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Historische Pünktlichkeit statt Momentaufnahme

Railwise: Geheimtipp zeigt Verspätungsrisiken einzelner Zugverbindungen

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Mit Railwise ist seit kurzem eine neue Anwendung im App Store verfügbar, die sich auf die Auswertung von Zugpünktlichkeit im deutschen Fernverkehr spezialisiert. Entwickelt wurde die App von zwei Studenten, die eine Lücke adressieren, über die ifun.de bereits 2024 berichtet hat.

Railwise Social Banner

Damals hatte das Bundeskartellamt angeordnet, dass die Deutsche Bahn Drittanbietern besseren Zugang zu Echtzeitdaten ermöglichen muss.

Die Railwise-App setzt genau hier an und kombiniert aktuelle Positionsdaten mit historischen Auswertungen. Statt lediglich Abfahrtszeiten anzuzeigen, ergänzt die App jede Verbindung um statistische Kennzahlen. Nutzer sehen etwa, wie oft ein konkreter Zug in den vergangenen Wochen verspätet war oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, einen Anschluss zu verpassen.

Eigene Datenauswertung als Grundlage

Die Datenbasis bilden öffentlich zugängliche Bahninformationen, die nach Angaben der Entwickler kontinuierlich abgefragt und in einer eigenen Datenbank zusammengeführt werden. Auf dieser Grundlage entstehen Auswertungen zur durchschnittlichen Verspätung, zur Pünktlichkeitsquote und zu Ausfällen einzelner Verbindungen. Laut Projektbeschreibung werden täglich mehrere zehntausend Zugfahrten berücksichtigt.

Railwise Route Auswaehlen

Die Anwendung versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zum offiziellen DB Navigator. Während dieser vor allem aktuelle Fahrplandaten und Echtzeitinformationen liefert, legt Railwise den Fokus auf langfristige Zuverlässigkeit. So lassen sich zwei Verbindungen auf derselben Strecke direkt vergleichen, wenn sie sich etwa in ihrer durchschnittlichen Verspätung oder der Wahrscheinlichkeit pünktlicher Ankunft unterscheiden.

Neben den Verbindungsanalysen bietet die App auch eine Netzansicht sowie Detailseiten für einzelne Züge, Strecken und Bahnhöfe. Ergänzend können Nutzer ihre eigenen Fahrten auswerten und Statistiken zu zurückgelegten Strecken oder verlorener Zeit einsehen. Die Nutzung ist kostenlos, ein Bezahlmodell oder Werbung sind laut den Entwicklern nicht vorgesehen.

Laden im App Store
Railwise – Dein Bahn Tracker
Railwise – Dein Bahn Tracker
Entwickler: Railwise UG (haftungsbeschränkt)
Preis: Kostenlos
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28. Apr. 2026 um 07:56 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    29 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Tolle Sache!
    Bei manchen Verbindungen will ich das aber lieber gar nicht sehen…

  • Ich fürchte nur, wenn ich dann in Zukunft verreisen muss, dann würde ich gar keinem Zug mehr trauen und einen Tag früher anreisen – rein sicherheitshalber. ;-)

    • Da kann man dem Stau im Auto besser trauen…oder der Streikhansa ;-)

      • Da stehe ich lieber im Stau, als irgendwo im Nichts zu stranden, weil ich meinen Anschluss verpasst habe und kein Zug mehr fährt :D.
        Aber ich schätze das Thema basiert bei Jedem stark auf persönlichen Erfahrungen. ¯\_(ツ)_/¯

      • Ich glaube die beiden Posts kann man guten Gewissens zusammenfassen und sagen: Egal mit welchem Verkehrsmittel man sich heute auf Fernstrecken bewegt ist die Ankunft ungewiss und man plant idealerweise eine frühe Abfahrt vom Startpunkt:-)

      • Stau ist auch doof, keine Frage. Aber die prozentuale Verspätung der Bahn, sowohl bzgl. der Frage, welche Reisen sind betroffen und dann um wie viel verspätet sich meine Ankunft, schlägt meine Reisen mit dem eigenen Kfz um Längen.
        Alleine „Zug fällt aus, viel Spaß bei einer anderen selbst zu suchenden Verbindung“ habe ich in meinem Auto nicht.

      • Wenn du auf der A2 nach Berlin irgendwo zwischen zwei Abfahrten im Stau stehst, bist du auch im Nirgendwo.
        >6,5 Stunden übrigens letzten Sommer, Dank eines havarierten Speiseöl-LKW.

    • Gerade von München aus hast du die besten Zugverbindungen Europas. Du kommst quasi überall mit maximal nur einmal umsteigen hin.

      Nur sind es halt oft nicht DB-Züge.

  • Klingt interessant, mal ausprobieren, danke für die Info.

  • Klingt sehr spannend. Ich frage mich allerdings seit Jahren, warum die Deutsche Bahn ihre eigenen Daten nicht nutzt, um diese Erfahrungswerte in den DB Navigator einfließen zu lassen.
    So werden im DB Navigator weiter munter Verbindungen mit zum Beispiel 6 Minuten Umsteigezeit an neuralgischen Punkten wie Mannheim angeboten, obwohl man in der Mehrzahl der Fälle diesen Anschluss verpassen wird.
    Daher um so lobenswerter, dass jetzt etwas sinnvolles mit den Daten angestellt wird.

    • Weil die DEUTSCHE Bahn sehr schwerfällig und lustlos zu sein scheint. Ein großer ehemaliger Staatskonzern. Der sich wenig auf seine Kunden hinbewegt und lieber der Zeit und Innovation hinterher fährt!

      • Mit der Privatisierung wird alles besser, schneller……mit Verspätungen Ausfällen Baustellen

    • Die default Umsteigezeit im Fernverkehr kann nur als Satire gemeint sein. Ich stelle immer ein „mindestens 20 Minuten“. Das hilft dir Fahrzeit realistischer zu planen.

    • Weil sie dir ja nicht schon vorher sagen wollen, wie unzuverlässig das ganze System Bahn ist.

      Im Restaurant sagt dir auch niemand, dass 70% der Kunden das Pilzrisotto echt mies finden. Du bestellst, der Kellner liefert und du musst selber rausfinden, dass es nicht schmeckt.

  • Spannend. Interessant auch, dass irgendwelche Hobbyprojekte Live Acticities in ihre Apps implementieren können während es die Bahn für den Navigator immer noch nicht geschafft hat.

  • Tolle Idee. Mir fehlen beim ersten Test die genauen Zugangaben beim Regionalexpress steht z.B. nur „RB“ statt „RB2“. Außerdem funktioniert bei mir das Feedback Formular nicht. Beim antippen des Textfeldes verschwindet das ganze Formular. Text kann man also nicht eingeben.

  • Perfekt! Zwei von drei Zügen kommen bei mir nicht pünktlich oder garnicht. Das besser planen zu können ist super hilfreich.

  • Ich nutze bereits die App Bahn: Fahrplan & Live-Tracking. Die könnte auch die bessere Option sein, falls es jemanden interessiert.

  • Fahren alle auf den selben Gleisen Private und die DB
    Jammern müssen wir alle nur über die kaputt gesparten Gleise/Signale/Weichen/Stellwerke. Wenn sie denn überhaupt noch da sind vor allen die Weichen, so fehlt die Möglichkeit an einer Störung vorbei zu fahren.

    • Es fehlen nicht (nur) die Weichen.. es fehlt meist das zweite Gleis.
      Und auch Personal… warum?
      U.a. wegen nicht so prickelnder Bezahlung bei DB und anderen Betreibern für Instandhalter und Lokführer ; Ausfälle durch posttraumatische Belastung durch Unfälle (Suizid oder Blödheit am Bahnübergang) und das ewige Bashing der Bahn von allen Seiten.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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