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Apple Watch fasst Gespräche zusammen

Siri Recap: Was mit mitgehörten Gesprächen passiert

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Mit der Apple Watch Series 12 und Apple Watch Ultra 4 führt Apple erstmals Funktionen ein, die Unterhaltungen in der Umgebung kontinuierlich verarbeiten können. Insbesondere „Siri Recap“ sorgt dabei für Fragen zum Datenschutz. Apple hat jetzt ausführlich beschrieben, was mit den mitgehörten Gesprächen geschieht und welche Daten die Uhr tatsächlich speichert.

Apple Iphone 18 Pro Apple Watch Series 12 Siri Recap

Siri Recap kann auf Wunsch über den Tag hinweg Gesprächen folgen und daraus kurze Zusammenfassungen mit Überschrift und wichtigen Stichpunkten erstellen. Nutzer sollen beispielsweise nach einem Meeting oder Elterngespräch noch einmal nachsehen können, was besprochen wurde, ohne währenddessen selbst Notizen anzufertigen.

Eine klassische Audioaufnahme entsteht dabei nach Angaben von Apple nicht. Die eingehenden Audiodaten landen zunächst in einem hardwareseitig abgeschotteten Bereich des neuen S11-Chips. Auf die Rohdaten sollen weder watchOS noch Apps, der Nutzer selbst oder Apple zugreifen können. Nach der Verarbeitung werden sie unmittelbar gelöscht. Apple beschreibt den technischen Ablauf inzwischen ausführlich in einem Support-Dokument.

Nur eine gekürzte Fassung verlässt das iPhone

Für Siri Recap werden die erkannten Gespräche zunächst in einer geschützten Umgebung auf dem gekoppelten iPhone transkribiert und stark gekürzt. Laut Apple umfasst diese Fassung weniger als die Hälfte des ursprünglichen Transkripts. Füllwörter, Wiederholungen, Tonfall und für den Gesprächsinhalt unwichtige Passagen werden entfernt.

Apple Watch Series 12 Siri Recap 2

Erst diese reduzierte Textfassung wird verschlüsselt an Apples Private Cloud Compute übertragen. Dort erzeugen die Apple Foundation Models die eigentliche Zusammenfassung. Die fertigen Notizen werden anschließend verschlüsselt an iPhone und Apple Watch zurückgeschickt. Apple betont, dass die in Private Cloud Compute verarbeiteten Daten weder gespeichert noch für das Unternehmen zugänglich sind.

Ungespeicherte Zusammenfassungen verschwinden automatisch nach sieben Tagen. Wer sie behalten möchte, kann sie in der neuen Siri-App sichern oder beispielsweise an Notizen und Journal weiterreichen. Über iCloud synchronisierte Einträge sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Gesprächspartner werden nicht identifiziert

Siri Recap soll zudem keine einzelnen Sprecher identifizieren. Fällt während eines Gesprächs ein Name, kann dieser zwar in der Zusammenfassung auftauchen, Aussagen werden jedoch nicht automatisch bestimmten Personen zugeordnet. Sensible Angaben wie Finanzdaten, Zugangsdaten, amtliche Identifikationsnummern oder bestimmte persönliche Informationen versucht Apple ebenfalls herauszufiltern.

Garantieren kann das Unternehmen dies allerdings nicht. Apple weist ausdrücklich darauf hin, dass Zusammenfassungen fehlerhaft oder unvollständig sein können und auch die Filterung sensibler Informationen nicht immer zuverlässig funktionieren muss. Bei wichtigen Angaben empfiehlt Apple daher, noch einmal bei den beteiligten Personen nachzufragen.

Apple Watch Series 12 Ai Features

Nutzer entscheiden, wann die Uhr mithört

Siri Recap ist standardmäßig deaktiviert. In der Watch-App können Nutzer selbst festlegen, wann die Funktion aktiv sein soll. Möglich sind unter anderem zeit- und ortsabhängige Regeln wie „nur bei der Arbeit“ oder „nachts nie“. Zusätzlich lässt sich Siri Recap jederzeit über das Kontrollzentrum ein- und ausschalten.

Interessant ist dabei die Situation der übrigen Gesprächsteilnehmer. Apple empfiehlt ausdrücklich, bei privaten oder sensiblen Unterhaltungen Rücksicht auf Personen in der Umgebung zu nehmen. Eine gespeicherte Audioaufnahme existiert zwar nicht, die Inhalte eines Gesprächs können aber trotzdem in einer später abrufbaren Zusammenfassung landen.

Anders verhält sich „Live Rewind“, mit dem die vergangenen 15 Sekunden eines Gesprächs nachträglich als Text angezeigt werden können. Beim Aktivieren ertönt selbst auf einer stummgeschalteten Apple Watch ein Hinweiston. Zusätzlich erscheinen eine bildschirmfüllende Animation und ein Mikrofonsymbol, um umstehende Personen auf die Nutzung aufmerksam zu machen.

In der EU vorerst nicht verfügbar

Siri Recap und Live Rewind sollen später in diesem Jahr zunächst als englischsprachige Beta starten. Voraussetzung sind eine Apple Watch Series 12 oder Ultra 4 sowie ein kompatibles iPhone ab dem iPhone 16. Das iPhone 16e gehört interessanterweise nicht zu den unterstützten Geräten.

Hierzulande müssen wir ohnehin zunächst auf die Funktionen verzichten. Da Siri Recap die neue Siri AI voraussetzt, steht die Funktion innerhalb der Europäischen Union vorerst nicht zur Verfügung. Apple hat bislang keinen Termin genannt, wann sich dies ändern soll.

11. Sep. 2026 um 07:33 Uhr von Ben Fehler gefunden?


    26 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Apple macht es uns derzeitig echt leicht, keine neuen Produkte zu kaufen. Wir sollen den vollen Preis zahlen, bekommen aber die Hauptfeatures nicht. Bin echt gespannt, wie lange das gut geht.

    • Das ist leider wahr. Aber seit dem iPhone 15 sind wir ja schon für Siri AI bereit. ;-)

    • Da muss ich dir leider Recht geben. Ich hatte mit dem 18 Pro Max und der Apple Watch Ultra 4 geliebäugelt aber bei den ganzen Einschränkungen. In der EU macht es irgendwie keinen Sinn, die vollen Preise zu bezahlen, wenn man nur die Hälfte bekommt.

    • Man kann es auch andersherum betrachten: WIR machen es Apple wirklich schwer, Innovationen zu (er)leben.

      Sieh dir doch die ganzen EU-Auflagen an Apple an, die uns eigentlich davor schützen sollen, dass Fremde unsere persönlichen Daten einsehen können. Aber die Ironie dabei ist, dass die miesten Anfragen bei Apple, persönliche Daten zu erlangen, von Deutschland kommen. (https://www.iphone-ticker.de/weltweite-auskunftsersuchen-zu-icloud-konten-fast-jede-zweite-anfrage-kommt-aus-deutschland-193926/).

      Klar, es werden jetzt einige sofort kommentieren, dass steuerrechtliche Dinge sind und man unterscheiden muss. Aber im Kern ist es so. Keine Firma ist auf Datenschutz so fokussiert wie Apple, aber die sogenannten Experten bei der EU haben immer etwas zu meckern. Ich möchte nicht wissen, welche Technologien die EU nutzt, um uns auszuleuchten. Und das machen die! Ständig! Überall. Stuchwort: Staatstrojaner.

      • Die denken immer das was die EU macht ist immer 100% einwandfrei. Das es aber teilweise auch Datenschutz gefährdet nur weil alle Wettbewerbe darauf Zugriff bekommen sollen. Das ist zu komplex. Siehe Siri AI. Google hat mit Gemini auch schon von der EU Zeitdruck bekommen. Da es noch keine Lösung gibt. Bleibt ja nur die Abschaltung. das wird lustig.

  • Eigentlich eine nette Funktion, aber so wirklich trau ich dem Ganzen nicht. Gerade diese rewind Sache finde ich persönlich grenzwertig.

  • Das Wort „vorerst“ tauchte allerdings nicht in der Apple-Präsentation auf. Da stand schlicht „Not available“.
    Woher kommt die Hoffnung/Interpretation?

    • Wer ein bisschen die Nachrichten zu diesem Thema verfolgt, weiß, dass das ganze Apple + EU Thema derzeit in der Schwebe hängt. Aus meiner Sicht verhält sich Apple da wie ein trotziges Kind.

      Apple ist wahrscheinlich immer noch sauer wegen der erzwungenen Umstellung von Lightning auf USB/C.

  • Klar, man mag für Probleme wie so etwas eine Lösung anbieten, aber wo führt das hin? Statt, „Könnten sie es bitte wiederholen?“ schauen wir auf die AW. Strengen uns nicht mal mehr an. Im Meeting eventuell noch… Ich weiss es nicht.

  • So interessant ich diese Funktion finde, kann ich mir das nicht wirklich vorstellen, wie das vor allem im Büroalltag toleriert werden kann.
    Bei uns sind NDA hinsichtlich Entwicklungen aktiv und verbieten den Mitschnitt von Daten, Videos und Gesprächen.
    Muss man jetzt den Leutchen die Uhren abnehmen? (Die KI-Brillen werden am Empfang bereits eingesammelt. )

    Zum Glück gibts das Mithören vorerst nicht in der EU. Da haben wir noch Zeit …

    • Wo ist der unterschied zu Handys oder Laptops in Meetings, da kann auch jeder eine Audiorecording oder Trankcriptsoftware mitlaufen lassen. Das ist dann sogar weniger Datenschutz als jetzt das Feature der Apple Watch, da wird ja die Audio wirklich gelöscht und es werden nur Stichpunkte aufgehoben.
      Mit Handy kann jeder unbemerkt ne Audio aufnehmen und verschicken….

      • Der Einwand ist berechtigt und bereits über uns MDM abgefangen. Bei uns sind keine nicht administrierten Geräte im Umlauf.

    • Ja, das führt dazu, dass noch mehr am Eingang abgegeben werden muss/sollte.

  • Ganz ehrlich: Das kann hier auch gerne weg bleiben. Finde ich Datenschutzrechtlich sehr bedenklich, wenn das ohne Wissen der Anwesenden genutzt wird. Das gilt für beide Varianten. Siri hab ich bei mir auch nur „auf Knopfdruck“ eingestellt. Könnte mir vorstellen, dass diese Funktionen, sollte Siri AI je in der EU kommen, gesondert betrachtet werden. Und das aus meiner Sicht zu Recht!

    • Völlig korrekt.
      Sosehr ich die ständige probierte „Erziehung“ seitens der EU auch ablehne, solche Sachen dürfen gerne gar nicht erst angeboten werden. Da ist doch Missbrauch Tür und Tor geöffnet.

  • Gerade die Aufzeichnung ist doch etwas, was in Europa ganz anders gehandhabt wird. In den USA zeichnen einige doch schon jedes Telefongespräch auf. In Europa gibt es dazu zu Recht härtere Gesetze. Eigentlich musst du sogar jemanden darüber informieren, wenn du den Lautsprecher aktivierst und damit jemand „zuhört“ oder „zuhören kann“.
    Stimmenaufzeichnung ist auch in Zeiten der KI nicht so wirklich lustig, wenn man sieht, was die KI mit entsprechenden Mustern daraus machen kann ….
    Aber da es ja ganz viele gibt, die ständig Voice Messages verschicken über Whatsapp und Co, ist es denen wahrscheinlich auch egal, wenn ihre Verwandten demnächst beim Enkeltrick direkt mit der eigenen Stimme reingelegt werden …..

  • So lange ich bei der Verschlüsselung keine Hoheit über den Schlüssel habe, bzw. ich ihn nicht selbst tauschen kann und keinen direkten Zugriff auf meine verschlüsselten Daten habe, ist das für mich keine Sicherheit. „Sie können mir vertrauen…“

  • Super Feature wenn Kollegen in der Firma heimlich mit aufzeichnen und dem Chef dann alles zusammengefasst präsentiert. Erleichtert vieles in Zukunft!

  • Es ist fast schon witzig.
    Jahrelang haben wir uns gefragt, ob die Geräte dauerhaft mithören – jetzt schalten wir es selber an….und hoffen darauf, dass das mit dem Datenschutz schon irgendwie funktionieren wird.
    a) wenn es verschickt wird, kann es abgefangen werden
    b) wenn es verschlüsselt ist, kann es dekodiert werden
    c) wenn es verarbeitet wird, kann es geleakt werden
    -> das ist nur mein laienhaftes Verständnis, aber ich lasse mich gerne korrigieren

    Ich verzichte auch gerne. Einen Sprachrekorder gibt es schon. Das reicht. Den starte ich aktiv und schmeiß das Ergebnis in die Transkription/Zusammenfassung meiner Wahl. Und seit vielen Jahren nutze ich unterschiedliche Dienste, damit kein vollständiges Bild entstehen könnte. Ob das so funktioniert, keine Ahnung. Ist ein(en) Versuch (wert).

  • M.E. nach §201 StGB in Deutschland nicht möglich. In den USA, wo jeder alles mitschneidet und jedes Gericht alles einsammelt mag das ja toll sein, wenn die Bürger jetzt auch noch alles aufzeichnen, abgesehen vom Datenschutz ist das hierzulande strafrechtlich nicht zulässig. – Und die Schuld der EU zuzuschieben, nunja, alle großen Hersteller betreiben KI in der EU, auch google. Nur Apple mag nicht und findet immer eine Ausrede warum die EU Schuld habe. – Ich glaube, ich brauche nicht sofort ein iPhone 18 Pro, es bietet wohl eine bessere Kamera, das ist aber der einzige Kaufgrund. Das iPhone 16 Pro hat man mir mit KI als Versprechen verkauft, was kann das Ding bis heute, NULL.

  • Metabrillen und Apple Watches. Ich sehe nette Product Placements im neuen Bondfilm. Titel: KI-SS my Ace

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