iphone-ticker.de — Alles zum iPhone. Seit 2007. 44 701 Artikel

Handyverbote und Lern-Apps

PISA 2025: Deutschlands Schulen setzen stark auf Handyverbote

Artikel auf Mastodon teilen.
7 Kommentare 7

Die neue PISA-Studie beschäftigt sich nicht nur mit den Leistungen von Schülerinnen und Schülern, sondern auch ausführlich mit der Digitalisierung des Schulalltags. Dabei zeigt sich für Deutschland ein interessantes Nebeneinander: Smartphones werden vergleichsweise häufig eingeschränkt, während KI-Angebote für viele Jugendliche bereits selbstverständlich zum Lernen dazugehören.

Schulen Handyverbot Pisa Oecd

Nach Angaben der OECD besuchen 64,3 Prozent der in Deutschland befragten Schülerinnen und Schüler eine Schule mit einem Handyverbot. Im OECD-Durchschnitt sind es lediglich 49,5 Prozent. Noch weiter verbreitet sind hierzulande fachspezifische Vorgaben für digitale Geräte. Solche Regeln gelten an den Schulen von 80,2 Prozent der Befragten, gegenüber 71,2 Prozent im internationalen Vergleich.

Klare Regeln reduzieren die Ablenkung

Die OECD spricht sich dabei nicht grundsätzlich gegen Smartphones, Tablets oder Notebooks im Unterricht aus. Werden digitale Geräte in begrenztem oder moderatem Umfang zum Lernen verwendet, geht dies häufig mit besseren Ergebnissen einher. Anders sieht es aus, wenn die Geräte während der Schulzeit vor allem zum Zeitvertreib genutzt werden. Dann fallen die Leistungen im Schnitt niedriger aus.

Klare Regeln scheinen dabei zumindest einen Teil des Problems abzufangen. An Schulen mit Verboten oder eindeutig formulierten Vorgaben zur Handynutzung berichten Schülerinnen und Schüler seltener von Ablenkungen durch digitale Geräte. Vollständig lösen lässt sich das Problem damit allerdings nicht. In Deutschland geben lediglich 37,5 Prozent an, keine entsprechende Ablenkung wahrzunehmen. Der OECD-Durchschnitt liegt mit 39,2 Prozent sogar leicht darüber.

Jeder Zweite nutzt KI als Lernhilfe

Noch deutlicher zeigt die Studie, wie schnell KI-Anwendungen im Schulalltag angekommen sind. 50,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland verwenden mindestens einmal pro Woche KI, um Unterstützung beim Lernen zu erhalten. Im OECD-Mittel liegt dieser Anteil bei 45,5 Prozent.

Die Vermittlung eines kritischen Umgangs damit hält nicht ganz Schritt. Nur 59,3 Prozent der deutschen Befragten geben an, im Unterricht zu lernen, wie sich von KI erzeugte Informationen bewerten lassen. International sind es 62,6 Prozent.

Ki App Iphone Schule 2500

Einen einfachen Zusammenhang zwischen KI-Nutzung und besseren Leistungen stellt PISA nicht fest. Schüler, die KI für konkrete Schulaufgaben einsetzen, schneiden im Mittel sogar schlechter ab als jene, die darauf verzichten. Positiver fällt das Bild aus, wenn die regelmäßige Nutzung mit Angeboten zum Aufbau von KI-Kompetenz verbunden wird.

Die Ergebnisse verschieben die Debatte damit ein Stück weit: Neben der Frage, ob Smartphones im Unterricht erlaubt sein sollten, dürfte zunehmend entscheidend werden, welche Apps darauf zum Einsatz kommen und wie Schulen deren Nutzung begleiten.

08. Sep. 2026 um 14:15 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    7 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Und korrelieren die Handyverbote mit den Pisa-Ergebnissen negativ oder treiben wir gerade eine weitere Sau durchs dorf anstatt das Bildungssystem evidenzbasiert zu reformieren?

  • Auch unsere Auszubildenden zeigen die Auswirkungen dieser Entwicklung. Die Anforderungen an einen Realschulabschluss, ab dem wir in der Regel suchen, scheinen heute deutlich zu niedrig. Besonders im kaufmännischen Bereich fehlen den Bewerbern grundlegende PC-Kenntnisse. Es ist, als würden sie zum ersten Mal eine Tastatur und Maus in die Hand nehmen. Leider bestehen über die Hälfte der Auszubildenden die Probezeit nicht. In unserem IT-Bereich bilden wir nur noch in Systemintegration aus. Hier wären bessere Englischkenntnisse wünschenswert, aber es reicht so gerade noch aus. Allerdings scheitern viele Auszubildende aufgrund mangelnder Sozialkompetenz. Gute Kommunikationsfähigkeiten, insbesondere am Telefon, und Empathie sind unerlässlich, um Kunden, die oft selbst nicht über ausreichend Wissen verfügen und uns ja gerade deshalb beauftragen, den passenden Service anzubieten. Natürlich dienen Ausbildungen dazu, die notwendigen Fähigkeiten zu vermitteln, aber Bewerber sollten auch Interesse und damit einhergehende Vorkenntnisse mitbringen. Es muss bereits ein gewisses Fundament vorhanden sein, auf dem aufgebaut werden kann. Das Schulsystem muss wohl komplett neu entwickelt werden und das gestern.

  • Ich denke auch, dass das Schulsystem grundlegend überarbeitet werden sollte. Ich habe gerade zwei Kinder in der Schule. Was da los ist, ist unter aller Sau. Man sollte auch vielleicht mal nachdenken, nicht jeden Lehrer zu verbeamten. Wo ist die Motivation der Lehrer, wenn sie bereits den Beamtenstatus haben? Die bekommen ihr Geld und ihre Pension so oder so. Auch hier würde ich die Lehrer mehr motivieren. Ein Grundgehalt plus Leistungszulage, wenn die Kinder gewisse Lernziele schaffen. Dieses Jahr sind so viele Kinder, wie noch nie Abitur durchgefallen. Was hatte das für Konsequenzen? Überhaupt keine. Manche machen es sich anscheinend auch zur Aufgabe, Kinder durchfallen zu lassen und bewerten absichtlich sehr streng.

  • Für Reformen ist es viel zu spät! Ab jetzt geht es nur noch steil bergab!

  • Als Ich 2005 mein Abitur machte, war die Welt noch aus anderem Holz geschnitzt – beziehungsweise aus massivem Plastik. Wer damals ein Nokia oder Sony Ericsson in der Tasche trug, hatte ein Telefon, mit dem man zur Not auch Nägel in die Wand schlagen konnte. Smartphones? Fehlanzeige. Auf dem Schulhof wurde noch tatsächlich miteinander geredet, gelacht und diskutiert. Und am Wochenende gab es legendäre Partys, von denen am Montag nur mündliche Überlieferungen existierten – völlig ohne Beweisfotos auf TikTok oder Instagram. Das war genial !

    ​Wer heute in der Nähe einer Oberschule wohnt, wie Ich blickt allerdings in ein völlig anderes Universum. Die aktuellen PISA-Ergebnisse überraschen da wenig. Das heutige Pausenprogramm besteht offensichtlich aus drei Hauptdisziplinen: E-Scooter-Artistik, TikTok-Tänze und die hohe Kunst der digitalen Selbstdarstellung.
    ​Auch die Sprachkultur hat ein beachtliches Update hinter sich. Auf dem Schulhof schallt es heutzutage in reinstem Gossen-Slang von den Wänden. Der gesamte deutsche Wortschatz wurde elegant auf zwei universelle Grundbausteine zusammengeschrumpft: „Alter“ und „Digga“.
    ​Man steht am Fenster, schüttelt zwischen Lachen und Weinen den Kopf und denkt sich wehmütig: Safe, Digga. Früher war vielleicht nicht alles besser – aber definitiv gesprächiger.

  • Gibt es an den führenden Schulen der PISA-Studie auch Handyverbote?

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPhone, iPad, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 44701 Artikel in den vergangenen 6947 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2026 aketo GmbH   ·   Impressum   ·      ·   Datenschutz   ·   Safari-Push aketo GmbH Powered by SysEleven