Updates bis März 2027 angedacht
Nachtfahrverbot für Mähroboter: Debatte erreicht den Bundestag
Die Diskussion um den Schutz von Igeln vor Mährobotern hat die Bundespolitik erreicht. Nachdem zuletzt der Deutsche Städtetag ein bundesweites Nachtfahrverbot für die automatischen Rasenmäher gefordert hatte, liegt nun ein entsprechender Antrag der Grünen-Fraktion im Bundestag vor.
Hersteller wie Eufy integrieren bereits ab Werk einen Igelschutz
Die Abgeordneten verlangen gesetzliche Vorgaben (PDF), die den Betrieb von Mährobotern künftig auf die Tageshelligkeit beschränken sollen.
Der Vorstoß greift eine Debatte auf, über die wir bereits im April berichtet hatten. Damals hatte der Deutsche Städtetag auf die Gefährdung von Igeln und anderen Kleintieren hingewiesen, die vor allem in den Abendstunden und nachts aktiv sind. Anders als viele andere Tiere fliehen Igel bei Gefahr häufig nicht, sondern rollen sich zusammen. Dadurch können sie von Mährobotern schwer verletzt werden.
Hersteller sollen Nachtbetrieb technisch verhindern
Nach den Vorstellungen der Grünen soll die Bundesregierung eine bundesweit einheitliche Regelung schaffen. Für neu verkaufte Geräte ab 2027 fordern die Abgeordneten eine technische Sperre, die den Nachtbetrieb automatisch verhindert. Diese Vorgabe soll unabhängig von den Einstellungen der Nutzer greifen. Als Nachtzeitraum wird die Zeit von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang genannt.
In der Navimow-App lässt sich die Tierfreundlichkeit konfigurieren
Auch bereits im Einsatz befindliche Mähroboter geraten in den Blick. Hersteller sollen bis März 2027 kostenlose Softwareaktualisierungen bereitstellen, sofern die Geräte über eine Helligkeitserkennung, eine Internetverbindung oder eine App-Steuerung verfügen. Damit soll ebenfalls verhindert werden, dass die Maschinen nachts betrieben werden. Ausnahmen sehen die Grünen für Vereinssportplätze vor.
- Navimow i208 LiDAR im Test: LiDAR bringt Vorteile in engen Gärten
Die Fraktion argumentiert, dass reine Nutzervorgaben nur schwer kontrollierbar seien. Technische Einschränkungen durch die Hersteller seien einfacher umzusetzen und würden bürokratischen Aufwand vermeiden. Gleichzeitig verweist der Antrag darauf, dass einige Anbieter bereits heute Funktionen anbieten, die den Betrieb während der Nachtstunden automatisch unterbinden.
Zertifizierung für igelsichere Geräte geplant
Neben festen Betriebszeiten soll auch die Technik der Geräte stärker reguliert werden. Die Grünen schlagen die Entwicklung eines standardisierten Prüfverfahrens vor, das die Erkennung und Umfahrung von Igeln überprüft. Bis 2030 soll eine entsprechende Zertifizierung zur Voraussetzung für den Verkauf von Mährobotern werden. Die Entwicklung soll gemeinsam mit Herstellern, Naturschutzverbänden, Wissenschaftlern und dem Bundesamt für Naturschutz erfolgen.
Als Begründung verweist der Antrag auf Untersuchungen, nach denen viele Mähroboter Igel trotz Kameras und Sensoren nicht zuverlässig erkennen. Zwar hätten aktuelle Modelle Fortschritte gemacht, ein einheitlicher und nachvollziehbarer Sicherheitsstandard fehle bislang jedoch.


Bitte bleibt in den Kommentaren beim Thema Mähroboter und Igelschutz. Der vorliegende Antrag stammt zwar von einer Bundestagsfraktion, unser Artikel beschäftigt sich jedoch in erster Linie mit den vorgeschlagenen Maßnahmen und deren möglichen Auswirkungen auf Nutzer, Hersteller und den Tierschutz. Parteipolitische Grundsatzdebatten, persönliche Angriffe oder ideologische Auseinandersetzungen helfen der Diskussion nicht weiter. Wir möchten den Kommentarbereich weiterhin als Ort für sachlichen Austausch und unterschiedliche Perspektiven zum eigentlichen Thema erhalten. Vielen Dank für eure Unterstützung.
Schon richtig, aber schon traurig, dass man so ein Thema überhaupt auf der Ebene diskutieren muss, oder?
die Zertifizierung wäre schon was, aber wenn ich sehe welche Nebelkerzen da alles wieder mitreden sollen-wird das wieder ein Bürokratiemonster das nur maximal Geld beim der Zertifizierung verschlingt.
Wenn ich wetten müsste würde ich sagen die Roboter werden dann 50-75% teurer ohne Mehrwert.
Komisch ist auch bei wirklich wichtigen Dingen heißt es der Hersteller darf selbst prüfen (z.B. CE Kennzeichen-da gehts ja nur um Menschenleben) aber bei sowas dann der riesige Aufriss
Warum gibt es hier überhaupt einen Artikel zu dem Thema?
Wenn es hier um alles und jeden gehen soll, wird es Zeit, die Webseite mal komplett zu überdenken.
Und weil ich weiß, wie ihr mit solcher Art Fragen und Kritik umgeht, denke ich mir schon jetzt einen neuen Benutzernamen und irgendeine E-Mail-Adresse aus.
+1
Zum Thema Roboter (und mehr) – jedoch nur für jene, die keine Angst vor Zukunft haben: https://www.ardmediathek.de/video/tagesgesprach/wirtschaft-technologie-sicherheit-muss-sich-deutschland-besser-vor-chinas-zugriff-schutzen/ard/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNVdPMDEzNzU2QTA
First World Problems
Das ist ein first world problem? Den Schutz von Arten? Ich würde eher sagen das ist ein World Problem.
Vor 10 Jahren wäre es wahrscheinlich noch sinnvoll gewesen. Aber mit den ganzen Kameras und Sensoren können doch die heutigen Mähroboter doch ganz gut mit Igel & Co damit umgehen.
Es fahren ja auch nur ladenfrische, voll ausgestattete Sensenkarren über die heimischen Wiesen
Wenn es heute absolut sicher ist……würdest Du Dein 3-6 Monate altes Kind in die Nähe eines Mähroboters setzen ?
Dann stell ich mal als erstes die Frage,
was mit Mähroboter ist,
die mit LED Leuchten ausgerüstet sind
und auch im Dunkeln sehen können?
Und ja, ich habe einen Rasenmäher Roboter
und bin definitiv für ein Nachtfahrverbot. Mein Roboter läuft nur von
10:00 Uhr morgens
bis 18:00 Uhr und hat eine Kamera zur Orientierung und Igel/Hinderniserkennung.
Finde ich sehr begrüßen. Denn diese Dinger fahren ja nicht geräuschlos. Und in jeweiligen Wohngebieten, wo solche Dinger bei einem Nachbarn rumfahren und du, während nachts schlafender Zeit dein Fenster offen hast, ist das auch nicht gerade toll.
Wow… ernsthaft? Jedes vorbeifahrende Auto ist lauter.
Nachts müssen die Mäher m.E. nicht fahren. Ich bin bisher auch nie auf die Idee gekommen, das zu tun. Abgesehen davon sind moderne Mäher eh schon sehr gut im Umgang mit den kleinen Freunden. Ich frage mich, ob das wirklich ein so relevantes Problem ist, dass man dafür ein Gesetz braucht. Da sehe ich bei anderen Themen einen viel größeren Bedarf.
Bald dürfen wir gar nichts mehr selbst entscheiden. Lach.
Mal davon abgesehen, das es für normal ist das soetwas Nachts nicht arbeitet. Mein Gärtner kommt ja auch nicht Nachts die Hecken schneiden.
+ 1
Bald?
Bitte auch für vorhandene verkaufte Geräte rückwirkend per Software Update bringen, danke
Da der Rasen Nachts meistens feucht/nass ist, macht das Mähen ohnehin keinen Sinn
Einfach wegen der Lautstärke alleine macht es schon Sinn.