Neue ATT-Fenster im Vergleich
So baut Apple die Tracking-Abfragen auf dem iPhone um
Seit gestern steht fest, dass Apple seine Tracking-Abfragen in Deutschland überarbeiten muss. Was dabei konkret auf dem iPhone anders aussehen soll, lässt sich inzwischen deutlich besser beurteilen. Das Bundeskartellamt hat nicht nur ein ausführliches FAQ (PDF-Download) zum abgeschlossenen Verfahren veröffentlicht, sondern zeigt darin auch die bislang verwendeten Abfragen im direkten Vergleich und benennt jene Elemente, die künftig verschwinden oder angeglichen werden.
Das unten abgebildete Schaubild macht den Ausgangspunkt der Auseinandersetzung recht anschaulich. Beim ATT-Fenster für Drittanbieter hebt die Behörde die orangefarbene Grafik mit Warncharakter, den prominent verwendeten Begriff „Tracking“, den Fettdruck sowie die Anordnung der Schaltflächen hervor. Apples eigenes Fenster für personalisierte Werbung wirkt dagegen zurückhaltender, bietet wesentlich mehr Platz für Erklärungen und führt zu einer weiterführenden Informationsseite. Nach Ansicht des Kartellamts konnten diese Unterschiede die Entscheidung der Nutzer in unterschiedliche Richtungen lenken.
Warnhand und „Tracking“ verschwinden
Genau an diesen Punkten setzt der Umbau an. Im neuen ATT-Fenster entfallen die Warnhand und der Begriff „Tracking“. Apple muss außerdem die Erläuterungen zur möglichen Datenverarbeitung, die Beschriftung der Auswahlmöglichkeiten und deren Reihenfolge stärker an das eigene Fenster für personalisierte Werbung angleichen. In Deutschland sollen anschließend nur noch die überarbeiteten Varianten beider Abfragen eingesetzt werden.
Unterschiedliche Info-Fenster für Entwickler (Link) und Apple selbst (rechts)
Neu ist auch, wie viel Raum App-Anbieter selbst erhalten. Der bislang meist auf ein bis zwei Sätze begrenzte Erklärungstext kann künftig bis zu 4.000 Zeichen umfassen. Entwickler dürfen darin ausführlicher erklären, welche Rolle personalisierte Werbung für ihr Angebot spielt. Zusätzlich kann ein Text-Button auf eine zweite Seite führen, auf der weitere Informationen oder detailliertere Auswahlmöglichkeiten untergebracht werden.
Eine Abfrage kann künftig zwei Aufgaben übernehmen
Das FAQ unterfüttert zudem einen Punkt, den wir gestern bereits angesprochen haben: Apple lockert die bislang starre Trennung zwischen ATT und den datenschutzrechtlichen Einwilligungsfenstern der App-Anbieter.
Entwickler können beide Entscheidungen künftig in einem Fenster zusammenführen. Alternativ lassen sich die Abfragen weiterhin getrennt anzeigen, dann aber miteinander verknüpfen und erklären. Wer nichts ändern möchte, kann auch beim bisherigen getrennten Verfahren bleiben. Bei einer vollständigen Kombination gilt die Auswahl des Nutzers für beide Abfragen, sodass im betroffenen Bereich nur noch ein Fenster erscheinen muss.
Bis die neuen Dialoge tatsächlich auf iPhone und iPad auftauchen, bleibt noch etwas Zeit. Apple hat vier Monate für die schrittweise Umsetzung und will die Änderungen zuvor mit App-Anbietern technisch testen.
