wird dann halt noch weniger genutzt.
    Die einzige Grund zur Klage, sie wollen weithin die Nutzer Melken.

  • Gerade der Springer-Verlag sollte sich nicht so aufspielen. Wenn man Dumm-und Lügen-Journalismus betreibt ist es allgemein halt ärgerlich wenn einem einer in die Suppe spruckt. Tja, Pech gehabt würde ich sagen.

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