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Verlust des Großkunden belastet den Batteriehersteller

Nach Apples AirPods-Rückzug: Varta meldet Insolvenz an

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Der Batteriehersteller Varta hat für die Muttergesellschaft sowie mehrere Tochterunternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Nach Angaben des Unternehmens soll der Geschäftsbetrieb während des Verfahrens fortgeführt werden. Ziel ist eine erneute Sanierung. Weniger als zwei Jahre nach der letzten Restrukturierung gerät das Unternehmen damit erneut in eine existenzielle Krise.

Airpods Pairing

Als Gründe nennt Varta verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, ungünstige Wechselkurse sowie den Wegfall eines wichtigen Kunden. Gemeint ist damit aller Wahrscheinlichkeit nach Apple. Der iPhone-Hersteller hatte im Frühjahr angekündigt, die wiederaufladbaren CoinPower-Knopfzellen für seine AirPods künftig von Zulieferern in China zu beziehen. Damals wurde bereits deutlich, welche Folgen diese Entscheidung für Varta haben würde. Die eigens für Apple aufgebaute Fertigung in Nördlingen stand vor dem Aus und rund 350 Arbeitsplätze waren betroffen.

Aufspaltung des Unternehmens zeichnet sich ab

Mit der Insolvenz dürfte nun auch die Zukunft des Unternehmens in seiner bisherigen Form infrage stehen. Berichten zufolge soll das profitable Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Insolvenzverfahren herausgelöst werden. Gläubiger, darunter die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds, wollen diesen Unternehmensbereich übernehmen.

Varta People

Für die Mikrobatteriesparte gibt es ebenfalls bereits Interessenten. Reuters berichtet, dass der österreichische Investor Michael Tojner einen Einstieg in diesem Bereich prüft.

AirPods-Geschäfts reißt tiefe Wunden

Der Verlust des AirPods-Geschäfts trifft Varta besonders schwer. Die CoinPower-Zellen gehörten über Jahre zu den technologisch anspruchsvollsten Produkten des Unternehmens. Die Produktionskapazitäten waren gezielt für Apples hohe Stückzahlen ausgebaut worden.

Als Apple seine Aufträge schrittweise auf weitere Zulieferer verteilte und schließlich vollständig nach China verlagerte, verlor Varta einen Großteil der Auslastung in diesem Bereich. Mit der nun eingeleiteten Insolvenz haben die Folgen des verlorenen AirPods-Geschäfts Varta endgültig eingeholt.

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27. Juli 2026 um 15:59 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    40 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
    • Apple ist da wohl wie ALDI vorgegangen.
      Erst die Margen so hochdrehen, dass eine Abhängigkeit da ist, um dann die Preise so zu drücken, bis die anderen es nicht mehr schaffen.

      Das ist bitter, denn Seriöse größere Unternehmen kümmern sich auch darum, dass die Zulieferer stabil bleiben um Qualität zu sichern.

  • Wer als Firma abhängig ist von einem Großkunden, der ist letztendlich in der Sklaverei gelandet.

    Europa wird in Zukunft nicht drum herum kommen, das gleiche wie China, Indien, Indonesien und auch zuletzt die USA zu machen:

    Hersteller zwingen das min. 30-50% im eigenen Land/Kontinent gefertigt werden muss.

    • Man fragt sich wer ernsthaft extra eine eigene Produktion aufbaut ohne einen langfristigen, für beide Seiten bindenden, Vertrag zu haben der das ganze absichert. Sorry, aber das erscheint mir ziemlich naiv wenn man weiß dass man teurer ist und irgendwie hofft dass Apple das hinnimmt weil man es sich leisten kann? Ich dachte solche Verträge die einseitig das Risiko abwälzen schließen nur unsere Politiker ;-)

      • Dann hast du leider keine Ahnung wie unsere Wirtschaft funktioniert. Und Varta ist nicht die erste Firma, die Apple zum „Opfer“ fällt.

        GTAT sollte einst die Sapphir Gläser für Apple herstellen. Jüngst hat Osram über 600 Mio Euro ihrer Malaysia FAB abgeschrieben, da die Apple Watch doch kein uLED Display bekommen soll…
        Auch bei den VCSEL (Face ID) wurde investiert, weil man auch bei iPad und den Macs flächendeckend damit gerechnet hat.

        Wer viel Geld verdienen möchte, muss auch viel riskieren.

      • So sieht es aus.

        Aber Apple verarscht und spielt diese subunternehmer doch auch gegeneinander aus.

        Und dann heult Apple über die Speicherhersteller weil die jetzt am längeren Hebel sitzen und ihre Position aus.

      • Das hat für mich absolut nichts mit ‚riskieren‘ zu tun. Das ist mit Vollgas in eine Betonwand fahren. Mag sein dass ‚man das so macht‘. Dh aber weder dass das Sinn macht noch dass das in irgendeiner Form eine vernünftige wirtschaftliche Entscheidung ist. Genau wegen solchem Unsinn gehen eben Firmen vor die Hunde und die ‚Managerfraktion‘ geht mit Millionen Boni bevor es kracht zur nächsten Firma. Sowas sollte verboten sein.

      • Danke tribal…. Genaus so sieht es leider aus. Diese Megaabfindungen vor Pleiten gehören reguliert und verboten. Die Dummen sind leider alle Angestellten unter dem Management.

      • Große Unternehmen machen das schon seit Jahren mit kleineren Firmen, die für sie produzieren.
        Ich arbeite in der Automobil Industrie. Du würdest dich umschauen, was Firmen wie BMW mit ihren Zulieferern abziehen!

    • Bei einem Exportland wie Deutschland ist das nicht möglich. Träum weiter.

      • Wohin willst du exportieren, wenn immer mehr große Länder ihre Märkte abschotten mit der Regel min. Xx % vor Ort.

        Wie viele Fabriken haben deutsche Autobauer in den usa?

        Wenn man ehrlich ist:
        Es ist doch Quatsch bei großen Märkten nicht vor Ort zu produzieren.
        Der ganze Transport über die Ozeane ist doch eine riesige Umweltverschmutzung.

  • Also liegt die Zukunft der Air- Pods nur noch Quantitativ Statt Qualitativ.

  • Tja, so ist das halt wenn ein einziger Kunde riesige Teile des Absatzmarkts ausmacht.

  • Absolutes Missmanagement seitens Varta. Sich von einem Auftraggeber abhängig machen endet in der Regel genau so.

    • keine Ahnung woher du das weisst.

      • Earning Calls, Berichte,…. Varta hat der Markt nicht interessiert. Mangelnde Qualität bei Produkten. Schau dir die Zahlen der letzten 5 Jahre an.

        Entweder kein Bock oder krasses Management Problem.

        Leider wird es bei Mercedes nicht zu dem Crash führen aber verdient hätten sie es.

        Warte ist der Prototyp einer „we are to big to fail“ Arroganz in einem potenziell wachsenden Wirtschaftszweig.

        Wir sollten einfach Varta folgen und unsere Wirtschaft komplett dicht machen. Als Ingenieur ist man woanders more welcome

    • Als ob Varta nur für AirPod-Akkus lebt. XD

      Die bauen seit jeher Batterien und z. B. auch Akkuzellen für Heimspeicher. Siehe VartaWall.

      Aber wenn Gas-Kathi mit Gesetzesfriedrich die Einspeisevergütung streicht oder drastisch kürzt, ändern sich eben auch die Voraussetzungen für private PV-Anlagen und damit auch für Powerwalls.

      Insolvenz in Eigenverwaltung muss nicht das Ende bedeuten. Ziel sollte sein, das Unternehmen gesund zu schrumpfen und sich auf aussichtsreiche CashCows zu konzentrieren.

  • Demnächst dependent on china statt made in china.

  • Ganz Europa hat keine Chance mehr,wenn man überlegt baut China und Co. um ca.70% billiger,da kann Europa nicht mithalten.

    • China subventioniert eben, um Marktanteile zu erbeuten und die Konkurrenz auszuschalten. Dem müsste man eben entschiedener mit Gegenmaßnahmen entgegentreten!

      • Genau China schenkt uns Geld… Als wenn in Deutschland nicht sich diverse Bereiche subventioniert werden.

      • Nur in D ist es als Dauerleistung ohne Mehrwert bzw. ohne Investitionen in die Zukunft zu sehen.

      • Natürlich schenkt uns „China“ Geld. Was glaubst du was damals beim Ausbau der Solarproduktion in China passiert ist. Das Gleiche aktuell mit Bauteilen für die Elektromobilität. Da wird unter Herstellungskosten verkauft, einfach nur um im Markt zu bleiben und als Firma zu überleben.

        So funktioniert die chinesische Wirtschaft seit Jahren und das ist nun wirklich kein Geheimnis.
        Der Westen möchte bei diesem Spiel nur nicht mitmachen und muss mit den Konsequenzen leben.

    • Es geht ja nicht immer nur um den Preis. Europa hat sehr starke Unternehmen, Marktführer auf vielen Ebenen, Innovation in verschiedenen Bereichen. Wenn sich jedoch nichts an den Rahmenbedingungen ändert, wird das die Unternehmen vertreiben und nicht mehr konkurrenzfähig machen.

    • Was wäre die Lösung? Sozialleistungen kürzen. Staatsausgaben massiv einsparen. Oder so wie der orange Typ aus dem Ganzkörpertoaster: Zölle, Zölle, Zölle,……. Ob es dafür zukünftig eine Lösung geben wir? Eigentlich ist es ein versagen auf ganzer Linie der Politik und deren Wirtschaftspolitik.

      • Keine Ahnung wo du lebst, aber wir leben nicht in einem Sozialstaat.

        Varta ist ein klassisches Beispiel für schlechtes Management und Arroganz.. und mangelnde Innovation in einem guten Marktsegment.

      • Natürlich leben wir in einem Sozialstaat. Schon einmal zB in den USA die Kosten für Operationen, oder Geld wenn mam Arbeitslos ist betrachtet? Vom Rentensystem muss man erst gar nicht anfangen. Schlechtes Management dürfte bei Varta aber schon die Ursache sein, da stimme ich zu.

      • Sozialleistungen müssen in Zukunft so oder so gekürzt werden wenn das Land sich diese nicht mehr leisten kann. Ohne Wirtschaftswachstum wird man den Wohlstand nicht halten können. Und ja, die Kosten für den Staatsapparat müssen massiv gesenkt werden (siehe Staatsquote).

    • Bei den Komponenten halten die Zulieferer Apple aber nicht nur über den Preis, sondern auch die Qualität. Zwar ist Apple, genau so wie alle anderen Großabnehmer der Branche, dafür bekannt sehr hart zu verhandeln. Allerdings hat das Unternehmen auch ein hohes Interesse an hoher Qualität. Das lässt sich zum Beispiel beim Smartphonemarkt gut beobachten. Während Apple trotz der etwas höheren Preise stark auf europäische Hersteller wie NXP, Bosch Sensortec oder Infineon setzt, greifen vermeintlich „europäische“ Smartphonehersteller wie Fairphone oder Jolla lieber zu günstigeren asiatischen Zulieferern.
      Bei Varta lag es aber wohl tatsächlich nicht direkt an der Qualität, sondern wirklich am Preis. Varta konnte sich qualitativ nicht mehr von der günstigeren chinesischen Konkurrenz absetzen und hat Apple als Kunden verloren. Anderen Hersteller, die ebenfalls wiederaufladbare Li-Ion-Zellen in dem Format benötigen, war Varta bereits spätestens seit 2022 sowieso zu teuer. Der Porsche Deal war auch keine Rettung, Porsche hat das Know-How rausgezogen und den Mutterkonzern dann genau so verhungern lassen. Man kann dem strategischen Management von Varta sicherlich Fehlentscheidungen vorwerfen, das Unternehmen kämpfte jedoch auch ein Stück weit auf verlorenem Posten.

  • Ganz klar ein Managementfehler und die Belegschaft muss dafür büßen :-(

  • Einen langfristigen Vertrag über 5-10 Jahre. Und du musst als Unternehmer eine komplette Linie aufbauen, dass kostet Millionen. Wie schnell sind da die Jahre vergangen und dann stehen 350 Mitarbeiter die plötzlich auf der Straße.
    Apple ist hier nicht die Ausnahme, wir als Konsumenten sind da nicht ganz unschuldig!!!
    Aber du hast recht, sich abhängig machen von einer Firma das geht in der Regel nicht gut aus.

  • Nach Entwertung der Aktien von den Kleinanlegern, mehr als verdient.

  • Das ist der Lauf der Dinge, Geschäftsmodelle ändern sich Bedingungen ändern sich nicht. Immer ist krasses Missmanagement die Ursache, sondern einfach gelernte Fähigkeiten, sich am Markt anzupassen, insbesondere wenn ein Geschäftsmodell jahrzehntelang erfolgreich war. Modelle zu verändern ist schwer zu für argumentieren. Wenn alles gut läuft nicht immer lassen sich Produkte diversifizieren ist halt immer leicht von außen Leute im Anzug an den Mast zu binden.

  • Ist das nicht bei Porsche und ihren „selbst entwickelten“ Batterien genauso gegangen ? Nur haben die ihr eigenes Ziel nicht erreicht.
    Da konnte Apple nix für. Mit den Akkus scheint es in Deutschland gut zu laufen :D

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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