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Spiele-Emulatoren fürs iPhone

PlayStation-Emulator Gamma mit Pro-Version – Industrie lässt Downloads entfernen

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19 Kommentare 19

Der im vergangenen Monat erschienene Gamma – Game Emulator hat sich darauf spezialisiert, alte PlayStation-Titel auf dem iPhone spielbar zu machen. Die App will iPhone-Besitzer glücklich machen, denen ab und an der Sinn nach ein wenig Retro-Gaming steht, egal ob Tekken, Metal Gear Solid oder auch eine der guten alten Lemmings-Versionen.

Die App wird kostenlos angeboten und über Werbung finanziert, woran sich ein Teil der Nutzer der ersten Versionen von Gamma gestört hat. Mit der neuesten App-Version 1.4.0 kommen die Entwickler dem Wunsch nach, die Werbebanner entfernen zu können. Allerdings muss man hierfür per Einmalkauf 5,99 Euro investieren, die App lässt sich danach ohne zeitliche Begrenzung frei von Werbung nutzen, zudem versprechen die Entwickler im Rahmen der Pro-Version von Gamma die Möglichkeit, neue App-Funktionen vorab zu erhalten.

Gamma Pro Screenshots

Gamma ist genauso wie Apps wie SameBoy, PPSSPP, RetroArch, Delta und Folium ein Teil der Schwemme der neu für iOS verfügbaren Spiele-Emulatoren. Die Basis hierfür haben die in diesem Bereich nun von Apple gelockerten App-Store-Regelungen geschaffen. Eine Folge ist nun allerdings auch, dass sich vermehrt Nutzer im Internet auf die Suche nach den zugehörigen Spielen beziehungsweise Download-Möglichkeiten für die sogenannten Spiele-ROMs machen.

Gaming-Industrie geht gegen Spiele-Archiv vor

Anbietern wie Sega, Nintendo oder Sony ist dergleichen schon seit Längerem ein Dorn im Auge und die neue Popularität der Emulatoren scheint dafür gesorgt zu haben, dass die Firmen ihre Maßnahmen gegen entsprechende Download-Angebote verschärfen. Beispielhaft hierfür steht das Online-Spielearchiv Vimm’s Lair. Die Betreiber berichten, dass sie von Nintendo, Sega, Lego und dem Verband der Gaming-Industrie ESA darum gebeten wurden, zahlreiche Spiele von ihrer Plattform zu entfernen.

Vimms Lair

Während dergleichen bei käuflich erhältlichen Titeln absolut nachvollziehbar wäre, handelt es sich hier zu einem großen Teil jedoch um Spiele, die ebenso wie die Hardware, die man für sie benötigt, schon seit Jahrzehnten nicht mehr verkauft werden. In der Folge dezimieren die Konzerne somit ein archivarisches Online-Angebot, das fast schon Museumscharakter hat.

13. Jun 2024 um 15:32 Uhr von chris Fehler gefunden?


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  • Solange die Spiele in deren Eigentum sind, ist das trotzdem ihr gutes Recht.

    Das die Emulatoren durch gelassen wurden ist ja generell schon ein Wunder. War doch klar das die Industrie da weiter vorgeht auch wenn sie den Emulatoren selber nicht direkt das Handwerk legen können.

    Ist und bleibt nun mal illegal und das sollte jeder auch verstehen.

      • Die darfst du, ohne Umgehung vom Kopierschutz, selbst rippen.

      • in deinem besitz, sind solche kopien sicherheitskopien und somit ok, verkaufst du die originale, greift logischerweise die grundlage nicht mehr, dass du die rips/roms spielst um dein original zu schonen und macht den besitz der rom daraufhin zur straftat…logisch seit der erfindung von cd verleihen und cd brennern gell ;)

    • wie hart wird diesen dingen nachgegangen? joa… frag mal hersteller wie arcade1up mit ihren MAME 500in1 arcade emulatoren (die ganz nebenbei billiger schrott sind). die werden wie fertigboards global vertrieben und verdienen sich goldene piratennasen :)

    • Wie gut das Recht in diesem Fall ist, darüber darf jeder noch seine eigene Meinung haben. Natürlich ist es dann trotzdem nicht erlaubt, es zu umgehen. Aber Urheberrecht generell ist eine Erfindung der Moderne. Gesellschaften haben auch schon mal ohne funktioniert. Und wieso muss es fast ein ganzes Jahrhundert gültig sein? Da ist sicherlich noch nicht das letzte Wort gesprochen.

      Künstler:innen sollten sicherlich geschützt werden und es sollte ihnen ermöglicht werden, bei entsprechend hohem Stellenwert ihrer Kunst für die Gesellschaft, auch ein gutes Leben führen zu können, ohne dass sie noch andere Arbeiten ausführen müssen. Ein Urheberrecht muss da nicht die einzige Stellschraube darstellen und es sollte ein Mittelweg gefunden werden, der allen Stakeholdern gerecht wird.

      Und wieso komplett legale Emulatoren nun auf einmal ein „Wunder“ sein sollen, das erschließt sich mir auch nicht. Scheint mir eher, als hättest du auch noch ein paar Sachen zu verstehen.

  • Das Alter der Spiele spielt keine Rolle. Durch die Emulatoren entsteht ja offenbar wieder eine Nachfrage, und an der wollen die Rechteinhaber natürlich etwas verdienen.

    Sie müssten halt dann nur offizielle Bezugswege schaffen.

  • Oh Vimms Lair hab ich früher gerne genutzt. Aber wer braucht noch Romseiten wenn es das Internet Archive gibt ^^

    Antworten moderated
  • Der Verweis auf die Rechtslage wird oft und gerne angeführt, geht aber am Kern dieser eher ethischen Diskussion vorbei, in der es nicht darum geht ob es legal oder illegal ist (das ist größtenteils geklärt und Bedarf wenig Diskussion, weshalb diese Verweise eher trivial und nicht zielführend sind), sondern ob es gerecht und „in Ordnung“ ist. Ist nicht immer das gleiche paar Schuhe. Wenn wir anfangen Spiele als Kulturerzeugnisse zu erfassen und zu begreifen, muss man sich mit der Frage der Erhaltung eben dieser Erzeugnisse beschäftigten. Dafür gibt es bisher noch keine rechtliche Grundlage, weshalb die Leute „einfach mal machen“, siehe Vimm’s Lair, weil es sonst keiner macht, schon gar nicht die Rechteinhaber. Sollte es aber nicht deren Verantwortung sein? Wenn ja, wie werden sie in die Pflicht genommen? Wenn nein, wer ist denn dafür zuständig? Für Bücher und andere Schrifterzeugnisse gibt’s Bibliotheken, (private) Antiquariate und Museen. Für Spiele? Allein die private, physische Sammlung, die aber aufgrund der Natur des Mediums sich nur sehr spezifisch abspielen lässt. Digitale Spiele und Emulatoren laufen auf einer Vielzahl an Endgeräten. Scheinbar sitzen die Rechteinhaber aber lieber 20 Jahre auf Lizenzen, um sich die Möglichkeit eines Remasters oder Remakes offen zu halten. Bei einigen Spielen ist die Lizenzfrage viel komplizierter, da sich die Lizenz geteilt wird und teilweise noch in Papierform in irgendwelchen Archiven aufbewahrt wird, die keiner durchsuchen will.

    ROMs und Emulatoren zu kriminalisieren hilft in erster Linie nur den Konzernen. Eben jene Konzerne, denen die Bedeutung ihrer eigenen Erzeugnisse jenseits des monetären Gewinns oft egal erscheinen. Die brauchen nicht unsere Unterstützung (zumindest nicht mehr als sie ohnehin schon bekommen); die verkaufen immerhin genug Spiele und machen riesige Gewinne und Studioschließungen, nach dem kurz zuvor erst zahlreiche kleinere Unternehmen aufgekauft wurden, haben sicher andere Gründe als ernüchternden Absatz von Spielen.

    Antworten moderated
  • Man lässt alles rausnehmen, weil man die Rechte besitzt, bringt die Sachen aber auch nicht selbst spielbar zu einem günstigen Preis oder als Remake raus und sorgt damit meiner Meinung nach dafür dass sich ein Spiel wie das andere anfühlt.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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